Montag, 23. Juni 2014

Nikolas Preil - Amok Snuff [Beate]




Joachim Ringleder ist auf dem Weg nach Hause, als er spontan beschließt eine andere Bahn zu nehmen um sich in der Videothek ein paar Aktionfilme auszuleihen. Warum auch nicht? seine Freundin besucht mal wieder übers Wochenende ihre Eltern und er kann es sich dann zu Hause so richtig gemütlich machen. Wie falsch diese Entscheidung war, merkt er ziemlich schnell, denn auf dem Weg von der Videothek nach Hause wird er verfolgt. Er kann sich gerade noch so in eine Kneipe retten aber das war so gar keine gute Idee, denn hier werden gerade Menschen abgeschlachtet. Kann Joachim entkommen, oder wird er auch ein Opfer des Clown, der seit Wochen wahllos Menschen abschlachtet?

Den ersten Band der Monster, Mörder, Mutationen-Reihe "Bierbrut" fand ich einfach genial. Darum war mir auch vollkommen klar, dass ich den zweiten Teil der Reihe unbedingt lesen muss. Während bei "Bierbrut" der Ekelfaktor sehr hoch war, geht es bei "Amok Snuff" ziemlich brutal zur Sache. Es folgt Schlag auf Schlag und man hat kaum Zeit Luft zu holen.

Joachim Ringleder ist ein ganz normaler Typ. Eher schon ein kleines Weichei. Und dieser Kerl stolpert von einer brutalen Situation in die nächste. Seine größte Angst ist es, dass die Typen seine Freundin Frieda in die Finger bekommen, denn scheinbar schrecken diese Kerle vor nichts zurück.

Aber nicht nur Joachim und Frieda stehen im Mittelpunkt der Geschichte. Kommissar Daniels ist auch ein sehr interessanter Typ. Er bekam die Leitung des Clown-Falls übertragen und versucht herauszufinden was dahinter steckt. Ständig taucht irgendwo ein Clown in schwarzem Overall auf und töten jede Menge Menschen um sich herum. Egal ob in einem Einkaufszentrum, einer Kneipe oder sonstigen Orten. Währen die Überlebenden panisch durch die Gegend rennen, kann der Clown unerkannt entkommen. Wer steckt hinter der Maske und was ist der Sinn dieser Amokläufe? Will sich hier jemand im großen Stil rächen?

Schauplatz der Geschichte ist wieder einmal Hamburg und da geht es ganz schön zur Sache. Der Autor hat sich wirklich was einfallen lassen um seine Leser zu schocken. Da werden Menschen nicht einfach nur erschossen, nein sie werden gefoltert, zerstückelt und es wird jede Art von Grausamkeit angewandt. Ab und an werden auch Ereignisse aus "Bierbrut" erwähnt. Jeder Teil ist zwar eine in sich abgeschlossene Geschichte, aber der Autor nimmt immer wieder Bezug auf die anderen Geschichten. Darum lohnt es sich, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Das ist aber kein muss, denn man kann der Handlung auch sehr gut ohne den anderen Teilen folgen.

Das Buch ist sicherlich nichts für schwache Nerven. Eigentlich leide ich immer entsetzlich mit den Opfern, aber dieses mal tat mir eigentlich nur einer so richtig leid. Wer das war, werde ich euch aber nicht verraten. Nikolas Preil schafft es wieder mich total zu überraschen. Immer wenn ich dachte ich weiß jetzt endlich wo die Reise hin geht trat eine Wendung ein, mit der ich niemals gerechnet hätte. Auch das Ende war so ganz anders als gedacht.

Ich vergebe für dieses wirklich sehr brutale aber auch wahnsinnig spannende Buch 5 von 5 Byrons und eine Leseempfehlung für alle hartgesottenen Horror- und Thrillerfreunde. Man muss echt einiges ab können um das Buch zu lesen. Aber wenn man das kann wird man mit einer interessanten und außergewöhnlichen Geschichte überrascht, die unter die Haut geht. Ich freue mich jetzt schon sehr auf Teil 3 der Reihe. "Das Fremde" wird am 09.07.14 erscheinen. 

1. Bierbrut 
2. Amok Snuff
3. Das Fremde

© Beate Senft                              

Samstag, 21. Juni 2014

Cassandra Negra - Die Lust des Bösen [Beate]


Lea Lands großer Traum war es immer als Profilerin beim LKA zu arbeiten. Direkt nach dem Studium erfüllt sich ihr Traum und sie wird auch gleich mit ihrem ersten Fall konfrontiert. Eine Frau wird auf unvorstellbar grausame Art getötet und im ehemaligen Fahrerbunker Hitlers, in den Katakomben unter Berlin, in Szene gesetzt. Ist der Mörder im Umfeld der Nationalpartei zu suchen? Bald darauf gibt es eine 2. Leiche und Lea befürchtet Jack, der Chef der Nationalpartei könnte mehr über die Morde wissen. Doch trotz allem beginnen die beiden eine Affäre miteinander. Bringt sich Lea in Gefahr? Was steckt hinter diesen Morden?

Ich freute mich sehr, dass ich bei der Leserunde des Jerry Media Verlags dabei sein durfte, denn bisher hatte ich nur super tolle Bücher von diesem Verlag gelesen. Aber leider kann nicht jedes Buch ein Volltreffer sein und "Die Lust des Bösen" und ich passen definitiv nicht zusammen. Ich habe schon viele Bücher gelesen in denen man von Anfang an den Mörder kennt und das kann durchaus spannend sein. Hier ist es der Autorin leider nicht gelungen mich als Leser zu fesseln und die Jagd nach dem Mörder spannend zu gestalten.

Ich finde, die Autorin verliert sich zu viel in Nebensächlichkeiten. Da muss der Leser eine Parteirede mitverfolgen oder auch eine Pressekonferenz in voller Länge, Leas Gedanken kreisen mehr um Jack als um den Fall und für meinen Geschmack gab es auch viel zu viele Sexszenen. Den Schreibstil empfand ich jetzt nicht direkt als langatmig, aber ich ertappte mich immer wieder dabei, dass ich anfing querzulesen.

Die Charaktere werden sehr ausgiebig beschrieben und es gibt eigentlich keinen Hauptcharakter. Mal begleitet man Max, Lenas Kollegen, dann Lena oder Jack und dann ist man wieder beim Mörder. Auch empfand ich vieles als unlogisch. Ich konnte weder miträtseln noch mitfiebern und obwohl die Morde schrecklich brutal waren ließen sie mich ziemlich kalt.  Warum das so war kann ich nicht sagen. Ich denke, wir sind einfach nicht kompatibel. Sowas gibt es ja durchaus.

