Freitag, 18. April 2014

Hope Cavendish - Zeitgenossen 2 - Kampf gegen die Sybarites






Gemma und ihren Freunden gelingt es sich bei den Sybarites einzuschleichen und zu Gemmas Überraschung treffen sie dort auf Giles. Ihn hätte sie als letztes dort erwarten. Gemeinsam gelingt es den Freunden Unruhe zu stiften, aber nicht die Sybarites komplett zu vernichten. Darum müssen sich Gemma, Maddy, Francesco, Giles und Miquel auf unbestimmte Zeit trennen. Gemma verschlägt es gemeinsam mit Jean Marc nach Salzburg. Werden sich die Freunde je wieder begegnen? Und wem gehört jetzt Gemmas Herz? Giles oder Francesco? Und während Gemma versucht das herauszufinden erscheint die erste Vampirgeschichte und ein neuer Feind taucht auf.

Auch den 2. Teil der Zeitgenossen habe ich wieder in einer Leserunde mit der Autorin gelesen und ich muss ehrlich gestehen, dass mir der 2. Teil noch mehr Spaß machte. Das liegt nur zum Teil daran, dass der Namensgeber meines Blogs, Lord Byron, eine kleine Rolle darin spielt. Die meisten Charaktere kannte ich ja schon vom 1. Teil und auch hier sind sie wieder wundervoll ausgearbeitet. Gemma und Giles streiten nach wie vor und haben beide einen schrecklichen Dickkopf. Aber es tauchen auch neue Verbündete und Freunde auf, die mir durchweg sympathisch waren.

Wir dürfen wieder an einigen geschichtlichen Geschehnissen Teil haben, wie zum Beispiel der Revolution und dem Kampf auf Gleichberechtigung der Frauen, den Gemma mit Feuereifer unterstützt. Hier stimmt wieder alles. Der tolle Schreibstil, der Bilder in meinen Kopf gezaubert hat, das Geschichtliche, das hervorragend recherchiert wurde und auch ein paar Liebesszenen, die perfekt in die Handlung passen und nicht zu viel Raum einnehmen. 

Und weil ich wieder mal so restlos begeistert bin vergebe ich für Zeitgenossen 2 auch wieder 5 von 5 Byrons, den Favoritenstatus und eine uneingeschränkte Leseempfehlung. Lasst euch von den Vampiren nicht abschrecken, denn nur so ist es möglich, Gemma so viele geschichtliche Ereignisse miterleben zu lassen. Ich kann euch die Reihe wirklich nur empfehlen und warte schon voller Vorfreude auf Band 3.

© Beate Senft                               

Donnerstag, 17. April 2014

Markus Walther - Der letzte beißt die Hunde



Die alte Dame Mimi lebt mit ihrem Personal und ihren beiden Wachhunden, Willi und Basker, in einer großen Villa. Ihr größtes Hobby besteht darin, Kriminalromane zu lesen, wie ihre außerordentlich gut bestückte Bibliothek beweist. Eines Tages entgeht sie nur knapp einem Mordanschlag. Ein Flügel fiel ihr beinahe auf den Kopf. War das ein Mordversuch? Ihre Enkelin Helen eilt zu ihr und gemeinsam beginnen sie zu ermitteln. Hat der Bürgermeister etwas damit zu tun, der Mimi unbedingt das große Grundstück abkaufen möchte? Oder steckt doch eher die habgierige Verwandtschaft dahinter? Mimi lädt alle Verdächtigen zu sich ein. Kann sie einen davon als Mörder und Erbschleicher entlarven?

Ein neuer Roman von Markus Walther? Da musste ich doch sofort zugreifen. Und dieses Mal ist es auch noch ein Krimi. Ich freute mich wahnsinnig darauf, die Geschichte zu lesen. Und ich wurde nicht enttäuscht. Genau wie in „Buchland“ erwarten den Leser wundervoll ausgearbeitete und etwas verschrobene Charaktere. Mimi ist eine Oma, wie sie sich wohl jeder wünschen würde. Sie ist taff, verschmitzt und lässt sich von niemandem die Butter vom Brot nehmen. Oder der Butler Norbert. Steif wie ein Stock und korrekt bis in die Haarspitzen, ist er immer sofort zur Stelle, wenn Mimi ihn braucht. Er ist so großartig. Jeder sollte so einen Norbert haben. Lena, das Mädchen für alles, ist so eine liebenswerte Person, die man einfach nur an sich drücken möchte. Man möchte sie gerne als Freundin haben, denn mit ihr kann man Pferde stehlen. Wenn man das denn möchte. Und Helen, die Enkelin von Mimi, hat schreckliches durchgemacht und soll bei ihrer Oma wieder zu sich selbst finden. Helens Verflossener Tom ist eine Person, die man so richtig von ganzem Herzen hassen kann. Dazu noch die Nebenfiguren, die wirklich alle richtig interessant und gut gelungen sind.

In diesem Krimi spart Markus Walther auch nicht an seinem wundervollen Humor. Ohne dass es grotesk wirkt oder zum Slapstick verkommt, findet der Autor immer genau das richtige Maß an Spannung und Humor. Der Plot ist richtig gut ausgearbeitet und man rätselt gemeinsam mit Helen wer denn ein Interesse daran haben könnte, Mimi aus dem Weg zu räumen. Gleichzeit wird das Krimi-Genre ein bisschen auf die Schippe genommen.  Ich habe bis zum Schluss gebraucht bis ich dahinter kam, um was es ging. In dieser Zeit durchläuft Helen eine wunderbare Verwandlung und man selbst wünscht so manchem der Charaktere die Pest an den Hals. Der Schreibstil ist wieder wundervoll und lässt Bilder im Kopf entstehen, wie es ein Film nicht besser könnte.

„Der letzte beißt die Hunde“ hat mir genauso gut gefallen wie „Buchland“, auch wenn es eine komplett andere Art von Geschichte ist. Es macht einfach großen Spaß das Buch zu lesen. Darum vergebe ich 5 von 5 Byrons, den Favoritenstatus und eine absolute Leseempfehlung für alle. Hoffentlich müssen wir nicht so lange auf das nächste Buch von Markus Walther warten. Egal was es sein wird, ich freue mich wahnsinnig darauf.

© Beate Senft                              

Isabell Schmitt-Egner - Follower - Die Geschichte einer Stalkerin

Daniela hasst ihren Putzjob im Altersheim und beeilt sich endlich nach Hause zu kommen. denn dort wartet die einzige Freude in ihrem Leben auf sie: Die Serie "Berlin im Herzen" und der Hauptdarsteller Kiran Advani, der den Alexander Gerbach spielt. In ihn ist sie schrecklich verliebt und in ihren Träumen sind die Beiden ein Paar. Als sie dann bei einem Gewinnspiel eine Komparsenrolle in der Serie gewinnt ist sie überglücklich. Endlich kann sie ihren geliebten Alex treffen. Ihn sehen, mit ihm sprechen und vielleicht verliebt er sich ja in sie. Doch es läuft bei den Dreharbeiten leider nicht so gut und da fasst Daniela einen todsicheren Plan....

