Mittwoch, 8. Januar 2014

Zeitgenossen-Blogtour Tag 3



  Zeitgenossen-Blogtour | Tag 3:                      



Stationen der Blogtour:

Ich hatte vor einiger Zeit großes Glück an einer tollen Leserunde teilnehmen zu dürfen. Und zwar ging es  um das Buch von Hope Cavendish – „Zeitgnossen 1 Gemmas Verwandlung“. Es handelt sich hierbei nicht, wie man vielleicht denken könnte, um einen schnulzigen Vampirroman, sondern um eine eindrucksvolle historische Reise zu großen Momenten der Geschichte. Natürlich gibt es auch eine kleine Liebesgeschichte, die sich aber dezent im Hintergrund hält. Als ich von Hope zu dieser Blogtour eingeladen wurde dachte ich, das sei die perfekte Gelegenheit, euch zwei historische Begebenheiten, die Bestandteil des Buches sind, näherzubringen. 

Am Ende meines Beitrages wird es auch ein Gewinnspiel geben. Einfach den Text aufmerksam lesen  und die Frage beantworten. Am Ende der Blogtour warten tolle Preise auf euch.

Viel Spaß dabei.



Die große Pest von London 1665 - 1666
In London brach im Jahre 1665 die große Pest aus, die bis zum Jahre 1666 andauern sollte. In der Hauptstadt gab es ca. 70.000 Todesopfer. Insgesamt in England waren es ca. 100.000 Menschen, die der Pest zum Opfer vielen.  Man vermutet, dass die Yersinia-pestis-Bakterien mit einem niederländischen Schiff nach England eingeschleppt wurden, das mit Baumwolle aus Amsterdam kam. Denn die Pest war seit 1654 immer wieder in den Niederlanden aufgetreten. In den Hafengebieten traten die ersten Erkrankungen auf. 

Am Anfang dachte man noch, dass es nur die Armen treffen würde, die zusammengepfercht in schrecklichen Verhältnissen leben mussten. Einen Zusammenhang zwischen der Pest und der Verbreitung durch die Ratten sah man noch nicht. Als die Pest die City of London erreichte, reiste König Karl II mit seiner Familie und seinem Hofstaat nach Oxford. Dort wollte er bleiben, bis die Gefahr vorüber war. Viele wohlhabende Familien schlossen sich der Königsfamilie an und verließen London. Nur wenige Ärzte und Apotheker blieben um das Leid zu mildern. 


Jeder konnte als Pestarzt durch die Straßen ziehen. Viele hatten keine Ausbildung. Aber die Symptome waren nicht zu übersehen. Fieber, Übelkeit, Erbrechen, starke Schmerzen und die schwarzen Beulen waren typisch für diese schlimme Krankheit. Meistens starben die Betroffenen schon nach kürzester Zeit. Es wurde angeordnet Tag und Nacht Feuer brennen zu lassen und stark riechende Substanzen zu verbrennen um die Luft zu reinigen. Ansonsten wurde angeordnet Tabak zu rauchen. Selbst die kleinen Kinder sollten dies tun. Das sollte die Ausbreitung verhindern. Die Pestärzte trugen lange Mäntel und sogenannten Pestmasken. Das waren Schnabelmasken, in die im vorderen Teil, dem Schnabel, in Essig getränkte Schwämme gesteckt wurden. Das sollte den „Arzt“ vor einer Ansteckung schützen.
  



Der große Brand von London 02. – 05. September 1666
Wer weiß, wie lange die Pest noch gewütet hätte, wenn am 02. September 1666 nicht ein verheerendes Feuer ausgebrochen wäre, das bis zum 05. September wütete und große Teile Londons in Schutt und Asche legte. Bei dem Brand starben auch die Ratten mit ihren Flöhen, die verantwortlich für die Ausbreitung der Pest waren. 


Das Feuer brach am frühen Morgen des 02. September in einer Bäckerei in der Pudding Lane, nahe dem Themseufer aus. Die Gassen waren damals sehr schmal, die Häuser größtenteils aus Holz und die Dächer mit Reet gedeckt. Dadurch verbreitete sich das Feuer rasend schnell. Selbst die große St. Pauls Cathedral brannte vollkommen ab. 


