Montag, 17. Februar 2014

Gavin Extence - Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat


Alex Woods ist ein ganz normaler Junge, von seiner hellseherisch begabten Mutter einmal abgesehen, bis er mit 10 Jahren einen schlimmen "Unfall" hat. Der verändert sein ganzes Leben. Nicht nur, dass er jetzt gegen epileptische Anfälle kämpfen muss, wird sein Leben auch noch in allen Zeitungen des Landes ausgebreitet. Und dann, eines Tages, lernt er den mürrischen und eigenbrötlerischen Mr. Peterson kennen und es geschieht etwas, das niemand für möglich gehalten hätte: Die beiden werden die besten Freunde. Aber wie es dazu kam, dass Alex 5 Jahre später an der Grenze in Dover mit 113 Gramm Marihuana und einer Urne voller Asche auf dem Beifahrersitzt gestoppt wird, das ist eine lange Geschichte, die ihr unbedingt selbst lesen solltet.

Durch eine Bloggeraktion wurde ich auf dieses Buch aufmerksam gemacht und ich wusste erst nicht so recht, ob es das Richtige für mich ist. Da ich aber gerne auch mal was neues ausprobiere, sagte ich dann doch zu das Buch lesen und rezensieren zu wollen. Und das war auch gut so. Denn dieses Buch hat mich total verzaubert. Ich konnte es wirklich nicht mehr aus der Hand legen und nachdem ich es irgendwann letzte Nacht beendet hatte, musste ich auch erst mal eine Nacht darüber schlafen.

Ich weiß nicht, wie ich diesem Buch mit meinen Worten gerecht werden soll. Es ist so komplex, mit so liebenswerten Charakteren. Eine einzigartige Liebeserklärung an das Leben und die Freundschaft. Ich lachte mit den Protagonisten, aber ich weinte auch mit ihnen. Sie überzeugten mich komplett und ich hätte mich nicht gewundert, wenn Alex plötzlich in unser Wohnzimmer gekommen wäre. Denn eigentlich war er schon die ganze Zeit bei uns.

Alex ist ein wundervoller Charakter. Seine etwas durchgeknallte Mutter zieht ihn alleine groß und das ist für Alex nicht immer einfach. Sie legt ihren Kunden die Tarotkarten und seine Mitschüler bezeichnen sie des öfteren als Hexe. In Mr. Peterson findet er so etwas wie einen väterlichen Freund, auch wenn sich die Beziehung im Laufe der Geschichte wandelt. Einerseits ist Alex sehr klug aber dann wieder so schrecklich weltfremd und naiv. Man muss ihn einfach lieben.

Mr. Peterson verlor vor einigen Jahren seine Frau an den Krebs. Seit dieser Zeit lebt er ganz zurückgezogen. Da er körperlich beeinträchtigt ist, er wurde im Vietnamkrieg schwer verwundet, ist sein einziger Kontakt zur Außenwelt sein alter Hund, mit dem er kurze Strecken geht, die sich aber meistens lange hinziehen, weil beide nicht gut zu Fuß sind. Und dieser übellaunige Mann trifft plötzlich auf einen Jungen, der ihm von Tag zu Tag mehr ans Herz wächst, bis er schließlich unentbehrlich für ihn wird.

Auch die Nebencharaktere haben mir gut gefallen, auch wenn nicht alle besonders nett sind. Aber sie haben alle etwas einzigartiges an sich. Die bildhafte Beschreibung und der flüssige Schreibstil sorgen dafür, dass die Seiten nur so vorbei fliegen und als ich am Ende angekommen war, hätte ich am Liebsten gleich noch einmal von vorne begonnen.

Ich vergebe für diese wundervolle Geschichte, die so viel Wärme und liebe ausstrahlt, obwohl es auch um ein sehr ernstes Thema geht, 5 von 5 Byrons, den Favoritenstatus und eine absolute Leseempfehlung an alle die lesen können. Glaubt mir, ihr werdet diese Geschichte lieben. Es geht gar nicht anders. Lest das Buch und seit glücklich, dass ihr diese wundervolle Erfahrung machen durftet.

© Beate Senft

Donnerstag, 13. Februar 2014

Rudi Jagusch - Amen


Roman Winter genannt Nero ist ein ziemlich brutaler Typ. Das hat auch schon Kriminalkommissar Martin Landgräf gemerkt, denn der Irre wollte eine Bombe im Kölner Fußballstation hochgehen lassen. Bei der Verfolgung erlitt Landgräf einen Herzinfarkt und ist mittlerweile krank geschrieben. Dummerweise befindet er sich ausgerechnet dann im Kölner Dom als Nero auf die Idee kommt, diesen in die Luft sprengen zu wollen. Er verlangt 50 Millionen Euro und einen Learjet der ihn nach Kuba bringt. Um klarzumachen wie ernst er es meint, erzählt er Landgräf, dass er seine Tochter lebendig begraben hat und es nur noch eine Frage der Zeit wäre, bis sie erstickt. Außerdem hat er noch andere Bomben in Köln verteilt. Martin Landgräf soll jetzt den Vermittler spielen und er setzt alles daran, die Situation unter Kontrolle zu bringen ohne dass Menschen sterben müssen. Und dann geht eine der Bomben hoch.....

