Sonntag, 13. Oktober 2013

Melisa Schwermer - Die Katzenlady



Sabrina ist es leid. Ständig wird sie von ihrer alkoholkranken und herrischen Mutter tyrannisiert. Dazu versäuft diese noch ihr mageres Gehalt und behandelt ihre Tochter wie den letzten Dreck. Doch irgendwann platzt Sabrina der Kragen und sie schüttet ihrer Mutter ein wenig Rattengift in den Alkohol. Eigentlich möchte sie nur, dass es ihrer Mutter schlecht geht und sie endlich in Ruhe lässt. Doch sie meinte es wohl etwas zu gut mit der Dosierung und als sie von der Arbeit kommt, sitzt ihre Mutter tot auf der Couch. Sabrina wird total panisch und weiß nicht was sie tun soll. Hilfe kann sie keine holen, denn das untere Stockwerk des Hauses, in dem ihre Mutter wohnte, ist ein Messisaustall. Und außerdem möchte sie wegen dieser fetten und abstoßenden Person nicht ins Gefängnis. Also fasst sie einen Plan. Dumm nur, dass nicht alles so glatt läuft wie geplant.

Da mir „Der Käfer“ von Melisa Schwermer sehr gut gefallen hatte, freute ich mich sehr auf eine neue Geschichte von ihr. Die ist wieder ganz anders geschrieben und zeigt wie vielseitig die Autorin ist. Ging es in „Der Käfer“ noch hauptsächlich um Gewalt und Blut, spielen bei „Die Katzenlady“ Gefühle eine große Rolle. Keine Angst, es ist keine gefühlsduselige Story sondern es gibt auch hier jede Menge Blut. Sabrina ist ein sehr gut ausgearbeiteter Charakter, der sich im Laufe der Geschichte stark verändert. Am Anfang noch ein schüchternes und ängstliches Mauerblümchen entpuppt sie sich immer mehr zur gewissenlosen Psychopathin. Das hat mir unglaublich gut gefallen. Auch die anderen Charaktere sind sehr stark, wenn ich jetzt auch nicht näher auf sie eingehen möchte. Ich möchte ja nicht zu viel verraten.

Der Schreibstil ist sehr flüssig und Frau Schwermer gelingt es, die ganze Geschichte über eine beklemmende Stimmung aufrecht zu erhalten. Das passt perfekt zu der Story und man liest mit einem unguten Gefühl im Bauch weiter. Und zwar immer schneller, weil man das Ende kaum noch erwarten kann. Ich war wirklich überrascht, wie viele Emotionen man in 278 Seiten packen kann. Außerdem sind die Beschreibungen so plastisch, dass ich sogar den Gestank in der Nase und  sämtliche Bilder im Kopf hatte. Der Plot ist klasse ausgearbeitet und das Ende hat mich ziemlich zufrieden zurückgelassen. An Anfang kommt eine Szene vor, die es in sich hat und bei der ich mich echt überwinden musste, weiterzulesen. Zum Glück bleibt es aber bei dem einen mal. Die Beschreibung dieser Messiwohnung ist auch nicht ohne und ich weiß nicht, wie man so leben kann. Klar ist das für Betroffene ein normaler Zustand, aber selbst die können doch vor dem Gestank und dem Chaos nicht die Augen verschließen.

Ich vergebe für diese mich sehr gut unterhaltende Geschichte 4 von 5 Byrons und bin irgendwie traurig, dass sie schon zu Ende ist. Jetzt heißt es wieder sich zu gedulden und zu warten bis ein neues Buch der tollen Autorin erscheint. Für Freunde der härteren Geschichten ist das Buch „Die Katzenlady“ ein absolutes Muss.