Ich weiß, dass einigen Leuten aus der Leserunde das Buch richtig gut gefallen hat. Das ist also wieder so ein Buch, bei dem man es auf jeden Fall selbst versuchen sollte, wenn einem der Klappentext anspricht. Den fand ich übrigens total klasse. Trotzdem kann ich dem Buch leider nur 2 von 5 Byrons vergeben. Mir tut das immer sehr leid, weil ich weiß wie viel Herzblut ein Autor in seine Arbeit steckt. Ich hoffe, ich bin ein Einzelfall und wünsche der Autorin viel Erfolg mit ihren Büchern.

© Beate Senft                           

Dienstag, 17. Juni 2014

Nikolas Preil - Bierbrut [Beate]



Bernd ist weit von einer Glückssträhne entfernt. Seine Frau hat ihn wegen eines anderen Mannes verlassen, seine geliebten Kinder darf er nur am Wochenende sehen und arbeitslos ist er auch noch. Da das Arbeitslosengeld ausläuft, macht er sich verzweifelt auf die Suche nach einem Job, was gar nicht so einfach ist. Doch dann scheint er endlich mal wieder Glück zu haben. Er bekommt eine Stelle als Bierlieferant für ein neues, lokales Bier inklusive Firmenwagen und einer Kiste Bier pro Woche für sich selbst. Na, wenn das kein Traumjob ist. Es läuft auch alles super. Die Kneipenwirte bestellen immer wieder und alle sind ganz verrückt nach diesem Bier. Doch dann geschehen seltsame Dinge. Erst in Bernds Umgebung und dann mit ihm selbst.......

Ich machte gerade eine schwere Zeit durch, weil mein geliebtes Katerchen sehr krank war und konnte mich auf kein Buch konzentrieren. Dabei wäre die Ablenkung wirklich super gewesen. Dann erinnerte ich mich an "Bierbrut", den ersten Band der Reihe "Monster, Mörder, Mutationen" von Nikolas Preil, das ich mir kurz zuvor als eBook runtergeladen hatte. Einen Versuch wollte ich noch machen. Das Buch ist nicht dick und Horror geht doch eigentlich immer. Und ich wurde, zum Glück, nicht enttäuscht.

Von der ersten Seite an hatte mich das Buch in seinen Bann geschlagen. Langsam aber sicher baut sich eine unerträgliche Spannung auf, die sich dann in einem großartigen Finale entlädt. Der Autor verzichtet ganz auf schmückendes Beiwerk. Jedes Wort ist wichtig für die Geschichte. So konnte überhaupt keine Langeweile aufkommen. Durch den flüssigen Schreibstil flog ich geradezu von Seite zu Seite und konnte wirklich für kurze Zeit meine Angst um den Kater in den Hintergrund schieben. 

Die Geschichte ist der Knaller. Von so einem Bier hatte ich zuvor noch nie gehört und es gefiel mir außerordentlich gut. Von Bernd erfahren wir eine ganze Menge währen die anderen Charaktere eher im Hintergrund bleiben. Und das ist auch gut so. Wie bei diesen Geschichten üblich, muss man sich von dem Einen oder Anderen verabschieden. Einen guten Rat gebe ich euch aber: Bitte lasst das Essen während des Lesens. Ich begann das Buch mitten beim Frühstück und war an den entsprechenden Stellen zum Glück fertig. Der Ekelfaktor ist teilweise schon recht hoch. 

Eigentlich spricht das alles für 5 Byrons und ich habe lange überlegt ob ich sie geben soll. Eigentlich möchte ich mir gerne noch etwas Luft nach oben lassen, aber da es wirklich nichts zu meckern gibt wäre es unfair nur 4 Byrons zu vergeben. Vor allen Dingen, weil mich die Story immer noch beschäftigt und ich die ganze Zeit schon überlege wie es manchen Charakteren wohl jetzt geht. Also dann doch 5 von 5 Byrons für "Bierbrut" und eine Leseempfehlung für alle Fans von Lee und co. Leute mit empfindlichem Magen sollten besser die Finger davon lassen.

Ich freue mich schon sehr auf den nächsten Band "Amok Snuff" der auch schon auf meinem Reader wartet und bin sehr gespannt, was Nikolas Preil für seine Reihe " Monster, Mörder, Mutationen" noch so alles ausgeheckt hat.                

© Beate Senft                              

Freitag, 13. Juni 2014

Christian Endres (Autor) & Uwe Voehl (Hrsg.): Crazy Wolf - Bestien auf der Flucht [Betty]



Erst einmal vielen Dank an Bastei Lübbe, dass ich an der Blogger-Aktion teilnehmen darf.

Es ist einige Zeit vergangen, seit wir Jackson in "Crazy Wolf - Die Bestie in mir" verlassen haben. Es hat sich einiges getan. Jetzt muss er sich nicht mehr nur um sich selbst kümmern, sondern auch noch um eine weitere Bestie. Einen Jungen. Und auch dieses Mal ist es nicht einfacher. Jackson und Danny geraten von einer schlimmen Situation in die nächste.

Ich hatte vergangenes Jahr schon "Crazy Wolf - Die Bestie in mir" gelesen und wohlwollende 4 Punkte vergeben. "Bestien auf der Flucht" habe ich gestern in wenigen Stunden gelesen und ich war schnell wieder in der Geschichte drin.
Wahnsinnig spannend würde ich die Storys um Jackson Ellis und seinen Kampf gegen den Wolf in ihm nicht unbedingt nennen, und den 'Horror' habe ich persönlich auch gesucht, aber sie bieten gute Unterhaltung. Und diese Fortsetzung hat mir sogar besser gefallen. Dabei kann ich gar nicht wirklich benennen, warum. Rasant unterwegs war schon der erste Teil, brutal und blutig. Ich denke, es liegt daran, dass Danny ihm nun 'zur Seite gestellt' wurde. Dass er sich nun um den Jungen kümmert, bringt eine etwas andere Stimmung rein.


