Hier werden Bücher bewertet, Handarbeiten vorgeführt und PC-Spiele vorgestellt. Außerdem gibt es immer die neusten Fotos meiner Katzen und dem Mops. Ich hoffe, euch gefällt es hier und ihr findet etwas, das euch interessiert. Viel Spaß, liebe Besucher. Schaut euch um, fühlt euch wohl und hinterlasst uns gerne Kommentare. Autoren und Autorinnen, die gerne ihre Bücher von uns Besprechen lassen würden, können sehr gerne eine Anfrage senden.
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♥
Sonntag, 3. August 2014
Philip Teir - Winterkrieg [Beate]
Der Soziologe Max Paul und seine Frau Katriina sind schon sehr lange verheiratet und haben 2 erwachsene Kinder. Die ältere Tochter Helen hat früh geheiratet und selbst schon 2 Kinder. Was ihre Eltern nicht wissen ist, dass sie mir ihrem Leben nicht besonders glücklich ist. Eva, selbst schon 29 lässt sich immer noch treiben. Sie löste ihre Verlobung auf um in London Kunst zu studieren und weiß immer noch nicht wo das Leben sie hinführen soll. Auf jeden Fall aber mal weg von zu Hause und der alles bestimmenden und bis ins Kleinste planende Mutter Katriina. Die Ehe von Max und Katriina rutscht immer mehr in die Krise. Katriina zerbricht fast an ihrem belanglosen Leben und Max sucht immer neue Bestätigung und doziert bei jeder sich bietenden Gelegenheit und muss sich ständig selbst darstellen. Schließlich ist es ein Hamster, der die Ehe endgültig zum Scheitern bringt.
Als ich den Klappentext des Buches las erwartete ich eine Geschichte wie "Die Freundin meines Sohnes" oder "Nur eine Ohrfeige" die mich beide sehr faszinierten und mich in ihren Bann schlugen. Bekommen habe ich eine sehr zähe und langweilige Sozialstudie, die mich kaum begeistern konnte. Sehr viele finnische Begriffe und Örtlichkeiten erschwerten das Lesen zusätzlich. Max, der sich ständig selbst profilieren muss, ging mir so auf den Wecker, dass ich ihm gerne langsam und genüsslich den Hals umgedreht hätte. So ein unsympathischer Mensch.
Überhaupt empfand ich die Charaktere als sehr blass und nichtssagend. Ich konnte mich nicht mit ihnen identifizieren und außer meinen Hass auf Max hatte ich keinerlei Gefühle gegenüber den Protagonisten. Die Dialoge wirken teilweise sehr hölzern. Als Max dann auch noch eine Affäre beginnt, war ich mit meiner Geduld so ziemlich am Ende. Katriina ist eine Frau die nie glücklich oder zufrieden ist. Ständig mäkelt sie an ihren Töchtern herum und versucht ihnen ihr Leben minutiös vorzuschreiben. Eine schreckliche Person.
Ich kann es hier auch nicht darauf schieben, dass es wohl das falsche Buch zur falschen Zeit gewesen sein könnte. Nein, das Buch und ich sind einfach nicht kompatibel. Der Schreibstil ist so trocken rübergekommen, dass ich Angst hatte, es staubt beim Lesen. Darum kann ich beim besten Willen nur 2 von 5 Byrons vergeben. Natürlich wird das Buch auch seine Fans haben, ich gehöre aber nicht dazu. Wozu ihr gehört, musst ihr selbst herausfinden. Aber sagt dann nicht, ich hätte euch nicht gewarnt. :P
© Beate Senft
Samstag, 2. August 2014
Lutz C. Frey - Das Geheimnis von Barton Hall [Beate]
Robert Barton reist zurück in sein altes zu Hause nach Port New Hempshire, weil er einen beunruhigenden Brief erhalten hatte, in dem stand, dass sein Vater den Verstand verloren hätte. Doch er kommt zu spät, sein Vater ist verstorben. Mit 16 Jahren hatte er ihn das letzte mal gesehen, als ihn sein Vater aus dem Haus warft. Er bereist die Welt und wäre nie auf den Gedanken gekommen, nach Hause zurückzukehren. Doch Barton Hall ist sein Erbe und so plant er alles in Stand zu setzen und seine junge Verlobte zu sich zu holen und sie zu heiraten. Doch dann entdeckt er die Notizbücher seines Vaters und alte Bücher und Dokumente, die er aus Langeweile mit einem Bekannten über Winter zu übersetzen beginnt, während er auf den Frühling und seine verlobte wartet. Und was er dort erfährt ist ungeheuerlich.
Juhuu, ein neues Buch von Lutz C. Frey. Das war mein erster Gedanke. Gut, es ist nur eine Novelle und spielt im Sloburn-Universum und nicht mit Jake Sloburn, aber hey, das ist vollkommen schnuppe, denn ich liebe den Schreibstil und die Ideen des Autors und von mir aus kann er auch ein Märchen schreiben. Eine Märchen wurde es dann doch nicht, sondern eine Geschichte die mir so manche Gänsehaut bescherte.
Robert Barton schreibt einen Brief an seinen Schwiegervater um ihn über die Vorfälle zu unterrichten. Gehalten ist der Brief in einer schönen altertümlichen Sprache und er erzählt von den unglaublichen Vorgängen, die sich in Barton Hall abgespielt hatten. Erst erzählt er die Geschichte seines Vaters und dann seine eigene und die seiner Frau. Die Sprache passt perfekt in die Zeit und zu dem düsteren Gemäuer und es liest sich wirklich wie eine der alten Schauergeschichten. Das hat mir großen Spaß gemacht.
Die Geschichte spielt in Port New Hampshire, das alle Fans von Jake Sloburn kennen werden. Auch andere bekannte Dinge spielen hier eine Rolle. Das macht richtig Spaß. Praktisch kann man es als eine Art Prequel zu "Das Nest" und "Blue" sehen. Sehr spannend beschreibt der Autor die Vorgänge, die zum Tot von John Barton führten und die später Robert zu seinen verbissenen Studien treiben.
Ich hatte jedenfalls meinen Spaß und habe die Geschichte an einem Tag gelesen. Darum vergebe ich auch 5 von 5 Byrons und eine Leseempfehlung an alle Freunde des Schauerromans. Es fließt nicht Literweise Blut aber eine Gänsehaut ist garantiert.
© Beate Senft
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Lyndsay Faye - Der Teufel von New York [Beate]
New York im Jahre 1845. Timothy Wilde ist mit seinem Leben ziemlich zufrieden, denn seine Arbeit als Barkeeper macht ihm großen Spaß und er konnte sich ein wenig Geld auf die Seite legen. So langsam möchte er auch seiner Angebetete Mercy Underhill seine Gefühle gestehen. Doch es kommt alles anders. Bei einem Brand, der sein ganzes Viertel vernichtet verliert er nicht nur seine Arbeit, seine Wohnung und sein ganzes Erspartes, nein er wird auch noch verletzt und traut sich nicht mehr seiner Angebeteten unter die Augen zu treten. Da bleibt ihm nichts anderes übrig, als einen Job als Polizist, bei der neu gegründeten New Yorker Polizei anzunehmen und im verrufensten Viertel der Stadt Streife zu laufen. Als dann eines Tages ein Mädchen in einem Blut getränkten Nachthemd in ihn hinein läuft, kommt er einer schrecklichen Sache auf die Spur, die ihn nicht mehr los lässt.
Ich habe mich lange auf das Buch gefreut und wurde auch nicht enttäuscht, denn mit "Der Teufel von New York" habe ich genau das bekommen, was ich mir erhofft hatte: Eine sehr spannende und gut recherchierte Geschichte aus früherer Zeit. Eine Geschichte über die ersten Polizisten von New York zu einer Zeit in der die Iren massenhaft in New York einfielen, weil sie sich dort ein besseres Leben erhofften. Eine Zeit der hungernden und arbeitslosen Menschen. Eine Zeit, in der ein Menschenleben nicht viel Wert war. Eine für den Leser sehr interessante und spannende Zeit.