Die Pest war bekämpft, aber nun wurden die Menschen obdachlos. Doch trotz des verheerenden Feuers gab es kaum Tote. Dafür wurden rund 13.200 Häuser, 400 Straßen und 87 Kirchen zerstört. Das Feuer konnte erst am 05. September durch die Sprengung ganzer Häuserblocks gelöscht werden. Dadurch wurde das Gesicht Londons für immer verändert. 


Ich bedanke mich ganz herzlich für euer Interesse und dass ihr heute meinen Blog besucht habt. Viel Glück beim Gewinnspiel und vergesst nicht, dass ihr die Fragen aller Tourstationen beantworten müsst.
Das Gewinnspiel läuft bis zum 31.01.14. Falls ihr also einmal einen Beitrag verpasst, ist das überhaupt kein Problem.

Freitag, 3. Januar 2014

Sabine Kornbichler - Das Verstummen der Krähe

Kristina Mahlo war mitten in ihrem Jurastudium als ihr 2 Jahre jüngerer Bruder spurlos verschwand. Sie zog mit ihren Eltern auf einen alten Hof und arbeitete vorübergehend als Nachlassverwalterin. Der Beruf gefiel ihr so gut, dass sie sich ein Büro einrichtete und sich selbstständig machte. Mit auf dem Hof leben nicht nur ihre Eltern, sondern auch ihre gute Freundin Henrike, die einen Trödelladen führt und ihr Freund Simon, der hier eine kleine Weinhandlung eröffnet hat. An dem Tag, an dem sie eine neue Hilfe bekommt, bekommt sie auch einen seltsamen Auftrag. Sie soll herausfinden, ob einer der früheren Freunde ihrer Klientin einen Mord begangen hat, für den ihr Mann verurteilt wurde, obwohl er immer behauptete unschuldig zu sein. Wenn nicht, würden sie ihnen ihr Vermögen vermachen. Soll Kris den Auftrag annehmen? Oder kann es gefährlich für sie werden? Aber als sie erfährt, dass der Mord eine Verbindung zum Verschwinden ihres Bruders haben könnte, weiß sie was sie tun muss.

Der Klappentext von "Das verstummen der Krähe" hörte sich sehr gut an und ich musste das Buch unbedingt haben. Na, ja. So gut gefiel es mir dann leider doch nicht. Keine Frage, die Charaktere sind facettenreich und sehr gut erarbeitet. Man kann sich gut mit ihnen identifizieren und sie sind absolut authentisch. Der Schreibstil ist flüssig zu lesen, auch daran gibt es nichts zu meckern. Aber ich finde, dem Buch fehlt etwas die Spannung.

Als Kris hört, dass in der Mordnacht der Name ihres Bruders fiel, beginnt sie mit ihren Ermittlungen. Aber was soll sie denn finden, das die Polizei noch nicht herausgefunden hätte. Sie wühlt immer mehr Dreck auf, aber für mich plätscherte das alles eher so dahin. Die Geschichte konnte mich einfach nicht fesseln, trotz aller positiver Punkte.

Vielleicht habe ich in letzter Zeit einfach zu viele Rezensionsexemplare gelesen. Ich sollte wohl mal eine Pause einlegen und einfach eine Zeit lang nur noch das lesen, auf das ich Lust habe. Vielleicht können mich die Bücher dann wieder mehr begeistern. Ich weiß es nicht, aber einen Versuch ist es jedenfalls wert. Trotzdem kann ich für dieses Buch leider nicht mehr als 3 von 5 Byrons vergeben, denn ich musste mich regelrecht zwingen weiterzulesen. Mich hat eigentlich noch nicht mal mehr die Auflösung interessiert, auch wenn sie ganz anders war als vermutet. Bildet euch also einfach selbst eine Meinung. Ich finde, das sollte man sowieso immer tun, da die Geschmäcker sehr verschieden sind. Dieses mal gibt es leider keine Leseempfehlung von mir.