Endres hat auch hier wieder flüssig geschrieben und ist an den richtigen Stellen ins Detail gegangen. Das Blut spritzte wieder. Alles in allem waren es unterhaltsame Lesestunden, die man nicht bereuen muss.
Was es mit Danny auf sich hat, und wie viel Zeit seit "Die Bestie in mir" vergangen ist, das soll Jackson euch selber erzählen.

Schlussendlich vergebe ich für "Crazy Wolf - Bestien auf der Flucht" 4 von 5 Byrons. 




© Betty Najdek

Dienstag, 10. Juni 2014

Nadine Erdmann - Mind Ripper [Beate]

Jamie liebt Cyber-Rollenspiele, denn seit einem Unfall hat er große Probleme mit seinem Körper. Aber wenn er in einer Fatasywelt Drachen bekämpfen und Rätsel lösen kann, fühlt er sich wieder richtig lebendig. Zum Glück haben sein Freund Zack und seine Zwillingsschwester Jemma genauso viel Spaß daran in die virtuellen Welten einzutauchen und die drei sind ein unzertrennbares Team. Doch dann fallen Jungs aus ihrer Gegend während einem Spiel ins Koma. Wer ist der Mind Ripper, der dahinter stecken soll? Und wie können Jamie, Jemma und Zack diesen Jugendlichen helfen?

Als ich den Klappentext für dieses Buch gelesen hatte war mir klar, dass das absolut mein Ding ist. ich mag sehr gerne Rollenspiele. Ob am PC oder als Brettspiel, ich habe immer sehr viel Spaß dabei. Die Vorstellung, mitten in so einem Spiel dabei zu sein, macht mir aber doch ein wenig Angst. Alleine die Vorstellung, was da alles schief gehen kann....... Was ich überhaupt nicht glauben kann ist, dass dieses Buch das Debüt der Autorin Nadine Erdmann ist. Die Geschichte ist einfach total perfekt und ich muss gestehen, dass ich richtig traurig bin, weil sie jetzt zu Ende ist...

Man schreibt das Jahr 2038, als das Computerspiel vollkommen revolutioniert wurde. Statt vor dem Bildschirm zu kleben und alles nur mitverfolgen zu können gibt es nun die Möglichkeit alles richtig mitzuerleben. Live im Spiel dabei zu sein. Den drei Freunden macht das total viel Spaß und gerade Jamie blüht in der virtuellen Welt förmlich auf. Er erlitt bei einem Unfall, bei dem seine Mutter starb, schwere Verletzungen und kann sich fast nur noch im Rollstuhl fortbewegen. Im Spiel merkt er nichts davon und kann sich ohne Schmerzen frei bewegen.

Die Figuren des Buches sind einfach wundervoll gezeichnet und richtig nah am Leben. Ich habe ihnen alle Entscheidungen abgenommen. Sie sind total glaubwürdig und sehr facettenreich. Da kann so mancher "Bestsellerautor" nur von träumen. Der Schreibstil ist einfach nur wundervoll und sehr bildhaft. Oft hatte ich das Gefühl direkt neben Jemma zu stehen oder alles durch Jamies Augen mitzuerleben. Großartig. Von der ersten Seite an hatte mich die Geschichte komplett gepackt und sie ließ mich bis zum Ende nicht mehr los.

"Mind Ripper" wird ab 14 Jahren empfohlen. Nun bin ich ja weit ab von dem empfohlenen Alter und muss gestehen, dass ich wahnsinnigen Spaß an der Geschichte hatte. Ich denke mal, dass das kein reines Jugendbuch ist, auch wenn die Protagonisten um die 16 Jahre alt sind. Sehr mutig von der Autorin fand ich die kleine Liebesgeschichte die vorkommt, denn eigentlich ist das in Jugendbücher eher kein Thema. Ich fand es einfach nur klasse. 

Es gibt nichts zu bemängeln, absolut nichts zu kritisieren außer, dass das Buch irgendwann zu Ende gelesen war. Darum vergebe ich 5 von 5 Byrons, den Favoritenstatus und eine absolute und uneingeschränkte Leseempfehlung an alle junge und jung gebliebene Leser jeden Alters. Leider gibt es die Geschichte bisher nur als eBook, aber ich hoffe, dass auch reine Printleser bald in den Genuss kommen werden. Und ich hoffe, dass wir noch ganz viele weitere Geschichten von Nadine Erdmann zu lesen bekommen. Ja, ich bin restlos begeistert!

© Beate Senft                          

Montag, 9. Juni 2014

Brigitte Pons - Celeste bedeutet himmelblau [Beate]



Frank Liebknecht nimmt eine Stelle als Polizist in einem kleinen Ort im Odenwald an. Er soll einmal die Stelle von Brundhilde einnehmen, die kurz vor ihrer Pensionierung steht. Während er noch um die Anerkennung der Dorfbewohner kämpft, wird auf einem Feld eine Leiche gefunden. Die herbeigerufenen Kollegen belächeln Frank um seinen neuen Job und er leidet sehr darunter. Als alle auf Tod durch Unfall bestehen, beginnt Frank deshalb selbst zu ermitteln und kommt schrecklichen Geschehnissen aus der Vergangenheit auf die Spur. 

Zu diesem Buch gibt es viele gute Bewertungen und das Cover und der Klappentext sprachen mich sofort an. Aber leider konnte mich die Geschichte nicht überzeugen. Es fällt mir sehr schwer negative Rezensionen zu schreiben und wenn "Celeste bedeutet himmelblau" kein  Rezensionsexemplar wäre, würde ich ganz auf eine Bewertung verzichten. Bei tollen Büchern finde ich fast kein Ende beim Beschreiben der tollen Stellen, aber hier weiß ich gar nicht wo ich anfangen soll.

Wenn ich ehrlich bin muss ich zugeben, dass ich mich praktisch von der ersten Seite an gelangweilt habe. Der Schreibstil sprach mich nicht an, die Story fand ich ziemlich platt und mit den Protagonisten wurde ich überhaupt nicht warm. Gerade Frank fand ich einfach nur lächerlich. 

Ich las und las und las und hoffte mit jeder weiteren Seite , dass endlich der Knoten platzen würde. Leider kam es nicht dazu. Die Story dümpelte so vor sich hin, die Charaktere wurden mir nicht sympathischer und der Schreibstil wurde auch nicht meins. Darum kann ich auch leider nur 2 von 5 Byrons vergeben. Den 2. Teil um Frank Lieberknecht werde ich mir wohl nicht mehr antun. Aber wie immer wenn ich ein Buch schlecht bewerte bitte ich darum, es selbst zu versuchen. Die Geschmäcker sind schließlich sehr unterschiedlich. Und was mir überhaupt nicht gefällt, kann bei anderen Lesern Begeisterungsstürme auslösen.