Gerade die in Massen in New York einströmenden Iren sind ein großes Thema des Buches. In Irland verfaulten die Kartoffeln in der Erde, die Menschen litten Hunger und erhofften sich ein besseres Leben in New York. Aber dort kamen sie vom Regen in die Traufe. Die meisten mussten hungern und bekamen keine Arbeit. Zudem waren die Iren auch noch verhasste katholiken, die es im anglikanischen New York sowieso sehr schwer hatten. Zu viele Menschen waren arbeitslos, ohne Hoffnung und kurz vorm Verhungern. Die Mütter konnten ihre Kinder nicht mehr ernähren und eine große Hoffnungslosigkeit lag über der Stadt. Da wundert es dann auch nicht, dass die erste Polizei überwiegend aus Schlägern, Halsabschneidern und Dieben bestand.
Auch der Kriminalfall, der Wild so beschäftigt ist richtig spannend und man fragt sich, auf was das alles hinaus läuft. Ich hatte so eine Ahnung, mit der ich auch ziemlich richtig lag, aber auf alles wäre ich nicht gekommen. Man lernt wirklich den Bodensatz der Menschheit kennen. Aber auch sehr angesehene Menschen kommen in dem Buch zu Wort. Eine bunte Mischung die das Buch so interessant macht.
Die Charaktere wurden liebevoll ausgearbeitet und haben alle ihre guten und schlechten Seiten. Ich mag es, wenn Charaktere nicht die Superhelden sind sondern Menschen mit Fehlern und Schwächen. Das wurde hier sehr gut umgesetzt. Auch der Schreibstil hat mich sofort angesprochen, denn er ist sehr bildhaft, so dass ich mich manchmal fühlte, als würde ich mit Wilde durch die Armenviertel laufen oder mit Mercy die Ärmsten und Kranken besuchen. Ich roch den Gestank, sah die fetten Ratten und fühlte die Hoffnungslosigkeit der Menschen. Ich lief mit den Zeitungsjungen durch die Straßen, besuchte die Prostituierten, die Opiumsüchtigen und unterhielt mich mit den Arbeitern. Ich hätte noch ewig weiter lesen können und freue mich schon ganz doll auf den 2. Teil "Die Entführung der Delia Wright", der im Februar 2015 erscheinen wird.
Ganz besonders toll fand ich auch die Kapitelüberschriften, die aus Auszügen von Zeitungen und Berichten bestehen. So konnte man noch jede Menge zusätzlicher Informationen aufsaugen. Alles in alles ist das Buch eine absolut runde Sache. Darum vergebe ich 5 von 5 Byrons, den Favoritenstatus und eine absolute Leseempfehlung für alle. Ich habe mich wirklich sehr gut unterhalten gefühlt und bin ein wenig traurig, dass wir auf Teil 2 noch so lange warten müssen.
© Beate Senft
Sonntag, 27. Juli 2014
Jürgen Eglseer Hrsg. - Bösartiges Frühstück [Beate]
Was als ein Ulk auf Facebook begann, wurde zu einer großartigen Idee. Und als Jürgen Eglseer dazu aufrief, ihm böse Frühstücksgeschichten zu schicken, war er von der Menge der eingesandten Ideen mehr als begeistert. Es kamen so viele gute Geschichten bei ihm an, dass er sich entschloss nicht nur eine, sondern gleich zwei Frühstücksanthologien herauszubringen. Die Erste, "Bösartiges Frühstück" habe ich gerade gelesen und bin mehr als begeistert. Die Zweite "Das Phantastische Frühstück" wird in Kürze erscheinen.
Eigentlich war mein Plan, mir die schönsten Geschichten auszusuchen und hier ein wenig darüber zu schreiben, denn auf alle 26 Geschichten einzugehen, würde den Rahmen sprengen. Tja, und da fängt mein Problem schon an, denn mir haben ausnahmslos alle Geschichten sehr gut gefallen. Darum bat ich meinen Sohn, mir ein paar der Geschichten auszusuchen. Aber vorher möchte ich auch noch das Vorwort des Herausgebers erwähnen, in dem er auf die Entstehung der Anthologie eingeht. Unbedingt lesen!!!
"Frankenbenny von Arthur Gordon Wolf"
Ein Mann ist schon länger mit dem Auto unterwegs und verspürt großen Hunger. Eigentlich macht er sich überhaupt nichts aus Fastfood und ernährt sich äußerst gesund. Aber als dann weit und breit nichts anderes zu finden ist, als ein Burgerladen, gibt er sich geschlagen und kauft sich dort etwas zu essen. Er setzt sich zu einem seltsamen Mann, der ihm eine total schräge Geschichte erzählt.
"Der erste Kaffee" von Carmen Weinand
Tja. Es gibt Menschen, die sollte man auf keinen Fall vor ihrem ersten Kaffee ansprechen. Ich gehöre da auch dazu. Aber so extrem wie der Erzähler der Story reagiere ich dann zum Glück doch nicht. Ihm ist seine erste Tasse Kaffee wirklich heilig und wehe, er wird dabei gestört.
"Pausenbrot" von Lisanne Surborg
Der kleine Emil hat es nicht leicht. Ständig wird er vom Schläger seiner Schule verprügelt oder erpresst. Doch als seine Mutter von Emil verlangt, er solle seine Pausenbrote von nun an selbst schmieren, er wäre alt genug dafür, ändert sich sein ganzes Leben. Denn seine Pausenbrote sind etwas ganz besonderes.
"Seelenwanderung" von Moe Teratos
Der Erzähler ist Arzt, aber nicht aus Leidenschaft, sondern wegen der Kohle. Er ist auch verheiratet und hat zwei Kinder, aber er ist weder ein guter Ehemann noch ein liebevoller Vater. Am Wochenende möchte er einfach nur in Ruhe sein Frühstück genießen, aber er hätte besser das Glas mit der Schokocreme nie geöffnet.
"Hunger" von Demetria Cornfield
Vivi ist eine absolute Gesundheitsfanatikerin und hasst alle Menschen die nicht so denken wie sie. Doch dann findet sie ein abgemagertes und hungriges Mädchen. Und das ändert ihr Leben schlagartig.
"Morgenmuffel" von Sönke Hansen
Bernd ist morgens einfach noch nicht er selbst und dann hört er plötzlich auch noch Stimmen
"Zwergenaufstand" von Thomas Williams
Mark frühstückt jeden Morgen sein heiß geliebtes Müsli. Aber an diesem Tag schmeckt das irgendwie anders. Und was dann passiert, hätte er sich wohl niemals träumen lassen. Auch nicht in seinem schlimmsten Alptraum.
"Devil's Grinder" von Tim Svart
Corinne und Matt sind in den Flitterwochen. Unterwegs werden sie von einem schlimmen Unwetter überrascht und es bleibt ihnen nichts anderes übrig als ein Zimmer für die Nacht zu suchen. Aber musste es denn ausgerechnet das Devil's Grinder sein?
Spiegeleier, Sünde und Schmerz von Torsten Exter
Die Welt ist nicht mehr die, die wir kennen. Der klägliche Rest der Menschheit ist in einer "Arche" unterwegs und da kann das Frühstück äußerst schmerzhaft sein.
Auch alle anderen Geschichten sind unglaublich gut und alle haben eins gemeinsam: Sie sind richtig böse. Ich habe mich beim Lesen großartig amüsiert und mich oft gefragt, wie man auf so kranke Ideen kommen kann. Eigentlich wollte ich jeden Abend nur eine Geschichte lesen, wie ich das immer bei Anthologien tue, aber das war mir hier nicht möglich. Am dritten Tag war das Buch gelesen und ich lechze nach mehr. Das war wirklich die tollste, boshafteste und amüsanteste Anthologie, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Viele der Geschichten sind tief schwarz, manche auch recht brutal und bei vielen musste ich über die kranken Gemeinheiten laut lachen. Einfach nur großartig.
Ich kann euch diese Anthologie, die es im Moment leider nur als eBook gibt, wirklich nur empfehlen. Ich bin so begeistert und vergebe 5 von 5 Byrons, den Favoritenstatus und eine Leseempfehlung für alle, die über schwarzen Humor verfügen. Ich muss mich schwer bremsen, damit ich das Buch nicht gleich noch einmal lese. Schlagt zu Leute, auch wenn ihr keinen Reader habt. Lest das Buch auf dem PC oder dem Smartphone, aber lest es. Ihr werdet euren Spaß haben.