© Beate Senft                                

Samstag, 12. Oktober 2013

André Wegmann - INFAM Die Nacht der tausend Augen



Sarah ist überglücklich. Mit ihrem Umzug nach Dover sollte ihr Leben endlich eine positive Wende nehmen und so wie es aussieht ist ihr das auch gelungen. Sie hat die wundervolle Denise  an der Uni kennengelernt und sich schrecklich in die wunderschöne Frau verliebt, die die Blicke von Männern und Frauen auf sich zieht. Sie kann kaum fassen, dass Denise ihre Gefühle erwidert. Und jetzt hat sie auch noch einen tollen Babysitterjob bekommen, den sie mit Denise zusammen antreten soll. Heute soll ihnen alles erklärt werden und sie gemeinsam auf den kleinen Sid aufpassen, danach sollen sie sich dann abwechseln. Besser kann es doch schon fast nicht mehr werden.
Das Haus liegt sehr abgeschieden mitten im Nichts und Sarah ist schon ein wenig unheimlich zu Mute. Aber sie hat ja Denise an ihrer Seite und ihr Arbeitsgeber Richard Ashmore scheint sehr nett zu sein. Jedenfalls sieht er gut aus und Sarah ist schon ein wenig eifersüchtig als Denise anfängt mit ihm zu flirten.  Der kleine Sid schläft schon und so können es sich die beiden so richtig gemütlich machen. Und dann geht plötzlich das Licht aus…..

Als André mich fragte ob ich Lust hätte an der Leserunde zu INFAM teilzunehmen, sagte ich sofort zu, denn ich hatte das Buch sowieso schon auf meinem Reader. Und ich wurde von der ersten Seite an gepackt und verfluchte alles und jeden, das mich vom Lesen abhielt. Ab einem gewissen Zeitpunkt konnte ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen, so dass ich bis morgens um 2:00 Uhr las, bis ich endlich fertig war.

In diesem Buch gibt es wirklich alles was das Horrorherz begehrt. Blut, Gewalt, Sex und ein irrer und erbarmungsloser Killer. Nichts für schwache Nerven und Mägen aber alle, die auf etwas blutigeren Horror stehen, kommen voll auf ihre Kosten. Mit Sarah konnte ich mich sofort identifizieren und sie wuchs mir sehr ans Herz. Was zum Teil bestimmt da herrührt, dass man alles aus Sarahs Sicht liest. Der Schreibstil ist wunderbar flüssig und gegenüber dem Buch „Blutwahn“ hat sich der Schreibstil verändert. Er wurde erwachsener. Reifer. Und das hat dieser Geschichte sehr gut getan. Ich finde es toll, wenn Autoren sich weiter entwickeln und man das als Leser auch merkt.

Mit „INFAM die Nacht hat tausend Augen“ ist André Wegmann ein toller Horrorroman gelungen, der von der ersten bis zur letzten Seite fesselt und konstant die Spannung hoch hält. Auch wenn einiges für mich vorhersehbar war, hat das dem Buch überhaupt nicht geschadet. Ich vergebe begeisterte 5 von 5 Byrons und eine Leseempfehlung für alle Horrorfreunde, die es gerne etwas heftiger mögen. Positiv hervorheben möchte ich noch das tolle Cover von Timo Kümmel, das ich sehr gelungen finde. Ich freue mich schon auf das nächste Buch des Autors, auf das er uns hoffentlich nicht so lange warten lässt.

© Beate Senft               


Donnerstag, 3. Oktober 2013

Karen Riefflin - Ehrlich? Gefährlich?

Lilli und Simon lieben sich und ihre beiden Töchter sehr. Um ihr Glück perfekt zu machen ziehen sie in Simons Heimatstadt London, wo sie das perfekte Haus für sich finden. Schon bald treffen sie auf ihre neue Nachbarin Catherine, die nicht nur reich ist, toll aussieht und ein protziges Auto fährt, nein sie ist auch noch unglaublich nett und hilfsbereit. Simon traut dieser Frau nicht ganz, doch Lilli findet sie sehr nett und die beiden Frauen Freunden sich an. Doch Catherine hat etwas wichtiges verschwiegen und das wird schreckliche Konsequenzen für die ganze Familie haben.