"Amen" ist der erste Thriller des Krimiautors Rudi Jagusch. Ich kannte noch kein Buch von ihm, aber der Klappentext sprach mich direkt an und versprach eine spannende Lektüre. So ganz mein Fall war es dann aber doch nicht, aber das hat nur etwas mit meinem ganz persönlichen Geschmack zu tun.

Die Geschichte spielt überwiegend im Kölner Dom. Was mir sehr gut gefallen hat, war die Rückblende, in der man erfuhr, wie Roman Winter seine Frau kennen lernte. Ansonsten wurde in dem Buch unheimlich viel verhandelt und geredet. Dadurch erfuhr man auch sehr viel über die Charaktere, was ich wieder sehr positiv fand. Nero ist ein total durchgeknallter und sehr brutaler Typ, der auch nicht davor zurück schreckt, seine Frau zu verprügeln. Landgräf war am Anfang ein schrecklicher Jammerlappen, aber im Laufe der Handlung wandelte sich sein Charakter grundlegend.

Das Buch liest sich leicht und flüssig und ich war in kürzester Zeit am Ende der 385 Seiten angelangt. Aber so richtig gepackt hat mich die Geschichte leider nicht. Da das aber wirklich nur an meinem persönlichen Geschmack liegt vergebe ich trotzdem 3 von 5 Punkten. Handwerklich ist der Thriller wirklich gut, aber ich empfand ihn als etwas langweilig. Also kommt jetzt das, was ich fast immer am Ende schreibe: Bitte bildet euch eine eigene Meinung, denn die Geschmäcker sind verschieden.

© Beate Senft


dodinsky - Im Garten der Gedanken


Im Garten der Gedanken" ist ein Büchlein das uns daran erinnern soll, wie viel wir doch wert sind und dass wir etwas ganz
besonderes sind.

Die Sprüche sind wirklich schön und machen manches mal auch nachdenklich.
Dieser Spruch gefiel mir am Besten:
"Es gibt einen Ort namens Glück, der nur eine Armlänge von deinen Ängsten entfernt ist und sich ein paar Schritte jenseits deiner Bedenken befindet.
Auf dem Weg dorthin muss man manchmal den Pfad des Mutes bis zur Niemals-aufgeben-Straße gehen, um schließlich auf das Feld der Träume zu gelangen". (Zitat aus "Im Garten der Gedanken")


Abgerundet wird das Ganze von wunderschönen Bildern der Illustratorin Amanda Cass. Sie sind in Pastelltönen gehalten und verleiten zum Träumen.


Das Büchlein ist ein sehr schönes Geschenk für Menschen, die ein wenig Trost und Bestärkung brauchen. Ich vergebe 4 von 5 Byrons.

 
© Beate Senft

Happy Birthday Betty



Liebe Betty,

ich wünsche dir alles Liebe und Gute zu deinem Geburtstag. Genieße den Tag und lass dich mal so richtig verwöhnen. ♥

Knuddel und Knutsch
Beate

Annelie Wendeberg - Teufelsgrinsen


Dr. Anton Kronberg arbeitet Ende des 19. Jahrhunderts als angesehener Arzt für Infektionskrankheiten am Guy's Hospitel in London. Was niemand weiß: Anton heißt eigentlich Anna und da Frauen weder Medizin studieren noch als Arzt praktizieren dürfen verwandelte sie sich eben in einen Mann. Als sie zu einem Toten gerufen wird, der wahrscheinlich an der Cholera gestorben ist, trifft sie auf Sherlock Holmes. Die Beiden sind sich vom Charakter her sehr ähnlich und gemeinsam kommen sie einem schrecklichen Verbrechen auf die Spur.

Was für ein tolles Debüt der Autorin Annelie Wendeberg. Ich bin total begeistert. Gerade habe ich das Buch geschlossen und würde am Liebsten sofort eine Fortsetzung lesen. Der Autorin ist es perfekt gelungen die Umstände dieser Zeit einzufangen. Ich fühlte mich wirklich ins 19. Jahrhundert nach London versetzt. Ich spürte das Kopfsteinpflaster unter meinen Füßen, litt unter dem entsetzlichen Gestank, wich den stehlenden und bettelnden Kindergruppen aus, sah die grenzenlose Armut auf der einen und den maßlose Reichtum auf der anderen Seite. 

Der Schreibstil ist der Zeit perfekt angepasst und flüssig. Angepasst ist der Hauptcharakter allerdings gar nicht. Anna / Anton hat ihren / seinen eigenen Kopf und tut nur das was sie / er möchte. Am Tag arbeitet Anton als angesehener Bakteriologe und in der Nacht versorgt Anna als vermeintliche Krankenschwester die Ärmsten der Armen. Die Figur der Anna, ich bleib jetzt mal bei der weiblichen Form, war mir sofort sehr sympathisch. Sie lässt sich nichts gefallen und steht immer ihren Mann. Eine absolut ungewöhnliche Frau für diese Zeit.

Sherlock Holmes wird hier sehr introvertiert dargestellt, aber ich mochte ihn sofort. Ich fand es auch sehr interessant wie weit die Forschung damals war und was für Möglichkeiten Ärzte hatten. Die Beschreibung der Krankenhäuser war in erster Linie sehr erschreckend. Der Plot ist sehr gut durchdacht und stimmig. Das Buch ist wirklich ein wahrer Genuss und darum vergebe ich 5 von 5 Punkten, den Favoritenstatus und eine Leseempfehlung an alle, die Lesen können. Hoffentlich bekommen wir noch viele Geschichten von Anna / Anton Kronberg zu lesen. Ich kann den 2. Teil kaum erwarten. Beeilen sie sich bitte mit dem Schreiben Frau Wendeberg. 