© Beate Senft
Freitag, 25. Juli 2014
Stefan Nink - Freitags in der faulen Kobra [Beate]
Siebeneisen kann es nicht fassen. Gerade hat er seinen ersten Auftrag erledigt und ist im Palast von Joompla zur Ruhe gekommen, bittet ihn der Maharadscha um seine Hilfe. Es geht um eine Ganesha-Statue, die vor ca. 250 Jahren zerteilt und von James Cook an den
unterschiedlichsten Orten versteckt wurde. Jetzt hat man den Maharadscha bestohlen und nichts wurde mitgenommen, außer dem Rüssel der Statue. Irgendjemand versucht diese Statue an sich zu bringen und das könnte ein unglaubliches Drama auslösen. Eigentlich hat Siebeneisen überhaupt keine Lust schon wieder durch die Gegend zu reisen aber sein Freund Wipperfürth sieht das ganz anders. Und ehe es sich Siebeneisen versieht, ist er schon auf dem Weg nach Tonga um nach dem ersten Teil zu suchen. Unterstützung erhält er von seinen Freunden Wipperfürst und Schatten, die in der faulen Kobra ihre Zelte aufgeschlagen haben.
Ich kenne leider den ersten Teil "Donnerstags im fetten Hecht" noch nicht, aber das tat dem Lesespaß keinen Abbruch. Ich habe mich trotzdem köstlich amüsiert. Siebeneisen reist um die Welt und wird von seinen Freunden dirigiert, die für ihn die Routen planen und die Zimmer reservieren. Leider schauen sie eher aufs Geld als auf den Komfort und auch mit Wippenfürts Abkürzungen und Planungen ist Siebeneisen nicht immer geholfen. Die 3 Freunde sind aber auch zum schießen komisch. Aber ich bekam nicht nur eine Menge zu Lachen, sondern durfte auch über Land und Leute lesen, was mir sehr viel Spaß gemacht.
"Hardhawallardha Sing schminkte sich gerne mit Mascara, aber heute war ihm das irgendwie zerlaufen, Jetzt sah er aus wie eine verwirrte Eule, die nach einer anstrengenden Jagdnacht zu ihrem Mammutbaum in Nordkalifornien zurückkehrt und feststellen muss, dass es sich dort während ihrer Abwesenheit drei Umweltaktivisten mit Klettergeschirr und einem Monatsvorrat an veganen Sandwiches bequem gemacht haben." (Seite 23)
Aufgelockert wird die Erzählung mit Nachrichten über WhatsApp, Facebook, SMS und fiktiven Tagebucheinträgen. Auch ist Siebeneisen nicht ganz alleine unterwegs, sondern seine Freundin Lawn begleitet und unterstützt ihn. Mehr oder weniger. Die Figuren waren einfach nur herrlich schräg und hatten Ideen, die einem erst mal einfallen müssen. Was für ein Chaos. Der Schreibstil ist herrlich flüssig und leicht zu lesen. Ich flog geradezu durch die Seiten und hatte das Buch in nur zwei Tagen gelesen.
"Wahrscheinlich ist es nur Bauchgefühl und Zufall zu verdanken, dass die Menschen in Millionenstädten wie Osaka oder Nagasaki überhaupt irgendwann ihr Ziel erreichen. Die meisten Straßen haben keinen Namen, Adressen werden Grundsätzlich nach Baujahren vergeben, weshalb Hausnummer 11-3-4769 gerne mal neben 98-56-23355 liegt, und weil in diesem Land rege gebaut wird, ändert sich alles ziemlich schnell. So etwas verwirrt natürlich. Wenn man in einer dieser Städte unterwegs ist, kommen einem immerzu Japaner mit fragendem Blick entgegen. Überall stehen Einheimische an den Straßenecken, ausgerüstet mit Stadtplänen oder Smartphones und suchen nach dem Weg." (Seite 391)
Manchmal wurde es mir ein wenig zu viel des Guten, darum vergebe ich für "Freitags in der faulen Kobra" 4 von 5 Byrons und eine Leseempfehlung an alle, die mal wieder herzhaft lachen wollen. Den ersten Teil werde ich mir mit Sicherheit auch besorgen und ich freue mich schon drauf.
© Beate Senft
Dienstag, 22. Juli 2014
Conn Iggulden - Die Rosenkriege 1 Sturmvogel [Beate]
England, 1437: England ist mit einem unfähigen und schwachen König geschlagen. Nach seinem starken Vater, der große Teile Frankreichs im Krieg erobert hatte, denkt Henry VI nur an einen Waffenstillstand, weil er lieber betet als zu kämpfen. Er ist schwach und seine Ratgeber haben alle Hände voll zu tun, um den kompletten Verlust Franksreichs zu verhindern. Darum wird beschlossen, dass Henry die junge Maragaret von Anjou heiraten soll. Dafür bekommen die Franzosen das Anjou zurück und es werden 20 Jahre Waffenstillstand ausgehandelt. Aber die Engländer, die in den eroberten Gebieten Leben, die sich dort ihr Leben und ihre Existenz aufgebaut haben, denken überhaupt nicht daran, dieses Land so einfach zu verlassen. Schließlich ist es in all den Jahren zu ihrer Heimat geworden. Als auch noch Richard, der Duke of York, die Hand nach der Krone ausstreckt passiert etwas, das eigentlich auf jeden Fall verhindert werden sollte. Es kommt zum Krieg, der schließlich unter dem Namen "Rosenkrieg" in die Geschichte eingeht.
Mein großes Interesse gilt eigentlich Heinrich VIII und seinen Töchtern, aber als ich von diesem Buch hörte, war ich sofort Feuer und Flamme. Schließlich hatte es mein Lieblingskönig nur den Rosenkriegen zu verdanken, dass er Anspruch auf den Thron hatte. Darum finde ich es auch sehr interessant zu erfahren, wie es überhaupt dazu kam. Voller Eifer fing ich an zu lesen und war schnell in der Geschichte gefangen. Der Autor hat die Figuren des Buches sehr lebendig gestaltet und der Schreibstil ist flüssig und sehr bildhaft.
Was mich ein kleines bisschen gestört hat ist, dass der Autor sich etwas in den Kleinigkeiten verzettelt hat und es in dem Buch nicht wirklich voran ging. Aber das liegt wohl daran, dass Sturmvogel nur der erste Teil einer Reihe ist. So konnte sich Conn Iggulden einen langsamen Aufbau der Geschichte leisten. Auch hat sich der Autor einige künstlerische Freiheiten herausgenommen, Zeiträume zusammengefasst und historische Persönlichkeiten erfunden. Aber das war wohl für den Fortgang der Geschichte wichtig.
Der erste Teil der Rosenkriege hat mich ziemlich gut unterhalten, auch wenn es ein paar kleine Schwächen gab. Darum vergebe ich 4 von 5 Byrons und freue mich auf den zweiten Teil der Reihe, der mich in der Geschichte wieder ein Stück weiter bringt. Für Freunde historischer Romane absolut empfehlenswert.
© Beate Senft
Montag, 21. Juli 2014
Ch. Endres & U. Voehl: Crazy Wolf - Bestien auf der Flucht [Gast-Rezi von Andrea E.]
Pack einen Antihelden mit Wolf-Gen, seinen Sohn und einen toten Indianer zusammen in eine Geschichte! Hetz ihnen dubiose Verfolger auf den Hals und zwing sie zur Flucht oder zum blutigen Kampf! Und heraus kommt ein Horror-Roman.