Au weia. Was für eine Geschichte. Nachdem ich dieses Buch einmal begonnen hatte, konnte ich es kaum noch aus der Hand lege. Die Geschichte ist so verrückt und spannend, dass ich immer wieder den Kopf geschüttelt habe und einfach fassungslos war. Daniela steigert sich da in einen Wahn hinein und erkennt nicht, dass sie viel zu weit geht. Besonders geschockt war ich auch von Danielas Mutter. Ihr ist es vollkommen egal wie es ihrem Kind geht. Hauptsache Daniela bleibt anständig und die Nachbarn finden keinen Grund zum Tratschen. Wie ich so etwas hasse.

Die Charaktere fand ich total gelungen. Kiran als Opfer fand ich genauso authentisch wie Daniela als irre Stalkerin. Ihre Gedankengänge waren sehr interessant, auch wenn sie für mich nur schwer nachzuvollziehen waren. Der Schreibstil der Autorin ist wie gewohnt sehr flüssig und leicht zu lesen und es macht einfach Spaß die Geschichte immer weiter zu verfolgen. Ganz besonders gut gefiel mir auch das Ende, das so ganz anders war wie von mir erwartet. Einfach großartig. Ich vergebe 5 von 5 Byrons und kann das Buch wirklich jedem empfehlen, der sich gut unterhalten lassen möchte, auch wenn man hin und wieder fassungslos den Kopf schütteln muss. Ich fand es klasse.

© Beate Senft                                



Sonntag, 13. April 2014

Judith & Christian Vogt - Die zerbrochene Puppe




Der Künstler Naðan von Erlenhofen und seine Frau, die Physikerin Æmelie wollen auf einem Kongress eine ganz neue Erfindung vorstellen.  Eine Brennstoffzelle, wie sie die Welt noch nie gesehen hat und mit deren Hilfe ganz neue Möglichkeiten offen stehen. Doch noch am gleichen Abend wird Æmelie getötet, die Pläne gestohlen und Naðan bleibt nichts, als Æmelies Porzellanpuppe Ynge. Er schwört Rache und da er nicht sicher sein kann, ob seine Frau wirklich tot ist, denn ihr Körper ist verschwunden, macht er sich voller Hoffnung auf den Weg zu der Insel Æsta, einer schwimmenden Stadt auf einem Eisberg, zu der ihn eine kleine Spur geführt hat. Ohne Hilfe und ohne Geld versucht er herauszufinden was auf dieser Insel gespielt wir und kommt einem schrecklichen Geheimnis auf die Spur. Und dann beginnt auch noch die Puppe mit ihm zu sprechen.

Da ich bei Lovelybooks bei der Leserunde zu "Eis und Dampf" einer Steampunk-Anthologie teilnehmen möchte und erfuhr, dass alle Geschichten  mit dem Buch "Die zerbrochene Puppe" zu tun haben, schnappte ich mir das Buch das sowieso schon auf meinem SuB lag und begann neugierig zu lesen. Was für ein Glück, denn ich bekam Steampunk vom Feinsten. Luftschiffe, Maschinen, verrückte Wissenschaftler und Professoren, Intrigen, starke Frauen, Huren, Verräter, Kämpfe, die Geschichte hat alles was das Herz des Lesers begehrt.

Die Beschreibungen der schwimmenden Stadt Æsta sind sehr gut gelungen. Fabriken, schwarzer Rauch überall, arme Menschen, die in den Fabriken schuften, Reiche, die die Armen ausbeuten und mitten drin Naðan auf der Suche nach seiner Frau oder zumindest nach ihrer Leiche, die er beerdigen möchte. Immer dabei die Puppe Ynge, die plötzlich beginnt mit Æmelies Stimme mit ihm zu sprechen. Es war schon ein seltsames Bild das ich im Kopf hatte. Ein erwachsener Mann, der immer eine Puppe mit sich trägt und auch noch mit ihr spricht. 

Die Charaktere der Geschichte waren einfach nur klasse. Leider verschwand  Æmelie viel zu früh, denn ich fand sie sehr interessant. Aber auch Tomke und die Gräfin waren tolle Figuren. Genau wie der total irre Professor. Naðan machte im Laufe der Geschichte eine starke Verwandlung durch. Am Anfang war er mir nicht sonderlich sympathisch, denn er war ein rassistischer Snob erster Klasse. Er hatte schrecklich viele Vorurteile und hielt sich für etwas besseres. Nur leider hilft ihm das kein bisschen auf Æsta. 

Der Schreibstil des Autorenpaares ist sehr bildhaft, flüssig und wunderbar zu lesen. Wir bekommen auch ein paar Einblicke in das nordische Leben und ich kann absolut keinen negativen Punkt finden. Keine Seite war langweilig oder unnötig und die Geschichte zog wie ein Film durch meinen Kopf. Ich konnte das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen und darum vergebe ich auch 5 von 5 Byrons, den Favoritenstatus und eine Leseempfehlung an alle Steampunk-Freunde oder denen die es werden wollen.

© Beate Senft                                       





Freitag, 11. April 2014

Donna Tartt - Der Distelfink


Eigentlich sollte es ein ganz normaler Tag im Leben  von Theo Decker werden. Da er und seine Mom noch Zeit zu überbrücken haben, entschließen sie sich zusammen das Museum zu besuchen. Seine Mutter interessiert sich sehr für Kunst und möchte ihrem Sohn ein paar besondere Gemälde zeigen. Doch dann passiert schreckliches und Theos Mutter ist tot. Sein Vater ist ein Jahr zuvor abgehauen und der 13-jährige steht plötzlich ganz alleine da. In seiner Verwirrung und dem Chaos nach dem Tod seiner Mutter hat er ein Gemälde entwendet, das sein ganzes weiteres Leben bestimmten soll. Er trifft ein paar falsche Entscheidungen und steht plötzlich an einem Punkt, an dem er nicht mehr weiter weiß. Ist jetzt wirklich alles vorbei? Gibt es nur noch den Ausweg des Selbstmordes? Oder gibt es doch noch Hoffnung?

Dieses Buch hat es wirklich in sich. Genau wie für ihre anderen Bücher hat die Autorin auch an diesem jahrelang gefeilt, recherchiert und geschrieben. Und das merkt man diesem Buch auch an. Hier stimmt jeder Satz, jedes Wort sitzt an der richtigen Stelle. Die Geschichte beginnt in New York. Theo und seine Mum haben eine sehr enge Beziehung. Zwischen ihm und seinem Vater ist eine große Distanz. Der Vater ist fast immer betrunken und hat so gut wie kein Interesse an seinem Sohn. Als er schließlich verschwindet, trauern ihm Frau und Sohn auch nicht hinterher. Aber als Theo seine Mutter verliert, verliert er auch seinen Lebenswillen. Er funktioniert nur noch wie ein Automat. Nicht einmal die vielen Veränderungen in seinem Leben können ihn aus seiner Trauer herausholen.