© Beate Senft


Mittwoch, 1. Januar 2014

Martin Schemm - Das Geheimnis des goldenen Reifs

König Heinrich IV hat sich bei den Sachen sehr unbeliebt gemacht. Er nimmt ihnen ihren Besitz und ihre Titel, baut ihnen Burgen vor die Nase und besetzt sie mit seinen treuen Untertanen und er zwingt sie zu einem Treueeid. Die sächsischen Fürsten möchten sich das nicht länger gefallen lassen und rüsten zum Kampf. Helfen soll ihnen ein goldener Armreif namens Wurdbouga, der Zauberkraft besitzt und von den Schwarzelben geschmiedet wurde. Der Reif gelangt in die Hände von Pfalzgraf Friedrich von Gozeka, der die Sachsen im Kampf anführen soll und auf die Zauberkräfte des Armbandes vertraut. Wenn er denn rechtzeitig herausfindet wie er sie sich zu nutze machen kann.
Zur gleichen Zeit macht sich der Wechselbalg Lindfell auf den Weg, den Reif zu suchen und wieder dahin zu bringen, wo er vor langer Zeit gestohlen wurde. Ihm zur Seite stehen 2 Mönche und eine junge Frau. Werden sie das Armband rechtzeitig finden? Wird es Krieg geben zwischen den Sachsen und König Heinrich IV? Und was hat es mit dem Gang nach Canossa auf sich?


Die Vorstellung einen gut recherchierten historischen Roman mit Fantasyelementen zu lesen übte einen großen Reiz auf mich aus. Von der Regentschaft Heinrichs IV ist mir, außer der Gang nach Canossa nicht viel bekannt, und so war das die beste Gelegenheit, mein Wissen zu erweitern. Die Fantasyelemente, dachte ich mir, lockern die Geschichte bestimmt super auf.


Natürlich habe ich mich vor dem Lesen des Buch erst einmal über diese Zeit informiert und so kann ich sagen, dass das Buch wirklich sehr gut recherchiert ist. Auch die verschiedenen Charaktere, ob geschichtlich oder erfunden, haben mir sehr gut gefallen. Aber trotzdem konnte mich das Buch nicht wirklich begeistern. Es war gut zu lesen, aber teilweise zog es sich ganz entsetzlich und war sehr langatmig. Endlose Landschaftsbeschreibungen, Beschreibungen der Personen oder Burgen nahmen der Geschichte leider sehr viel von ihrer Spannung. Die unglaublich vielen Figuren sorgten zudem, gerade am Anfang, für sehr viel Verwirrung bei mir.


Inzwischen weiß ich, dass das Buch hoch gelobt wurde, was mir leider zeigt, dass es einfach das Falsche für mich war. Ich war nämlich wirklich froh, als ich es beendet hatte. Es wurde zwar ab der Hälfte etwas spannender, aber viel geändert hat das für mich auch nichts mehr. Der Schreibstil hingegen war wunderbar plastisch und die Landschaften und Personen zogen wie in einem Film an meinem geistigen Auge vorbei. Mir fällt es sehr schwer, dieses Buch gerecht zu bewerten. Einerseits die tollen Charaktere und die bildhafte Sprache, andererseits die Unmenge an Personen, die vielen, endlosen Beschreibungen und die Langweile. Ich habe lange darüber nachgedacht und mich entschlossen das Buch mit 3 von 5 Byrons zu bewerten. Aber wer Interesse an König Heinrich IV hat und von phantastischen Elementen in einem historischen Roman nicht abgeschreckt wird sollte es unbedingt selbst lesen. Bildet euch einfach eure eigene Meinung.

© Beate Senft                

Montag, 30. Dezember 2013

Liz Nugent - Die Sünden meiner Väter

Der international gefeierte Kinderbuchautor Oliver Ryan ist überall beliebt. Er führt eine glückliche Ehe mit Alice, die alle seine Bücher illustriert hat. Doch um seine Vergangenheit macht er ein großes Geheimnis. Er hat auch keine richtigen Freunde und lässt niemanden zu nah an sich heran. Nicht einmal Alice weiß etwas über seine Kindheit. Doch eines Tages, er hatte gerade mit Alice zu Abend gegessen, flippt er vollkommen aus und prügelt seine Frau ins Koma. Was hat diesen sonst so beherrschten Mann dermaßen die Kontrolle verlieren lassen? Liegt das Geheimnis in seiner Vergangenheit?

"Die Sünden meiner Väter" ist der Debütroman der Irin Liz Nugent. In ihrer Heimat ist auch dieser Roman angesiedelt. Ich ging ohne große Erwartungen an das Buch heran und war praktisch von der ersten Seite an gefesselt. Das Buch beginnt praktisch mit dem Ende und dann wird in vielen Rückblicken von Freunden und Bekannten das Leben von Oliver und der Menschen die ihn umgeben erzählt. Immer wieder andere Personen melden sich zu Wort. Es liest sich, als würden sie jemandem die Geschichte erzählen. Dazwischen kommen immer wieder Passagen aus dem hier und jetzt.