© Beate Senft


Montag, 10. Februar 2014

Eyre Price - Roadkill


Daniel hatte viel Geld in der Musikbranche verdient, doch seine Scheidung und ein paar falsche Entscheidungen treiben ihn in den Bankrott. Daraufhin begeht er den größten Fehler seines Lebens. Er leiht sich Geld für ein neues Musikprojekt beim Boss der Russenmafia. Das Projekt wird ein Flop und er kann das geliehene Geld nicht zurück zahlen. Damit er sich klar darüber wird, was ihm droht, wenn er nicht schnellstens zahlt, hängt er plötzlich kopfüber vom 60. Stockwerk. Nur das Versprechen die Million Dollar in seinem geheimen Safe zu haben rettet ihm für kurze Zeit das Leben. Doch bei seiner Villa angekommen ist der Safe bis auf eine CD leer. Daniel kann fliehen und folgt den Spuren die er auf der CD vorfindet, denn am Ende soll sein Geld auf ihn warten. Ihm auf den Fersen sind der Lieblingsleibwächter des Mafiosi und ein komplett durchgeknallter Killer, die Daniel zurückbringen sollen. Hat er da überhaupt die geringste Chance?

Was für ein Buch. Da es im Verlag von Heyne Hardcore erschienen ist, war mir klar auf was ich mich einlasse und dass das Buch ziemlich blutig werden würde. Und ich wurde nicht enttäuscht. Ich bekam einen absolut durchgeknallten Roadtrip, den ich jede freie Minute genossen habe.


Daniel ist am Anfang ein riesengroßer Arsch. Aber im Laufe des Romans wandelt er sich. Man beginnt ihn immer besser zu verstehen und hofft plötzlich mit ihm. Auch Moog, der Leibwächter des Mafiosis ist mir mit der Zeit richtig ans Herz gewachsen, weil er immer seinen Prinzipien treu blieb. Nur Rabidoso, der wirklich irre und durchgeknallte Killer, der mit Moog zusammenarbeiten muss, habe ich von Anfang bis Ende gehasst.


Bei dieser Reise geht es um den Blues. Daniel fährt auf dem Blues-Highway quer durch den Süden der Vereinigten Staaten. Passend zu den verschiedenen Stationen findet man die Musiktitel bei Heyne Hardcore. Wirklich schöne Bluesstücke, die ich mir beim Lesen anhörte und die mich in die richtige Stimmung versetzten.


Ab und zu gleitet die Geschichte ins mystische. Man darf also nicht alles allzu ernst nehmen. Mir hat es gut gefallen, aber ich kann mir vorstellen, dass das manche Leser stört.


Für mich gehört das Buch "Roadkill" von Eyre Price zu den besten Büchern über Roadtrips die ich je gelesen habe. Es hat mich von der ersten bis zur allerletzten Seite gefesselt und auch nach dem Lesen wollte ich einfach noch nicht Abschied nehmen und hörte ich mir noch einmal die Bluesstücke an. Ich vergebe für dieses wirklich sehr gelungene Buch 5 von 5 Byrons, den Favoritenstatus und eine absolute Leseempfehlung an alle, die es gerne auch mal etwas blutiger haben.
Ganz großes Kino.


© Beate Senft

Samstag, 8. Februar 2014

Ich habe Lesen!




Au weia. Jetzt ist es offiziell. Ich habe Lesen. Wie es dazu kam?

Auf einer Facebookseite entdeckte ich dieses:
Influenza Bookosa - ein Leben mit Lesen

Da ich mittlerweile über 2700 Bücher besitze und auch einen Print-SuB von über 600 Büchern habe, von den eBooks fange ich erst gar nicht an, sprach mich die Seite direkt an. Es gibt dort einen Test, der einem direkt zeigt, ob man auch mit diesem hoch ansteckenden Virus infiziert ist. Jeder der sich oft mit einem Buch in der Hand erwischt, sollte diesen Test dringen machen. 

Hier findet ihr den Test:
Bist du infiziert? Teste dich selbst

Tja, was soll ich sagen? Mein Test fiel sehr eindeutig aus. Ich bin jetzt doch einerseits etwas beruhigt, weil meine Krankheit nun einen Namen hat, aber andererseits auch etwas beunruhigt, weil es keine Heilungschancen gibt. Aber wenigstens kann ich mich mit anderen Betroffenen austauschen.

Hier seht ihr das Ergebnis meines Tests:
lord-byrons-buchladen - Ergebnis der Untersuchung

Leute, seid vernünftig. Testet euch und geht an die Öffentlichkeit. Infizierte sollten sich nicht mehr verstecken müssen. Geht ganz offen mit eurer Krankheit um und schreit es in die Welt:

ICH HABE LESEN! 


