Freitag, 5. Juli 2013

L.S. Anderson - Zeit der Fleigen



Der ehemalige Polizist Walter Ross hat einen anstrengenden Job als Bodyguard hinter sich, bei dem er zwei Männer töten musste. Er wurde dabei selbst schwer verletzt und verlor während seiner Zeit im Krankenhaus alles was ihm wichtig war. Doch er hatte Glück, denn der Vater der jungen Frau, deren Leben er rettete bietet ihm einen sehr gut bezahlten Job als Leiter einer Wachmannschaft eines medizinischen Forschungslabors mitten in der Wüste, in der Nähe der mexikanischen Grenze an. Da er das Geld braucht nimmt er den Job an. Er ist mit seiner Mannschaft nur für den äußeren Bereich der Anlage zuständig, der innere Teil ist sehr streng gesichert und darf nicht betreten werden.  Irgendwann findet Ross etwas seltsames in der Asche des Verbrennungsofens. Später sieht er einen kleinen Hund durch die Gänge des Labors rennen. Als dann auch noch ein kleines Kind zu den Ärzten des Institutes gebracht werden soll, fasst er einen folgenschweren Entschluss…

Laut des Klappentextes hatte ich mir eigentlich etwas anderes vorgestellt, aber enttäuscht war ich trotzdem nicht. In „Zeit der Fliegen“ wird eine sehr spannende Geschichte über skrupellose und unmoralische Menschen erzählt und über einen Mann der damit nicht klar kommt. Mir hat die Story sehr gut gefallen und ich fieberte mit den Hauptprotagonisten richtig mit. Dieses Labor war mir sofort suspekt, so wie wahrscheinlich jedem anderen Leser auch. Nur was dann folgte, damit hatte ich so überhaupt nicht gerechnet.

Der Hauptcharakter möchte sich eigentlich in nichts hineinziehen lassen, dann siegt aber immer wieder die Menschlichkeit. Er erhält sogar Hilfe von ganz unerwarteter Seite. Ich finde, die Zerrissenheit von Walter Ross wird sehr gut dargestellt. Einerseits möchte er nur seinen Job machen, andererseits aber auch noch ohne Ekel in den Spiegel schauen. Er will helfen, muss aber dabei Töten. Und das Ende war dann wieder ganz anders als erwartet. Eine tolles, wenn auch etwas kurzes Buch, das mich in seinen Bann geschlagen hat. Darum vergebe ich 4 von 5 Byrons und werde mich nach weiteren Büchern von L.S. Anderson umsehen. Lesen Leute!!! 



© Beate Senft

Mittwoch, 3. Juli 2013

Ulrich Hefner - Blutinsel

Auf der kleinen Insel Hell´s Kitchen Island leben gerade mal knapp über 50 Menschen und jede Menge Schafe. Die Zeit scheint hier vor langer Zeit stehen geblieben zu sein. Dann geschieht auf der Insel ein ganz grausamer Mord und eine Person verschwindet. Wer ist der Mörder? Ist es wirklich der Geist eines vor 200 Jahren lebenden Piratenkapitäns, der auf der Insel umgeht und nach seinem Schatz sucht und dabei die eine oder andere Leiche zurück lässt? Oder ist es doch eher ein Mörder aus Fleisch und Blut? Detective Lieutanent Cathy Ronsted und ihr Kollege Detective Sergeant Brian Stockwell werden nach Hell´s Kitchen geschickt um den Mord zu untersuchen.
Als dann auch noch 4 ausgebrochene und äußerst brutale Schwerverbrecher auf die Insel fliehen ist das Chaos perfekt.

Erst einmal möchte ich mich beim Club Bertelsmann und Zeilenreich bedanken, die mir diese Clubpremiere vorab zur Verfügung stellten.

Am Anfang hatte ich große Schwierigkeiten in die Geschichte hineinzukommen. Ich kann noch nicht mal sagen warum, denn die Story war von Anfang an interessant und spannend. Zum Glück wurde es aber rasch besser und nach einer schlaflosen Nacht, in der ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte, hatte ich es heute Morgen komplett gelesen. Der Plot ist gut durchdacht und ich wurde sehr oft auf die falsche Fährte geführt. Zwischendurch konnte ich mir auch durchaus vorstellen, dass wirklich ein Geist auf der Insel sein Unwesen trieb.