© Beate Senft                             

Samstag, 7. Juni 2014

Jennifer B. Wind - Als Gott schlief [Beate]


In Wien geht ein Serienkiller um, der seine Opfer auf brutale weise foltert und dann tötet. Selbst in München wird eine Leiche gefunden, die in das Schema passt. Alle Opfer haben etwas gemeinsam: Sie gehören der Kirche an und sie kannten sich alle, wenn vielleicht auch nur flüchtig. Aber warum mussten sie auf so grausame Weise sterben? Jutta Stern und ihre Kollegen beginnen zu ermitteln. Sogar ihr Kollege Tom Neumann, der auch Einstein genannt wird, kommt extra aus Amerika zurück um das Team zu unterstützen. Das Team kommt entsetzlichen Dingen aus der Vergangenheit auf die Spur. Was passierte in diesem Kinderheim vor so vielen Jahren? Die Ermittler stoßen an ihre Grenzen und besonders Jutta, die vor kurzer Zeit erst ihren Mann verloren hat, kann das Grauen kaum ertragen. Werden sie den Täter fassen? Oder ist der Täter vielleicht auch nur ein Opfer? 

Wieder einmal hatte ich das große Glück, dieses Buch in einer Leserunde mit Autorenbeteiligung bei Lovelybooks lesen zu dürfen. Ich hätte zwar das Buch auf jeden Fall gelesen aber mit wären die tollen Informationen der Autorin entgangen.Vielen Dank dafür.

Jennifer B. Wind ist es gelungen ein sehr brisantes Thema aufzugreifen, mit dem sie sich sicherlich nicht nur Freunde gemacht hat. Sehr spannend hat sie wahre Hintergründe mit Fiktion vermischt und heraus kam ein Thriller der Meisterklasse. Ich konnte das Buch fast nicht mehr aus der Hand legen und wenn, dann wurde ich regelrecht dazu gezwungen. Abends las ich bis mir die Augen zu fielen, weil ich unbedingt wissen musste wie es weitergeht.

Die Autorin hat einen absolut genialen Schreibstil. Oft wünschte ich mir, ich würde die schrecklichen Szenen nicht so ganz klar vor meinen Augen sehen, aber der bildhafte Schreibstil ließ nichts anderes zu. Das Buch ließ sich sehr flott lesen und auch meine Mitleser flogen geradezu durch die Seiten. Beim Diskutieren waren alle ganz begeistert, denn nicht nur mich hatte die Story komplett gepackt.

Die Charaktere sind total klasse. Jutta, die total verzweifelt ist und nicht weiß wohin mit ihrer Trauer um ihren ermordeten Ehemann. Sie ist äußerst sensibel, aber trotzdem eine sehr taffe Ermittlerin. Ihr Partner, der überaus intelligente Tom Neumann war schon immer ein guter Freund für sie und steht ihr privat und auch dienstlich immer zur Seite. Sein Gehirn funktioniert wie ein Computer und das Team kann sich hundert prozentig auf ihn verlassen. Georg, der dritte im Bunde, ist ein kleiner und liebenswerter Chaot, den man einfach mögen muss.

Während den Ermittlungen gibt es immer wieder Rückblenden und man erfährt was der Grund für die Morde ist. Diese Rückblenden, die von Rebecca erzählt werden haben es echt in sich und ich musste öfter mal das Buch zur Seite legen um wieder zu Atem zu kommen. Dass den Leser die Thematik mit nimmt wusste auch die Autorin und so baute sie immer wieder Szenen ein, die den Leser verschnaufen ließen. Das fand ich wirklich großartig. Außerdem hat Jennifer B. Wind sehr lange und sehr gründlich für ihr Buch recherchiert. Das hat sich auf jeden Fall gelohnt. Man kann kaum glauben, dass es sich hier um ein Debüt handelt.

Tja, was soll ich sonst noch schreiben? "Als Gott schlief" war auf jeden Fall einer der besten Thriller die ich in diesem Jahr gelesen habe. Ich bin total begeistert, auch wenn es ein schreckliches Thema ist und ich vergebe 5 von 5 Byrons, den Favoritenstatus und eine Leseempfehlung für alle, die nicht so zart besaitet sind. Man darf dieses Thema nicht vertuschen. Die Welt muss erfahren was viele Jahre lang vor sich ging. Was teilweise heute noch passiert. Lest dieses Buch und ihr werdet entsetzt sein.Ich freue mich jedenfalls schon auf den zweiten Thriller um Jutta Stern und ihre Kollegen.

© Beate Senft                             


Donnerstag, 5. Juni 2014

Marie Pellissier - Die tödliche Tugend der Madame Blandel [Beate]



Lucie lebt seit vielen Jahren am Place des Vosges Nr. 3 in Paris und wacht dort als Gardienne über die Bewohner des Hauses und kümmert sich liebevoll um sie. Besonders Justinien ist sie liebevoll zugetan, hat sie ihn doch schon als Kind betreut und mag seine Mutter Georgette sehr gerne. Darum denkt sie auch nicht lange darüber nach als sie seine Wohnung in schlimmem Zustand vorfindet und räumt kurzerhand auf. Was sich als großer Fehler erweist. Denn Justiniens Frau Vanessa wurde ermordet und Lucie hat aus versehen die Spuren beseitigt. Weil sie große Angst hat von der Polizei wegen Behinderung der Ermittlungen verhaftet zu werden, setzt sie alles daran um diesen Fall aufzuklären und gerät plötzlich selbst in Gefahr....

Ich hatte großes Glück dieses Buch in einer Leserunde bei Lovelybooks lesen zu dürfen, denn ich weiß nicht, ob ich es sonst entdeckt hätte. Mir wäre ein wunderschönes Buch entgangen. "Die tödliche Tugend der Madame Blandel ist eher ein leiser Krimi, der mit zarten Tönen daher kommt und den Leser mit wunderschönen Beschreibungen von Paris betört und mit seinem französischem Flair begeistert. Es gibt auch einen spannenden Kriminalfall, der aber ganz ohne Brutalität auskommt.

