Dienstag, 9. April 2013

Laura Moriarty - Das Schmetterlingsmädchen

Es ist die Zeit der Prohibition, die Zeit der Frauenrechtlerinnen und die Zeit des Stummfilms zu der Cora Carlisle in Kansas Wichita lebt. Sie ist verheiratet mit dem geachteten Anwalt Alan Carlisle und hat 2 Söhne, Zwillinge, die aufs College gehen werde und somit aus dem Haus sind. Ihr Leben erscheint ihr ein wenig leer als sie erfährt, dass ihre flüchtige Bekannte Myra eine Anstandsdame für ihre Tochter Louise sucht, die sie nach New York begleiten soll. Louise wurde an einer berühmten Tanzschule angenommen und Myra wittert eine Chance ihre Tochter groß rauszubringen. Aber auch Louise hat den Mief der Kleinstadt und das Getratsche satt und möchte in der pulsierende Metropole mit ihren Theatern und dem prallen Leben einfach sie selbst sein können. Doch Cora, die 20 Jahre älter ist als Louise, ist das komplette Gegenteil von ihr und so macht sich Louise oft über die verklemmte Art von Cora lustig und die Ältere ist oft geschockt vom Benehmen der Jüngeren. Das beginnt schon auf der Bahnfahrt. Aber nicht nur Louise hat eine Aufgabe in der großen Stadt, denn Cora möchte mehr über ihre Vergangenheit erfahren. Und so treffen beide Frauen auf eine ganz andere Lebensweise und beginnen beide sich langsam zu verändern.

"Das Schmetterlingsmädchen" ist ein ganz wundervolles Buch über 2 Frauen. Die Eine gefangen in den Konventionen der Zeit, die Andere möchte daraus ausbrechen, sich nichts vorschreiben lassen und einfach das Leben genießen. Geschrieben ist das Buch in einer sehr schönen Sprache, die mich oft träumen lies. Aber ich schüttelte auch oft den Kopf über Coras Ansichten.

"Cora hatte sich gefreut als die Rocksäume bis zu 20 Zentimeter nach oben wanderten. Zugegeben, ein bisschen Bein war zu sehen, aber die Veränderung schien vernünftig.Die Röcke schleiften nicht mehr durch den Dreck und schleppten Typhus oder Gott weiß was ins Haus. Aber jetzt trugen die Mädchen Röcke, die so kurz waren, dass man bei jedem Windstoß ihre Knie sehen konnte und dafür gab es keinen logischen Grund. Ein Mädchen das so einen kurzen Rock trug, wollte angestarrt werden und zwar auf eine ganz bestimmte Weise". (Seite 14)

Auf dem Cover sieht man ein Originalfoto von Louise. Mir war Louise Brooks, genannt Lulu, kein Begriff, aber sie war die Stummfilmikone schlechthin und die Frau, die den Bob als Kurzhaarfrisur für Frauen einführte. In dem Buch erfährt man wie aus Louise aus Wichita, die den Männern den Kopf verdrehte, die berühmte Stummfilmschönheit wurde, der die Männer zu Füßen lagen. Auch wenn Louise leider nur die 2. Rolle in der Geschichte spielt fand ich es sehr interessant. Die Hauptfigur ist eindeutig Cora, die in New York versucht ihre Wurzeln zu finden. Sie wuchs in einem Waisenhaus auf und wurde an eine Familie vermittelt, die sie groß zog. Aber nicht nur über Cora erfahren wir einige Geheimnisse sondern auch Louise erzählt uns Details aus ihrer Kindheit.

"Erst vor wenigen Monaten war Margaret Sanger verhaftet worden, weil sie in aller Öffentlichkeit die Frage gestellt hatte, ob Geburtenkontrolle moralisch war. Man bezeichnete sie als obszön" (Seite 53)

Manche Meinungen Coras haben mir glatt die Sprache verschlagen und mich immer wieder wieder den Kopf schütteln lassen. Für sie war z.B. jede Frau eine Prostituierte, die etwas Rouge auflegte oder Lippenstift trug.

"Er kam immer erst zu ihr wenn es dunkel war und brachte nie eine Lampe mit. Dafür war sie dankbar. Bei Licht hätte sie sich Gedanken gemacht, wie ihr Gesichtsausdruck sein sollte. Duldsam? Entschlossen? Sie wusste es nicht. Sie hatte auf der Farm Tiere bei der Paarung gesehen, deshalb war ihr der mechanische Ablauf von Sex klar, aber sie wusste nichts darüber wie sie sich als Mensch, als Frau verhalten sollte. Auch im Dunkeln wusste sie nicht, ob sie einfach still liegen sollte oder ob es in Ordnung wäre ihre Arme und Beine um ihn zu schlingen, wie sie es sich insgeheim wünschte. Sie wollte nicht sexsüchtig erscheinen". (Seite 203)

"Das Schmetterlingsmädchen" ist ein tolles Stück Geschichte aus einer Zeit des Umbruchs, die mich sehr gut unterhalten hat. Ich vergebe für das toll geschriebene Buch 10 von 10 Punkten, den Favoritenstatus und eine Leseempfehlung für alle, die sich gerne verzaubern und in eine andere Zeit entführen lassen.