Der Schreibstil ist unglaublich flüssig und bildhaft. Gerade bei den Passagen aus Frankreich hatte ich immer wieder wunderschöne Bilder im Kopf. Die Charaktere sind wundervoll und facettenreich gezeichnet und man fühlt und leidet mit ihnen, ist glücklich oder traurig und kann sich in die Personen gut hinein versetzen. Außer in Oliver. Er war mir ziemlich schnell unsympathisch.

Einmal angefangen konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Zu sehr interessierte mich das Leben der Protagonisten. Das Buch war keine Sekunde lang langweilig oder langatmig. Eine absolut Runde Sache. Ich vergebe für dieses tolle Buch 5 von 5 Byrons und eine absolute Leseempfehlung an alle. Lest dieses Buch. Ihr werdet es nicht bereuen.

© Beate Senft                                  

Samstag, 28. Dezember 2013

Michael M. Bense - Todessommer



Tom fährt in den Semesterferien zu seinen Eltern und möchte die freie Zeit mit seinem allerbesten Freund Dennis verbringen. Bis sich Tom für ein Studium entschied, waren die Beiden unzertrennlich, doch die unterschiedlichen Einstellungen und Erwartungen der Beiden sind dabei einen Keil zwischen die Freunde zu treiben.  Als Tom Dennis trifft hat dieser eine Pistole und will sie im Wald testen. Zusammen fahren sie in einen sehr abgelegenen Teil des Waldes um ihre Schießübungen zu machen. Doch plötzlich hören sie die panischen Schreie einer Frau. Tom will lieber so schnell wie möglich weg von hier aber Dennis möchte dieser Frau unbedingt helfen und so folgen sie den Schreien zu einem einsamen Haus.  Plötzlich fliegt die außen am Haus angebrachte Kellertür auf und eine blutüberströmte Frau rennt heraus. Ihr hinterher ein Mann mit irrem Blick und 2 Rottweiler. Wären die beiden Jungs doch nie in den Teil des Waldes gegangen,  denn dieser Irre Psycho braucht neue Opfer.



Zuallererst muss ich sagen, dass auf dem Buch eigentlich eine Warnung stehen müsste. Es ist kein Triller sondern ein Horrorthriller und Jugendliche unter 16 Jahren sollten das Buch auf keinen Fall lesen. Man braucht einen sehr stabilen Magen und gute Nerven. Da ich beides besitze, hat mir diese Geschichte viel Spaß gemacht, auch wenn sie mir durch den Realismus doch auch ziemlich zu schaffen machte. Wenn ein Mensch von einem Zombie zerfleischt wird, kann ich mich darüber amüsieren, aber hier ist ein irrer und sadistischer Psychopath am Werk, wie es sie leider auch in Wirklichkeit gibt. Das macht die Geschichte so erschreckend für mich.



Der Ich-Erzähler Tom ist sehr gut gezeichnet. Wir sehen alles durch seine Augen und bekommen hautnah seine Emotionen mit. Dennis ist eher der Coole, den so schnell nichts aus der Fassung bringt und der niemals aufgibt. Ohne seinen Freund wäre Tom wohl schon sehr früh zusammengebrochen.  Dennis richtet ihn immer wieder auf. Der Schreibstil ist total flüssig zu lesen und ich fand ihn richtig klasse. Nur noch mal zur Warnung: Die Folterszenen werden sehr gut beschrieben und gehen an die Nieren.  Alle Leser die „Bighead“ von Edward Lee gut fanden, werden „Todessommer“ lieben.  Leute die von Laymon, Ketchum oder Lee abgeschreckt werden, sollten besser die Finger davon lassen.



Tom und Dennis landen in diesem Keller und müssen alles Mögliche über sich ergehen lassen. Aber sie sind nicht alleine, denn es gibt noch weitere Opfer. Und eins ist klar: Es werden nicht alle lebend das Haus verlassen.  Super Spannend, sehr brutal, tolle Charaktere und ein komplett durchgeknallter Psycho. Ich vergebe für diesen Erstling 5 von 5 Byrons und hoffe auf viel mehr aus der Feder von Michael M. Bense. Eine Leseempfehlung geht an alle, die es blutig wollen und sich nicht so leicht aus der Fassung bringen lassen. Euch wird das Buch mit Sicherheit gefallen.