Theo versackt schließlich in Alkohol und Drogen. Doch er findet auch einen Freund der ihm näher steht als sonst irgend jemand zuvor. Mit Ausnahme seiner Mutter natürlich. Die Protagonisten sind sehr gut ausgearbeitet und facettenreich. Donna Tartt ist es gelungen, ihren Personen so viel Leben einzuhauchen, dass ich oft dachte, ich müsste Theo oder Boris jeden Moment begegnen. Ich konnte sie regelrecht vor mir sehen. Ihre Mimik, ihre Gestik, ihr ganzes Sein. Das schaffen nur sehr wenige Autoren. Ich litt so sehr mit Theo und konnte gleichzeitig alles aus einer gewissen Distanz betrachten. 

Hier ist mal ein kleiner Ausschnitt der mich besonders berührt hat:
"Die Leute spielten Roulette oder Golf, pflanzten Gärten, handelten mit Aktien, hatten Sex, kauften neue Autos, machten Yoga, arbeiteten, beteten, renovierten ihre Häuser, regten sich über die Nachrichten auf, verhätschelten ihre Kinder, tratschten über die Nachbarn, studierten Restaurant-Kritiken, gründeten wohltätige Organisationen,  unterstützten politische Kandidaten, nahmen an den U.S. Open teil, speisten und reisten, lenkten sich mit allen möglichen Spielzeugen und Geräten ab und überfluteten sich unaufhörlich mit Informationen und Texten und Kommunikation und Unterhaltung aus allen Richtungen, um vergessen zu machen wo wir waren, was wir waren. Aber bei hellem Licht betrachtet ließ es sich auf keine Weise schönreden. Es war von oben bis unten beschissen. Zeit im Büro absitzen, gehorsam 2,5 Kinder Nachwuchs gebären, bei seiner Pensionsfeier höflich lächeln und dann an seinem Bettlaken kauen und im Pflegeheim an Pfirsichen aus der Dose ersticken. Es war besser, nie geboren worden zu sein - nie etwas gewollt - nie etwas gehofft zu haben. " (Seite 633)

Am Ende des Buches gibt es noch eine Passage über gut und böse, die ich auch unglaublich gut fand. Die letzten ca. 40 Seiten würde ich am Liebsten auswendig lernen, weil sie mich so tief beeindruckt haben. Ich weiß, dass Donna Tartts Schreibstil nicht jedem liegt, ihre genauen Beschreibungen und Liebe zum Detail. Aber für mich flogen die 1022 Seiten geradezu vorbei. Ich las mich in einen regelrechten Rausch. Darum vergebe ich für "Der Distelfink" volle 5 von 5 Byrons und den Favoritenstatus für eine absolut außergewöhnliche Geschichte. Wer "Die geheime Geschichte" mochte wird "Der Distelfink" lieben. 

© Beate Senft                          

Mittwoch, 9. April 2014

H.H.T. Osenger - Karpatenvirus






Auf Nicos Geburtstagsparty geht es hoch her und alle haben ihren Spaß. Außer Freddy, der mal wieder aus der Reihe tanzt und total betrunken ist. Darum kann ihn auch Nico nicht alleine nach Hause gehen lassen und als Freddy sich entschließt, der alten und verfallen Villa einen Besuch abzustatten, ist Nico zwar alles andere als begeistert, aber seinen Freund will er auch nicht alleine gehen lassen. Der Boden der alten Villa ist mit Müll übersät und Nico hat schnell die Nase voll. Doch Freddy möchte unbedingt noch in den Keller. Dort findet er in einer Nische ein Kruzifix an der Wand und entfernt es und plötzlich stürzt die Wand ein. Die beiden machen dass sie wegkommen doch als Nico sich noch einmal umdreht, sieht er ein Wesen hinter der Mauer. Was ist da nur los? Kurz darauf sterben Menschen in dem kleinen Örtchen. Alle sind seltsam blutleer. Was haben Freddy und Nico da nur freigelassen?

Als ich von dem Buch hörte, freute ich mich sehr aufs Lesen. Endlich mal wieder ein böser Vampir und viel Horror. Aber so ganz begeistern konnte mich die Geschichte dann doch nicht. Zum einen fand ich die jugendlichen Protagonisten sehr Klischeehaft und Freddy ging mir ganz schnell auf die Nerven. Zum anderen fand ich die Story auch nicht wirklich spannend oder mitreisend. Der Plott war in Ordnung und hatte viele gute Ansätze, die man hätte noch ausbauen können. Ich hätte mir auch wesentlich mehr Spannung und Grusel gewünscht und dafür etwas weniger Humor.

Dazu kam noch das Problem, dass mir die Protagonisten so ziemlich egal waren und es mich überhaupt nicht berührte, wenn sie in Gefahr waren. Von mir aus, hätten sie alle umkommen können. Trotz allem ließ sich das Buch schnell und leicht lesen. Es könnte natürlich auch sein, dass es an meinen ständigen Kopfschmerzen lag, die mich schon seit Tagen quälen, aber ich kann dem Buch leider nicht mehr als 3 Byrons geben. Das bedeutet aber immer noch, dass es ein gutes Buch war. Natürlich ist es am Besten sich eine eigene Meinung zu bilden, denn was für mich durchschnittlich ist, kann für Andere Spitzenklasse sein. Ich finde es jedenfalls sehr schade, dass das Buch nicht gruseliger war und mich die Spannung nicht packen konnte.

© Beate Senft




Sonntag, 6. April 2014

Anna Hope - Abgesang



Es ist der Herbst im Jahre 1920, als die englische Regierung auf die Idee kommt, einen unbekannten Soldaten in allen Ehren zu bestatten, stellvertretend für alle Soldaten die im Krieg fielen und von denen keine Gräber vorhanden sind. Am Tag des Waffenstillstandes soll es soweit sein und es wird eine große Menschenmenge erwartet. Durch die Augen von 3 verschiedenen Frauen erleben wir dieses Ereignis.

Ada, die ihren 18-jährigen Sohn in den Krieg ziehen sah und der nie wieder zurück kehrte. Trotz einem unpersönlichen Brief, der sie von seinem Ableben unterrichtet, ist sie davon überzeugt, dass Michael noch lebt. Mit ihrer Unfähigkeit um ihren Sohn zu trauern und danach abzuschließen gefährdet sie ihre Ehe, denn ihr Mann kann das kaum noch ertragen.