Die urigen Inselbewohner haben es mir richtig angetan. Sie haben Ansichten wie im Mittelalter, alles was vielleicht anders ist wird abgelehnt und Vertrauen hat man nur zu Leuten die schon seit Christi Geburt oder länger auf der Insel leben ;) Alles was nicht schon seit Generationen auf Hell´s Kitchen lebt ist ein Außenseiter. Es war schon sehr amüsant zu lesen, wie veraltet ihre Ansichten sind und wie stur diese Menschen sind. Die Charaktere sind wunderbar beschrieben und ein paar davon waren mir direkt sympathisch. Vor allem Cathy Ronsted, die es nicht leicht hat bei der Polizei anerkannt zu werden.

Der Roman ist durchweg spannend und es gibt überhaupt keine langweiligen Passagen. Die Beschreibungen der Insel haben mir sehr gut gefallen, obwohl sie recht knapp blieben und nicht ausuferten. Trotzdem konnte man sich gut die grünen Flächen vorstellen auf denen unzählige Schafe grasen und auch die steilen und gefährlichen Klippen sah ich immer wieder vor mir. Ich vergebe für dieses durchaus gelungene Buch 4 von 5 Byrons und eine Leseempfehlung für Leseratten, die gerne mal ungewöhnliche Thriller lesen.



Kaufen könnt ihr das Buch hier:
Club Bertelsmann  *klick*

© Beate Senft                             


Dienstag, 2. Juli 2013

Doc Nachtstrom Hrsg. - Horror Legionen



Eines Tages hatte der gute Doc Nachstrom eine Idee. Warum sollten sich nicht mal verschiedene deutsche Autoren zusammenfinden und zeigen, dass auch aus Deutschland guter Horror kommen kann. Gesagt getan. Er machte etwas Werbung für sein Projekt und innerhalb kürzester Zeit hatten sich insgesamt 26 Autoren gefunden, die eine Geschichte beisteuern wollten. Aber es sollte ein ganz besonderes Buch und nicht nur eine gewöhnliche Anthologie werden.  Also bot sich Carmen Weinand von Horror and More an zu allen Autoren eine Kurzbiografie zu schreiben, die vor den jeweiligen Geschichten veröffentlicht werden sollten. Und was Carmen da eingefallen ist, hat mich oft lauthals lachen lassen. Warum, müsst ihr aber schon selbst herausfinden. Sie hat in dieser Anthologie übrigens auch ihre erste Geschichte veröffentlicht, die ich einfach nur Genial fand. Auch ein Verleger, der sich des Projektes annahm war schnell gefunden. Jürgen Eglseer vom Amrûn-Verlag fand die Idee toll und kümmerte sich um Layout und Druck und allem was so dazu gehört.




Hier sind die Autoren in Alphabetischer Reihenfolge:

Arthur Gordon Wolf
Carmen Weinand
Constantin Dupien
Daniela Herbst
Des Romero
Doc Nachtstrom
Guido Ahner
John Aysa,
Karin Reddemann
Kristina Lohfeldt
Marc Gore

Marc Hartkamp
Melchior v.·. Wahnstein
Meryjaine Webster
Michael Sonntag
Moe Teratos
Rona Walter
Sean Beckz
Sönke Hansen
Stefanie Maucher
Tim Svart
Thomas Backus
Tony Lucifer
Torsten Scheib
Vincent Voss
Werner Skibar
Xander Morus



Viele der Autoren sind dem eifrigen Horrorleser bestimmt schon bekannt. So wie Stefanie Maucher mit ihren Büchern Fida, Kalte Berechnung und Franklin Gothik Medium, Rona Walter mit Kaltgeschminkt und dem eben erst erschienenen Gläsern . Oder auch Vincent Voss mit 172,3, Faulfleisch und Tötet John Bender. Oder Arthur Gordon Wolf mit seiner tollen Katzendämmerung, Die weissen Männer und anderen UMC-Novellen um nur mal 4 Beispiele zu nennen. Aber ob euch die Autoren jetzt bekannt sind oder nicht, sie haben alle eins gemeinsam: Sie haben unglaublich tolle Geschichten für diese Sammlung geschrieben. Und so unterschiedlich wie die Autoren sind auch ihre Wortschöpfungen. In den Horror Legionen ist wirklich alles enthalten was das Horrorgenre zu bieten hat.