© Beate Senft


Sonntag, 7. April 2013

Anthologie - Sommer, Sonne & Tod

Ich lese abends im Bett sehr gerne Kurzgeschichten vor allem aus dem Genre Horror. Und Amazon bietet da eine ganze Menge an. Teilweise kostenlos oder für ein paar Cent. Überraschender Weise war da wirklich noch nie etwas dabei, das ich schlecht gefunden hätte. So auch bei der Anthologie "Sommer, Sonne & Tod, die man sich vor einiger Zeit kostenlos herunterladen konnte. Jede einzelne der 4 Geschichten von 2 verschiedenen Autoren hat mich sehr gut unterhalten.
"Inselwesen" von Isabell Schmitt Eigner
Vater, Mutter und verzogene Tochter verbringen einen Traumurlaub. Der Vater hat etwas ganz besonderes gebucht: Einen Tag auf einer einsamen Insel. Doch schon als Ehefrau und Tochter das kleine Boot sehen, das sie zur Insel bringen soll fangen sie an zu meckern. Die Insel entpuppt sich als traumhaftes Eiland, wenn auch das Boot plötzlich verschwindet. Und dann geschieht etwas sehr seltsames.....

"Der perfekte Köder" von Xander Morus
Nick liebt zwei Dinge: Die Serie "Seaquest" und das Angeln. An diesem Samstag kann er beiden Hobbies frönen. Zuerst macht er sich auf zu seiner kleinen Insel in einem verborgenen See. Mit dem Boot fährt er hinüber ohne jemandem Bescheid zu sagen, wo er hingeht. Er ist sehr stolz auf seinen selbst entwickelten Köder mit dem er schon sehr viele Fische gefangen hat, aber was er dieses Mal aus dem See zieht, lässt ihm den Atem stocken...

"Das Baag" von Isabell Schmitt-Egner
Ganz tief in einer unzugänglichen Höhle war es verborgen. Eine kleine und seltsame Statue, die jeder der sie sieht, sofort für sich selbst haben möchte. Welche Auswirkungen hat das auf die kleine Reisegruppe?....

"Alle lieben Sandy" von Xander Morus
Sandy ist das schönste Mädchen im Dorf und wird wohl einen der reichen Söhne heiraten. Zumindest wenn es nach ihrem Vater, dem Bäcker des Ortes geht. Um so erstaunter ist Alfred, dass Sandy ausgerechnet mit ihm an den See zum Schwimmen gehen möchte. Erlaubt sie sich einen schlechten Scherz mit ihm, der sonst von allen übersehen wird? Doch dann passiert etwas schreckliches.....

Ich vergebe für diese Anthologie mit den 4 komplett unterschiedlichen Geschichten 8 von 10 Punkten. Hoffentlich habe ich mit dem nächsten Nachttischbuch genauso viel Glück wie bisher.

© Beate Senft 

Freitag, 5. April 2013

Michaela B. Wahl - Rashen - Einmal Hölle und zurück

Rashen ist ein Oishine, einer der niedrigsten Dämonen. Das war nicht immer so, denn einstmals war er mächtig und gefürchtet. Doch dann beging er einen Fehler, viel in Ungnade und wurde degradiert. Da ist es natürlich besonders ärgerlich wenn man auch noch gebannt wird. Der jungen Stripperin Claire ist es gelungen. Ihr muss der Oishine für 22 Tage und 22 Stunden zu Diensten sein und ihre Wünschen erfüllen. Dass er dabei im Körper von Claires verstorbenen Verlobten steckt, macht die Sache nicht einfacher. Und dann kommt Rashen auch noch einem ganz miesen Komplott auf die Spur...

Was habe ich gelacht. Eigentlich dachte ich ja erst, das Buch wäre nichts für mich, aber der Klappentext hat mich dann doch sehr neugierig gemacht. Zum Glück... Denn das Buch der erst 21-jährigen Autorin ist so voller Witz und Humor, dass ich mit einem dämlichen Dauergrinsen im Gesicht da saß, sobald ich meinen Reader zur Hand nahm. Ich bin wirklich sehr angenehm überrascht, was für eine komplexe und bildhafte Story sich die junge Autorin ausgedacht hat und wie professionell sie von ihr umgesetzt wurde. Hut ab, Fräulein Wahl.

Dazu kommen noch liebevoll gestaltete Charaktere, prickelnde Erotik und ein gut durchdachter Plot. Mir hat die Geschichte wirklich sehr gut gefallen und man merkt mit wie viel Herzblut die Autorin diese Geschichte geschrieben hat. Da wurde an jedem Satz gefeilt und jede Wendung musste perfekt sein. Und wenn man dann noch bedenkt, dass es das Debüt der Autorin ist, fragt man sich wo sie die Erfahrung her nimmt, so eine Geschichte auf das Papier zu bringen. Eine tolle und unterhaltsame Geschichte, die mir viel Spaß gemacht hat. Den Namen Michaela B. Wahl sollte man sich gut merken. Sie hat das Zeug dazu eine der  Großen zu werden. Ich vergebe für diesen Erstling 9 von 10 Punkte und eine Leseempfehlung an alle, die auf prickelnde Erotik, spannende Geschichten und tollen Humor und Wortwitz stehen.

© Beate Senft

Dienstag, 2. April 2013

Bryan Smith - Rock-and-Roll-Zombies aus der Besserungsanstalt

Melissa steht total auf Rock and Roll. Ihre Eltern weniger. Und weil sie Angst haben, ihre Tochter könnte auf die schiefe Bahn geraten, bringen sie das Mädchen zur "Musikalischen Umerziehungsanstalt Southern Illinois" kurz MUSI. Wenn die Eltern gewusst hätten, was sie ihrer Tochter damit an tun, hätten sie sie wahrscheinlich lieber jeden Tag zu einem Havy-Metal-Konzert geschickt, als nur einen einzigen Tag an diese Schule. Die Erfolgsquote ist hoch, doch wird aus den Kindern, mit extremsten Mitteln, hirnlose Roboter gemacht.