Mittwoch, 5. Februar 2014

Sally Green - Half Bad Das Dunkle in mir


Nathan wird in eine Welt geboren, die von den weißen Hexen und Hexern kontrolliert wird. Schwarze Hexen und Hexer werden gejagt und getötet. Nathans Mutter ist eine weiße Hexe, seine Geschwister sind weiße Hexen und Hexer, doch Nathans Vater ist Markus, der mächtigste schwarze Hexer überhaupt. Und somit ist Nathan ein Halbcode und für den weißen Rat gefährlich. Früh nimmt sich seine Mutter das Leben und er wächst mit seinen Geschwister bei seiner Gran auf. Außer seiner Familie will fast niemand etwas mit ihm zu tun haben. Ist er wirklich so gefährlich? Muss er zwangsläufig böse werden? Oder er kann er selbst entscheiden was er sein möchte?

"Half Bad" ist ein Jugendbuch und das merkt man auch. Die Sprache ist einfach gehalten, aber zeitweise ist die Handlung doch auch recht brutal. In dieser Welt gibt es ganz klare Regeln: Weiß ist gut - schwarz ist böse. Aber natürlich wird im Laufe der Geschichte klar, dass es eben nicht so ist.

Was mich sehr geschockt hat, waren die Bekanntmachungen des weißen Rates. Erst mussten schwarze Hexen in Listen kenntlich gemacht werden, dann musste jeder Kontakt mit einem Schwarzen dem Rat gemeldet werden. Es wurde aber noch schlimmer. Die Schwarzen durften sich nicht mehr vom Fleck rühren, ohne vorher die Genehmigung des Rates einzuholen. Und so geht es immer weiter. Ich habe mich beim Lesen sehr darüber aufgeregt.
Natürlich lässt sich das alles ganz einfach auf die heutige Gesellschaft übertragen, denn solche Ungerechtigkeiten und diesen Hass vor Menschen die anders sind gibt es leider immer und überall.

Nathan hat eine gewisse Tiefe, auch wenn die anderen Charaktere eher blass bleiben. Aber da man immer hautnah bei Nathan dabei ist, ist das auch nicht weiter verwunderlich. Was mir nicht ganz so gut gefallen hat, waren die schrecklich vielen und langen Kampfphasen. Das langweilte mich mit der Zeit und ich merkte, dass ich sie irgendwann nur noch überflog. Ansonsten fand ich den Plot ziemlich gut ausgearbeitet.

Half Bad - Das Dunkle in mir ist der erste Teil einer Reihe. Ich vermute, dass es wohl 3 Teile werden, aber ich denke nicht, dass ich unbedingt wissen muss wie es weiter geht. Meine Neugierde hält sich wirklich in Grenzen. Trotz allem vergebe ich für dieses Buch 3 von 5 Byrons, denn es hat mir gut die Zeit vertrieben, aber überragend war es eben nicht. Der Debütroman von Sally Green ist ein solides Jugendbuch das man lesen kann aber nicht unbedingt muss. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden.

© Beate Senft
                          


Montag, 3. Februar 2014

Micha Krämer - Tod im Lokschuppen


Nach dem Tod ihres Vaters kehrt die Polizisten Nina Moretti, von Köln zurück in ihre Heimatstadt Betzdorf. So kann sie sich etwas um ihre Mutter kümmern. Gleich am ersten Tag kommt die junge Frau zu spät um dann sofort zu einer Leiche geschickt zu werden. Na das fängt ja gut an. Im alten Lokschuppen steht sie einer schrecklich zugerichteten Leiche gegenüber. Schnell finden sie heraus, dass es die Leiche eines reichen Geschäftsmannes aus der Gegend ist und zugleich der Vater von Ninas früherer besten Freundin. Nina und ihr neuer Kollege Hans Peter Thiel beginnen zu ermitteln. Kurz darauf gibt es eine weitere Leiche. Hatte der tote Pfarrer etwas mit dem anderen Mord zu tun?

Nachdem ich in einer Leserunde mit Autor das Buch "Über deine Höhen" von Micha Krämer lesen durfte und total begeistert davon war, war ich schrecklich neugierig auf die Krimis um Nina Moretti. Aber irgendwie fehlte immer die Zeit. Aber nachdem ich die ersten 4 Bände geschenkt bekam und sie so in meinem Regal standen, musste ich einfach den ersten Band schnappen und lesen. Mussten eben die anderen Bücher ein wenig warten. Und ich wurde nicht enttäuscht.

Nina, ihre Kollegen und ihre Mama sind Menschen, wie man sie gerne im wahren Leben kennen würde. Sehr sympathisch, sehr "normal" und mit Nina konnte ich mich sofort identifizieren. Sie ist eine Frau so richtig nach meinem Geschmack und trägt ihr Herz am rechten Fleck. Ganz besonders hat es mir Alexandra angetan. Sie ist eine Figur, die man einfach mögen muss. Es wäre toll, wenn sie in den weiteren Bänden auch noch dabei wäre.

Aber nicht nur die Figuren sind sehr gut gezeichnet und werden wohl im Laufe der Zeit auch noch etwas mehr Tiefe erhalten, sondern auch der Schreibstil hat mich sofort angesprochen. Flüssig und einfach zu lesen saust man durch diesen Westerwaldkrimi.

Den Plot fand ich sehr gut ausgearbeitet und stimmig. Ich wäre niemals auf die Hintergründe gekommen. Nur in einem muss ich dem Autor widersprechen: "Eine Frau mit Ninas Locken hat niemals in 5 Minuten ihre Haare getrocknet. Auch nicht mit einem Turboföhn" :-,

Am Liebsten würde ich mir sofort den nächsten Band schnappen und gleich weiter lesen, denn diese Reihe macht süchtig. Leider sind jetzt erst einmal andere Bücher dran. Für diesen tollen Einstieg in die Nina-Moretti-Reihe vergebe ich 5 von 5 Byrons und eine absolute Leseempfehlung für alle die gerne gut durchdachte Krimis lesen. Ich bin jedenfalls begeistert.