Die Charaktere des Buches sind wundervoll. Besonders sticht die Gardienne Lucie heraus. Eine warmherzige Frau, die immer für die Bewohner des Hauses zur Stelle ist und viel mehr tut als sie eigentlich müsste. Sie ist Ansprechpartnerin, Seelentrösterin und einfach die gute Seele des Hauses.
Und dann gibt es da noch Kommissar Legrand, der vorübergehend nach Paris versetzt wurde und in diesem Mordfall ermitteln soll. Er ist, ja wie soll ich das nett ausdrücken? Er ist ein Idiot, eine Nervensäge, ein Versager? Frauenfeindlich und sexistisch? Ja das passt alles, wird ihm aber dennoch nicht gerecht. Ich habe mich jedenfalls köstlich über ihn amüsiert. Er belebt die Geschichte ungemein, auch wenn man über ihn immer nur den Kopf schütteln kann. Man muss das Buch einfach lesen um das zu verstehen. Die anderen Figuren sind genauso toll gezeichnet.

Der Schreibstil ist wunderbar bildhaft und ich hatte oft das Gefühl mit Lucie durch die Straßen von Paris zu laufen oder mit ihr gemeinsam die Schönheit des Hauses zu bewundern, das sie so sehr liebt und in dem sie schon so lange lebt. Ich flog geradezu durch die Seiten und wurde des öfteren auf eine falsche Spur gebracht. Wie konnte ich mich im Mörder nur so irren? Das passiert mir wirklich nicht oft. Jetzt wo ich das Buch beendet habe, bin ich sehr traurig darüber und hoffe, dass es bald eine weitere Geschichte um Lucie und die Bewohner des Hauses geben wird. 

Da für mich alles zusammen genommen den perfekten Krimi ergibt vergebe ich für "Die tödliche Tugend der Madame Blandel" 5 von 5 Byrons, den Favoritenstatus und eine Leseempfehlung an alle, die sich gerne durch wunderschöne Beschreibungen verzaubern lassen. Ich würde das Buch am Liebsten gleich noch einmal lesen. 

© Beate Senft                                   

Sonntag, 1. Juni 2014

Self-Pub Horror Day am 29.06.2014


DIE IDEE:
Ein Tag, 8 Autoren. 8 Bücher zum Hau-wech-Preis. Nur an diesem einen Tag.
(Genres: Horror/Thriller.)

UND SO LÄUFT'S:
Jeder der beteiligten Autoren stellt an diesem Tag ein Buch für 0,99 Euro auf Amazon zur Verfügung, welches ansonsten mindestens 2,99 Euro kosten würde.

Jeder der beteiligten Autoren wird für eine Stunde hier auf Facebook im Chat zur Verfügung stehen, ebenfalls an diesem Tag.

DETAILS:
Termin: 29.6.2014, 17-22 Uhr (Chat)


Teilnehmende Autoren:

Stefanie Maucher
Katja Piel
Lutz C. Frey
Melisa Schwermer
D.evilll
InKa Ma ReiLa
Nikolas Preil (Christian Sidjani)
Xander Morus
Moe Teratos


Die Chatzeiten werden in den nächsten Tagen bekannt gegeben.

TEILNAHME:
Um dabei zu sein, müsst ihr einfach nur an dieser Facebook-Veranstaltung teilnehmen. Jeder Autor bekommt einen Beitrag, wo ihr eure Fragen an die Autoren per Kommentar loswerden könnt.

BÜCHER:
In den Genuss der herabgesetzten Bücher kommt ihr davon unabhängig. Aber Achtung: Dieser Special-Preis gilt nur am 29.6.2014!

Die herabgesetzten Bücher der Autoren werden am SPHD (Self Pub Horror Day) mit Link bekannt gegeben, wenn der jeweilige Autor im Chatroom


Ihr findet das ist eine gute Idee? Dann seid dabei. Bei den Büchern ist sicher was für jeden Horrorfreund dabei. Sinn des Tages ist es den Horrorfreunden 8 Selfpublisher vorzustellen und den interessierten Lesern die Möglichkeit zu geben Fragen zu stellen. Ich finde das eine sehr gute Aktion und werde auf jeden Fall teilnehmen.

Hier findet ihr den Link zu der Veranstaltung:

Self-Publisher Horror Day auf Facebook *klick* 

Freitag, 30. Mai 2014

Daniel I. Russel - Komm in die Dunkelheit [Beate]




Mario Fulcinni ist reich, jung, gut aussehend und er denkt, ihm gehört die Welt alleine. Da er sich langweilt, bekommt er den Tipp, doch einmal eine Nacht im Metus-Haus zu verbringen. Dort würden alle seine Träume in Erfüllung gehen. Er wird dort von einem seltsamen alten Mann namens Worth empfangen und in das Haus geführt. Und landet direkt in der Hölle.

Anhand des Klappentextes hatte ich eigentlich eine andere Art Geschichte erwartet, aber ich wurde trotzdem gut unterhalten. Mario ist ein egoistischer Typ, der immer nur an sich selbst denkt und dem alle Menschen um ihn herum egal sind. Hauptsache er kann immer seinen Kopf durchsetzen und bekommt jeden Wunsch erfüllt.

Ich hatte beim lesen absolut kein Mitleid mit ihm, aber ich mag es, wenn mir die Hauptfigur gänzlich unsympathisch ist. Der Schreibstil ist sehr flüssig und einfach zu lesen. Es gibt kein großes drumherum, sondern hier wird ganz ohne Schnörkel und schmückendes Beiwerk eine brutale Geschichte erzählt. Es fließt einiges an Blut und für schwache Nerven ist dieses Buch absolut nicht geeignet.

Trotzdem bin ich nicht ganz so glücklich, denn es gab 2 Szenen in dem Buch, die mich ziemlich fertig gemacht haben. Zuerst wird wieder ein Tier gequält, was ich schon als sehr schlimm empfand, aber danach kam etwas, das absolut in gar keine Geschichte gehört. Ich möchte jetzt nicht näher darauf eingehen, aber ich bin mir sicher wer das Buch gelesen hat, weiß was ich meine.

So lange musste ich auf dieses Buch warten. Die Veröffentlichung verschob sich immer wieder nach hinten. Und als ich dann das Buch endlich in Händen hielt, war es viel zu schnell gelesen.  Da es außer den zwei Kritikpunkten echt nichts zu meckern gibt, vergebe ich für "Komm in die Dunkelheit" 4 von 5 Byrons und ich sollte vielleicht jetzt endlich einmal "Samhane" von Daniel I. Russell lesen, das auch schon lange auf meinem Reader wartet.