Mitnichten. Ich las den ersten Teil nicht. Das rächt sich insofern man am Anfang des Folgeromans den Durchblick haben möchte. Aber lohnt sich das auch? Nach dem zweiten Teil bezweifele ich das. Handlung und Ideen haben eine verdammte Ähnlichkeit zu anderen Büchern und Filmen. Nichts überrascht auf den 101 Seiten, stattdessen gängige Muster und bekannte Konstellationen. Das wäre entschuldbar, wenn der Stil unterhaltsam und etwas Besonderes wäre. Endres benutzt kurze Sätze. Ich mag das. Er bemüht sich Jacksons Innerstes nach Außen zu kehren, aber die Wortwahl erzeugt nur kühle Distanz. Den Ich-Erzähler Jackson Ellis treiben zwei Dinge um. Erstens verwandelt er sich ungewollt in einen Wolf. Zweitens hat er einen Sohn, dem das gleiche Schicksal widerfährt. Von Rachegedanken besessen und Schuldgefühlen geplagt, suhlt sich Jackson im ständigen Selbstmitleid. Immer und immer wieder. Das ist kein Typ, dem ich gern bedingungslos in einer Geschichte folge. Sei’s drum. Doch selbst die Höhepunkte in den Kampfszenen hinterlassen bei mir nur den Eindruck einer Kissenschlacht mit Anfassen. Zu allem Überfluss stattet Endres die durchaus witzige und einzige interessante Figur des herum geisternden Indianers mit kaum zu überbietender Belanglosigkeit aus. Viel zu oft gibt dieser allzu Offensichtliches von sich. Wenn ich auf ein rosa Kaninchen starre, muss mir keiner erzählen, dass es sich um ein rosa Kaninchen handelt. Letztendlich fand ich keinen Zugang zu den Figuren und zur Handlung, und die Erwähnung von Bestien, Blut und Gedärmen machen noch lange keinen Horror aus. Es gab Zeiten, in denen ich nach dem Lesen eines Horror-Romans ein einziges Nervenbündel war. Ich wünsche mir solche Momente zurück, wenn ich zu einer Geschichte dieses Genres greife.
Eine letzte Anmerkung hab ich noch. Der Verlag bewirbt die Geschichte
mit den Worten „Ein blutiges Roadmovie. Es packt dich an der Gurgel und
zerreißt dir das Herz!“ Muss man so dick auftragen? Muss man so maßlos
übertreiben? Was wäre so schlimm daran, die Kirche im Dorf zu lassen und
damit den Leser nicht hinters Licht zu führen? Auf diese Art verliert
man jedenfalls nicht nur seine Glaubwürdigkeit sondern auch Leser.
Vergeben wird einer von fünf Byrons
Freitag, 18. Juli 2014
Thomas Finn - Schwarze Tränen [Beate]
Lukas Faust ist ein Trickbetrüger und Straßenkünstler, der sich mehr schlecht als recht über Wasser hält. Als er dann auch noch von einer Frau namens Sylvia ausgenommen und übers Ohr gehauen wird, macht er sich wutentbrannt auf um sie zu verfolgen. Er landet in Staufen und als er dort als Trickbetrüger enttarnt wird, ist es ausgerechnet Sylvia, die ihn rettet und er findet sich kurz darauf im Gasthaus zum Löwen wieder, wo sein Vorfahre Johann Faust damals zur Hölle fuhr. Und dann überschlagen sich die Ereignisse: Sylvia fällt über ihn her, ein Zauberer taucht auf, dem folgt plötzlich ein schwarzer Pudel und alle wollen sie, dass Faust sein Erbe antritt, denn er soll ein Nachfahre des großen Doktor Faust sein. Ihm bleibt nichts anderes übrig und plötzlich hält er Johann Fausts Zauberbuch in Händen. Hinter dem scheinen aber so ziemlich alle her zu sein und der Pudel, der sich als Mephistopheles entpuppt, kann Lukas in letzter Minute retten. Er bringt ihn zu einem Zauberer und einer Hexe, doch auch dort können sie nicht lange bleiben. Die ganze magische Welt scheint plötzlich hinter Faust her zu sein. Oder hinter dem Buch? Vielleicht auch hinter beidem.....
Was für eine irre Geschichte. Hier gibt es wirklich nichts, das es nicht gibt. Zauberer, Dämonen, Ghule, Teufel, Wolpertinger, alles was das Fantasyherz begehrt. Lukas Faust wirkt am Anfang wie ein ziemlicher Versager und Trottel. Doch das ändert sich im Laufe der Geschichte. Zu verdanken, hat er das zu großen Teilen Abraham von Worms und dessen Mündel Millepertia, die sich um Lukas kümmern und ihn unterstützen. Auch Mephisto spielt immer wieder eine Rolle, auch wenn er ganz schön oft falsch spielt. Aber was will man schon von einem Teufel erwarten?
Aber nicht nur sämtliche magische Wesen und Zauberei kommen in dieser rasanten Geschichte vor, sondern auch sehr viele deutsche Sagen und Heldengestalten. Das machte beim Lesen richtig viel Spaß, denn der Autor hat großen Wert auf die Recherche gelegt, so dass wirklich alles Hand und Fuß hatte. Immer wieder kommen die Gefährten in fast ausweglose Situationen, aber zusammen sind sie einfach zu clever um überlistet zu werden. Das macht die Geschichte ziemlich spannend und rasant. Der Schreibstil des Autors ist bildhaft, leicht und sehr gut und flüssig zu lesen. Ich flog geradezu durch die Seiten und hatte das Buch in kürzester Zeit gelesen.
Ich fühlte mich beim Lesen als wäre ich mitten in einem Film. und vergebe daher 5 von 5 Byrons und eine Leseempfehlung für alle Fantasyfreunde und für alle, die sich für Goethes Faust interessieren. Ich war davon schon immer begeistert, sollte doch mein Hund eigentlich Mephisto heißen. Aber da es statt einem schwarzen Mops ein hellbrauner wurde, passte der Name leider nicht mehr. Die Geschichte ist zwar abgeschlossen, aber trotz allem wäre eine Fortsetzung möglich. Ich würde mich sehr darüber freuen.
© Beate Senft
Dienstag, 15. Juli 2014
Matt Haig - Ich und die Menschen [Beate]
Andrew Martin, Professor der Mathematik in Cambridge, ist im wahrsten Sinne des Wortes, nicht mehr er selbst. Er wurde ausgetauscht von einem Außerirdischen, der ihn getötet hat um sein Aussehen anzunehmen. Er musste das tun, denn Andrew hatte ein mathematisches Rätsel gelöst, für das die Menschheit noch nicht bereit war. Nun soll er sich unter die Menschen mischen um zu erfahren, wer alles von Andrews Durchbruch weiß um diese Personen dann zu töten. Das führt dazu, dass er gleich an seinem ersten Tag auf der Erde nackt von der Polizei aufgegriffen wird und in der Psychiatrie landet. Er merkt, dass er noch sehr viel lernen muss und mit Hilfe seiner "Gabe" wird er schnell wieder entlassen. Er versucht alles, damit seine Frau Isobel und sein Sohn Gulliver nicht misstrauisch werden. So langsam merkt er wie er sich verändert. Er begreift, dass das menschliche Dasein doch nicht so unnötig ist, wie er immer geglaubt hat und er erkennt, dass man Schmerz, Verlust und Angst kennen muss um Liebe empfinden zu können. Und dann trifft er eine unwiderrufliche Entscheidung.....
Der außerirdische Andrew kommt von einem Planeten in dem es kein Ich, sondern nur ein Wir gibt. Es gibt keine Gefühle, nur Logik. Es gibt keine Familien, keine Partnerschaft, keine Liebe, sondern nur die Logik, und die Moderatoren, die dafür zuständig sein, dass alles rund läuft. Ihre Religion ist die Mathematik. Man kann sich vielleicht vorstellen, wie verwirrend alles auf der Erde für Andrew war, als er hier ankam. Das sorgte am Anfang der Geschichte für sehr viele Lacher.
Aber dann ändert sich Andrew. Je mehr er über die Menschen lernt, desto mehr fühlt er sich zu ihnen hingezogen. Und eigentlich sind sie doch gar nicht so hässlich, wie er am Anfang dachte. Mit ihren Nasen und Ohren, die aus dem Gesicht stehen und diesen seltsamen Händen und Füßen. Und auch wenn die Menschheit nicht besonders intelligent ist und im Fortschritt weit hinter seinem Heimatplaneten zurückliegen, haben sie doch etwas ganz besonderes: Sie sorgen füreinander, sind füreinander da und schenken sich Liebe, Wärme und Geborgenheit.
Der Ich-Erzähler lässt uns an der ganzen Palette seiner Gefühle teil haben, die er nach und nach entwickelt. Der erste wirkliche Freund auf diesem Planeten ist der Familienhund Newton, den er sehr gut versteht und der ziemlich intelligent auf ihn wirkt. Mit seinem Sohn Gulliver hat er ziemliche Probleme, ist der doch gerade 15 Jahre alt und in der schlimmsten Pubertätsphase. Aber mit der Zeit findet diese Familie immer enger zusammen.