Die fast 30-jährige Evelyn hat ihren Verlobten im Krieg verloren. Obwohl sie aus reichem Hause kommt fängt sie in einer Munitionsfabrik an zu arbeiten. Möchte sich dafür bestrafen, dass sie noch am Leben ist. Später nimmt sie einen Job in einer Behörde an, die für die Rentenzuteilung zuständig ist. Sie will nicht mehr glücklich sein. Genau wie ihr Bruder Edward, der durch die Schrecken des Krieges anfängt zu trinken. Auch er kommt, wie so viele mit dem Grauen nicht zurecht, das er erlebt hat.

Hattie ist mit ihren 19 Jahren die Jüngste. Kurz nach dem ihr Vater starb, kam ihr Bruder schwer traumatisiert vom Krieg nach Hause. Körperlich unversehrt, kann er doch keiner Arbeit mehr nachgehen, weil seine Seele so zerstört wurde. Hattie kündigt ihren Job und fängt in einem Tanzpalast als Miettänzerin an. Sie hofft, dadurch vielleicht einen reichen Mann kennenzulernen der sie aus der Verzweiflung und die Notwendigkeit ihre Familie Finanziell versorgen zu müssen, herausholt. 

Was für eine Geschichte. Das Buch erfasst nur 5 Tage, aber die haben es in sich. Die Autorin schafft es perfekt die Stimmung der Nachkriegszeit aufzufangen und dem Leser die Melancholie dieser Zeit nahe zu bringen. Ihre Beschreibungen der "Helden des Krieges" haben mir sehr zu schaffen gemacht. Arme zerbrochene Männer, oft Körperlich versehrt müssen bei der Regierung um finanzielle Unterstützung betteln. Müssen sich erniedrigen obwohl sie Tag für Tag ihr Leben für ihr Land aufs Spiel gesetzt haben. So hatte ich das vorher noch nie gesehen. Es gab kaum Arbeit für diese Männer, die wieder nach Hause zurückgekehrt waren.

Wie egoistisch und klein kamen mir dagegen Hatties Probleme vor. Sie konnte nicht verstehen, warum diese Männer sich so hängen ließen. Warum ihr Bruder nachts schreit und am Tag ins Leere starrend am Tisch sitzt. Sie will Leben, tanzen, alles einfach hinter sich lassen. Von vorne beginnen. Vergessen was war.

Das können Evelyn und Ada nicht so einfach. Sie wollen auch gar nicht vergessen, nicht nach vorne schauen, denn das bedeutet Leben.

"Abgesang" ist mit Sicherheit kein Buch für mal schnell zwischendurch, trotzdem möchte ich eine absolute Leseempfehlung aussprechen.. Schon alleine dafür, weil es der Autorin gelungen ist, mich an der Verzweiflung Teil haben zu lassen, die die Menschen kurz nach dem Krieg befallen hatte . Ich fand das Buch großartig und darum vergebe ich 5 von 5 Byrons und den Favoritenstatus.

© Beate Senft                                  

Donnerstag, 3. April 2014

Isabell Schmitt-Egner - HABITAT Im tödlichen Gehege



Als im KryZo-Forum das Bild eines unbekannten Tieres auftaucht, das in den schwedischen Wäldern von einem Urlauber fotografiert worden war, macht sich eine Gruppe von jungen Leuten auf den Weg dorthin. Sie versprechensich Ruhm und Ehre, wenn es eine unbekannte Spezies geben sollte und sie sie tatsächlich entdecken. Sie schlagen ihr Lager in der Nähe des Fundortes auf, legen Fleischköder aus und installieren eine Infrarotkamera. Und schon nach der ersten Nacht haben sie Erfolg. Zwei der putzigen Wesen, die aussehen wie eine Mischung aus Wildschwein und Katze sind auf dem Speicherchip. Beim nächsten mal haben sie nicht so viel Glück, denn die Tiere haben wohl den Köder verschleppt, aber die Gruppe kann der Spur folgen. Und dann machen sie eine Entdeckung und es beginnt ein gnadenloser Kampf ums Überleben...

Diesem Buch liegt eine ganz besondere Idee zu Grunde. Und zwar haben sich André Wegmann und Isabell Schmitt-Egner entschlossen zu einer Idee zwei Geschichten zu schreiben. Jeder konnte es so umsetzen, wie er es für richtig hielt. Das machte mich natürlich sehr neugierig und nachdem ich das Buch von André gelesen hatte, machte ich mich jetzt über die Geschichte von Isabell her. 


Es erwartet den Leser etwas vollkommen anderes, das aber so spannend war, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Die Wesen sind einfach toll beschrieben, man fühlt sich als würde man beim Lesen mitten in den schwedischen Wäldern stehen und man leidet mit den Charakteren oder ärgert sich über sie. 

Auch hier gibt es kein langes Vorgeplänkel, sondern man ist gleich mitten in der Geschichte. Isabell hat einen ganz wunderbar bildhaften Schreibstil und obwohl sie auf Brutalität weitestgehend verzichtet hat, liest man atemlos immer schneller und kann es kaum erwarten, dass sie die Geschichte aufklärt. Ich bin total begeister. Auch der Epilog hat mir unglaublich gut gefallen.

Die Charaktere konnte ich mir sehr gut vorstellen und die Handlung war der Knaller. Kaum dachte ich die Gefahr wäre endlich vorüber, passierte wieder etwas gänzlich unvorhergesehenes. Ich vergebe auch hier 5 von 5 Byrons und kann jedem nur empfehlen beide Geschichten zu lesen. So unterschiedlich sie auch sind, sind beide doch absolute Pageturner. Ich bin total begeistert und würde am Liebsten gleich das nächste Buch von einem der beiden Autoren lesen. Es wird übrigens auch ein Taschenbuch geben, in dem beide Geschichten enthalten sind.

© Beate Senft

Gastrezension zu Melvin Burgess - Death


Ich hatte Glück bei der Aktion zu dem Buch "Death" ein ganzen Buchpaket zu gewinnen. Ein Buch war für mich und 5 weitere durfte ich verschenken, verlosen, oder was auch immer. Der Erste der Beschenkten, der 14-jährige Leon hat das Buch bereits beendet und auch eine Rezension dazu geschrieben.

In dieser Nacht ist alles aus den Fugen geraten. In dieser Nacht hat sich das Leben des 17jährigen Adams verändert. Aber nicht nur das, denn auch die Welt fängt an sich zu verändern. Jimmy Earle’s Tod hat all das ausgelöst, er war der Funken auf einem Stück trockenen Holz, denn Jimmy Earle ist nicht auf eine „normale“ Art gestorben, er starb an der Droge DEATH. Wer DEATH genommen hat, der hat noch eine Woche zu leben, die wahrscheinlich schönste Woche seines Lebens. Man steckt voller Energie und ein unbeschreibliches Hochgefühl und alles ist möglich.
Doch Adam ist mit seinem Leben alles andere als zufrieden. Sein Bruder Jess, der zurückgezogene Chemiestudent, ist im Kampf mit den Zeloten, einer Rebellengruppe, gestorben und seine Freundin Lizzie möchte keinen Sex mit ihm. Und dann fällt ihm zufällig ein Tütchen mit dem sündhaft teuren DEATH in die Hände. Er ist verzweifelt…
Als er dann bei Lizzie auftaucht und ihr alles erzählt ist sie geschockt und versucht von nun an Adam das Leben so schön wie möglich zu machen, damit er die schönste Woche seines Lebens hat. Doch dann folgt ein mysteriöser Anruf von Adams angeblich verstorbenen Bruders…
Was steckt dahinter? Ist Jess in etwas viel größeres verwickelt als nur einen Rebellenaufstand?