©Beate Senft
 


Donnerstag, 26. Dezember 2013

Robert Galbraith - Der Ruf des Kuckucks



Cormoran Strike, ein abgehalfterter Privatdetektiv, hat sich von seiner Freundin getrennt und lebt zur Zeit in seinem Büro. Seine Detektei läuft auch nicht gerade gut und zu allem Überfluss bekommt er auch noch Robin Ellacott von einer Zeitarbeitsfirma als Aushilfe zugeteilt. Eigentlich kann er sich gar keine Aushilfe leisten, da er sehr hohe Schulden hat, aber wegschicken möchte er sie auch nicht. Als plötzlich ein Klient in seinem Büro steht und verlangt, er solle den Mord an Lula Landry, seiner berühmten Schwester, aufklären, erweist sich Robin als großer Glücksfall. Auf seine ganz eigene Art und eher gelangweilt beginnt Strike mit seinen Ermittlungen. Sollte sich die Polizei wirklich geirrt haben und Lula wurde doch getötet? Strike kann immer weniger glauben, dass sich die junge Frau vom Balkon ihrer Wohnung gestürzt hat. Aber wer hätte welche Grüne gehabt, die beliebte junge Frau zu töten?

Leider machte es ja ganz schnell die Runde, welche Autorin sich hinter dem Namen Robert Galbraith verbirgt, ist es doch niemand anderer als die Autorin der beliebten Harry Potter-Bücher, Joanne K. Rowling. Aber ich muss ganz ehrlich sagen, sie wäre besser in der Fantasy-Ecke geblieben.

Mit Comoran Strike und Robin Ellacott hat sie zwar zwei sehr sympathische und originelle Charaktere erschaffen, aber die Handlung ließ doch sehr zu wünschen übrig. Die Geschichte zog sich ziemlich langweilig und ohne große Spannung dahin und das Ende, und wie Strike auf den richtigen Mörder kommt, ist sehr unrealistisch.

Ganz ehrlich? Wenn es kein Rezensionsexemplar gewesen wäre, hätte ich es spätestens nach 100 Seiten abgebrochen, aber so kämpfte ich mich tapfer durch die Seiten und bin nun sehr erleichtert, dass ich das Buch endlich beendet habe. Natürlich ist das wie immer nur meine Meinung und es wird auch sicherlich sehr viele Fans des Buches geben, aber von mir bekommt es nur 6 von 10 Punkten und das auch nur, weil mir Strike und Robin so gut gefielen. Bei diesem Buch sollte wirklich jeder seine eigene Meinung bilden, denn die Meinungen gehen doch sehr weit auseinander. Von mir gibt es dieses mal leider keine Empfehlung.

© Beate Senft 



Freitag, 20. Dezember 2013

Stephen L. Jones - Der Bann

 

Hannah flieht mit ihrem schwer verwundeten Mann und ihrer kleinen Tochter in die walisische Einöde. Dort hatte ihr Vater vor vielen Jahren ein Haus erworben, das als Versteck dienen soll. Jemand jagt die Frauen in ihrer Familie und tötet sie und Hannah will um jeden Preis ihre Tochter schützen. Aber wem kann sie trauen? Ihr Verfolger ist ein Gestaltwandler und er könnte das Aussehen von jedem angenommen haben, der Hannah nahe steht. Wer kann ihr helfen, oder ist sie am Ende ganz alleine?

Aber nicht nur Hannah ist mit ihrer Familie auf der Flucht, sondern auch Nicole mit ihrer Mutter. Was haben die Beiden zu verbergen?


Ich muss ganz ehrlich sagen, dass das Buch und ich nicht wirklich zueinander gefunden haben. Ich kann noch nicht einmal sagen an was es lag. Der Schreibstil war o.k., die Story auch und an den Charakteren gab es eigentlich auch nichts auszusetzen, aber alles gemeinsam konnte mich einfach nicht begeistern.


Man wird praktisch von Anfang an ins kalte Wasser geworfen und es dauert eine ganze Zeit lang, bis man mal so nach und nach erfährt um was es eigentlich geht. Normaler Weise steigert diese Art zu schreiben die Spannung, aber hier nervte es mich nur schrecklich. Ich weiß wirklich nicht, warum das so ist.


Man lernt die unterschiedlichsten Personen in den verschiedensten Zeitaltern kennen aber mit keiner konnte ich mich anfreunden. Ich denke, ein wenig Schuld hatte auch diese stressige Zeit, die ich gerade durchgemacht habe. Niemand war mir wirklich sympathisch und mit niemanden konnte ich mich identifizieren. Vielleicht war es ja auch nur die falsche Zeit für dieses Buch und mich, denn den Klappentext fand ich total klasse und ich wollte das Buch auch unbedingt lesen.