Es ist schon ein etwas anderes Buch, das ich hier in Händen hielt. Ein Buch, das uns einen Spiegel vor Augen hält. Es zeigt uns, was für seltsame Wesen wir doch sind. Dass wir an Dingen festhalten, die absolut unnötig sind, aber sie sind eben schon immer so gewesen also warum sollten wir sie ändern? Es zeigt uns, was wirklich wichtig ist in unserem Leben und ich fand es sehr interessant mich mal mit den Augen einer anderen Spezies zu sehen.
Der Schreibstil ist sehr leicht und flüssig zu lesen, aber nicht ganz einfach. Man muss auch zwischen den Zeilen lesen können, um die ganze Schönheit dieser Geschichte zu erfassen. Fast Philosophisch möchte ich sie nennen, aber trotzdem auch prosaisch. Andrew schreibt seinem Sohn 97 Regeln auf, nach denen er sich nach Möglichkeit richten soll. Ich finde, die sollten wir alle beherzigen, denn es steckt eine Menge Wahrheit dahinter.
Ich vergebe für dieses wunderschöne und außergewöhnliche Buch 5 von 5 Byrons, den Favoritenstatus und eine Leseempfehlung an alle, die auch die leiseren Töne mögen. Ich kann es wirklich nur jedem empfehlen, denn es ist etwas ganz besonderes und gehört zu diesen Geschichten über die man noch lange nachdenkt, wenn das Buch gelesen ist. Vielleicht sollte jeder selbst einmal für kurze Zeit ein "Andrew" sein. Einfach mal alles aus einer anderen Perspektive sehen und in Frage stellen. Ich denke, das würde uns allen ganz gut tun.
© Beate Senft
Sonntag, 6. Juli 2014
Thomas Thiemeyer - Valhalla [Beate]
Hannah Peters wird von dem Millionär und Sammler Archäologischer Artefakte Stromberg nach Spitzbergen geschickt um eine möglicherweise unter dem Eis eingeschlossene Stadt zu untersuchen. Glücklich ist sie nicht über diesen Auftrag, denn ihr Gefährte John soll in Angkor Wat bleiben, wo sie zusammen Ausgrabungen geleitet hatten. Aber dann siegt doch die Neugier und sie macht sich auf den Weg in die Stadt in Eis und Schnee. Dort trifft sie sich mit dem Team, das dort bereits stationiert ist und sie finden tatsächlich diese uralte Stadt. Nur leider wissen sie nicht, dass vor ihnen die Nazis ein Labor in der Stadt aufgebaut hatten um einen Biologischen Kampfstoff herzustellen. Doch dabei ging etwas schrecklich schief. Werden sie das Tor zur Büchse der Pandora öffnen?
Ich bin ein großer Fan der Jugendbücher von Thomas Thiemeyer. Ein paar seiner Bücher für Erwachsene hatte ich auch schon gelesen und nach der Lektüre von "Valhalla" weiß ich jetzt auch wieder, warum ich irgendwann damit aufgehört hatte. Der Schreibtstil des Autors ist wirklich gut und flüssig zu lesen, doch trotzdem brauchte ich ziemlich lange für die 512 Seiten. Und das lag eindeutig an der Handlung.
Achtung, kann Spoiler enthalten:
Hannah ist eine sehr taffe Frau und auch ihren Freund John mag ich sehr gerne, aber was ich überhaupt nicht leiden kann sind ständige Klischees und erzwungene Happy Ends. Mal ehrlich: Geht es euch nicht auch auf die Nerven, wenn eine ganze Gruppe von Menschen stirbt und ausgerechnet der Hauptcharakter überlebt das Inferno? Mich macht das richtig wütend. Klar baut sich die weitere Handlung auf das Überleben der Person auf, aber das hätte man auch anders schreiben können.
Ich bin leider kein Mediziner um sagen zu können ob die Erklärung für das Überleben schlüssig oder an den Haaren herbei gezogen ist, aber das ist mir im Moment auch ziemlich egal. Ich fand sie idiotisch. Und auch dieser in so vielen Büchern vorkommende "Böse" der zum Ende hin alles überdenkt und sein Leben opfert um die, die er die ganze Zeit gejagt hat zu retten, löst bei mir nur noch Brechreiz aus. Ich bin es einfach Leid, das immer und immer wieder vor die Nase gesetzt zu bekommen.
Ansonsten war die Handlung recht spannend, wenn nicht immer diese doofen Klischees gewesen wären. Klar, gibt es kaum noch etwas neues in der Buchszene, aber trotzdem kann man doch seine Leser mit originellen Charakteren oder nicht vermuteten Wendungen überraschen. Das fehlte mir hier komplett. Ich konnte nach ca. 100 Seiten schon sagen, wie das Buch enden wird. Und ich hatte in allem Recht.
Ich finde das sehr schade, denn der Autor schreibt wirklich gut, aber leider ist es irgendwo immer das Selbe. Darum kann ich für "Valhalla" leider nicht mehr als 3 Byrons vergeben. "Valhalla" ist der dritte Band um Hannah Peters, kann aber gut alleine gelesen werden. Ich denke mal, dass es noch mindestens einen weiteren Band geben wird, aber ich werde ihn nicht lesen. Ich bin mir aber sicher, dass viele Freunde von Wissenschaftsthrillern begeistert von dem Buch sein werden. Mein Geschmack war es nicht unbedingt und ohne den tollen Schreibstil hätte es wohl wesentlich schlechter abgeschnitten.
© Beate Senft
Mittwoch, 2. Juli 2014
Andreas Roschak - Eilean Beatach Die Insel der Bestie [Beate]
Robert, Mike und Chris sind schon seit Ewigkeiten befreundet. Was liegt da näher, als gemeinsam den Urlaub zu verbringen. Zusammen mit ihren Frauen machen sie sich auf den Weg nach Schottland. Abseits der Touristenhochburgen, ziemlich abgelegen in einem gemütlichen Häuschen, wollen sie sich erholen und Angeln gehen. Da die Freunde sehr verschieden sind, kommt es immer wieder zu kleinen Streitereien. Doch dann findet Robert ein altes Buch und die Probleme fangen erst richtig an.
Zur gleichen Zeit versucht A.J. McCullen ein uraltes Rätsel zu lösen um Unsterblichkeit zu erlangen. Die Zeit drängt, denn er ist alt und krank. Er versucht sich in schwarzer Magie und geht über Leichen um an sein Ziel zu kommen. Und im Moment ist sein Ziel das alte Buch, das Robert in Händen hält. Werden die Freunde diesen Urlaub überleben?
"Eilean Beatach - Die Insel der Bestie" ist der erste Teil des Zweiteilers. Der zweite Teil "Eilean Beatach - Das Tor zur Hölle" wird zum Glück bald erscheinen, denn ich muss unbedingt wissen wie es weiter geht. Der erste Teil lässt mich sabbernd und wartend zurück. Lange Zeit lag das Buch auf meinem SuB. einerseits ärgert mich das, denn das Buch ist Spitzenklasse, andererseits ist das auch gut so gewesen, denn dann muss ich jetzt nicht so lange auf Teil 2 warten.
Dem Autor ist hier eine Mischung aus Mysterie, Thriller und Horror gelungen ohne dass die Geschichte überladen wirkt. Ich muss gestehen, dass mich die Roman von der ersten Minute an in seinen Bann zog und auch jetzt noch nicht losgelassen hat. Wahrscheinlich werde ich erst nach Beendigung des 2. Teils abschließen können. Besonders gut haben mir die Charaktere gefallen. Die sind alle total unterschiedlich. Robert war mal Biker, genau wie sein Freund Mike. Aber anders als dieser hat Robert das Abitur gemacht und geht einer seriösen Arbeit nach. Mike ist als Schrott- und Autohändler reich geworden. Robert liebt seine tolle Frau Nina sehr und sie führen eine sehr glückliche Ehe. Mike ist immer noch so ein Rüpel wie in seinen jungen Jahren. Er geht keiner Schlägerei aus dem Weg und seine Frau Su muss auch mal hart im nehmen sein. Die beiden fahren mit ihren Motorrädern, während Robert und Nina und der pummelige Chris mit seiner Freundin Angie, eine wahre Sexbombe, mit ihren Autos fahren.