"Sie würden diesen Ort grundsätzlich verändert verlassen. Dauerhaft. Keine Partys mehr. Kein Sex. Keine Saufgelage und keine Drogen. Und kein Rock and Roll. Die entlassenen Jungs würden allesamt als seelenlose kleine Arbeitsmaschinen auf mittlerer Managementebene ihr Dasein fristen, vielleicht auch als Funktionäre bei den Republikanern, während sich die Mädchen auf ihre Zukunft als kleine "Frauen von Stepford" in einem verschlafenen Vorort einstellen konnten" (Seite 16/17)

Doch wie gelingt das den Lehrern der Schule?  Durch Vergewaltigung, Folter, Gehirnwäsche, Dunkelhaft und eine lesbische Direktorin die auf S/M-Spielchen steht und auch schon mal etwas zu weit geht.

Melissa gelingt es ihren Freund  Wayne anzurufen und der macht sich sofort mit seinem besten Freund Steve auf den Weg und sein Mädchen zu retten. Ein ganz schlechter Zeitpunkt, denn in dieser Nacht stürzt ein Komet in der Nähe der MUSI ab und plötzlich kommen auch noch die Toten aus ihren Gräbern.

Dieses Buch gehört zu der Reihe "FESTA Extrem" wird nur in kleiner Auflage gedruckt, hat keine ISBN-Nummer und gibt es nur bei FESTA. Natürlich hat die blutrünstige Beate gleich ein Abo für die Reihe abgeschlossen, damit ihr auch keins dieser Bücher entgeht. ;o)
Und ich wurde nicht enttäuscht, denn ich fühlte mich durch das Buch sehr gut unterhalten. Bryan Smith wie wir ihn kennen und lieben. Kein unnötiges Vorgeplänkel, keine Umschreibungen sondern nur harte Tatsachen. Der Autor kommt sofort auf den Punkt, es fließt massenhaft Blut und Gedärm kommt auch genug im Buch vor. Da ist es nur logisch, dass die Charaktere ziemlich blass bleiben. Aber das gehört einfach zu einem guten und brutalen Horrorschmöker. Warum soll ich mich mit den Figuren identifizieren können, die sterben doch sowieso fast alle. ;o)

Ich vergebe 8 von 10 Punkten und eine Leseempfehlung für alle die so blutrünstig sind wie ich.

© Beate Senft

Montag, 1. April 2013

Dustin Fluff - Eine Wollmaus namens Harry


*********************************************************************************************
Ich befürchte, die meisten Leser haben es sich schon gedacht. Diese Rezi ist nur ein Aprilscherz und das Buch von mir erfunden. 
*********************************************************************************************


Die junge und hübsche Kathie ist an ihrer Uni sehr beliebt. Mit ihrer schlanken Figur, den langen blonden Haaren, den großen Brüsten und den langen Beinen könnte sie jeden  Mann haben, aber sie will nur den einen. Jack. Und der geht ihr leider immer aus dem Weg. Was soll sie denn noch tun um seine Aufmerksamkeit zu erregen? Er scheint auch keine Freunde zu haben und niemanden an sich ranzulassen. Langsam beginnt Kathie Jack regelrecht zu verfolgen. Immer muss sie in seiner Nähe sein. Sie ist regelrecht besessen von ihm. Eines Tages schafft sie es ihn bis zu seiner Wohnung zu verfolgen und als sie durch sein Wohnzimmerfenster sieht, kann sie so langsam erahnen warum Jack allen Menschen aus dem Weg geht, denn er hat ein schreckliches Geheimnis. Wird sich Jack Kathie offenbaren? Kann sie mit seinem Geheimnis leben? Lässt sein Geheimnis Kathie am Leben?



Tja, was soll ich sagen? Den Klappentext des Buches fand ich sehr interessant. Mal was ganz anderes, aber an der Umsetzung hat es dann doch ganz schön gehapert. Ich meine, wie kommt ein Autor auf die Idee Killerwollmäuse den Hauptpart in einem Horrorschmöker spielen zu lassen? Wer hat schon Angst vor den putzigen, kleinen Dingern, die jeder von uns unter der Couch oder hinter dem Schrank hat?



Das waren meine Gedanken beim Lesen. Doch je weiter die Geschichte fortschritt, desto unheimlicher wurde das Ganze. Und als die Wollmäuse dann loszogen um….. Nein, das kann ich nicht verraten, das müsst ihr schon selbst lesen.



Die Charaktere von Jack und Kathie wurden liebevoll und facettenreich vom Autor gestaltet. Am Anfang dachte ich noch, dass Kathie eine richtige Klischeefrau ist aber das stimmt nicht. Sie hat auch ihre Fehler und Schwächen und Jack ja sowieso. Bei Harry bin ich mir immer noch nicht so sicher, was ich davon halten soll. Gut auch seine Person hat positive wie auch negative Eigenschaften, aber besonders glaubwürdig fand ich ihn nicht. In Jack und Kathie konnte ich mich oft sehr gut hineinversetzen, mich mit ihnen identifizieren,  bei Harry gelang mir das nicht. Seine Gestalt blieb viel zu mysteriös, zu nebelhaft.