© Beate Senft                                        


Dienstag, 27. Mai 2014

Hamed Abdel Samad - Der islamische Faschismus [Beate]




"Der islamische Faschismus" ist ein sehr sachliches Buch über die Anfänge des Islam und seinen Auswirkungen.  Der Autor unterlegt alle seine Vergleiche mit Beispielen, so dass das Buch für jeden Leser gut verständlich ist. Er zeigt auf, dass schon im Koran der Hass auf Andersgläubige geschürt wird und solange der Dschihad als gottgewolltes Mittel dargestellt wird, um dem Islam den Sieg über die Ungläubigen zu verschaffen, wird es immer weiter Terror und Unterdrückung geben. 

Nicht anders als die Christen, die sich auf das alte Testament bezogen, soll jeder Andersgläubige ausgerottet werden um nur noch die Anhänger des wahren Gottes (Allah) am Leben zu lassen. So verschieden sind die beiden Religionen also gar nicht. Aber wo bei den Christen ein Umdenken stattfand und man sich im Laufe der Zeit auf das neue Testament bezog, hat sich beim Islam leider nichts geändert und auch in der heutigen Zeit werden viele Morde an Anhängern anderer Religionen verübt.

Der Islam zeigt sehr viele Gemeinsamkeiten zum Faschismus auf. Dem Autor gelingt es sehr gut, diese Gemeinsamkeiten darzulegen und die Menschen darüber aufzuklären. Die historischen Fakten wurden sehr gut recherchiert, sei es der Faschismus, der Nationalsozialismus oder der Islam. Ich hoffe immer noch darauf, dass es einmal eine Welt geben wird, in der jeder seiner Religion angehören kann ohne dafür bestraft, verfolgt oder getötet zu werden. Ob sich dieser Wunsch jemals erfüllen wird, wage ich aber zu bezweifeln. Ich vergebe für dieses Buch 4 von 5 Byrons.

© Beate Senft                                 

Montag, 26. Mai 2014

Peter Huth - Berlin Requiem [Beate]



In Berlin bricht ein rätselhaftes Virus aus. Menschen mit Migrationshintergrund verwandeln sich in fleischfressende Untote und fallen über die gesunden Menschen her. Teile Berlins werden abgeriegelt und die Soldaten auf den Wachtürmen knallen einfach alles ab, was sich der Mauer nähert. (Erinnert uns das nicht an etwas?)  Sendheim, der als Politiker schon einmal in Ungnade gefallen ist, erklärt der Bevölkerung, dass man das Virus nicht mehr Lazarus-Virus, sondern Mohammed-Virus nennen sollte und schürt den Hass auf alle Menschen die auch nur annähernd südländisch aussehen. Der Reporter Robert Truhs, der Sendheim schon einmal bloß gestellt hat, beginnt zu ermitteln und er lässt sich von niemanden beeinflussen. Berlin gleicht einem brodelnden Hexenkessel. Wie lange kann die Ordnung noch Aufrecht gehalten werden?

Oh man. Wieder mal ein ganz klarer Fall von falschen Erwartungen. Ich hatte einen schönen blutigen Zombieroman erwartet, in dem wir erfahren wie die Seuche ausbricht, was man dagegen tut und in dem es ordentlich zur Sache geht. Bekommen habe ich eigentlich einen Politthriller, in dem es eben zufällig um den Ausbruch einer Seuche geht. 

Dafür kann natürlich weder der Autor noch das Buch etwas, aber ich habe mich nicht mit der Geschichte anfreunden können. Ich denke, wenn ich andere Erwartungen gehabt hätte, wäre es besser gelaufen, aber so war ich einfach nur froh, als ich das Buch endlich beendet hatte, denn Politthriller sind so gar nicht meins. Ihr wisst bestimmt wie das ist, wenn man absolut keine Lust mehr hat ein Buch zu lesen. Man merkt es daran, dass man sogar lieber die Böden putzt, als weiterzuschmökern.

Was mich am Meisten gestört hat war, dass die Menschen diesem Sendheim blind vertraut haben. Er versprüht seinen Hass und alle plappern es nach. Niemand denkt selbst. Außer vielleicht Robert. Trotzdem war der Schreibstil sehr flüssig und auch die Charaktere waren gut gezeichnet. Die wechselnden Erzählperspektiven haben mir auch sehr gut gefallen. Am Ende blieben aber ein paar Fragen offen und es gab ein paar kleine Logikfehler. Aber nichts tragisches.

Wie bewerte ich jetzt dieses Buch? Bewerte ich den Schreibstil und die Charaktere? Dann müsste das Buch 5 Byrons bekommen. Aber ich hatte ja etwas anderes erwartet und musste mich leider durch das Buch quälen. Darum würde ich vielleicht 2 Byrons vergeben. Das ist aber nicht die Schuld des Autors. Ich tue mich wirklich sehr, sehr schwer. Aber nachdem ich jetzt mal eine Zeit lang darüber nachgedacht habe bin ich der Meinung, ich sollte doch bewerten wie mir das Buch insgesamt gefallen hat. Perfekt wären 3,5 Byrons. Da der Lesespass für mich nicht da war, runde ich ab auf 3 Byrons und bitte euch, das Buch bei Interesse auf jeden Fall selbst zu lesen, denn ich denke doch, dass es an mir lag und nicht am Buch. 

© Beate Senft                                 


Sonntag, 25. Mai 2014

Do van Ranst - Dünn [Beate]

Fee ist von zu Hause weggelaufen. Sie will ihrem Vater, einem bekannten Schauspieler, damit Angst einjagen. Er ist schließlich daran schuld, dass ihre Mutter gestorben ist, denn sie war ihm ja nie dünn genug. Und dann hat er auch noch kurze Zeit später eine neue Freundin. Eine Schauspielkollegin, die dürr wie ein Strick ist und mit der er seine komplette freie Zeit verbringt. 
Einsam irrt sie durch die Straßen und hängt ihren Gedanken nach. Nicht nur ihr Vater hat sie so schwer verletzt, sondern auch ihre beste Freundin Pie und ihr Freund Hendrik. Alle haben sie im Stich gelassen. Oder war es doch ganz anders?

Als ich den Klappentext des Buches las, wurde ich sehr neugierig. Warum heißt das Buch "Dünn" Was ist passiert mit Fee? Warum ist sie von zu Hause weggelaufen und warum haben sich alle irgendwie von ihr abgewendet? Wen lernt sie auf der Wanderung durch die Stadt kennen? Wo will sie schlafen? Warum sind alle so gemein zu ihr. 