Ich bin sehr zufrieden mit dem Buch. Es ist ansprechend geschrieben wenn auch die Charaktere nicht so perfekt ausgearbeitet sind. Melvin Burgess spielt viel  und vor allem geschickt mit den Gefühlen und Gedanken aller Personen und konfrontiert den Leser damit, denn dadurch baut er größtenteils die viel vorhandene Spannung im Buch auf. Ich vergebe 4 von 5 Byrons.



Dienstag, 1. April 2014

André Wegmann - HABITAT Im Revier der Skulks

 
 
Lisa ist überglücklich. Endlich kann sie den Mann ihrer Träume, den sie nur über Internet und Telefon kennt, in Fleisch und Blut kennen lernen. Die Beiden haben sich für das Wochenende in einer kleinen Pension an der Thülsfelder Talsperre ein Zimmer genommen. Sie liebt ihn so sehr, diesen älteren und leider auch verheirateten Mann, aber Lisa ist sich sicher, dass sich Chris nach dem Wochenende mit Ihr von seiner Frau scheiden lässt. Abends wollen die Beiden an einer romantischen Fackelwanderung teilnehmen. Dort treffen sie auf Gerd, der auch ein Gast des Hotels ist. Seine Frau ließ sich vor kurzer Zeit scheiden und er ist hier um wieder Kraft zu tanken und zu verarbeiten, dass seine Frau das Sorgerecht für die gemeinsame Tochter bekam. Doch romantisch ist diese Wanderung, an der auch einige ältere Pärchen teilnehmen nicht besonders lange, denn plötzlich kommt etwas aus dem Unterholz und es beginnt ein Kampf um das nackte Überleben.

Diesem Buch liegt eine ganz besondere Idee zu Grunde. Und zwar haben sich André Wegmann und Isabell Schmitt-Egner entschlossen zu einer Idee zwei Geschichten zu schreiben. Jeder konnte es so umsetzen, wie er es für richtig hielt. Das machte mich natürlich sehr neugierig und ich begann mit dem Buch von André Wegmann.

Der Autor beginnt wie gewohnt mitten im Geschehen. Es gibt kein lästiges, ellenlanges Vorgeplänkel oder langatmige Charaktervorstellungen. Nein, er kommt sofort zum Punkt. Ich habe die Geschichte in einem Tag verschlungen und bin mal wieder richtig begeistert. Wie gewohnt, sind die Sexszenen sehr geschmackvoll beschrieben und als sich der Horror breit macht gibt es ordentlich Blut und Gewalt. Die Story rast dahin und manchmal ertappte ich mich dabei, wie ich geradezu durch die Seiten flog, weil es so spannend war und ich unbedingt wissen wollte, wie es weiter geht.

Der Autor hat einen lockeren und flüssigen Schreibstil der ganz ohne lange Erklärungen auskommt. Das habe ich schon bei "Blutwahn" und "Infam" sehr gemocht. Und doch ist "Habitat Im Revier der Skulks" wieder etwas ganz anderes. Denn hier kommen Kreaturen vor, denen man weder im Hellen noch im Dunkeln begegnen möchte. Aber ich möchte nicht zu viel verraten, sonst nehme ich euch ja die ganze Spannung. Das Ende hat mich dann doch ein klein wenig überrascht und das fand ich richtig gut. Viel zu oft kann ich mir am Anfang schon denken wie ein Buch endet.

Ich vergebe für diese Spannende Geschichte, die wieder so ganz nach meinem Geschmack ist, volle 5 von 5 Byrons und eine Leseempfehlung an alle, die es gerne etwas blutiger mögen. Morgen werde ich mit "Habitat Im tödlichen Gehege" von Isabell Schmitt-Egner beginnen und bin sehr gespannt auf ihre Umsetzung. Ich bin mir sicher, sie wird wieder komplett anders an das Thema herangegangen sein. Ich kann es kaum erwarten.

© Beate Senft
                                 
                                                                                                                                                       


Samstag, 29. März 2014

Benjamin Percy - Roter Mond



Patrick muss sich auf den Weg zu seiner Mutter machen, weil sein Vater von der Armee einberufen wurde. Also besteigt er ein Flugzeug, nicht ahnend, dass er der einzige Überlebende sein wird, der es wieder verlässt. Ein Lykantrop tötet alle Mitreisenden und nur Patrick kommt mit dem Leben davon. Schwer traumatisiert kommt er bei seiner Mutter an und wünscht sich nichts mehr als zu seinem Vater zurückkehren zu dürfen. Zurück in sein gewohntes Leben, zu einem Vater, der ihm so viel bedeutet.
Claire und ihre Familie leben friedlich vor sich hin, denkt Claire. Sie sind Lykatropen, doch Claire hasst die Verwandlung und lebt wie jeder andere Teenie auch. Nach dem Massaker im Flugzeug ändert sich schlagartig ihr ganzes Leben. Von einer Minute zur nächsten ist sie auf sich alleine gestellt und kämpft ums Überleben. 

Eigentlich mag ich Geschichten über Werwölfe nicht so gerne, aber der Klappentext hörte sich einfach zu gut an und ich war so neugierig, dass ich das Buch lesen musste. Zum Glück, denn ich wurde mit einer spannenden und durchaus realistischen Geschichte belohnt. O.k. hier gibt es Werwölfe, aber wenn man sie durch fremde Kulturen mit anderen Gewohnheiten ersetzt, passiert dieser Rassismus, die Angst vor dem Unbekannten doch überall auf der Welt.

Die Werwölfe leben unter den Menschen, werden aber unterdrückt und teilweise wie Aussätzige behandelt. Sie müssen Medikamente nehmen, damit sie sich nicht verwandeln können, müssen registriert werden und sind allerlei Gemeinheiten ausgesetzt. Als der Terroranschlag geschieht, setzt eine regelrechte Hetzjagd ein, die sich gut mit der Hetzjagd gegen Andersgläubige vergleichen lässt. 

Der Autor hat einen sehr flüssigen und bildhaften Schreibstil, der bei manchen Metzeleien schon einen stabileren Magen erforderlich macht. Es geht ziemlich brutal zu, aber das sollte einen nicht abschrecken, denn die Geschichte ist wirklich toll. Das Wechseln der Erzählperspektiven sorgt für zusätzliche Spannung, genau wie die Cliffhanger am Ende jedes Kapitels.  Patrick und Claire sind zwei gut ausgearbeitete Charaktere mit Stärken und Schwächen. Dadurch wirken sie sehr realistisch und ich fühlte sofort mit ihnen. 