Schon auf der Fähre kommt es zu der ersten seltsamen Begebenheit, durch die Rob total durch den Wind ist. Als dann auch noch Mike unangenehm auffällt, bricht das Chaos los, bevor sie überhaupt im Urlaubsort angekommen sind. Die Freunde sind schon ein wenig klischeehaft, aber sie passen einfach perfekt in diese Geschichte. Und es hat großen Spaß gemacht den Leuten zuzuschauen wie sie sich immer wieder in Schwierigkeiten bringen.
McCullen ist ein widerlicher und böser alter Mann, der den ganzen Ort in seiner Hand hat. Er ist steinreich und denkt, er kann sich alles erlauben. Er schreckt nicht mal davor zurück, Leute wegen den geringsten Verfehlungen zu töten oder beseitigen zu lassen. Dieser böse Mensch möchte einen Pakt mit dem Satan schließen. Schon seit seiner Jugend studiert er schwarzmagische Bücher und wurde das Oberhaupt der "Chruch of destination" einer Art Satanssekte. Dadurch kam es immer wieder zu blutigen und gruseligen Phasen, die mir Gänsehaut bescherten.
Der Plot ist unglaublich gut durchdacht und hat einfach nur großen Spaß gemacht. Auch der Schreibstil ist einfach nur großartig. Frisch, locker und super zu lesen, mit Humor an den richtigen Stellen. Gerade der Schlagabtausch zwischen den Männern ließ mich oft grinsen. Es passt wirklich alles perfekt zusammen. Darum vergebe ich für dieses tolle Buch 5 von 5 Byrons, den Favoritenstatus und eine Leseempfehlung für Liebhaber von Mysterie und Horror. Und jetzt bleibt mir nur sehnsüchtig auf den 2. Teil zu warten und bis dahin vor lauter Gier nicht den Verstand zu verlieren.
© Beate Senft
Montag, 30. Juni 2014
Sebastien de Castell - Blutrecht Greatcoats 1 [Beate]
Falcio ist ein Greatcoat. Davon hatte er schon als Kind geträumt. Wer will auch nicht zu den besten Leuten des Königs gehören. Zusammen mit seinen Freunden Kest und Brasti sorgt er mit 140 anderen Reitern für Recht und Ordnung im Land und achtet darauf, dass auch der einfachste Bauer zu seinem Recht kommt. Zumindest war das ihre Aufgabe, solange der König lebte. Doch der ist gestorben ohne einen Erben zu hinterlassen und die Herzöge haben die Regierung an sich gerissen. Einst der Stolz des Landes, sind die Greatcoats mittlerweile vogelfrei und müssen sich ihr Leben mit Gelegenheitsjobs finanzieren. Doch sie haben auch noch eine andere, geheime Aufgabe. Vor seinem Tod bat sie der König darum seine Charoite, also die Edelsteine des Königs zu suchen. Was das sein soll und wo sie suchen sollen, dass wissen die drei Gefährten nicht. Bei einem Auftrag, der Bewachung von Lord Tremondis geht auch noch einiges schief, so dass die drei schließlich wegen Mordes gesucht werden. Werden sie ihren Auftrag jetzt noch erfüllen können? Durch Zufall werden sie eingestellt, eine Karawane zu bewachen. Doch kaum sind sie am Ziel angelangt beginnt dort die Blutwoche. Eine Zeit in der jedes Verbrechen legal ist. Und das stellt die Freunde wieder vor neue Probleme.....
Ein wenig erinnerte mich die Geschichte um die drei Gefährten an die 3 Musketiere. Es geht um Mut, Ehre, Treue und Freundschaft. Falcio, Kest und Brasti sind schon sehr lange Freunde und jeder würde für die beiden anderen sein Leben riskieren. Die drei gehen durch dick und dünn und halten auch in dieser schwierigen Zeit zueinander. Das war die Kernaussage des Buches und sie kam auch ganz deutlich rüber. Aber das sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass es in der Geschichte sehr brutal zu geht. Es wird viel gekämpft und das Blut fließt in rauhen Mengen. Und das ist auch gut so.
Aber auch sonst hat der Autor eine tolle Geschichte erschaffen. Ich konnte mir ziemlich schnell denken was die Charoite sind aber trotzdem war sie Suche mehr als spannend. Immer wieder stehen die Gefährten vor neuen Gefahren. Besonders gut hat mir der Humor gefallen, der immer wieder aufblitzt. Besonders die Witzigen Dialoge und das Miteinander der Freunde hatten es mir angetan.
Auch dass Falcio, der Anführer der Greatcoats die Geschichte selbst erzählt, manchmal sogar den Leser direkt anspricht, fand ich total klasse. So war die Geschichte auch von Anfang an sehr spannend und ich wollte das Buch kaum noch aus der Hand legen. Außerdem schweift Falcio immer wieder zurück in seine Jugend und erzählt von seinem Weg vom Kind zu einem stolzen Geatcoat und danach zu einem Mann, der auf der Straße bespuckt wird. Der Schreibstil ist spritzig und flüssig und liest sich gut und schnell. Auch die unterschiedlichen Charaktere der Freunde gefielen mir sehr gut, auch wenn das natürlich wieder die typischen Klischeefiguren waren. Der Kluge, der Schönling, der Kämpfer, aber trotzdem waren sie auch so viel mehr.
Ich kann das Buch nur jedem Fantasyfreund empfehlen. Es ist eine ganz tolle Geschichte um Freundschaft und Treue und darum vergebe ich auch 5 von 5 Byrons und freue mich wahnsinnig auf den 2. Teil der Reihe mit dem Titel Hochverrat, der am 15.09.14 bei Pieper erscheinen wird. Lest dieses Buch. Es wird euch mitreißen und nicht mehr loslassen, bis die letzte Seite gelesen ist, um danach voller Verzweiflung auf den nächsten Teil zu warten.
© Beate Senft
Sonntag, 29. Juni 2014
Rosemary Harris - Gegen Mord ist kein Kraut gewachsen [Beate]
Paula Holliday lebt noch nicht lange in der kleinen Stadt Springfield. Sie hatte genug vom Leben in New York und eröffnete hier eine kleine Gartenbaufirma. Einigermaßen kommt sie über die Runden. Als ihre reiche Nachbarin Caroline ihr anbietet für sie die kleine Gärtnerei zu kaufen und sie auf Paulas Namen laufen zu lassen, ist Paula erst einmal verwundert, will aber schließlich zustimmen. Doch dann wird Caroline plötzlich verhaftet und ihr vollkommen verzweifelter Mann bittet Paula um Hilfe. Dabei will diese doch nur Gärten verschönern......
Leider ging ich davon aus, dass "Gegen Mord ist kein Kraut gewachsen" der erste Teil dieser Reihe wäre. Da lag ich aber falsch. Dadurch hatte ich große Schwierigkeiten in die Geschichte hineinzukommen. Dummerweise ändert sich das im weiteren Verlauf der Geschichte auch nicht mehr.
Paula ist eine nette Frau, die Pflanzen liebt und sich im ländlichen Springfield selbständig gemacht hat. Doch irgendwie scheint sie kaum zum Gärtnern zu kommen, denn ständig soll sie irgendwelche Dinge ermitteln. Hier geht es um ihre Nachbarin Caroline, mit der sie zusammen eine Gärtnerei kaufen wollte. Gewundert hatte sie sich schon, dass die Gärtnerei nur auf ihren Namen laufen soll. Verständlich wird das erst, als Caroline wegen einem Vorfall in ihrer Jugend verhaftet wird.
Der Schreibstil ist ganz nett und in Springfield leben ziemlich skurrile Typen, was ich ja sehr gerne mag. Leider kommen die aber nicht richtig zum Tragen. Die Story plätschert so dahin, liest sich zwar ganz nett, aber so richtige Spannung wollte bei mir nicht aufkommen. Ich hatte einfach mehr erwartet. Vielleicht liegt es wirklich daran, dass das hier schon mindestens der 2. Fall für Paula ist.
Ich vergebe für diese nette Geschichte 3 von 5 Byrons und werde mich mal am ersten Teil versuchen. Vielleicht klappt es ja dann besser und ich komme auch mit diesem Fall besser zurecht. Eine Leseempfehlung kann ich zur Zeit keine geben, aber die Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden.