Ich weiß, dass viele Leute der Kurzgeschichte nicht sehr viel abgewinnen können, aber diese Geschichten hier haben mich voll in ihren Bann geschlagen. Ich versank oftmals komplett in der Story und nahm nichts um mich herum mehr wahr. Und das schaffen nur sehr wenige Geschichten. Lediglich 2 Storys konnten mich nicht so begeistern, aber die Geschmäcker sind eben verschieden. Und was mir nicht so gut gefällt, haut vielleicht den Nächsten aus den Socken.



Mit Sicherheit werde ich diese tolle Sammlung immer wieder zur Hand nehmen um darin zu blättern und weil einige der Geschichten immer noch in mir nachklingen und mich beschäftigen vergebe ich volle 5 von 5 Byrons und eine ganz klare Leseempfehlung für alle Horrorfreunde mit stabilem Magen und dickem Fell. Alle anderen sollten vielleicht lieber was anderes lesen.


Kaufen könnt ihr Buch und eBook hier:
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Printausgabe



© Beate Senft

Sonntag, 30. Juni 2013

Adam Baker - Die Wandlung


Auf der Ölbohrinsel Rampart, mitten im Arktischen Ozean sitzt eine Notbesatzung von 15 Mann und wartet auf das Versorgungsschiff. Sie sollen die Plattform in Schuss halten, bis sie entweder zu einem neuen Ölfeld geschleppt wird, oder verschrottet wird. Doch das Versorgungsschiff kommt nicht und immer beunruhigendere Nachrichten werden übermittelt. Ein Virus hat die Menschheit befallen und das große Chaos ist ausgebrochen. Plötzlich brechen alle Verbindungen ab. Es wird weder ein Versorgungsschiff noch ein Bergungsschiff geben. Die Besatzung der Rampart ist auf sich gestellt. Werden sie den kalten arktischen Winter mit seiner ständigen Dunkelheit überstehen? Werden die Lebensmittel ausreichen? Werden sie jemals von dieser Plattform wegkommen? Und was passiert, wenn die Seuche plötzlich auch auf der Ölbohrinsel ausbricht? Oder braucht die Besatzung keine Seuche um sich selbst zu vernichten?

Wow! Was für eine geniale Geschichte. Da sitzen ein paar Männer und Frauen, im ewigen Eis fest. Die Nachrichten, die sie zu hören bekommen, werden immer besorgniserregender. Bald gibt es gar keine Nachrichten mehr. Sie haben Angst. Was wenn die Stromversorgung zusammenbricht? Oder die Lebensmittel nicht bis zum Frühling reichen, denn erst dann könnte man versuchen diese Plattform zu verlassen. Und wenn man dann denkt, alle halten zusammen um zu Überleben, täuscht man sich ganz gewaltig. Und dann sehen sie einen abstürzenden Kometen am Himmel. Ein paar der Leute wollen sich das mal aus der Nähe anschauen. Aber das war gar keine gute Idee.

Ich war so froh, dass wir dieses Wochenende nichts vor hatten, denn ich konnte gestern das Buch schon fast nicht mehr aus der Hand legen und las so lange, bis meine Augen nicht mehr wollten. Heute kamen dann zwar ein paar Dinge dazwischen, aber trotzdem habe ich fast jede freie Minute gelesen. Es war so spannend. So beklemmend. Einfach nur großartig. Ich habe schon lange kein so aufregendes Buch mehr gelesen.

Die Charaktere hatten zwar nicht viel Tiefe, aber das fand ich sogar besser, denn wie in solchen Romanen üblich, haben nicht alle überlebt. Oft fühlte ich mich richtig bedrückt von der ausweglosen Situation, den Ängsten der Besatzung, der feindlichen Umgebung. Die Spannung wurde konstant hoch gehalten, auch wenn vielleicht gar nicht so viel geschah. Die Angst saß einem immer im Nacken. Der Schreibstil ist schnörkellos und einfach und gut zu lesen.

Nach diesem Buch wird es sehr schwer sein etwas zu finden, das mich genauso begeistern kann. Darum vergebe ich 5 von 5 Byrons, den Favoritenstatus und eine uneingeschränkte Leseempfehlung.