Irgendwie finde ich die Geschichte sehr amerikanisch, denn sie erinnerte mich an den wilden Westen und die Ausrottung der Indianer. Auch das waren unbekannte Wesen, Menschen mit seltsamen Gewohnheiten und komplett anders denkend. Man hatte Angst vor ihnen, also wurden sie vernichtet. Genau das Gleiche spielt sich hier mit den Werwölfen ab. Ich weiß nicht, ob das die Absicht des Autors war, aber mir hat sich dieser Vergleich praktisch aufgedrängt.

Ich lege euch dieses Buch wirklich ans Herz, denn es zeigt vieles auf, was auch heutzutage noch bei uns schief läuft. Außerdem erwartet den Leser eine sehr spannende Geschichte mit tollen Charakteren. Darum vergebe ich auch volle 5 von 5 Byrons, den Favoritenstatus und eine Leseempfehlung für alle, die nicht gleich in Ohnmacht fallen, wenn sie das Wort Blut lesen. Denn davon gibt es reichlich.

© Beate Senft


Mittwoch, 26. März 2014

Robin Sloan - Die seltsame Buchhandlung des Mr. Penumbra


Clay Jannon liebt seinen Job als Webdesigner, doch als er arbeitslos wird,  kann er nicht besonders wählerisch sein und landet in der Nachtschicht in der Buchhandlung von Mr. Penumbra. Dort gibt es aber kaum Bücher die zum Verkauf stehen, sondern viele alte Folianten im Rückwärtigen Teil der Buchhandlung, die von ziemlich seltsamen Menschen ausgeliehen werden. Doch ein Blick in diese Bücher lässt ihn noch mehr zweifeln, denn dort stehen keine Worte oder Sätze sondern nur Buchstabenketten ohne Sinn und Verstand. Was hat das alles zu bedeuten? Als er per Computer versucht nachzuvollziehen, wer welches Buch wann ausgeliehen hat, macht er eine sehr seltsame Entdeckung...

Wahrscheinlich waren meine Erwartungen in dieses Buch zu hoch, denn nach dem mehrmaligen Genuss des Buches "Buchland" von Markus Walther, war ich ja doch recht verwöhnt, was Bücher über Bücher betrifft. Mir war klar, dass "Buchland" absolut einzigartig ist, einmal abgesehen vom Nachfolger, der noch irgendwann erscheinen wird, aber was ich hier in diesem Buch geboten bekam hat nicht das geringste mit der Liebe zu Büchern zu tun.

In dem Buch geht es um ein Geheimnis, um eine Schriftart, sehr viel um Computer, um Google und um skurrile Charaktere. Die Charaktere fand ich ziemlich gut. Besonders Kat, die bei Google arbeitet, Mat der ein Mitbewohner von Clay ist, oder Clays alter Freund Neel aus Kindertagen, die die Liebe zu dem Buch "Drachenland-Chroniken" zueinander gebracht hat. Natürlich auch Mr. Penumbra, der seltsame alte Mann, dem die Buchhandlung gehört. Das war es dann aber auch schon.

Wenn  die  "Kunden" der Buchhandlung nicht gerade ein Geheimnis in den Büchern gesucht hätten, hätte das Ganze auch in einem Supermarkt stattfinden können. Die einzigen Bücher die hier eine etwas größere Rollen spielen, ist diese Trilogie von Jugendbüchern, die Clay und Neel so oft verschlungen haben. Ansonsten geht es um das Programmieren von Computern oder was diese alles leisten können. Irgendwo ist es eher eine Lobpreisung auf Google. So hatte ich mir das nicht vorgestellt. 

Es gibt in diesem Roman keinerlei Poesie, keine Philosophie, keine Liebe zum gedruckten Wort.  Keine Geschichte, die einem ans Herz geht. Ich bin ziemlich enttäuscht, darum vergebe ich 2 von 5 Punkten für die Charaktere und werde mir jetzt meine Ausgabe von "Buchland" schnappen und mich zum Träumen in mein Lesezimmer verkriechen.

© Beate Senft





Montag, 24. März 2014

Jule Engels - Margot Bender und der Neger im Garten




Katrin und Christoph Bender und ihre 3 Mädchen führen ein schönes Leben. Christoph hat zwar zur Zeit sehr viel Arbeit in der Bank aber Katrin ist ja zu Hause und kümmert sich um die Kinder. Doch dann erfährt Katrin, dass sie ungewollt zum 4. Mal schwanger ist und Komplikationen gibt es auch noch. Sie muss erst mal auf unbestimmte Zeit ins Krankenhaus. Doch wie soll Christoph das alles schaffen? 3 Kinder, die Jüngste gerade mal ein Jahr alt, der Haushalt und die Arbeit, in der es zur Zeit große Probleme gibt. Christoph bleibt nichts anderes übrig, als seine Mutter Margot um Hilfe zu bitten. Es gibt nur ein Problem: Er und Katrin kommen nicht besonders gut mit Margot aus. Aber darauf kann er jetzt einfach keine Rücksicht nehmen und überraschender weise stimmt Margot zu. Und es läuft zur Verwunderung aller gar nicht mal so schlecht. Ob da wohl die Trinkgewohnheiten von Margot dahinter stecken?

Die Geschichte von Katrin und Christophs Familie ist nur einer der Erzählstränge. Es gibt auch noch die Geschichte um Bea und Jochen. Jochen ist ein Arbeitskollege von Christoph und irgendwas scheint nicht mit ihm zu stimmen. Seine Frau merkt nichts davon, denn sie besessen von dem Wunsch endlich schwanger zu werden. Erst als schon fast alles zu spät ist, wacht Bea auf.

Eigentlich hat mich nur die Geschichte um Bea und Jochen so richtig interessiert. Auch wenn ich so einen absoluten Kinderwunsch nicht ganz nachvollziehen kann, ich habe ja auch zwei wundervolle Kinder, kann ich mir trotzdem vorstellen wie sehr Bea jeden Monat aufs Neue gelitten hat. Wie sie immer verzweifelter wurde, weil ihr sehnlichster Wunsch sich nicht erfüllen wollte. 

Im krassen Gegensatz dazu Katrin, die mit dem 4. Kind schwanger ist. Erst ist sie geschockt als sie die Nachricht erfährt, aber dann freuen sie und ihre Familie sich doch ganz doll auf das Baby. Mit ihrer beste Freundin Anne wurde ich gar nicht warm. Ich konnte nicht verstehen warum die beiden überhaupt befreundet sind, wo doch Anne auf alles in Katrins Leben eifersüchtig ist. Auf den Mann, das Haus, die Kinder...... Auch wenn sich Anne im Laufe der Geschichte ändert.