Das besondere an diesem eBook ist, dass man ab diesem Zeitpunkt zwischen 2 Vorschlägen wählen kann, wie das Buch weitergeht. Und das kann man nicht nur einmal sondern mehrmals.
Das ist aber das einzig positive, das ich zu diesem Buch sagen kann. Auf dem Cover steht groß "Der Thriller deiner Entscheidungen" aber Amazon hat daraus "Roman" gemacht und das passt auch wesentlich besser. Ich fand das Buch leider kein bisschen spannend und sehr vorhersehbar. Wenn es dann wenigstens ein Knalleffekt am Ende gegeben hätte, aber auch hier Fehlanzeige. Es ist ein mehr oder weniger offenes Ende, das mich unbefriedigt zurückgelassen hat.

Aber ich rede hier schon vom Ende. Dabei sollte ich von vorne anfangen. Simon und Lilli sind sehr sympathisch, aber dieses gezwungen lustige von Lilli hat mich total genervt. Es wirkte sehr unecht und übertrieben. Und nachdem das endlich vorbei war, kam dann die Phase der Tränendrüsen. Ich wurde einfach nicht warm mit der Geschichte, auch wenn mir das sehr leid tut. Die Idee, selbst entscheiden zu können wie es weiter gehen soll, fand ich richtig klasse. Aber es war einfach die falsche Geschichte dafür. Das einzig positive war der flüssige Schreibstil, der sich schnell und einfach lesen ließ.

Ich habe wirklich ein sehr schlechtes Gewissen weil ich nichts besseres schreiben kann, aber ich möchte eben immer ehrlich bleiben. Darum vergebe ich für Ehrlich? Gefährlich? 2 von 5 Byrons. Für mehr reicht es einfach nicht. Eine Leseempfehlung kann ich leider auch nicht aussprechen.


© Beate Senft                         

Dee Hunter - Das Labor

Jack und sein Bruder Hector leben im Las Vegas des Jahres 2061. Die Welt wie wir sie kennen, gibt es nicht mehr. Alles ging den Bach herunter und in der Stadt in der Wüste, leben fast nur noch Obdachlose und Penner. Als Hector eines Tages entführt und in ein Labor gebracht wird, setzt Jack alles daran, seinen kleinen Bruder zu befreien. Er lässt sich selbst einfangen und muss nun in dem Labor als Versuchskaninchen für chemische und biologische Kampfstoffe herhalten. Aber er gibt nicht auf. Wird er die Versuche überleben und wird es ihm gelingen seinen Bruder zu befreien und aus dem Labor zu entkommen?

Als die liebe Dee mich fragte, ob ich Lust hätte ihr neues Buch zu rezensieren, war ich sofort Feuer und Flamme, denn ihre Kurzgeschichtensammlung "Böse Brut" fand ich richtig klasse. Und ihr neuer Roman "Das Labor" hat mich nicht enttäuscht.

Die Welt im Jahre 2061 hat Dee einfach nur klasse hinbekommen. Sie ist kalt und bedrohlich. Die meisten Menschen leben in Armut und keinen interessiert es, wenn Menschen auf der Straße verhungern. Der Abschaum lebt in Las Vegas in zerfallenen Casinos und Hotels und müssen schrecklich aufpassen, dass sie nicht von den Detektoren erwischt werden, die für das Labor frische Versuchskaninchen fangen. Niemand weiß genau, was in diesem Labor vor sich geht, aber alle haben große Angst davor. Und genau da geht Jack freiwillig hin um seinen Bruder zu retten.

Dee Hunter ist es gelungen auf nur 154 Seiten eine sehr spannende Geschichte zu konstruieren. Der Charakter von Jack ist sehr gut ausgearbeitet und hat sehr viele Facetten, die uns nach und nach präsentiert werden. Er ist ein sehr komplexer Typ, der einerseits sehr besorgt um seinen Bruder ist aber auf der anderen Seite auch unglaublich wütend. Aber gerade diese Wut hilft ihm oft über sich hinauszuwachsen.