Zwischendurch lief es dann mal wieder ein wenig besser, aber das war nie von Dauer. Ich werde das Buch vielleicht nach einiger Zeit noch einmal lesen um zu sehen, ob es an mir oder dem Buch lag. Ich vergebe aber trotz allem 3 von 5 Byrons, da es handwerklich und auch von der Geschichte her, eigentlich nichts auszusetzen gab. Bildet euch bitte selbst eine Meinung, denn ich kann mir gut vorstellen, dass ihr das alles ganz anders seht und das Buch richtig klasse findet. Ich jedenfalls war richtig froh und erleichtert, als ich das Buch beendet hatte.


© Beate Senft

Donnerstag, 19. Dezember 2013

Jana Oltersdorff - Zwischenstopp


Ich habe mal wieder eine ganz tolle Kurzgeschichtensammlung entdeckt, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Die Geschichten sind sehr unterschiedlich und konnten mich wirklich alle überzeugen. Ganz unbekannt war mir die Autorin Jaja Oltersdorff nicht, da sie schon eine ihrer Stories in der Anthologie "Mängelexemplare" veröffentlicht hatte.
Also schnappte ich mir ihr Buch und nahm mir vor, jeden Abend im Bett eine der Geschichten zu lesen. Nach 5 Abenden war ich fertig, obwohl es 8 Geschichten sind. Ihr seht also, ich war gefesselt und wollte immer weiter lesen. Aber schauen wir uns die Stories doch einmal genauer an.

Der Reigen wird eröffnet mit "Zwischenstopp" Eine Bahn hält immer zur gleichen Uhrzeit an einer bestimmten Stelle im Wald, obwohl es dort keine Haltestelle gibt. Aber nur ein einziger Mensch scheint sich dafür zu interessieren. Der Einstieg war schon ganz schön heftig und genau nach meinem Geschmack. Ja, ich kann auch noch nach sinnlosem Gemetzel wie ein Baby schlafen :-,

Es folgt "Frau Hegel weiß was zu tun ist"
Frau Hegel ist total genervt, weil ihr Mann nur noch vor seinem blöden PC sitzt und idiotische Spiele spielt. Als er dann auch noch beginnt sich zu verändern, lässt sich das Frau Hegel nicht länger bieten. Hier musste ich wirklich schmunzeln. Die Geschichte ist so schön grotesk. Ich fand sie einfach nur total klasse.

Mit "Das leere Buch" geht es weiter
Melanie findet neben sich in der S-Bahn ein wunderschönes, in Leder gebundenes Buch. Da es niemand zu vermissen scheint, nimmt sie es mit nach Hause. Doch dann passiert etwas ganz und gar unvorstellbares. Eine super Idee, die die Autorin hier umgesetzt hat. Eine Mischung aus Gänsehaut, Witz und Unbehagen. Mit hat es sehr gut gefallen.

Danach wird der Leser mit "Winterblut" unterhalten. Anna feierte Weihnachten mit ihrer Familie. Doch trotz des vielen Schnees draußen, möchte sie unbedingt nach Hause fahren. Natürlich baut sie einen Unfall. Da sieht sie einen Mann mit einem weißen Mantel auf der Straße. Ob der ihr helfen kann? Zu der Geschichte möchte ich sonst gar nichts mehr schreiben, weil ich sonst zu viel verrate. Nur soviel: Sie hat mir genauso großen Spaß gemacht wie die Anderen.

Nach "Winterblut" kommt "Die Gartenpforte" Das war eine meiner Lieblingsgeschichten. Der Onkel warnt seine Nichte immer vor der Gartentür, die vollkommen sinnlos mitten im Garten steht. Sie soll etwas mit dem Verschwinden seiner Frau zu tun haben. Hier hatte ich beim lesen so richtig Gänsehaut. Ganz große Klasse.

"Der perfekte Cocktail" handelt von einer Vampirbar und dem Besuch des Gesundheitsamtes. Dazu kann ich nur sagen: Herrlich skurril und einfach nur klasse.

Danach folgt "Am Anfang und am Ende". Eine Geschichte über das Reisen durch die Zeit und einem etwas seltsamen Ende.