Wir begleiten Fee auf ihrem Weg durch die Stadt und erfahren die Geschichte aus ihrer Sicht. Sie ist verzweifelt. Vermisst ihre Mama, die sich zu Tode gehungert hat um ihrem Mann zu gefallen. Aber ist Fees Sicht, auch die Sicht der anderen? Alle Fragen werden beantwortet und obwohl das Büchlein nur 192 Seiten hat, hat es mich tief beeindruckt. 

Eigentlich ist "Dünn" ein Jugendbuch, aber auch als Erwachsene hat es mich angesprochen und auch betroffen gemacht. Fee kommt in Situationen, in denen ich ihr sehr gerne beigestanden hätte. Ich fand ihren Charakter wunderbar ausgearbeitet und stimmig. Darum vergebe ich auch 5 von 5 Byrons und eine Leseempfehlung für alle. Ein wundervolles Buch, das einem noch lange nachdenken lässt und das man nicht so schnell vergisst. Vielen Dank an den Carlsen-Verlag, dass ich dieses wundervolle Buch lesen durfte.

© Beate Senft                     






Kealan Patrick Burke - Timmy Quinn Der Schildkrötenjunge & Die Häute [Beate]





Endlich sind Ferien. Timmy Quinn und sein bester Freund Peter Marshall sind überglücklich jetzt mal eine Zeit lang tun und lassen zu können was sie wollen. An einem sehr heißen Tag machen sie sich auf den Weg zum Myers-Teich und treffen dort auf einem Jungen. Aber irgendetwas stimmt nicht mit ihm. Timmy und Peter bekommen Panik und laufen davon. Als sie ihren Eltern von der seltsamen Begegnung erzählen, nimmt das Grauen seinen Lauf, das Timmys Leben für immer verändern wird. 

Sieben Jahre sind seit den Ereignissen am Myers-Teich vergangen und Timmys Dad hält es für eine gute Idee, zusammen mit seinem Sohn zu seiner Mutter nach Irland zu reisen um dort eine Arbeit anzunehmen und seine alte Mutter zu unterstützen. Er hofft, dass Timmy dort zur Ruhe kommen kann, aber das Gegenteil ist der Fall. Kaum sind sie in Irland angekommen, holt sie ihre Vergangenheit auch schon wieder ein.

Bisher hatte ich von Kealan Patrick Burke erst "Herr der Moore" gelesen und dieses Buch gefiel mir hauptsächlich wegen der tollen Atmosphäre, die der Autor versteht aufzubauen. Düster und bedrückend, so dass einem ständig eine Gänsehaut über den Rücken kriecht. Und das war auch in den ersten beiden Teilen der Timmy Quinn-Reihe so. 

Dem Autor ist hier eine tolle Geschichte eingefallen, die er sehr gut umgesetzt hat. Ich spürte das Grauen und die Angst auf jeder einzelnen Seite und mochte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Dazu ist die Handlung spannend und es geht Schlag auf Schlag.

Kealan Patrick Burk hat einen sehr angenehmen und flüssigen Schreibstil, der zusammen mit der Handlung einen absoluten Pageturner ergibt. Gerade den Charakter von Timmy fand ich sehr gelungen. Er wird mit all seinen Stärken und schwächen präsentiert. Im zweiten Teil gewinnt auch sein Vater an mehr Tiefe.

Ich vergebe für dieses Buch 5 von 5 Punkten und hoffe auf viele weitere Bücher des Autors. Dieser Mann kann einfach schreiben und versteht es zu unterhalten. Ganz großes Kino, wenn auch nichts für schwache Mägen. 

© Beate Senft                                 

Dienstag, 20. Mai 2014

Jen Campbell - Verkaufen sie auch Bücher [Beate]



Heute bekam ich ein Päckchen von der Lieben Betty, die den Blog hier mit mir führt und ihrem Mann Sascha. Darin war unter anderem dieses Buch. Noch einmal vielen Dank für diese tollen Geschenke. Ich bin immer noch hin und weg. Ich wollte nur mal kurz in das Buch reinblättern. Tja, als ich wieder aufgeschaut habe, war es zwei Stunden später und die letzte Seite gelesen. Ich habe mich wirklich schon lange nicht mehr soooo amüsiert. Ihr wollt Beispiele? 

Bitte sehr:
Kunde: Hallo, ich wollte mal fragen: Hat Anne Frank eigentlich eine Fortsetzung geschrieben? Ihr erstes Buch hat mir echt gut gefallen.
Buchhändler: Ihr Tagebuch?
Kunde: Ja ihr Tagebuch.
Buchhändler: Ihr Tagebuch war nicht fiktional.
Kunde: Tatsächlich?
Buchhändler: Ja, sie stirbt am Ende wirklich - deshalb hört das Tagebuch auf. Sie wurde ins Konzentrationslager gebracht.
Kunde: Oh das ist ja schrecklich.
Buchhändler: Ja, das war grausam - 
Kunde: Ich meine, das ist jammerschade, finden sie nicht? Sie hat sooo gut geschrieben.
(Seite 13)

Mehr? O.k.
(Kind findet Lichtschalter und knipst das Licht an und aus..... und an und aus.)
Mutter:
Er spielt ein Spiel, er nennt es "Tag und Nacht"
Buchhändler: Könnten sie ihn bitten damit aufzuhören? Ich muss die Kasse sehen, damit ich meine Kunden bedienen kann.
Mutter: Ist schon okay. In ein paar Minuten ist er fertig. Sehen sie, im Moment tut er so als schnarche er. Bald hört er damit auf, tut dann so, als würde er aufwachen, und schaltet das Licht an, als ob die Sonne aufginge. Er hat so viel Fantasie, finden sie nicht? David, wie spät ist es in deinem Spiel?
Kind: Es ist fünf Uhr morgens!
Mutter zum Buchhändler: Sehen sie? Dauert nicht mehr lange. Haben sie einfach Geduld.
(Seite 17)

Noch eins? Aber dann ist Schluss!
(Ein Kind sitzt am Boden mit einem Buch und zerreißt es)
Mutter: (gespielt missbilligend) Oh, Stephen, pass doch auf. 
(Sie nimmt dem Kind das Buch weg und stellt es wieder ins Regal)
Buchhändler: Entschuldigung?
Mutter: Ja?
Buchhändler: Ihr Sohn hat gerade den Buchdeckel von "Ein Tiger kommt zum Tee" abgerissen.
Mutter: Ich weiß. Kinder!
Buchhändler: Ja aber so können wir das Buch nicht mehr verkaufen. Es ist beschädigt.
Mutter: Was geht mich das an?
(Seite 32)

Ganz ehrlich? Diese guten Seelen des Buchhandels kann man nur bewundern. Ich denke, ich wäre das eine oder andere mal schrecklich explodiert oder hätte die Leute aus der Buchhandlung geworfen. Zum Beispiel die Mutter, die ihre Kinder da parken wollte um schnell in Ruhe ihre Einkäufe erledigen zu können. 