© Beate Senft                               

Samstag, 1. Februar 2014

Lauren Beukes - Shining Girls




Lee Harper ist ein Sadist. Er lebt zur Zeit der großen Depression und hat ein merkwürdiges Erlebnis. Es ist fast, als hätte er eine Stimme im Kopf, die ihm einen Schlüssel besorgt und ihn zu einem speziellen Haus lotst. Das besondere an dem Haus? Es lässt ihn in jede Zeit reisen in die er möchte. Er muss einfach nur fest daran denken, wenn er durch die Tür tritt. Das Haus schickt ihn zu verschiedenen Mädchen, die er auf brutalste Art und Weise mit seinem Messer tötet. Doch bald bekommt er ein Problem. Kirby hat überlebt und versucht herauszufinden wer sie töten wollte. Sie kommt Harper schon bald auf die Spur, aber niemand will ihr glauben, dass ihr Mörder durch die Zeit reisen kann.

Das Buch hat viele gute Bewertungen und der Klappentext hörte sich sehr vielversprechend an. Aber leider konnte mich das Buch nicht wirklich begeistern. Ich hatte große Schwierigkeiten in die Geschichte zu kommen und wurde mit den Protagonisten auch nicht warm. Man reist ständig mit Harper durch die Zeit, so dass ich nicht immer genau wusste wo er gerade war. Ständig lernt man neue Charaktere kennen, die auch schon kurz darauf wieder sterben.


Die Grundidee des Buches fand ich recht interessant. Er irrer Sadist reist durch die Zeit um junge Frauen zu töten. Klar, dass er sich ziemlich sicher war, nie geschnappt zu werden. Aber leider hapert es ganz gewaltig mit der Umsetzung. Statt nach ihrem Mörder zu suchen verbringt Kirby sehr viel Zeit mit dem Journalisten Dan, mit dem sie sich Baseballspiele ansieht oder der über Baseball erzählt. Eigentlich ging sie als Praktikantin zur Zeitung um besser recherchieren zu können, sucht sich dann aber einen Sportjournalisten aus, weil der vor vielen Jahren über Morde berichtete. Na, ja. Wer sich für Baseball interessiert wird begeistert sein.


Den Schreibstil empfand ich als sehr holprig und am Anfang fehlte mir ganz einfach der rote Faden. Was mich noch ganz schrecklich störte waren die vielen Analogien. Das hätte gerne weniger sein können. Ihr wollt ein Beispiel? Bitte sehr:
"Sein Kopf fühlt sich so schwer an wie in Terpentin aufgeweichtes Brot." (S. 52)Oder:
"Die Wolken ziehen wie Boote mit aufgeblähten Segeln tief über den See." (S. 168)Oder:
"Er lässt sie in den freien Fall stürzen wie ein Aufzug, dessen Zugkabel durchgeschnitten wurden." (S. 199)
Das blähte den ganzen Roman so schrecklich auf. Würde man all die leeren Worthülsen weglassen, wäre das Buch nur halb so dick.


Je länger ich über dieses Buch nachdenke, desto weiter rutscht die Bewertung nach unten. Was hat mich an dem Buch fasziniert? Außer die Grundidee eigentlich nicht viel. Darum vergebe ich 2 von 5 Byrons und bitte jeden den der Klappentext anspricht, das Buch selbst zu lesen. Denn die Geschmäcker sind verschieden und diese Bewertung gibt nur meine persönliche Meinung wieder.


© Beate Senft                           



Dienstag, 28. Januar 2014

Barbara Büchner - Die Weihnachtsbraut

Fiona ist fast 40 Jahre alt, als ihre Tante in ihrem Namen, aber ohne ihr Wissen auf eine Heiratsannonce antwortet. Fiona ist wütend, trifft sich aber trotzdem mit Maurice Mersenbeck. Sie lernt in ihm einen Mann kennen, der ihr seltsam emotionslos vorkommt und dessen Alter sie unmöglich schätzen kann. Er lädt sie ein, Weihnachten bei ihm und seiner Familie zu verbringen. Doch plötzlich quälen Fiona seltsame Träume und sie erfährt, dass sie nicht die erste Frau ist, die Weihnachten mit den Mersenbecks verbringen soll. Von den anderen Frauen hat man nie mehr etwas gehört oder gesehen......

Der Klappentext des Buches hörte sich so toll an und als Voodoo Press es zu einem Sonderpreis verkaufte, schlug ich zu. Leider war das Buch so ganz anders als erwartet. Ich dachte, es geht so in Richtung Blackbeard, aber das war ein großer Irrtum. Es war schon spannend, aber zuerst irritierte es mich sehr stark, dass ich es keiner Zeit zuordnen konnte. Erst dachte ich, es müsse Ende 19. Jahrhundert spielen, aber dann gab es plötzlich Hochhäuser und Microfiche.