© Beate Senft
Samstag, 28. Juni 2014
Jessica Kastrop + Peter Bulo Böhling - Anelka Der Hund, der um die Ecke pupsen kann [Beate]
Anekla ist ein Kromfohrländer. Noch nie gehört? Ich auch nicht. Das ist eine ziemlich neue Rasse. Die Sportmoderatorin Jessica Kastrop hat sich so einen süßen Wuschel nach Hause geholt und erzählt in diesem Buch über das Zusammenleben von ihr und Anelka.Die süße Hundedame hat wohl nicht so richtig ihr Profil gelesen, denn sie hat weder Plüschohren noch Bart. Außerdem sollen Kromfohrländer mutige Hunde sein, aber jedes mal wenn Anelka einen anderen Hund sieht wird sie regelrecht hysterisch. Dafür hängt sie sehr an ihrem Frauchen und kann pupsen wie ein Weltmeister.
Jessica Kastrup erzählt hier von den Erlebnissen mit ihrer Hündin. Von Vergiftungserscheinungen durch Gase während eines Meetings, Scheinschwangerschaften, Futterverweigerung und noch vieles mehr. Es ist ein kleines witziges Büchlein, das von Peter Böhling witzig illustriert wurde.
In vielen Situationen habe ich dann auch meinen Mops und mich wieder erkannt. Gut, meinem Hund muss man das Futter nicht schmackhaft machen. Der frisst alles und das in einer Geschwindigkeit, dass er jedem Staubsauger Konkurrenz machen kann. Aber er hat doch auch die eine oder andere Macke die ich in dem Buch beschrieben fand.
"Anelka Der Hund, der um die Ecke pupsen kann" ist das perfekte Mitbringsel für alle Hundefreunde. Man kann sich köstlich über den Text und die Illustrationen amüsieren.
Darum vergebe ich 4 von 5 Byrons und eine Leseempfehlung für alle Tierfreunde. Mit hat das Büchlein gefallen und wenn ich an manche Szenen zurück denke, fange ich wieder an zu grinsen.
© Beate Senft
Freitag, 27. Juni 2014
Christiane Lind - Endlich Schnurrlaub [Beate]
In letzter Zeit habe ich ein sehr glückliches Händchen was die Auswahl meiner Bücher betrifft. Auch mit "Endlich Schnurrlaub" habe ich einen Volltreffer gelandet. Eigentlich lese ich keine Bücher in denen Tiere die Hauptrolle spielen, weil ich ständig heulen muss, aber da ich schon "Weihnachtspunsch und Weihnachtskater" von der Autorin gelesen habe und die Geschichten einfach wunderschön waren, traute ich mich auch an ihr neues Werk. Alle Geschichten möchte ich nicht vorstellen, auch wenn sie mir alle sehr gut gefallen haben, aber das würde einfach zu viel werden.
Hier sind 3 Geschichten, die ich völlig willkürlich gewählt habe.
Hopes long way home
erzählt die Geschichte von Hope und ihren Menschen, die in Australien von Ungarra nach Darwin zogen. Hopes Bruder versteckte sich vor dem Umzug, weil er in der gewohnten Heimat bleiben wollte. Hope vermisst ihren Bruder und ihre Heimat ganz schrecklich und macht sich auf den langen Weg nach Hause.
Ich und die Landeier
handelt von Mimi. Sie hörte im Tierheim, dass ganz viele Leute ihre Tiere einfach aussetzen, wenn es Sommer ist und sie verreisen wollen. Als ihre Familie anfängt von ihrem Urlaub in Schweden zu reden, bekommt sie große Panik. Aber ihre Familie denkt gar nicht daran sie auszusetzen, sondern bringt sie aufs Land, wo sie einen tollen Urlaub verbringen darf.
Coming home
hat mich sehr berührt. Amy lebt auf der Straße als sie im stömenden Regen ein kleines Kätzchen findet. Sie nennt sie Cutie und die Kleine begleitet sie überall hin. Auch zu ihren Pflegeeltern, die im weiter entfernten Simpson leben. Währendessen suchen Becky und ihre Kinder verzweifelt nach ihrer Katze Cookie. Nach dem Tod des Ehemannes und Vaters ist die Katze der große Halt für die kleine Familie. Werden sie sie wohl wieder sehen?
Christiane Lind schafft es mit viel Wärme und großer Katzenkenntnis, das Leben der Katzen in den unterschiedlichsten Lebenssituationen zu beschreiben. Sie schafft es die Minitiger sehr authentisch aber nicht vermenschlicht wirken zu lassen und man spürt bei jeder Geschichte ihre Liebe zu den Stubentigern.
Zum Glück war dieses mal nur eine der Geschichten ein klein wenig traurig. Ansonsten sind sie alle einfach nur wunderschön und zeigen uns, was Katzen im "Urlaub" so alles erleben können. Die 8 Geschichten des Buches haben mich großartig unterhalten und darum vergebe ich für "Endlich Schnurrlaub" auch 5 von 5 Byrons und eine Leseempfehlung für alle Katzenliebhaber. Besonders schön finde ich, dass 10% der Einnahmen aus dem Buchverkauf an Tierschutzprojekte gehen. Außerdem stammen alle ihre Kater vom Tierschutz und sind ihre Muse und Inspiration. Ich freue mich schon auf das nächste Buch mit Katzengeschichten von Christiane Lind.
© Beate Senft
Gundel Limberg - Trink Mich [Beate]
Die 14-jährige Carolyn hat fast keine Freunde. Das liegt zum größten Teil an ihren sehr strengen Eltern. Da sie in Französisch nicht die Beste ist, muss zur Nachhilfe. Dumm nur, dass die Nachhilfelehrerin auf einem alten Aussiedlerhof wohnt und Carolyn jedes mal durch eine dunkle Unterführung an den Bahngleisen muss. Auf ihrem Weg nach Hause findet sie einen verletzten Mann, der wohl mit seinem Fahrrad gestürzt ist. Sie hilft ihm nach Hause und freundet sich dem etwas verrückten Dr. Wagenblass an. Er scheint der einzige zu sein, der sie ernst nimmt und sie versteht. Doch dann wird auf den Feldern eine weibliche Leiche gefunden. Neben der Leiche ein Blatt aus dem Buch "Alice im Wunderland". Ist das nicht genau das Thema mit dem sich Dr. Wagenblass beschäftigt? Carolyn weiß nicht wem sie noch trauen kann. Und dann wird eine zweite Leiche gefunden.Und wieder liegt ein Alice-Zitat neben ihr. Ist Carolyn die Nächste?
Der Klappentext des Buch hat mich sofort angesprochen. Immerhin geht es um Lewis Carroll und seine Alice-Bücher. Für den Autor habe ich mich schon immer interessiert und wer kennt nicht die Geschichte von Alice im Wunderland. Das Buch schien also wie für mich geschrieben.
Ich lud es mir auf meinen Kindle und wollte es nur nur mal kurz anschmökern. Als ich dann das erste mal den Kopf hob, hatte ich mehr als die Hälfte gelesen. Jede Unterbrechung die mich zwang das Buch aus der Hand zu legen war die reinste Folter für mich. Ich musste einfach wissen wie es weiter geht und las mit müden Augen bis die Geschichte zu Ende war.
"Vielleicht ist es gut, verrückt zu sein", sagte sie, in einem Versuch, ihr Gefühl zu erklären, es zu verstehen. "Vielleicht ist es richtig". Das einzig Richtige, um diese Welt abzuwehren, die hauptsächlich Angst und Schmerz und viel zu vielen Fragen bereithielt." (Kindle 70 % Pos. 3232)
Schon lange hat mich ein Buch nicht mehr so gefesselt. Es stört auch überhaupt nicht, dass die Protagonistin erst 14 Jahre alt ist. Ihr zur Seite steht Dr. Wagenblass, von dem man nie weiß, ob er jetzt zu den Guten gehört oder nicht. Warum wurden diese Mädchen getötet? Warum lagen überall Zitate aus Alice?
Carolyn tat mir richtig leid. Mit so einem Vater braucht man echt keine Feinde. Warum, das müsst ihr selbst lesen. Ich war jedenfalls immer kurz davor, ihm den Hals umdrehen zu wollen. Ihre Mutter ist auch nicht viel besser. Ich konnte absolut verstehen, dass Wagenblass ein väterlicher Freund für sie wurde, vor allen Dingen weil sie beide Bücher lieben und wunderbar darüber diskutieren konnten.