Aber am wenigsten mochte ich Margot. So einen Menschen habe ich zum Glück noch nie kennengelernt. Sie ist immer gleich sauer, bezieht alles auf sich und ist Stock steif. Ich glaube nicht, dass diese Frau schon einmal in ihrem Leben herzhaft gelacht hat. Ständig ist sie beleidigt und alles muss so funktionieren, wie sie es sich in den Kopf gesetzt hat. Ja, auch sie durchläuft eine Verwandlung, wurde mir aber trotzdem nicht sympathischer.

Tja, aber die Charaktere sind ja nicht alles. Die Handlung war sehr abwechslungsreich und durch die wechselnden Erzählstränge eigentlich auch immer interessant. Manche Situationen waren recht witzig und die Kinder mochte ich sofort.  Die Geschichte liest sich flüssig und das Buch war schnell gelesen. Ich vergebe 3 von 5 Byrons und habe wieder feststellen müssen, dass das einfach nicht meine Art der Unterhaltung ist.

© Beate Senft                            




Sonntag, 23. März 2014

Ein Buch möchte reisen / Desperate Angels Band 1 von E.M. Ross


Kerry von Lesendes Katzenpersonal *klick*  hat eine tolle Idee, die ich hier vorstellen möchte. Ich habe mich übrigens schon eingetragen.

Kennt ihr das? Es gibt Bücher, die euch begeistern, die ihr euch Buchstabe um Buchstabe einverleibt habt und die euch einfach nicht loslassen? Und dann die Frage zurückbleibt: Warum ist dieses Buch kein Bestseller geworden? Warum hat es noch nicht jeder gelesen? Warum wurde dieses Buch noch nicht leidenschaftlich diskutiert?

Ich habe den Verdacht, dass es viele dieser Bücher gibt und die Antwort auf die Frage lauten könnte: Der Autor ist (noch) zu unbekannt oder der Verlag ist zu klein oder es gibt sie nicht in den Filialen der großen Buchladenketten zu kaufen, etc.

Warum ich euch das schreibe? Ganz einfach, es gibt ein solches Buch bzw. eine Buchreihe, die mich einfach nicht mehr loslässt!

Es handelt sich um die Angels-Reihe von E. M. Ross, die ich mit Begeisterung verschlungen habe (ich bin grundsätzlich nicht ansprechbar, wenn ich eines dieser Bücher lese, ich gehe nicht ins Internet, nicht ans Telefon, bin über Handy nicht zu erreichen und wehe, jemand sollte es wagen, an meiner Tür zu klingeln - hier ist jegliche Störung untersagt!).

Warum ich euch das schreibe? Ganz einfach, ich möchte, dass ihr das Buch lest und mir eure Meinung dazu schreibt (gerne in Form einer Rezension). Deshalb möchte ich, dass Desperate Angels auf Wanderschaft geht - und ganz ehrlich, ich möchte meine Begeisterung für dieses Buch mit euch teilen und hoffe, dass es euch genauso ergeht wie mir ^^



"Drei tote Teenager in Virginia: blutjung, superreich und unschuldig. Man findet jedes der ermordeten Mädchen arrangiert als Engel in weißem Rüschenkleid mit betenden Händen, einem Engelsflügeltattoo und Sperma. Die Spezialeinheit des FBI rekrutiert den jungen Agenten Nathaniel Caim, der die Sonderkommission Angel als Profiler unterstützen soll. Als er undercover mit seiner abgebrühten Partnerin Tandra Romano okkulte Sekten infiltriert, fängt unerwartet für ihn selbst ein abartiger Albtraum an: Tandra wird während eines Rituals brutal vor seinen Augen abgeschlachtet, Nathaniel hält man anschließend monatelang in einer winzigen Zelle in Dunkelhaft, er wird allabendlich tätowiert und vergewaltigt. Knapp mit dem Leben entkommen, doch psychisch wie physisch fürs Leben gezeichnet, muss er bald feststellen, dass er eine Art Galionsfigur der Sekte der Desperate Angels geworden ist. Trotz neuer Identität und Zeugenschutzprogramm heften sich ihm die Desperate Angels und, wie es scheint, auch noch andere Mächte erneut an die Fersen. Der unfassbare Albtraum seines Lebens geht gnadenlos weiter ..." 

Wer mal schauen mag, ich verlinke euch hier mal meine Meinungen zu Band 1, Band 2 und Band 3.  

Der Ablauf:
Wenn dieses Buch dein Interesse geweckt hat und es bei dir Zwischenstation auf seiner Wanderschaft machen darf, dann kommentiere bitte *hier* und schicke mir parallel dazu deine Adresse an kerry5@gmx.de. Gebt mir bitte Bescheid, wenn das Wanderbuch bei euch angekommen ist, ich schicke euch dann die Adresse der nächsten Wanderstation. Eure Adressen werden nur für diese Wanderbuchroute genutzt und anschließend gelöscht!

Als Verweildauer bei euch dachte ich so an 2 - 3 Wochen (glaubt mir, wenn ihr angefangen habt, werdet ihr auf gar keinen Fall so lange brauchen), damit die nächste Station nicht so lange warten muss. 

Gerne möchte ich auch eure Meinungen sammeln und hier verlinken, von daher hätte ich auch sehr gerne den Link zu eurer Rezension.

Wenn ihr ein bisschen Werbung für dieses Wanderbuch machen möchtet, würde mich das sehr freuen, denn je weiter die Wanderroute, desto schöner und wir können uns ausgiebig austauschen ^^

Ich werde dieses Wanderbuch, so lange, wie es wandert, auf der linken Seite des Sideboards verlinken, damit ihr immer sehen könnt, wo es sich gerade befindet und euch schon einmal die Meinungen der vorherigen Wanderstationen durchsehen.

Nun bleibt mir nur, auf eure hoffentlich zahlreichen Anmeldungen und eure Meinungen ganz hibbelig zu warten.

Kerry

Jan Aschen - Überleben unter 1,3 Milliarden Irren


Jan Aschen und seine Frau wandern aus nach China. In Schanghai lebt er in einem abgeschotteten Ausländerviertel dem so genannten Expat-Compound und hat einen Job in der Werbebrache. In seinem Buch schreibt er über sein Leben in der neuen Umgebung und über die großen Unterschiede zwischen China und Deutschland. Er amüsiert sich über die Fälscherwut der Chinesen, dem billigen aber manchmal fragwürdigen Essen, den Taxifahrern und ihrem rasanten Fahrstil und den wahnsinnig hohen Preisen für westliche Produkte. 

Ganz so begeistert hat mich dieses Buch nicht. Jan Aschen lebt abgeschottet in einem Viertel in dem nur Ausländer leben, er spricht so gut wie kein chinesisch, weil es ihm zu schwierig ist, kauft in westlichen Supermärkten ein und behauptet dann mitten im Geschehen zu sein? Das finde ich mehr als fragwürdig. Sein Haus ist im westlichen Stil ausgestattet, seine Freunde kommen fast alle aus Deutschland oder zumindest werden chinesische Freunde nie erwähnt. 