Es scheint jedenfalls in keiner uns bekannten Welt zu spielen. Es gibt dort sehr fremdartige Dinge und so etwas wie Mutanten. Außerdem gibt es sehr langatmige Passagen, die es nicht unbedingt gebraucht hätte. Die Figuren fand ich sehr interessant. Vor allen Dingen Maurice und sein Cousin Marcel. Die Beschreibungen fand ich auch sehr gelungen und plastisch. Eigentlich möchte ich 3,5 Byrons vergeben. Da das aber nicht geht gibt es 3 von 5 Byrons und den Hinweis, es bei Interesse doch am besten selbst zu testen.

© Beate Senft                             

Montag, 27. Januar 2014

Jan Oldenburg- Totentrickser


Die Heldentruppe, bestehend aus Falfnin dem Wichtelmeisterdieb, Selphyne die Gnomenmagierin, dem Zwergenkrieger Brom "die Axt" Stahlbart und Bolgur dem Barbarenkrieger, macht sich auf den Weg zu ihrem Erzfeind den Totenbeschwörer Thanatos. Und dieses Mal gelingt ihnen das, was sie schon so oft versucht hatten: sie töten den Totenbeschwörer. Dummerweise drückt er der Heldentruppe, kurz vor seinem Ableben, seine Tochter Nania aufs Auge. Die kleine Nachtelfe ist nicht gerade begeistert, dass sie mit den Leuten gehen soll, die ihren Vater auf dem Gewissen haben und nimmt sich vor, ihnen das Leben so schwer wie möglich zu machen. Doch es nutzt nichts, denn die Helden hatten Thanatos versprochen seine Tochter bei ihren Verwandten abzugeben. Unterwegs entpuppt sich Nania als echtes Teufelskind, aber das ist nicht das einzige Problem der Truppe. Denn jeder Verwandte auf ihrer Liste stirbt, bevor er Nanina bei sich aufnehmen kann. Ob da alles mit rechten Dingen zugeht?

"Die Totentrickser" von Jan Oldenburg ist sicherlich nicht für jeden geeignet. Man sollte schon den skurrilen Humor des Autors teilen und auch nichts gegen irren Slapstick haben. Dann wird man mit herrlichen schrägen Sprüchen und einer absolut irren Geschichte belohnt, die mich oft laut auflachen ließ.

Die Figuren sind total schräg drauf und jeder hat so seine Macken. Man kommt sich oft vor, als wäre man mitten in einem Pen and Paper Rollenspiel. Die Dörfer und Städte auf die die Gruppe trifft sind genauso verrückt wie ihre Einwohner. Ich habe mich wirklich köstlich amüsiert.

Der Schreibstil ist flüssig und total überdreht. Das muss man wirklich mögen, sonst ist man schnell genervt. Ich bin jedenfalls so begeistert, dass ich so schnell wie möglich auch das Buch "Fantastik AG" von Jan Oldenburg lesen möchte. Ich vergebe 4 von 5 Byrons für diese verrückte Fantasykomödie und freue mich schon richtig auf den neuen Lesespass des Autors.

© Beate Senft                               


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Jan Anderson - Hilfe, mein Kaktus hat Herpes



Guter Rat ist teuer - aber nicht im Internet!
Ob die Katze zu laut furzt, die Warze zu weit wandert, der Nachbar zu laut poppt oder der Diesel nach Salatöl stinkt....... Wie absurd die Frage auch sein mag, das WWW spuckt garantiert und kostenlos eine noch absurdere Antwort aus.
Tauschen sie ein in die Abgründe deutscher Webforen, und erfahren sie aus erster Hand, was ihre Mitmenschen bewegt! (Klappentext)

Der Titel des Buches hörte sich sehr witzig an und da ich ein großer Fan von "SMS von  gestern Nacht" und "Facebook Webfail" bin dachte ich, dass das Buch sicherlich genauso witzig ist. Immerhin gibt es da Kategorien wie:
Mein Nachbar wohnt nebenan - Vom Geraniendschungel auf dem Balkon bis zu nächtlichen Stöhngeräuschen
Stars in der Manege - Von furzenden Katzen bis zur fachgerechten Entsorgung toter Riesenfische oder
Mein Style ist geil - Von quietschenden Haaren bis zu ausgestopften Badehosen

Leider hört sich das aber lustiger an als es ist. Auf jeden Fall sollte man das Buch nicht in einem Rutsch lesen, sonst wird es schnell langweilig. Aber jeden Abend vor dem Einschlafen 2 bis 3 Seiten sind perfekt. Ich habe mich oft gefragt, ob die Fragen wirklich so gestellt wurden. Andererseits habe ich selbst schon unglaubliches im Internet gelesen. Vor allen Dingen wenn die Leute unter Pseudonym schreiben. Da haben sie oft keine Hemmungen mehr. 

Ich vergebe für diese Nachttischlektüre 3 von 5 Byrons, da noch deutlich Luft nach oben war. Trotzdem habe ich mich des öfteren amüsiert. Ob man darüber lachen kann oder nicht, muss jeder für sich selbst herausfinden.

© Beate Senft              


Sonntag, 26. Januar 2014

Peter Dubina - Der schwarze Spiegel

Alan Bates bekommt eine Dozentenstelle an der Universität von New York. Netter weise hat ihm sein guter Freund und Kollege Borden Ansteen angeboten, dass Alan bei ihm und seiner Frau Elizabeth leben kann. Doch kurz nach seinem Einzug beginnen seinen Albträume. Er sieht wie der Prediger Savonarola hingerichtet wird. Als er dann nachts auch noch Klopfgeräusche hört, bekommt er Angst und wendet sich an einen Kollegen. Er ahnt nicht, was ihm alles noch bevorsteht....