Dafür hat es der Autor geschafft, mich mit seiner bildhaften Sprache zu verzaubern. Das Kopfkino bekam Überstunden und manchmal hätte ich gerne die Augen geschlossen, um dem Schrecken und den brutalen und blutigen Szenen zu entgehen. Vor allen Dingen als Harry an der Uni die Sau rauslässt. Das war so krass und erinnerte mich etwas an „Bighead“ von Edward Lee.  Der Autor scheint eine Menge anatomische Kenntnisse zu haben, sonst hätte er wohl nicht so detailliert Beschreiben können, was Harry und Co. mit manchen Menschen macht.



Ich vergebe für dieses  Buch eines noch recht jungen Autors  8 von 10 Punkten und  eine eindringliche Warnung an alle Leser mit empfindlichem Magen: Lasst die Finger von diesem Buch. Für alle die auf Splatter stehen, wird diese Geschichte ein großer Spaß sein.

Freitag, 29. März 2013

Moe Teratos - Geständnis Warum ich töte


Schon sehr lange habe ich mir das Buch der jungen Autorin Moe Teratos gewünscht und konnte meinen Augen nicht trauen, als ich es in meinem Wichtelpaket fand. Der Knaller war aber, dass meine liebe Wichtelmama das Buch für mich sogar signieren lies. Vielen Dank liebe Stefan Maucher ich bin immer noch total platt. Smiley9

Gregor Schulte und sein Bruder Olaf haben es nicht einfach. Die Eltern haben nie Zeit für sie, reisen lieber um die ganze Welt um immer mehr Geld zu scheffeln, ihre Kinder interessieren sie dabei überhaupt nicht. Wenn sie dann mal zu Hause sind, gibt es gerade für den älteren Gregor nichts als Vorwürfe und Schläge von seiner Mutter. Liebe und Geborgenheit bekommen die Brüder nur von ihren Großeltern. Doch als Gregor 11 Jahre alt ist, sterben die Großeltern bei einem Autounfall und kurz darauf begeht Gregor seinen ersten Mord. Und er wird auch in Zukunft nicht mehr damit aufhören.


Dieses Buch war selbst für mich nicht leicht zu verkraften. Eiskalt und ohne jede Reue erzählt uns Gregor seine Geschichte. Er lässt uns an seinem Leben als Serienkiller ohne die geringsten Gewissensbisse teilhaben. Ohne jede Regung beschreibt er uns haarklein wie er seine 9 Opfer folterte und schließlich tötete. Das ist wirklich starker Tobak. Selbst ich als Freund des harten und blutigen Horrors brauchte zwischendurch immer wieder kleine Verschnaufpausen, denn wer hier die Menschen quälte war kein Monster oder Zombie sondern ein durchaus sympathischer junger Mann der nicht weiter auffällt und auch in unserer Nachbarschaft wohnen könnte.


Sehr realistisch und in einer klaren Sprache erzählt Moe Teratos diese blutige Geschichte. Ohne Schnörkel und Beschönigungen brachte sie ihre Worte zu Papier und stürzt ihre Leser in einen Strudel aus Blut und Gewalt. Für seinen geliebten Hund würde Gregor alles tun aber die Menschen sind ihm nichts wert. Sie müssen seinen Gelüsten und perversen Vorstellungen geopfert werden. Ich bin wirklich überwältigt von diesem kleinen Büchlein, das mit seinen 164 Seiten mehr aussagt als so mancher Wälzer. Das Ende hat mich dann komplett überrascht. Damit hätte ich niemals gerechnet. 


Ich vergebe für dieses gelungene Buch 10 von 10 Punkten. Lesen sollten es allerdings nur Menschen mit stabilem Magen die auch sonst nicht besonders empfindlich sind. Ich habe noch andere Bücher von Moe auf dem Reader muss das hier aber jetzt erst mal verdauen. Aber mit Sicherheit werde ich bald wieder zu einem Buch der Autorin greifen, denn sie hat mich mit ihrer klaren Sprache überzeugt.

© Beate Senft 



Donnerstag, 28. März 2013

Paul Sandmann - Tristan

Der gut aussehende Tristan arbeitet als erfolgreicher Investmentbanker und lebt in London. Frauen dienen nur zum Zeitvertreib und alles was er wirklich liebt ist er selbst. Zusammen mit seinen Freunden und Arbeitskollegen verbringt er viel Freizeit, sie sprechen über Frauen, Geld, ihre Arbeit. Etwas wichtigeres gibt es nicht in ihrem Leben. Tristan verschwendet keinen einzigen Gedanken an die Frauen denen er das Herz bricht. Sie sind ja selbst schuld. Warum müssen sie sich in ihn verlieben? Doch dann bekommt seine heile Welt langsam die ersten Risse. Kann er den Verfall aufhalten oder rast er auf den Zusammenbruch zu?

Nachdem ich die ersten Kapitel dieses Romans gelesen hatte, überlegte ich eine Weile an wen mich Tristan erinnert. Und es fiel mir auch ein, denn Tristan hat sehr viel gemeinsam mit Julien Sorel, der Hauptfigur von Stendahls Roman Rot und Schwarz. Genau wie Julien kümmert sich auch Tristan immer nur um die Befriedigung seiner Bedürfnisse, sind für ihn die Frauen die er verführt nur ein Zeitvertreib. In seinem Narzissmus hat er aber auch einige Ähnlichkeit mir Dorian Grey von Oscar Wilde, der sich auch wahnsinnig viel auf sein Aussehen einbildete und dem nicht einmal der Gedanke kam, eine Frau könnte ihn nicht anziehend finden. Ihn vielleicht sogar ablehnen.