Der Schreibstil ist flüssig und die Seiten flogen geradezu an mir vorbei. Meiner Meinung nach könnte die Erde nach etlichen Jahren der Kriege genauso aussehen. Und obwohl diese Kriege alles zerstört haben werden immer noch neue Waffen entwickelt. Typisch Mensch eben.
Ich vergebe für diese düstere Geschichte volle 5 von 5 Punkten, eine Leseempfehlung und ich werde mich so schnell wie möglich dem Buch "Der Damm" von Dee Hunter widmen, das ich noch nicht gelesen habe. Bitte schreib weiter so Dee. In mir hast du einen großen Fan deiner Geschichten gefunden.


© Beate Senft                                      

Montag, 30. September 2013

Start der Blogtour


Und hier die nächste Station der Blogtour. Diesmal machen wir bei mem-o-ries.de halt 
http://mem-o-ries.de/band-4/ 
 Und morgen geht es weiter mit Band 6 beim Lesenden Katzenpersonal
http://lesendes-katzenpersonal.blogspot.de/
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Guten Morgen - herzlich willkommen zur 4. Station der Armageddon-Blogtour.

Bisher haben euch am

1. Tag Julia - die Rezension des 1. Bandes
2. Tag Stefanie - die Rezension des 2. Bandes
3. Tag Beate (also bei mir) - die Rezension des 3. Bandes und ein Interview mit D.J. Franzen

vorgestellt.

Ich hoffe, ihr habt die Buchstaben in den jeweiligen Beiträgen entdeckt, denn am 9. und letzten Tag der Blogtour werde ich hier meine E-Mail-Adresse verlinken, damit ihr mir die Lösungen einreichen und in den Lostopf für den Gewinn


wandern könnt.

Und nicht vergessen, Morgen geht es bei Natalie weiter ^^

Von mir erhaltet ihr heute meine Rezension zum 4. Band der Reihe. Und wo?
Genau hier: http://lesendes-katzenpersonal.blogspot.de/



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Heute stoppt die Blogtour zur Armageddon-Reihe von D.J. Franzen hier auf meinem Blog. Wenn ihr die Rezension aufmerksam lest, findet ihr  6  andersfarbige Buchstaben die ein Wort ergeben. Alle Worte, aller Rezensionen ergeben am Ende den Lösungssatz für den Gewinn der Bände 1 – 9  der tollen Reihe. Ihr müsst dann nur noch den Lösungssatz an Kerry schicken. Die Mailadresse erfahrt ihr am letzten Tag auf ihrem Blog.

Im Anschluss an meine Rezension findet ihr ein Interview, das ich mit dem Autor geführt habe. Ich wünsche euch viel Spaß


Sandra, Martin, Pfarrer Patrick und die Kinder machen sich zu Fuß auf den Weg zum Militärstützpunkt, an dem sie Hilfe erwarten. Unterwegs treffen sie auf Stephan, der sich ihnen anschließt, weil ein weiterer Kämpfer immer gut gebraucht werden kann. Aber so richtig Vertrauen kann ihm keiner. Martin gehen die Drogen aus und es geht ihm immer schlechter. Wird die Gruppe ihn trotzdem weiterhin mitnehmen? Währenddessen wird Frank von Gabriel immer mehr unter Druck gesetzt und versucht alles um mit seinen Superzombies Sandra und ihre Gruppe zu vernichten. Wird es ihm gelingen? Oder werden die Kinder und ihre Begleiter den sicheren Stützpunkt erreichen? Und sind sie dort wirklich in Sicherheit?