Der Klappentext zu dem Buch hörte sich richtig toll an und so freute ich mich, dass ich das Buch von dotbooks zur Verfügung gestellt bekommen habe. Ganz so doll war es dann aber leider nicht. Es las sich eher wie ein Groschenroman und es gab sehr seltsame Metaphern wie zum Beispiel: "..... und in den fanatisch bleckenden Augen, die unter vorgewölbten......." (Seite 37)  oder  "..... als ihn auch schon das scharfe Klingeln des Telefons....." (Seite 39) und auch " .....und der Buick stob mit aufheulenden Reifen...." (Seite 59). Zeitweise gab es eine abenteuerliche Kommasetzung und auch andere Fehler fand ich beim Lesen, so dass kaum ein Lesefluss entstehen konnte. 

Die Charaktere bleiben ziemlich blass, was ich aber bei den wenigen Seiten des Buches vollkommen verstehen kann. Bei 117 Seiten kann man keine Zeit auf eine ausufernde Charakterbeschreibung verschwenden. Auch nervte es nach einiger Zeit, dass die Personen immer mit vollem Namen erwähnt wurden. Da hieß es nicht einfach mal Alan oder Borden, sondern immer Alan Bates und Borden Ansteen. Die Idee, die hinter der Geschichte steckt, fand ich allerdings sehr gut. Nur bei der Umsetzung haperte es. Ich fand das Buch nicht sonderlich spannend noch gruselig und für mich, als Freund des Genre Horrors, auch sehr vorhersehbar. 

Es tut mir wirklich sehr leid, dass es so viel negatives zu berichten gibt, denn ich schreibe viel lieber positive Rezensionen und schwärme von einem Buch. Hier kann ich leider nicht mehr als 2 von 5 Byrons geben. Vielleicht bin ich ja mittlerweile zu verwöhnt, darum sollte sich bitte jeder seine eigene Meinung bilden. Denn was mir nicht gefällt, kann andere vielleicht begeistern.

© Beate Senft                         



Siegfried Langer - Leide!

Sabrina Lampe wollte eigentlich zur Polizei, doch ihr fehlte leider ein einziger Zentimeter zur Mindestgröße. Darum arbeitet sie jetzt als Detektivin.  Meistens observiert sie untreue Ehepartner, oder arbeitet als Kaufhausdetektiv. Als ihre etwas gewöhnungsbedürftige Nachbarin sie bittet nach ihrem Neffen Patrick zu sehen, weil der sich seit einiger Zeit nicht mehr meldet, weiß sie noch nicht auf was sie sich einlässt, denn schon bald schwebt sie in Lebensgefahr.

Als Siegfried Langer sein neues eBook an Leute verschenkte, die schon Bücher von ihm rezensiert haben, meldete ich mich auch, denn die beiden Psychothriller "Vater, Mutter, Tod" und Sterbenswort" fand ich unglaublich gut. Ich war dann auch so neugierig, dass ich gleich mit dem Lesen begann und war schnell in der Geschichte gefangen. 

Sabrina Lampe ist sehr sympathisch. Sie hat ihre kleinen Macken und Fehler, was sie sehr authentisch macht. In ihrem Familienleben läuft auch nicht alles rund und zur Zeit hat sie Probleme mit ihrer 15-jährigen Tochter. Welche Eltern kennen das nicht, wenn sie Töchter im entsprechenden Alter haben?

Mit seinem Bösewicht ist dem Autor ein Psychopath erster Klasse gelungen. In Rückblenden erfährt man dann warum der brutale Mann so handelt. Ich möchte jetzt keine Namen nennen um niemanden den Spaß zu nehmen. Aber er ist sehr einfallsreich und richtig bösartig. 

Manche Leser haben sich über sehr viele Fehler beschwert und eigentlich fallen mir die auch immer auf, darum vermute ich, dass es vielleicht 2 verschieden Versionen gibt, denn ich habe nur einen einzigen Fehler gefunden, obwohl ich extra darauf geachtet hatte.

Der Schreibstil des Autors ist sehr fesselnd und so manchmal hätte ich mir gewünscht das Beschriebene nicht vor mir zu sehen. Der Spannungsbogen blieb konstant oben, aber durch die anderen beiden Bücher des Autors hat mir etwas das Psychospiel gefehlt. Darum vergebe ich für Leide! 4 von 5 Punkten und hoffe auf viele weitere Bücher des Autors. So wie Sabrina eingeführt wurde denke ich, dass wir es hier mit dem ersten Teil einer Serie zu tun haben, was mich sehr freuen würde. 
Bitte mehr davon Herr Langer. 

© Beate Senft                             



Donnerstag, 23. Januar 2014

Kôji Suzuki - Der Graben








In den USA verschwinden immer wieder Menschen, ohne jede Spur. Derweil beobachten Astronomen seltsame, beängstigende Himmelsphänomene. In Japan häufen sich ähnliche Vorkommnisse. Die junge Saeko soll für eine Fernsehsendung das Verschwinden einer ganzen Familie untersuchen. Schritt für Schritt gerät sie in einen unfassbaren Albtraum, der globale Ausmaße annimmt. Als der San-Andreas-Graben von einem Beben erschüttert wird, spitzen sich die Ereignisse zu einem Crescendo des Grauens....