Der Schreibstil der Autorin ist einfach unglaublich. Sie hat mich förmlich mitgerissen und ihre Charaktere wirken lebendig, sind facettenreich und sehr authentisch. Ich habe mich natürlich gefragt, warum ich von der Autorin noch nie was gehört hatte. Aber das ist kein Wunder, wo sie doch sonst unter dem Namen B.C. Bolt schreibt.
Ihr seht, ich habe mal wieder ein Buch gefunden, das mich restlos begeistert. Es ist keiner dieser bluttriefenden Thriller, er ist eher einer der leiseren, dafür aber um so interessanteren Geschichten mit viel Hintergrund, bei dem ganz auf Schockmomente verzichtet wurde. Ich vergebe für dieses wundervolle Buch 5 von 5 Byrons, den Favoritenstatus und eine absolute Leseempfehlung. Und jetzt werde ich mir ein Buch von B.C. Bolt auf den Kindle laden und schauen, was Frau Limberg in Sachen Fantasy so einfällt.
©Beate Senft
Mittwoch, 25. Juni 2014
Matthew Costello / Neil Richards - Cherrimgham Landluft kann tödlich sein: Mord an der Themse [Beate]
Nach der Trennung von ihrem Mann, kehrt Sarah mit ihren beiden Kindern zurück in ihr Heimatdorf Cherringham. Dort hat sie ein kleines Büro und erstellt Websites für Unternehmen. Alles könnte so friedlich sein, wenn eines Morgens nicht eine Leiche am Themseufer liegen und es sich nicht ausgerechnet um Sarahs frühere beste Freundin Sammi handeln würde. Die Polizei geht von einem Unfall aus, aber das kann Sarah nicht glauben. Sie schließt sich mit Jack, einem ehemaligen Cop aus New York zusammen, der seinen Lebensabend in Cherringham verbringt. Kommen sie gemeinsam dem Täter auf die Spur?
Cherringham ist eine Krimireihe, die zwölf Folgen umfasst, die jeweils um die 130 Seiten lang sind. Jede Folge für sich ist ein abgeschlossener Fall, aber natürlich erfährt man immer wieder neues aus Sarahs und Jacks Leben. Darum ist es am Besten die eBooks der Reihe nach zu lesen. Die erste Folge: "Mord an der Themse" durfte ich in einer Leserunde bei Bastei Luebbe lesen und die Geschichte hat mir richtig Spaß gemacht.
Cherringham ist so ein typisches englisches Dörfchen, in dem der Nachbar mehr über einen weiß als man selbst und in dem sich Neuigkeiten schneller verbreiten als der Schall. Dorthin kehrt Sarah zurück, als sie ihrem Mann verlässt und versucht mit ihren beiden Kindern ein neues Leben zu beginnen. Jack ist der typische Außenseiter des Dorfes. Ein Yankee und dann lebt er auch noch total zurückgezogen. Aber er war und ist ein guter Ermittler und als Sarah in überzeugt hatte dass ihre Freundin keinen Unfall hatte, war er auch kaum noch zu bremsen.
Die Charaktere sind wunderbar skurril. Ich hab mich sehr gut amüsiert. Jeder hat seine Macken und ist absolut einzigartig. Auch die Beschreibungen der Umgebung fand ich toll. Der Kriminalfall war interessant und ich war sehr lange auf dem Holzweg. Ich bin sehr gespannt auf die weitere Entwicklung der Charaktere. Es hat großen Spaß gemacht Sarah und Jack bei ihren Ermittlungen zu helfen. Darum vergebe ich für diese Geschichte 5 von 5 Byrons und eine Leseempfehlung für alle Freunde des britischen Krimis. Ich werde jedenfalls alle Teile der Serie lesen und hoffe, dass sie alle so viel Spaß machen wie Teil 1.
Reihenfolge:
1. Mord an der Themse
2. Das Geheimnis von Mogdon Manor
3. Mord im Mondschein
4. Nacht der Langfinger
5. Letzter Zug nach London (03.07.14)
6. Die verfluchte Farm (31.07.14)
7. Die Leiche im See (28.08.14)
weitere Bände folgen...
© Beate Senft
Montag, 23. Juni 2014
Nikolas Preil - Amok Snuff [Beate]
Joachim Ringleder ist auf dem Weg nach Hause, als er spontan beschließt eine andere Bahn zu nehmen um sich in der Videothek ein paar Aktionfilme auszuleihen. Warum auch nicht? seine Freundin besucht mal wieder übers Wochenende ihre Eltern und er kann es sich dann zu Hause so richtig gemütlich machen. Wie falsch diese Entscheidung war, merkt er ziemlich schnell, denn auf dem Weg von der Videothek nach Hause wird er verfolgt. Er kann sich gerade noch so in eine Kneipe retten aber das war so gar keine gute Idee, denn hier werden gerade Menschen abgeschlachtet. Kann Joachim entkommen, oder wird er auch ein Opfer des Clown, der seit Wochen wahllos Menschen abschlachtet?
Den ersten Band der Monster, Mörder, Mutationen-Reihe "Bierbrut" fand ich einfach genial. Darum war mir auch vollkommen klar, dass ich den zweiten Teil der Reihe unbedingt lesen muss. Während bei "Bierbrut" der Ekelfaktor sehr hoch war, geht es bei "Amok Snuff" ziemlich brutal zur Sache. Es folgt Schlag auf Schlag und man hat kaum Zeit Luft zu holen.
Joachim Ringleder ist ein ganz normaler Typ. Eher schon ein kleines Weichei. Und dieser Kerl stolpert von einer brutalen Situation in die nächste. Seine größte Angst ist es, dass die Typen seine Freundin Frieda in die Finger bekommen, denn scheinbar schrecken diese Kerle vor nichts zurück.
Aber nicht nur Joachim und Frieda stehen im Mittelpunkt der Geschichte. Kommissar Daniels ist auch ein sehr interessanter Typ. Er bekam die Leitung des Clown-Falls übertragen und versucht herauszufinden was dahinter steckt. Ständig taucht irgendwo ein Clown in schwarzem Overall auf und töten jede Menge Menschen um sich herum. Egal ob in einem Einkaufszentrum, einer Kneipe oder sonstigen Orten. Währen die Überlebenden panisch durch die Gegend rennen, kann der Clown unerkannt entkommen. Wer steckt hinter der Maske und was ist der Sinn dieser Amokläufe? Will sich hier jemand im großen Stil rächen?
Schauplatz der Geschichte ist wieder einmal Hamburg und da geht es ganz schön zur Sache. Der Autor hat sich wirklich was einfallen lassen um seine Leser zu schocken. Da werden Menschen nicht einfach nur erschossen, nein sie werden gefoltert, zerstückelt und es wird jede Art von Grausamkeit angewandt. Ab und an werden auch Ereignisse aus "Bierbrut" erwähnt. Jeder Teil ist zwar eine in sich abgeschlossene Geschichte, aber der Autor nimmt immer wieder Bezug auf die anderen Geschichten. Darum lohnt es sich, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Das ist aber kein muss, denn man kann der Handlung auch sehr gut ohne den anderen Teilen folgen.
Das Buch ist sicherlich nichts für schwache Nerven. Eigentlich leide ich immer entsetzlich mit den Opfern, aber dieses mal tat mir eigentlich nur einer so richtig leid. Wer das war, werde ich euch aber nicht verraten. Nikolas Preil schafft es wieder mich total zu überraschen. Immer wenn ich dachte ich weiß jetzt endlich wo die Reise hin geht trat eine Wendung ein, mit der ich niemals gerechnet hätte. Auch das Ende war so ganz anders als gedacht.
Ich vergebe für dieses wirklich sehr brutale aber auch wahnsinnig spannende Buch 5 von 5 Byrons und eine Leseempfehlung für alle hartgesottenen Horror- und Thrillerfreunde. Man muss echt einiges ab können um das Buch zu lesen. Aber wenn man das kann wird man mit einer interessanten und außergewöhnlichen Geschichte überrascht, die unter die Haut geht. Ich freue mich jetzt schon sehr auf Teil 3 der Reihe. "Das Fremde" wird am 09.07.14 erscheinen.
1. Bierbrut
2. Amok Snuff
3. Das Fremde
© Beate Senft
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