Den ersten und zweiten Band der Armageddon-Reihe fand ich einfach nur genial. Deshalb hatte ich ein wenig bedenken, ob mir der dritte Teil auch so gut gefallen wird, denn er wurde nicht von D.J. Franzen sondern von Ben B. Black geschrieben. Aber meine Sorge war zum Glück unbegründet. Man merkt zwar, dass ein anderer Autor am Werk war, aber die Grundstimmung stimmt und auch sonst hat sich Ben B. Black sehr gut an die Vorlage gehalten.  Ein paar kleine Fehlerchen sind mir aufgefallen, die aber nicht wirklich ins Gewicht fallen und mich auch nicht besonders gestört haben.



Die Spannung ist genauso hoch wie in den ersten beiden Teilen und die Charaktere entwickeln sich stetig weiter. Das fand ich besonders gut. Stephan war mir von Anfang an schrecklich unsympathisch und ich hoffe, dass die Gruppe bald herausfindet, was mit diesem Typen los ist.  Die Kinder sind mir sehr ans Herz gewachsen und ich hoffe so sehr, dass sie es alle schaffen. Besonders Rosi und Gabi möchte ich am liebsten in die Arme schließen und sie vor dieser bösen Welt beschützen.



Der Plot wurde sehr gut erarbeitet und trotz unterschiedlicher Schriftsteller zieht sich ein roter Faden durch die Bände und ich bin wirklich überrascht, dass das so gut funktioniert. Leider waren die Seiten wieder viel zu schnell gelesen, aber ich habe ja zum Glück noch ein paar Bände vor mir. Mittlerweile ist auch der 10. Band erschienen.



Ich vergebe für die tolle Story und die super ausgearbeiteten Charaktere 5 von 5 Byrons und werde jetzt sofort mit Teil 4 „Babylon“ den Dave Nocturn geschrieben hat,  beginnen. Ich bin schon wahnsinnig gespannt, wie es weiter geht und ob Frank an sein Ziel kommt, oder ob vielleicht doch die „Guten“ gewinnen.




Die Bücher sollten unbedingt in folgender Reihenfolge gelesen werden:
   1. Gottes letzte Kinder 
2. Die Vergessenen
3. Verlorene Hoffnung
4. Babylon
5. Herbst
6. Kaltes Land
7.  Winter
8. Terror
9.  Odyssee
10.   Eine neue Ordnung






Hallo D.J. Schön, dass du dir die Zeit genommen hast um mir meine Fragen zu deiner Armageddon-Reihe zu beantworten. 


1. Wie kam dir die Idee zu Armageddon?



Ich gebe hier mal die Kurzfassung von Readers Digest zum Besten *lach*

Ganz ausführlich habe ich diesen Weg auf dem Vertriebs- und  Verlagsportal von Amrûn beschrieben (siehe Link am Ende der Antwort).

Es ist fast schon eine Kurzgeschichte für sich *zwinker*

Das war im Neujahr 2000. Ich saß vor meinem Rechner, die Welt war wider Erwarten nicht untergegangen und ich hörte das seinerzeit aktuelle Album meiner Lieblingsband »Iron Maiden«, »Brave new World«

Plötzlich sah ich das Bild einer kaputten Welt vor mir, in der eine Handvoll Überlebender einen sicheren Ort sucht.

Das war im Grunde die Geburtsstunde von »Armageddon, die Suche nach Eden«.

Danach folgte eine Schwangerschaft von fast 10 Jahren, bis das Konzept stand, und dann dauerte es noch mal eine geraume Zeit, bis endlich die Wehen einsetzten *zwinker*

Aber wirklich detailliert kann jeder, den es interessiert, hier nachlesen:




2. Wusstest du schon von Anfang an, dass es 12 Teile werden?



Ja. Mit schwebte zuerst eine Aufteilung in zwei Staffeln á sechs Bänden vor. Als dann aber das Konzept im Lauf der Jahre anwuchs, rückte ich von dieser Idee ab, weil sonst mitten in der Handlung die erste Staffel mit Band 6 geendet hätte, was einen fiesen Cliffhanger nach sich ziehen würde. Keine gute Idee, wie ich damals und heute fand. Dadurch kam ich auf die Idee, das Ganze als eine Miniserie aufzubauen.