Ich habe mich jedenfalls großartig amüsiert und darum gibt es auch 5 von 5 Byrons. Vielen herzlichen Dank Betty und Sascha. Ohne euch hätte ich das Buch wahrscheinlich nie gelesen und mir wäre wirklich etwas entgangen. Ich kann "Verkaufen sie Bücher" jedem empfehlen der Bücher liebt und der mal wieder herzhaft lachen, schmunzeln oder ungläubig den Kopf schütteln möchte. 

© Beate Senft                        


Martin S. Burkhardt - Parkdeck B [Beate]



Lars Kleidenau leidet sehr unter seiner Lebensmittelallergie. Dabei hält sich doch seine Frau Sophie ganz streng an den Diätplan. Keinerlei Kräuter und Gewürze, außer Salz, sind in ihrer Küche zu finden. Liegt es vielleicht am Stress durch die Probleme in seiner Firma? Etliche Kunden wollen abspringen und das setzt Lars doch sehr zu. Da erzählt ihm sein alter Freund Carl von einer Parallelwelt, die er Parkdeck B nennt. Dort sind sie der Zeit um etwa 4 Stunden voraus. Leider sind dort die Charaktereigenschaften genau gegensätzlich. Und Carl warnt ihn eindringlich davor, niemals seinem Ich gegenüberzutreten. Am Anfang läuft auch alles glatt, aber dann.........

Nach dem ich so begeistert von dem Buch "Seelentausch" von Martin S. Burkhardt war, freute ich mich sehr auf das neue Buch "Parkdeck B". Und war noch viel besser als angenommen. Der Autor hat hier eine tolle Geschichte geschrieben, die mich sofort in ihren Bann zog. Eine Paraellwelt in der die guten Menschen böse und die bösen Menschen gut sind. Eine Welt, die unserer 4 Stunden voraus ist. Was könnte man da alles anstellen? Zum Beispiel Lotto spielen und immer reicher werden. Ich fand das Thema richtig spannend.

Aber auch die Charaktere waren toll gezeichnet. Ganz besonders Lars, der nicht verstehen konnte, warum es ihm immer schlechter geht. Aber auch sein Freund Carl und Sophie haben mir gut gefallen. Sie sind sehr authentisch und haben ihre Fehler und Macken. Der Schreibstil ist sehr bildhaft und die Geschichte zog wie ein Film vor meinen Augen vorbei.

Den Plott fand ich unglaublich interessant. So etwas in der Art hatte ich vorher noch nicht gelesen. Und weil das Gesamtpaket einfach klasse war, vergebe ich 5 von 5 Byrons und eine Leseempfehlung für alle. Ich denke wirklich, dass dieses Buch etwas für alle ist. Spannend, interessant und mal so ganz anders. Los Leute! Kaufen! Ihr werdet es sicher nicht bereuen.

© Beate Senft                                 



Montag, 19. Mai 2014

Isa Grimm - Klammroth [Beate]




Die bekannte Schriftstellerin Anais ist nicht gerade begeistert, dass sie in ihr Heimatdorf Klammroth zurückkehren muss um den Nachlass ihrer Stiefmutter zu regeln, die bei einem Brand ums Leben kam. Anais hat keine gute Erinnerungen an den Ort in dem damals ein fürchterliches Unglück geschah und den sie vor 17 Jahren fast schon fluchtartig verließ. 4 Schulbusse krachten in einem Tunnel zusammen und fingen an zu brennen. Anais hatte überlebt, viele andere hatte nicht dieses Glück und sind verbrannt oder wurden sehr schwer verletzt. Zum Glück wird sie von ihrer Tochter Lily begleitet und muss sich ihren Ängsten nicht alleine stellen. Doch kaum im Heimatdorf angekommen wirkt der Tunnel wie ein Magnet auf sie und in dessen Tiefe hört sie ein Wispern und Raunen. Unheimliche Dinge geschehen und alle haben sie irgendwie mit dem Brand im Tunnel zu tun.Will der Tunnel Anais irgendetwas mitteilen?

Ich hatte, aufgrund des Klappentextes, sehr hohe Erwartungen an das Buch, die sich leider nicht erfüllten. Ich erwartete viel Gänsehaut, eine unheimliche Stimmung und kalte Schauer, die mir beim Lesen über den Rücken laufen. Aber davon war kaum etwas zu spüren. Klar, gibt es auch spannende Stellen, aber überwiegend fand ich den Roman doch etwas langatmig. Ich weiß nicht ob das an mir lag und ich das Buch vielleicht zur falschen Zeit las, oder ob er wirklich so langatmig geschrieben ist. 

Auch die Charaktere konnten mich nicht wirklich überzeugen. Anais, die wohl den sympathischen Hauptcharakter darstellen soll, blieb mir ziemlich fremd und eigentlich interessierte es mich nicht sonderlich was mit ihr passierte. Obwohl sie sehr viel durchgemacht hat, konnte ich kein Mitleid mit ihr empfinden. Einzig ihre Tochter Lily mochte ich. Eine nette 14-jährige die ihrer Mutter immer mal wider den Kopf zurecht rückt. Alle anderen Personen waren, bis auf den Polizisten, einfach nur unsympathisch und austauschbar. 

Das Buch ließ sich aber flott lesen, dafür sorgten auch die kurzen Kapitel und der flüssige Schreibstil. Schade, dass die Spannung die es versprach, nicht wirklich umgesetzt werden konnte aber vielleicht erwartete ich auch einfach zu viel. Ich vergebe 3 von 5 Byrons und bitte interessierte Leser das Buch selbst zu lesen und sich eine eigene Meinung zu bilden.

© Beate Senft