© Beate Senft       

Freitag, 28. Juni 2013

Gastrezension von Britta: Carla Federico - Die Rosen von Montevideo

Das erste Mal seit mein Blog besteht, habe ich eine Gastrezensentin. Britta fragte mich, ob sie im Rahmen einer Challenge ihre Rezi hier posten dürfe. Und da sage ich natürlich nicht nein.

Überfrachtete Familiensaga

"Die Rosen von Montevideo" erzählt die Geschichte von drei Generationen im Wandel der Zeit. Dementsprechend ist das Buch in drei Teile gegliedert, die jedoch nicht gänzlich in sich abgeschlossen sind, sondern ineinander übergreifen.Zunächst stehen Rosa und Albert im Mittelpunkt des Geschehens. Rosa entstammt einer wohlhabenden Familie Montevideos. Ihr Vater plant, sie an einen älteren Mann zu verheiraten - sehr zum Missfallen Rosas. Kurzentschlossen flieht die lebenslustige junge Dame, kommt aber nicht weit, denn sie wird von Feinden ihres Vaters aufgegriffen. Rosa kann sich glücklich schätzen, dass der Frankfurter Bankierssohn Albert Gothmann, der zur Zeit auf Geschäftsreise in Montevideo ist, zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist und sie rettet. Bei dieser einen Begegnung bleibt es nicht. Trotz ihrer Unterschiedlichkeit heiraten die Beiden. Albert will Rosa nun seiner Familie in Deutschland vorstellen, doch die Dinge entwickeln sich anders als geplant. Als Alberts Vater stirbt, übernimmt Albert die Führung der Bank. Er hat immer weniger Zeit für Rosa, die sich fortan in der fremden Kultur alleine zurechtfinden muss. Doch in Frankfurt ist und bleibt sie eine "Exotin", zumal von Seiten der Schwägerin und der Schwiegermutter keine Hilfe zu erwarten ist. Die Ehe besteht fast nur noch dem Papier nach und steht infolge eines Unglücks vor einem großen Abgrund. 
Wird es der Tochter, Valeria, anders ergehen? Valerias und Claires Geschichte führt uns zurück nach Montevideo. Valeria will nur noch weg aus Deutschland, wo alles sie an die Lieblosigkeit ihrer Eltern erinnert. Tatsächlich dauert es nicht lang und Valeria verliebt sich. Die Umstände sind allerdings äußerst unglücklich.... 
Ob es der dritten Frauengeneration, Carlita und Tabitha anders ergeht, wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten.  

Die Familiensaga spielt in Uruguay, Frankfurt und Paraguay und umfasst die Zeitspanne von 1829-1889. Der Sprachstil ist sehr angenehm und flüssig zu lesen. Geschichtliche Hintergrundinformationen sind gut in die story eingebettet. Die Charaktere sind sehr lebendig, wenn auch zum Teil überspitzt gezeichnet. Als Sympathieträgerin habe ich eher Esperanza, eine Nebenfigur, empfunden. Für meinen Geschmack hätte das Buch gerne etwas mehr Exotik beinhalten dürfen. Das Cover weckt die Erwartung, dass man diesbezüglich gut bedient wird, doch über weite Strecken ist die Exotik eher impliziter Natur. Was mir nicht so gut gefallen hat, waren die zahlreichen Parallelen zwischen den Generationen sowie ein "Schachzug", der sein Übriges zur Überfrachtung des Generationenromans tut. Nichtsdestotrotz habe ich den Roman sehr gerne gelesen und fühlte mich gut unterhalten.



Dienstag, 11. Juni 2013

D. J. Franzen - Armageddon 2 Die Vergessenen

Martin ist entsetzt. Seiner Freundin geht es immer schlechter. Voller Panik rennt er mit ihr zum Krankenhaus, doch der Arzt sagt ihm, dass er zu spät kommt. Sie ist tot. Ein Soldat will ihm die tote Frau abnehmen um sie zu verbrennen. Er bietet ihm an mitzukommen uns nochmal von ihr Abschied zu nehmen. Die Fahrt zur Verbrennungsanlage ist ziemlich lang und Martin muss feststellen, dass er bewacht wird und den Laster nicht verlassen darf. Am Stützpunkt einem ehemaligen Sportinternat, wird er sofort in ein Zimmer gebracht und untersucht. Und dann gehen ihm plötzlich alle Lichter aus. Ab und zu kommt sein Bewusstsein an die Oberfläche und er hört die Ärzte sagen, dass er Immun gegen die Seuche ist. Als er das nächste Mal aufwacht ist er allein und eingesperrt. Kein Geräusch dringt von draußen herein und in der Ferne lodern große Feuer. Was ist in der Zeit passiert, in der er ohne Bewusstsein war?