"Die Treppe" schließt sich an und ist wieder eine der Geschichten die so simpel ist, einem aber doch nicht so schnell los lässt. Martin findet in einem alten Haus eine Mappe mit Aufzeichnungen. Er ist neugierig und möchte wissen, was es damit auch sich hat. Er baut es nach und...... Neee, mehr verrate ich nicht. Hat mich aber sehr gut unterhalten.

Den Abschluss bildet meine absolute Lieblingsgeschichte " Willkommen in Crystal Creep" Ein junges Paar ist auf einer Reise durch Vegas. Dafür, dass er durch die Casinos ziehen darf, darf sie dann alte Indianderdörfer besuchen. Dabei sehen sie ein Schild, das sie in Crystal Creek Willkommen heißt. Sie wären lieber nicht hingefahren. Huuuuuuhhhhh sehr gruselig und auch blutig. Davon hätte ich gerne noch viel mehr gelesen.

Aber leider war das schon wieder das Ende. Alle Geschichten waren spannend und gut durchdacht. Der Schreibstil ist wunderbar flüssig und ohne große Beschreibungen. Die Autorin kommt immer sofort auf den Punkt und das hat mir besonders gut gefallen. Ich vergebe für diese tolle Nachttischlektüre 5 von 5 Byrons.


© Beate Senft                    


Montag, 16. Dezember 2013

Colette McBeth - Zorneskalt

Rachel Walsh ist eine erfolgreiche Kriminalreporterin des Senders NNN. Sie wird von ihrem Chef zu einer Pressekonferenz geschickt, ohne zu wissen um was es geht. In letzter Minute kommt sie dort an und als sie den Raum betritt, lacht ihr ihre allerbeste Freundin Clara von einem Plakat entgegen. Sie wird vermisst, ist einfach verschwunden. Rachel fällt in ein tiefes Loch und versucht so viel wie möglich über Claras Verschwinden herauszufinden. Warum tauchte die Freundin erst in dem Pub auf, als sie selbst schon gegangen war? Sie waren doch verabredet gewesen. Rachel wollte sogar die Nacht bei Clara verbringen? Rachel beginnt zu ermitteln und muss dabei auch ganz tief in die Vergangenheit reisen. Zu den Anfängen ihrer Freundschaft. Und was sie dort findet, gefällt ihr nicht immer.

Am Anfang hatte ich Schwierigkeiten mit dem Schreibstil, denn Rachel, die Ich-Erzählerin spricht direkt Clara an und erzählt die Geschichte aus ihrer Sicht. Daran musste ich mich erst mal gewöhnen. Aber dann konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen, so spannend war es. Sehr oft reist Rachel in Gedanken in die Vergangenheit. Erzählt alles über die Freundschaft der Beiden. Erzählt von ihrer Mutter Niamh, zu der sie überhaupt kein gutes Verhältnis hatte und von Claras Papa, den sie so toll fand. Sie erzählt von der tollen Freundschaft und was die beiden Mädchen alles gemeinsam erlebt hatten. Aber sie erzählt auch wie Clara sich langsam veränderte. Dazwischen kommen immer wieder Sequenzen aus dem hier und jetzt, von den Ermittlungen der Polizei und Rachels Leben als beliebte Reporterin.


"Zorneskalt" ist der Debütroman der Autorin Colette McBeth und er ist wirklich außergewöhnlich gut und spannend. Der Leser erfährt alles nur aus Rachels Sicht und muss sich die frage stellen, ob wirklich alles so ablief, wie in Rachels Erinnerung. Was trieb Clara an? Wieso verschwand sie? Was hatte sie so verändert? Der Schreibstil ist zwar ungewöhnlich, aber wenn man sich daran gewöhnt hat, auch sehr flüssig. Es gab überhaupt keine Längen und ich musste einfach immer weiter lesen um zu erfahren wie alles endet. Und das war ein Ende. Ich kann euch sagen. Die Person der Rachel hat unglaublich viel Tiefe, spricht immer wieder über ihre Emotionen und warum sie sich so oder so verhielt. Claras Beweggründe werden uns nur von Rachel erzählt.

 
Ich vergebe für dieses tolle Buch 5 von 5 Byrons und da das Buch nicht blutig ist sondern ein fieses Psychospiel kann ich eine absolute Leseempfehlung an alle aussprechen. Thrillerfreunde sollten das Buch wirklich lesen. Es lohnt sich.
Ihr sitzt ja immer noch vorm PC. Los, geht das Buch kaufen.....

© Beate Senft