Anders seine Frau, die sich Mühe gibt chinesisch zu sprechen und eine Weltmeisterin im feilschen ist, wo Jan lieber total überteuerte Preise zahlt. Er belacht die Arbeitsmethoden der Chinesen, behauptet Schanghai hätte keine Sehenswürdigkeiten, sei tagsüber total hässlich und nur nachts zu ertragen. Ich frage mich wirklich, warum der Autor unbedingt dort leben möchte. Denn eigentlich lebt er ja nicht viel anders als in Deutschland. Nur, weil das Essen so billig ist? Oder man Dinge zu Essen bekommt, die man auf der westlichen Speisekarte nicht findet?

Irgendwann gehen Herrn Aschen dann seine Anekdötchen aus und vieles wird nur noch wiederholt. Außerdem protzt er sehr mit seinem Alkoholkonsum, was ich nicht gerade toll finde. Das einzig Gute an dem Buch ist der tolle Schreibstil, der sich leicht und flüssig lesen lässt. Ich finde, dass das Buch  total überbewertet wird und kann leider nur 2 von 5 Byrons vergeben. Mir hat es  gar nicht gefallen und witzig fand ich es auch nicht. Aber wie immer: Bildet euch eine eigene Meinung. 

© Beate Senft                              

Sebastian Niedlich - Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebends




Martin ist noch ein Kind, als er am Sterbebett seiner Oma den Tod kennenlernt. Dieser ist begeistert, dass ihn endlich jemand sehen und hören kann, denn so ein Leben als Tod ist doch recht einsam. Von diesem Moment an, taucht er immer wieder bei Martin auf und ist glücklich endlich einen Freund zu haben. Dass er damit Martin zu einem Außenseiter macht, ist ihm so ziemlich egal. Der hat den Ruf eines Sonderlings, weil er so oft vermeintliche Selbstgespräche führt und sich auch ansonsten sehr seltsam benimmt. So gehen die Jahre vorbei und der Tod versucht Martin zu überreden, eines Tages seinen Job zu übernehmen. Der hat aber nicht nur Vorteile und Martin ist von der Idee gar nicht begeistert....

Alleine das Cover des Buches und der Titel sind genau nach meinem Geschmack und auch ohne den Klappentext war mit gleich klar, dass ich dieses Buch lesen muss. Und ich wurde mit einer ziemlich schrägen Geschichte belohnt. Es ist ja nicht alltäglich, dass man plötzlich den leibhaftigen Tod kennen lernt und der unbedingt der beste Freund sein will. Das hat natürlich auf Vorteile, denn der kann in Windeseile seinen Standort wechseln und andere verrückte Dinge tun. 

Aber es ist auch nicht einfach, wenn wenn einen alle komisch anschauen, weil man ständig wild gestikuliert und mit sich selbst spricht. Es ist schwer für Martin Freunde zu finden, vor allen Dingen nach einem schrecklich Vorfall während des Sportunterrichts. Und dann gibt es da noch Anja, seine heimlich Liebe, die sich aber gar nicht für ihn zu interessieren scheint. 

Die Charaktere des Buches sind einfach herrlich. Irgendwie hat hier jeder einen an der Waffel. Das macht die Personen so sympathisch. Durch das unerwartete Auftauchen des Todes kommt es immer wieder zu verrückten Situationen und auch dass Martin nicht einsehen will, dass jeder Tod vorherbestimmt ist, macht die Sache nicht besser.

Die Geschichte ist schnell und einfach zu lesen und der Humor ist manchmal ziemlich schwarz. Aber es ist nicht alles zum Lachen, manches stimmt auch nachdenklich oder ließ mich mit einem traurigen Gefühl zurück. Ich vergebe für diese außergewöhnliche Story 4 von 5 Byrons und eine Leseempfehlung für alle die schwarzen Humor mögen und nicht nur eine Geschichte zum Lachen erwarten. Ich bekam jedenfalls genau das, was ich erwartete. 

© Beate Senft                          


Freitag, 21. März 2014

Susanne Kliem - Die Beschützerin


Janne liebt ihren Job als Event-Managerin bei einem Fernsehsender in Berlin und sie liebt ihren Freund Gregor. Alles läuft gut in ihrem Leben und auch im Sender ist sie sehr beliebt. Doch als ein Team von Unternehmensberatern in den Sender kommt, verändert sich plötzlich alles. Was ist los mit dieser Vanessa Ott? Dieser extrem dünnen, aber sehr schönen Frau, die sich mit aller Macht in Jannes Leben drängt? Warum schauen Jannes Kollegen sie plötzlich so seltsam an? Und was ist mit ihrem Freund Gregor los? Hat sich die ganze Welt gegen sie verschworen?

Ich hatte mich wahnsinnig gefreut, dass ich das Buch von "Susanne Kliem" bei Lovelybooks für eine Leserunde gewonnen hatte. And als es dann endlich bei mir ankam, fing ich es auch sofort an zu lesen und wurde mit einem tollen Psyothriller belohnt, dessen Seiten nur so vorbei flogen.

Janne ist ein netter und offener Mensch die auf jeden freundlich zu geht und dadurch auch mit offenen Armen aufgenommen wird. Sie ist eine Frau, der es jedem recht machen möchte und der es sehr schwer fällt auch einmal "nein" zu sagen. Vanessa ist ein ganz anderer Typ. Von Anfang merkt man ihr an, dass etwas nicht mir ihr stimmt. Sie drängt sich Janne förmlich auf und man spürt, dass Vanessa große Probleme hat.

Die anderen Charaktere bleiben eher blass. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass mich Vanessa am Meisten fasziniert hat. Ich hatte schon sehr früh meine Vermutungen und die trafen auch alle zu. Sie ist ein wirklich sehr komplexer Charakter. Janne kam mir oft etwas naiv vor und sie erinnerte mich oft an mich selbst. Sehr gut gefallen haben wir Jannes Erinnerungen an ihre Kindheit. Da hätte ich sehr gerne noch mehr davon gelesen.

Der Schreibstil ist wunderbar flüssig zu lesen und man möchte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Leider war die Handlung für mich Vielleser sehr offensichtlich. Ich wusste eigentlich schon von Anfang an wie die Geschichte enden wird. Trotzdem fühlte ich mich gut unterhalten.

Es fällt mir extrem schwer das Buch zu beurteilen. Einerseits war es richtig gut geschrieben, andererseits aber sehr vorhersehbar. Da ich mich aber trotzdem gut unterhalten fühlte vergebe ich für "Die Beschützerin" 4 von 5 Byrons und eine Leseempfehlung für alle, die Psychothriller lieben. Ich hoffe, wir werden bald einen neuen Thriller von Susanne Kliem lesen dürfen. 

© Beate Senft