3. Warum hast du die Reihe nicht alleine geschrieben, sondern noch andere Autoren mit an Bord geholt?



Ich wollte sowohl Ermüdungserscheinungen und Wiederholungen vorbeugen, als auch fremde Impulse und Stile dabei haben. Ich bin kein Dan Shocker oder Jason Dark, die regelmäßig ihre Leistung abliefern (konnten) und insgesamt ein eher langsamer Schreiber.



4. Wie und warum hast du gerade diese Autoren ausgewählt?



Das waren Vorschläge von Harald Giersche, der einen viel intensiveren Kontakt zu möglichen Co-Autoren hatte, und sie somit auch besser einschätzen konnte. Von ihnen durfte ich, während wir Armageddon schrieben, sehr viel lernen, wofür ich sehr dankbar bin.



5. Wie lief denn dann das Schreiben ab? Hast du ein Gerüst geliefert an das sich die anderen Autoren halten mussten, oder wie sollen wir uns das vorstellen?



Ja, genau. Ich habe das Konzept vorgegeben, was da alles in dieser Welt passieren sollte, die ich entworfen hatte. Daneben habe ich die Exposés für alle Bände geschrieben, die ungefähr den Maßstab 1:10 hatten, also sehr dicht waren. Dadurch hatte ich also das Heft in der Hand, wo es langgehen soll.

Ich war also während der ganzen Zeit so etwas, wie der kleine Diktator (Charlie Chaplin) *grins*



6. Warst du immer gleich mit dem einverstanden was abgeliefert wurde, oder musste da auch immer wieder mal was umgeschrieben werden?



Da wir als Team vorab über mögliche Klippen und Gefahren diskutiert haben, gab es eigentlich nichts, was während des Lektorats umgeschrieben werden musste. Zudem habe ich alle Exposés »just in time« geschrieben, sodass ich auf eventuelle Abweichungen, die bei einer Serie mit mehreren Autoren ganz normal sind, reagieren, und die Serie nach meinen Vorstellungen steuern konnte.



7. Wie kommt es, dass deine Geschichte in Deutschland spielt?



Ganz profan:

Weil Amerika jeder kann (oder es zumindest versucht), ich noch nie in den USA war und ich mich an den Schauplätzen meiner Handlungen aber immer sehr gut auskennen muss, damit ich sie (auch für die Exposés) entsprechend vermitteln kann. Nichts finde ich schlimmer, als eine Erfahrung oder Beschreibung, die sich aus dritter Hand speist. Man muss zwar nicht in einer heißen Pfanne gelegen haben, um über ein Schnitzel zu schreiben, sollte aber zumindest wissen, wie es sich anhört, wie es riecht und wie es klingt, wenn der panierte Fleischlappen ins heiße Fett gelegt wird *zwinker*

Zudem war good old Germany zuvor noch nie von Zombies überrannt worden *zwinker* Und da Armageddon ja eher ein Crossover aus Horror, Science Fiction und Mystik ist, wollte ich wenn schon dann richtig an die Sache herangehen, und etwas vollkommen neues anbieten.

Im Nachhinein war ich da schon etwas größenwahnsinnig *zwinker*



8. Wer hat sich die Cover ausgedacht?



Die groben Ideen, wie die Cover im Kontext mit dem jeweiligen Titeln und Klappentexten aussehen könnten, habe ich an Lothar Bauer weitergegeben. Er entwarf dann eine erste Vorlage, die wir zu dritt, also Harald Giersche, Lothar Bauer und ich, mit Vorschlägen und Ideen erweiterten.