Doch obwohl Tristan so unsympathisch ist, kann man doch nicht aufhören weiterzulesen, denn man hofft auf den Moment, an dem Tristan kräftig auf die Nase fällt. Ob dieser Zeitpunkt kommt, werde ich nicht verraten, da müsst ihr das Buch schon selbst lesen.

"Erst wenn die erotische Liebe durch eine tiefe Freundschaft der beiden Partner getragen wird, kommt es zur wahren Liebe, die beide Partner zu einer Einheit verschmelzen lässt und stark genug sein kann, um die Herausforderungen des Lebens zu meistern" (Pos. 1167 auf dem Kindle)

Das predigte ein Priester bei einer Messe, aber ich bin mir sicher, dass Tristan gar nicht verstand was der Kirchenmann damit sagen wollte. Aber durch dieses Zitat kann man sehen, dass das Buch hauptsächlich durch die poetische Sprache des Autors lebt.

Man wird eingeladen einen Blick in die Welt der Investmentbanker zu werfen. Die Machenschaften mancher Banken und was sie alles tun um einen Auftrag an Land zu ziehen. So müssen z.B. Tristan und sein Kollege und Freund Marcus mit Kunden durch die Stripclubs ziehen und schauen, dass sich die Investoren auch gut amüsieren.

"Jedes Jahr sehnte er voller Vorfreude diesen Tag herbei, an dem er die gemusterten Filzpantoffeln ablegen und die häuslichen Ketten sprengen konnte: eben jenen Tag, an dem ihn sein langweiliger Beamtenberuf die Erfüllung seiner verborgenen Laster ermöglichte, still, sauber und ohne dabei an seinem Portmonee oder sein Gewissen zu rühren." (Pos. 1299 auf dem Kindle)

Ab und zu fand ich aber die Gespräche über Rendite, Hedge Fonds, Aktienpakete und den Immobilienmarkt etwas langatmig und ermüdend.

Zwischendurch gibt es immer noch kurze Passagen eines 2. Erzählstrangs über Jeff, seine Frau Emiliy und ihre kleine Tochter. Die Familie lebt in Amerika und durch sie bekommen wir einen Einblick in die Auswirkungen des Finanzmarktes. Jeff und seine Frau werden überredet sich ein Häuschen zu kaufen, obwohl Jeff nur als Pflasterleger arbeitet und seine Frau 2 mal die Woche putzen geht. Kann das wirklich gut gehen?

Alles in allem fand ich das Buch sehr unterhaltsam, auch wenn ich Tristan von Herzen gewünscht habe, dass er mal so richtig auf die Nase fällt. Durch die langatmigen Passagen muss ich aber 2 Pünktchen abziehen und so vergebe ich für diesen Roman 8 von 10 Punkten.


© Beate Senft

Mittwoch, 27. März 2013

Markus Walther - Buchland

Herr Plana betreibt ein Antiquariat in einer Gegend, in der andere Geschäfte nach und nach schließen müssen. Um frischen Wind in seine liebevoll geführte Buchhandlung zu bringen, stellt er Beatrice Liber ein, die gerade ihre Bücherei schließen musste. Dankbar nimmt sie die Stelle an und nachdem sie auch aktuelle Bücher in ihr Sortiment aufgenommen haben, läuft der Laden auch wesentlich besser. Doch schon bald merkt Bea, dass in dem Antiquariat seltsame Dinge vor sich gehen und verlangt eine Erklärung von ihrem Chef. Daraufhin führt er sie in den Keller, ins Buchland. Und als wäre das nicht schon verwirrend genug, muss sie auch noch Angst um ihren Mann Ingo haben.

Seit mir Markus Walther von seiner Idee für Buchland erzählt hatte und ich auch die ersten Kapitel lesen durfte, konnte ich das Erscheinen des Buches kaum noch erwarten. Selbst von dem Wenigen das ich gelesen hatte, war ich wie verzaubert.

Und heute war es dann endlich soweit: Mein signiertes Exemplar von Buchland war da. Und als ganz besonderes Schmankerl für mich schrieb Markus, dass Seite 241 für mich reserviert sei. Ihr könnt euch vielleicht meine großen Augen vorstellen, als ich meinen Namen bei der Danksagung las. Ich war total platt und freue mich jetzt noch wie verrückt. Vielen Dank Markus.

"Wenn Worte den Geist emportragen, so muss dein Körper nicht verweilen. (Seite 197)

Bisher hat es nur ein Geschichtenschreiber geschafft mich so mit seinen Werken zu bezaubern und das ist Carlos Ruiz Zafón. Jetzt gibt es auch noch einen zweiten Autor dem das gelingt und das ist Markus Walther. In seinen Kürzestgeschichten hatte es sich schon angedeutet und in seinem ersten Roman ist es zur absoluten Gewissheit geworden: Dieser Autor ist ein Genie, er kann mit Worten zaubern und der feinsinnige Humor lässt immer wieder ein Lächeln auf den Gesichtern der Leser erscheinen. In jeder Zeile spürt man die Liebe des Autors zu Büchern und ich bin mir sicher, dass man in Herrn Plana einige Charakterzüge von Markus Walther wiederfindet.

"Die Realität steht geschrieben. Das Geschriebene ist Realität. (Seite 151)

Innerhalb weniger Stunden hatte ich das Buch verschlungen obwohl ich mir jedes Wort auf der Zunge zergehen lies. Die Charaktere sind so  wundervoll erarbeitet und vielschichtig, Herr Plana so ein liebenswürdiger Kauz, dass ich gerne noch tagelang weiter gelesen hätte. Der Schreibstil ist fesselnd und flüssig zu lesen und die Sprache so wundervoll bildhaft, dass einem ein Film keine schöneren Bilder hätte liefern können.