Ich musste leider auf den Klappentext zurückgreifen, denn auch nach der Lektüre dieses Buches, kann ich immer noch nicht wirklich sagen um was es eigentlich geht. Dabei stand das Buch auf meiner Wunschliste und als mich der Heyne-Verlag fragte, ob ich das Buch rezensiere möchte, war ich total aus dem Häuschen vor Freude. Schon alleine, weil auf dem Cover steht: Der japanische Stephen King kehrt zurück und ich ein großer Fan des Meisters des Horrors bin.

Tja. Bekommen habe ich das langweiligste Buch, das ich jemals gelesen habe. Was man in dem Buch wirklich zu Genüge bekommt, sind wissenschaftliche und mathematische Begriffe und Erklärungen. Irgendwie stimmt die Mathematik nicht mehr, bei Pi gibt es eine Unregelmäßigkeit, deshalb verschwinden Sterne und dadurch…… ja was eigentlich? Das groß angekündigte Beben erstreckte sich auf 2 oder 3 Seiten des Buches und alles andere ist eigentlich ständig dem Zufall überlassen.

Die Protagonisten wissen nicht mehr weiter? Kein Problem, der Zufall hilft. Ganz gewöhnliche Menschen erkennen plötzlich die komplexesten mathematischen Zusammenhänge und auch in der größten Gefahr werden mathematische Formeln durchdacht. Nein, das war leider gar nichts.

Der Plot war total unlogisch, der Schreibstil verwirrend, die Charaktere blieben leider blass und austauschbar, ständig kamen neue Personen ins Spiel, die im Endeffekt nur Lückenfüller waren und im Großen und Ganzen konnte alles immer nur mit Hilfe des Zufalls gelöst werden. Es tut mir wirklich sehr leid, aber mehr als 1 von 5 Byrons kann ich leider nicht vergeben. Und den gibt es für die Arbeit, die sich der Autor mit dem Tippen des Textes gemacht hat. Statt Horror und Spannung gab es leider nur 592 Seiten gähnende Langeweile. Es war eine einzige Qual.

©Beate Senft                    


Dienstag, 21. Januar 2014

Eoin Colfer: WARP - "Der Quantenzauberer" (Buchtrailer)

Joel Dicker - Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert





Marcus Goldmann ist der neue Star am Schriftstellerhimmel. Mit seinem ersten Buch hat er gleich einen Bestseller gelandet. Doch als er sich daran macht sein zweites Buch zu schreiben bekommt er das was alle Schriftsteller am Meisten fürchten: eine Schreibblockade. Da erinnert er sich an seinen Freund, Lehrer und Mentor, den Schriftsteller Harry Quebert und fährt zu ihm in das kleine Örtchen Aurora. Doch Harry hat im Moment eigene Sorgen. Auf seinem Grundstück wurde die Leiche der 15-jährigen Nola gefunden, die vor 33 Jahren spurlos verschwand. Als heraus kommt, dass die Beiden ein Liebespaar waren ist für alle klar: Harry ist der Mörder. Er kommt ins Gefängnis und Marcus setzt alles daran, die Unschuld seines Freundes zu beweisen.

Wenn ein Buch als literarische Sensation angepriesen wird, bin ich immer sehr vorsichtig und habe oft keine Lust das Buch zu lesen. Doch als ich "Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert" als Rezensionsexemplar angeboten bekam, griff ich dann doch zu. Zum Glück, denn ich habe schon lange nicht mehr so ein unglaublich gutes Buch gelesen.

Hier stimmt wirklich alles. Die Charaktere sind sehr vielschichtig erarbeitet und haben sehr viel Tiefe. Die Bewohner des kleinen Städtchens Aurora sind mir alle ganz schnell ans Herz gewachsen. Na gut, nicht alle. Aber die Meisten. Der Schreibstil ist wunderbar und bildhaft. Man sieht alles vor sich, hört die Möwen schreien und kann sogar beim Lesen das Meer riechen. Der Plot ist gut durchdacht, spannend und abwechslungsreich, da er immer wieder zwischen den Jahren 1975 und 2008 hin und her wechselt. Es gibt einige überraschende Wendungen, die mich bald zur Verzweiflung trieben. Immer wenn ich dachte, jetzt habe ich die Lösung, war alles doch wieder ganz anders.

Eine Kleinigkeit fand ich nervig, die aber eher auf den Übersetzer zurückzuführen ist. Und das ist das ständige "Sie" zwischen den Protagonisten. Harry und Marcus kennen sich seit über 30 Jahren und sagen immer noch Sie zueinander? Oder auch Nola und Harry. Sie ist schrecklich verliebt in ihn, die Beiden sind sich sehr nahe und sie sagt immer Sie? Das fand ich total unrealistisch und richtig störend. Aber das war wirklich der einzige Punkt, über den ich meckern kann.

Das Buch "Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert besticht durch seine Figuren, seinen abwechslungsreichen Plot und dem tollen Schreibstil. Darum vergebe ich 5 von 5 Byrons, den Favoritenstatus und eine ganz klare Leseempfehlung für alle, die sich von 736 Seiten nicht abschrecken lassen. Glaubt mir, es war keine einzige Seite davon zu viel oder zu wenig.

© Beate Senft