Wichtig war mir von Anfang an, dass sowohl Titel, Klappentext und Cover die jeweils vorliegende Geschichte sehr stark komprimiert wiedergeben. Das Auge isst auch beim Lesen mit. Und ich persönlich finde nichts schlimmer, als 08/15-Cover.
Lothar hat da kontinuierlich perfekte Arbeit abgeliefert.

Dafür möchte ich ihm an dieser Stelle noch einmal von ganzem Herzen danken, denn er hat mit seinen Arbeiten einen großen Teil zum Erfolg der Serie beigetragen.



9. Was möchtest du uns noch über Armageddon erzählen?

Armageddon ist eines der großen sechs Konzepte für Serien oder Reihen, die ich seit dem Jahr 2000 ausarbeite, bzw. im Falle von Armageddon ausgearbeitet habe. Diese Arbeiten an den »großen Sechs«, wie ich sie für mich selber nenne, haben sich immer wieder abgewechselt. Armageddon war allerdings das Konzept, das mich die meiste Kraft und Aufmerksamkeit gekostet hat, da es das Erste von allen war. Es ist sozusagen mein Gesellenstück, die Mutter aller meiner Ideen und ich bin mächtig stolz darauf, was aus ihm dank der Leserinnen und Leser geworden ist, die sich auf jeden neuen Band freuen und den Pilgern auf ihrer Suche nach Eden folgen.

Alles, was ich durch diese Serie lernen durfte, fließt nun in die Ausarbeitung neuer Projekte ein.



10. Wird es bald etwas Neues von dir geben? Und denkst du, dass du noch einmal so ein Projekt mit verschiedenen Autoren angehen wirst?

Ja, es wird in der Tat etwas Neues aus meiner Tastatur geben. Die Arbeiten daran schleifen noch ein wenig, da ich mich zuerst zu 150% auf Armageddon konzentrieren möchte. Ich bin bei allem Spaß auch ein wenig ein Perfektionist, wenn es um die Umsetzung meiner Ideen geht. Das ist eben der Respekt, den man als Autor gegenüber seinen Lesern haben sollte, die Zeit und Geld in das Ergebnis dieser Bemühungen investieren. Halbe Sachen gibt es da bei mir nicht.



Ob ich noch einmal ein Projekt mit Co-Autoren angehen werde?

Puh … ich weiß es nicht.

Die Zukunft ist ein unentdecktes Land, um es mal leicht variiert mit Shakespeare auszudrücken. Ich weiß noch nicht, ob ich mich alleine auf diese Quest mache, oder ob ich noch einmal versuche eine Truppe um mich zu scharen, die mich auf diesem Weg begleitet.

Möglich ist es auf alle Fälle, denn es hat mir sehr viel Spaß gemacht, ich durfte sehr viel lernen.

Mal sehen, wohin mich der Weg in Bezirke, aus denen nie ein Wanderer zurückkehrte, führt



Vielen Dank für das tolle Gespräch

Falls euch dieses Interview gefallen hat, auf Kerrys Blog Lesendes Katzenpersonal wird es am 07.10.13 ein weiteres Interview mit dem Autor geben. 

Morgen geht es dann hier weiter: 
http://lesendes-katzenpersonal.blogspot.de/



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Wenn ihr gern Zombie-Romane lest und auf Endzeit-Stimmung steht, solltet ihr euch die Blogtour zur Armageddon-Reihe nicht entgehen lassen! Zu gewinnen gibt es die Bände 1-9 der Reihe. Der 2. Tag war auf Litis Blog.

http://litis-fabelhafte-welt-der-buecher.blogspot.de/2013/10/blogtour-aktualisierung-armageddon-die.html

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Und der Startschuss zur Blogtour der "Armageddon" Reihe von D.J. Franzen ist gefallen.
Den Anfang machte Julia auf ihrem Blog Bücherwurm2punkt0!
Falls ihr es verpasst habt, schaut rein, es lohnt sich :D

http://buecherwurm2punkt0.blogspot.de/2013/09/blogtour-gottes-letzte-kinder-von-d-j.html

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