"Die Bücher um mich herum, die sich unter einem staubigen Mantel zu verbergen suchten, schienen leise zu wispern. Sie erzählten sich ihre Geschichten, während sie darauf warteten, einen unschuldigen Leser zu finden, in den sie ihre Saat pflanzen konnten." (Seite 9)

Lieber Markus, bitte lass uns nicht so lange auf dein nächstes Buch warten. Ich werde dich jedenfalls wieder kräftig anfeuern. Ich vergebe für dieses außergewöhnlich schöne Buch 10 von 10 Punkten, den Favoritenstatus und eine absolute Leseempfehlung für alle, die des Lesens mächtig sind.

© Beate Senft


Sonntag, 24. März 2013

Stefanie Maucher - Fida

Die 13-jährige Laura ist nach der Schule mit ihrer Freundin in einem Drogeriemarkt um für das Geburtstagsgeschenk ihrer Mama Bilder entwickeln zu lassen. Ihre Freundin drängelt ständig, weil sie viel lieber in den Park möchte um ihren Schwarm, der dort wahrscheinlich sein wird, heimlich anzuhimmeln. Als sich der Junge über Laura lustig macht und auch ihre Freundin über sie lacht, rennt sie enttäuscht davon. Sie sucht Trost und Zuflucht an einem ihrer Lieblingsorte, der Bibliothek. Dort verkriecht sie sich und versinkt in der Geschichte eines ausgewählten Buches, bis sie merkt, dass ein älterer Mann sich neben sie gesetzt hat und sie ständig angafft. Ängstlich verlässt Laura die Leihbücherei und dann fährt ihr auch noch der Bus vor der Nase weg. Um nicht zu spät nach Hause zu kommen, macht sie sich zu Fuß auf den Heimweg. Das war das letzte Mal, dass Laura gesehen wurde. Was ist mit ihr geschehen? Wie gehen ihre Eltern mit dem Verschwinden des einzigen Kindes um? Das erzählt Stefanie Maucher in ihrem neuen Buch „Fida“


Es ist nicht einfach für dieses Buch eine Rezension zu schreiben, weil es hauptsächlich aus Emotionen besteht. Hier geht es um Angst, Verzweiflung, Hoffnung, Demütigung, Schmerz, Hoffnungslosigkeit, Macht und Hass. Wie packt man das in Worte?



„Fida“ ist das 3. Buch, das ich von der Autorin gelesen habe und zugleich das Erschreckendste, geht es doch um ein Thema das jede Familie in tiefste Verzweiflung stürzen würde. Was würden wir tun, wenn unser Kind einfach verschwindet? Wenn wir nicht wissen ob es noch am Leben oder schon tot ist? Würde unsere Familie näher zusammenwachsen oder auseinanderbrechen? Die Kapitel wechseln ständig zwischen der Zeit des Geschehens und Lauras Martyrium und ein Jahr später aus der Sicht der Mutter Tatjana, die niemals die Hoffnung aufgeben kann ihr Kind wieder in die Arme zu schließen.

Ich war wieder total geplättet von der Wortgewalt der Autorin und fühlte mich Tatjana und Laura sehr nahe. Ich konnte mich viel zu sehr in die beiden Frauen hineinversetzen und habe schrecklich mit ihnen gelitten. Das ging nicht ohne Tränen. Am Ende habe ich ehrlich gesagt, geheult wie ein Schlosshund. Trotzdem bin ich sehr glücklich das Buch gelesen zu haben. Keine kann so mit Worten umgehen wie die junge Autorin. Außerdem war das Buch sehr flüssig geschrieben, auch wenn es sich durch das Thema nicht gerade schnell lesen ließ. Dazu ist es viel zu ernst. 


Hier ist mal ein kleiner Auszug, der mich Laura sehr nahe gebracht hat:
Seit Laura lesen gelernt hatte waren Bücher für sie mehr als nur etwas, in das man seine Nase stecken musste, weil der Lehrer es aufgab. Für sie waren die Figuren in Büchern Freunde, die sie mitnahmen auf abenteuerliche Reisen in andere, aufregende Welten. Manchmal, wenn sie mit einem Buch fertig war und den Deckel zuklappte , war sie regelrecht traurig, die neugewonnen Freunde wieder verlassen zu müssen. (auf dem Kindle Paperwhite auf Position 170) Geht es uns Büchernarren nicht oft so wie Laura?


Stefanie Maucher versteht es wirklich perfekt die vielen Emotionen des Buches absolut realistisch darzustellen. Man könnte wirklich annehmen, sie hätte das alles selbst hautnah miterlebt. Das macht das Buch so authentisch. Ich vergebe 10 von 10 Punkten, den Favoritenstatus und eine absolute Leseempfehlung an alle die den Mut haben sich an dieses außergewöhnliche Buch heranzuwagen. 


© Beate Senft

Kaufen könnt ihr das eBook hier:
http://amrun-markt.de/produkt/fida-ebook/ 

Samstag, 23. März 2013

Marc Gore - The Terror Compilation

Da ich immer mal wieder gerne Bücher lese die vor Blut , Gewalt und Gedärm nur so triefen, habe ich mich wahnsinnig gefreut als der Autor Marc Gore ( der Name ist Programm) mich gefragt hat, ob ich sein Buch "The Terror Competition" rezensiere möchte. Natürlich wollte ich und ich habe es nicht bereut. 6 wundervoll blutige Geschichten erwarteten mich.

In Monster Squad geht es um den Trucker Charles, der auf seiner Tour durch New Mexico in seiner Lieblingskneipe auf die völlig verängstigte Marcella trifft, die ihn um seinen Schutz anfleht. Sie wird von ihrem Ehemann Cesar Montanea verfolgt, den sie betrogen hatte. Doch ihr Ehemann ist nicht nur der Kopf der ansässigen Mafia sondern auch ein gefährlicher Nekromant.

Der Informatiker Ron Kessler fährt in "Psycho Route 66" jedes Jahr die sehr beliebte Strecke. Dort gabelt er immer wieder Anhalterinnen auf oder "hilft" Frauen beim reparieren ihrer liegen gebliebenen Autos.

"The Terror of Alabama" fand ich total klasse. In der Geschichte geht es um 2 junge Paare die gemeinsam zum Spring Break in Florida fahren wollen und unterwegs eine Autopanne haben. Kurz darauf ist einer der 4 plötzlich verschwunden.

Meine absolute Lieblingsgeschichte ist "Creatur in the Cellar". Nach dem Tod ihrer Eltern muss die 9-jährige Helen bei ihrer Tante Ruth und Onkel Gordon leben. Ständig drohen ihr die Beiden mit dem Monster im Keller.

Um Schmetterlinge und den Forscher Professor Gregory Francis geht es in der Story "The Butterfly Ladies"

Und zu guter Letzt kommt noch Alien Carnage. Hier erfindet ein Forscher eine Maschine die unglaubliches kann.

Mir haben ausnahmslos alle Geschichten sehr gut gefallen und sie hielten auch alle was sie versprachen. Sie waren brutal, es floss Literweise Blut und teilweise wurde auch Gedärm aus den Bäuchen gerissen. Ich bekam also genau das was ich wollte. Sehr schade finde ich, dass sich das Lektorat so wenig Mühe gegeben hat, denn es sind noch sehr viele Fehler im Buch enthalten. Aber dafür kann der Autor ja nichts. Ich hoffe, dass er für seine anderen Bücher ein besseres Lektorat bekommt, sonst würde ich mich ganz uneigennützig als Korrekturleser zur Verfügung stellen. ;o) Der Autor hat es geschafft mich ständig bei der Stange zu halten. Immer wollte ich wissen wie es weiter geht und was danach noch kommt.
Einen Kleinen Kritikpunk gibt es allerdings und das sind die Beschreibungen, die mich ein klein wenig gestört haben. Ich muss nicht immer ganz genau wissen was jemand trägt oder welche Marke ein Auto ist.
Aber da das nicht groß meinen Lesefluss gestört hat, vergebe ich für dieses Buch mit seinen sechs Geschichten, 8 von 10 Punkten und eine absolute Leseempfehlung für alle blutrünstigen Horrorfreunde.

© Beate Senft

Mittwoch, 20. März 2013

Nick Nolan - Prophetengift

Schon als Kind wird Sebastian Black von seiner einfallsreichen Mutter Kitty vermarktet. Der charismatische, gut aussehende und telepathisch veranlagte Junge wird von ihr als Mensch einer neueren, besseren Rasse dargeboten. Als der neue Messias. Sebastian und Kitty bauen eine religiöse Bewegung auf, in der Sebastian die Verbesserung der Umstände armer Leute predigt, doch die Spenden seiner "Jünger" wandern einzig und allein auf Kittys Konto. Nach einem Todesfall flieht der junge Mann vor seiner Mutter und vor ein paar Fanatikern, die ihn lieber Tot sehen möchten. Überall ist Sebastian Intrigen und Hass aber auch großer Bewunderung und Liebe ausgesetzt. Seine Mutter geht über Leichen um ihren Sohn wieder unter ihre Fittiche zu bekommen. Kann ihm seine telepathische Fähigkeit Helfen zu erkennen, wer es gut mit ihm meint und wer es auf sein Leben abgesehen hat?

Erst einmal ein herzliches Dankeschön an Amazon-Vine, dass mir dieses Buch zur Verfügung gestellt wurde. Leider hatte ich große Schwierigkeiten mit der Geschichte und kann noch nicht einmal genau sagen, an was es lag. Ich kam einfach nicht in die Story rein und quälte mich durch das Buch obwohl ich die Idee des Buches sehr interessant fand und auch die Figuren ziemlich gut gestaltet waren. Die Beweggründe der Personen waren für mich oft nicht nachvollziehbar und sympathisch fand ich niemanden so wirklich.

Sebastian versucht zwar immer wieder Gutes zu tun und anderen Menschen zu helfen, doch finde ich ihn oft sehr überheblich und von sich eingenommen. Das kommt wohl daher, dass seine Mutter ihm eingeredet hat, dass er etwas besseres ist. Kitty war in meinen Augen echt das Letzte. So eine Mutter wünscht man wirklich niemanden. Ich weiß eigentlich so gar nicht, was ich über das Buch schreiben soll. Es gehört zu den Geschichten die man liest und sofort wieder vergisst. Schade eigentlich. Ich hatte mehr erwartet und darum vergebe ich 6 von 10 Punkten für den flüssigen Schreibstil und das interessante Thema.


Dienstag, 19. März 2013

Constantin Dupien Hrsg. - Mängelexemplare Makabere Erzählungen


















Ich hatte das große Glück eins der begehrten 50 Exemplare der Sammlerausgabe dieses Buches zu ergattern. Und darauf bin ich sehr stolz. Denn es nicht nur ein Hardcover, sondern das Buch wurde auch von einigen der Autoren signiert. Ein wahrer Schatz in meinem Bücherregal.
In dieser tollen Anthologie des Makaberen versammeln sich 14 komplett verschiedene Geschichten genauso vieler Autoren, plus ein Vorwort des Herausgebers und ein Nachwort von Claudia Junger von Krimi & Co.

In dem Buch vertreten sind:
Constantin Dupien mit Auge um Auge
Hans J. Muth mit Ruhe sanft!
Lisanne Surborg mit Der Prototyp
Vincent Voss mit Thomas ist anders
Martina Pawlak mit Qualität hat ihren Preis
Jana Oltersdorff mit Blind Date
Andreas Zwengel mit Bedrohte Art
Stefanie Maucher mit Mängelexemplar
Antonia Larás mit Im Watt versunken
Marc Gore mit Devourer - Der Verschlinger
Michael Sonntag mit Heimkehr
Nina Horvath mit Die geteilte Seele
Regina Müller mit 03:30
Markus K. Korb mit Karussells auf Rummelplätzen

Alle Geschichten haben eins gemeinsam: sie sind makaber, teilweise bedrückend, immer auf eine Art gruselig und einfach großartig. Einen Teil der Autoren hatte ich schon durch andere Geschichten oder auch Romane kennengelernt und war sehr gespannt auf diese Anthologie. Und sie hat meine Erwartungen bei weitem übertroffen. Ich hatte das Buch mittags zur Hand genommen, wollte nur mal kurz reinlesen und beendete es kurz vorm Schlafen gehen. Mich so gefangen zu nehmen schaffen nur sehr wenige Bücher. Kurzgeschichten so gut wie nie und trotzdem ist es dieser Sammlung düsterer Geschichten gelungen. Constantin Dupien hat mit seiner Auswahl an Geschichten absolut überzeugt. Ich bin total begeistert und werde das Buch mit Sicherheit immer mal wieder zur Hand nehmen um die eine oder andere Geschichte ein zweites oder drittes mal zu lesen. Darum vergebe ich dieser großartigen Anthologie volle 10 Punkte. Alle, denen ich jetzt den Mund wässrig gemacht habe können aufatmen. Im Sommer 2013 wird diese Anthologie als Taschenbuch erscheinen und für jeden käuflich zu erwerben sein. Von mit gibt es eine absolute Leseempfehlung für alle Horrorfreunde.

© Beate Senft

Montag, 18. März 2013

Yelena Black - Dance of Shadows

Vanessa kann es nicht glauben. Sie wurde wirklich an der New Yorker Ballettakademie zugelassen. Dabei wollte sie gar nicht wirklich Tänzerin werden sondern nur herausfinden warum ihre Schwester vor 3 Jahren dort spurlos verschwand und sich nie mehr meldete. Kaum dort angekommen lernt sie ihre Zimmernachbarin TJ und die beiden Mädels Steffie und Elly, die in Margerets ehemaligen Zimmer wohnen und den liebenswert durchgeknallten Blaine kennen. Die 5 werden zu ihren besten Freunden in dieser stressigen Zeit. Zusammen versuchen sie herauszufinden was mit den verschwunden Mädchen geschah, denn es war nicht nur ihre Schwester Margaret, die nie mehr gesehen wurde. Sie verliebt sich in den geheimnisvollen Zep, ihren Tanzpartner. Als plötzlich auch noch eine ihrer Freundinnen ohne Abschied nach Hause reist weiß sie nicht mehr wem sie noch trauen kann. Ganz sicher nicht dem lästigen Justin, der sie fast auf Schritt und Tritt verfolgt.

Da die Bewertungen zu diesem Buch sehr weit gefächert sind wurde ich doch neugierig. Und als Amazon Vine das Buch als Reziexemplar anbot musste ich sofort zugreifen. Zum Glück, denn das Buch stellte sich für mich als wahrer Glücksgriff heraus. Ich liebe das Ballett und das steht in diesem Buch ganz eindeutig im Vordergrund. Der Schreibstil der Autorin ist recht einfach und dennoch schafft sie es wunderbare Bilder in meinem Kopf entstehen zu lassen. Ich war so gefesselt von der Handlung, dass ich das Buch erst aus der Hand legen konnte als ich die letzte Zeile gelesen hatte. Und da graute schon so langsam der Morgen. Das ist mir schon lange nicht mehr passiert.

Gut, für mich war das Ende des Buches keine Überraschung und doch sehr vorhersehbar aber das tat der Spannung trotzdem keinen Abbruch. Vanessa war ein sehr unsicheres Mädchen und manchmal wirklich sehr schwer von Begriff, aber auch das konnte ich leicht verschmerzen. Dazu waren die Bilder einfach zu ausdrucksstark und faszinierend. Man merkt der Autorin sofort an, wie sehr sie das Tanzen liebt. Einziger Wehrmutstropfen für mich ist, dass "Dance of Shadows" wieder mal der erste Teil einer Trilogie ist. Aber der erste Teil kann auch gut alleine gelesen werden. Ich möchte jedenfalls unbedingt mehr davon lesen und freue mich schon auf Teil 2, der hoffentlich nicht so lange auf sich warten lässt. Ich vergebe für dieses tolle Jugendbuch volle 10 Punkte und eine klare Leseempfehlung für alle jungen und jung gebliebenen Leser