Der zweite Teil der Reihe beginnt mit Martin. Er wird als Versuchskaninchen missbraucht und kann nicht fassen, was in der Zeit, in der ohne Bewusstsein war, alles geschehen ist. Die Welt ist nicht mehr die Selbe und er kann es nicht begreifen. Mit einer Gruppe Kinder macht er sich auf den Weg um irgendwann auf die Gruppe um Sarah zu treffen.

Den 2. Teil fand ich sogar noch ein Fitzelchen besser als den Ersten, auch wenn ich mir das kaum vorstellen konnte. Die Spannung ist von beginn an sehr hoch. Der Autor hat auf alles Unnötige verzichtet und beschränkt sich wirklich nur auf die wichtigen Sachen. Tolle intelligente Story, super Charaktere, vor allem die Kinder finde ich mehr als gelungen. Ich bin wirklich total begeistert. Und wenn ich jetzt erst mal was anderes lese liegt das nicht an der Geschichte sondern nur an mir selbst, weil ich nicht mehrere Bücher einer Reihe hintereinander weg lesen kann. Ich vergebe wie schon bei Teil 1 volle 5 von 5 Byrons und den Favoritenstatus. Leute lest diese Reihe wenn ihr Interesse an Zombiegeschichten und Dystopien hat. Sie ist einfach nur großartig.




Hier bekommt ihr die Bücher und eBooks:
http://amrun-markt.de/?s=armageddon%2C+die+suche+nach+eden&post_type=product

Das ist die richtige Reihenfolge:
Armageddon 1 - Gottes letzte Kinder
Armagoddon 2 - Die Vergessenen
Armageddon 3 - Verlorene Hoffnung
Armageddon 4 - Babylon
Armagoddon 5 - Herbst
Armageddon 6 - Kaltes Land
Armageddon 7 - Winter
Armageddon 8 - Terror

© Beate Senft

Sonntag, 9. Juni 2013

D.J. Franzen - Armageddon 1 Gottes letzte Kinder

Frank spürt, dass etwas im Gange ist. Die vielen Opfer dieser "Grippe" die eilig irgendwo auf einem gesicherten Friedhof verscharrt werden, sprechen Bände. Also rüstet er sein Haus auf. Zum Glück ist schon eine Solaranlage auf dem Dach und U-Bootbatterien im Keller. Massenweise Lebensmittel werden eingekauft und Fenster und Türen verbarrikadiert. Und dann ziehen sie auch schon durch Köln. Ganze Horden von lebenden Toten. Von Zombies. Doch leider ist Frank irgendwann gezwungen seine Festung zu verlassen und er empfängt einen Funkspruch von ein paar Kindern, die sich im Keller eine Kirche verschanzt haben, es dort aber nicht mehr lange aushalten. Er beschließt die Kinder zu retten. Unterwegs schließt sich ihm noch Hilfe an. Doch plötzlich werden sie mit einem ganz neuen Feind konfrontiert. Einem Zombie mit Verstand.

Da ich den Autor der Armageddon-Reihe auf facebook kennengelernt habe, freute ich mich schon die ganze Zeit darauf, diese Reihe zu lesen. 8 Bände sind bis jetzt erschienen, 12 werden es wohl insgesamt werden. Als wir dann unsere Liste für die Junichallenge schreiben sollen, ergriff ich die Chance und setzte alle 8 Bände darauf. Zum Glück. Denn der erste Band ist einfach nur große Klasse. Gut, es wurden schon viele Bücher über die Apokalypse und Zombies geschrieben, doch scheint diese Reihe hier etwas ganz besonderes zu sein. Zumindest deutet das der erste Teil an. Intelligente Zombies, Kinder mit außergewöhnlichen Fähigkeiten, eine taffe Frau, die die Gruppe anführt. Tolle Charaktere von denen wir bestimmt im laufe der Geschichte noch viel mehr erfahren. Viel zu schnell waren die durchweg spannenden 136 Seiten gelesen. Darum vergebe ich auch 5 von 5 Byrons und den Favoritenstatus und werde mir jetzt sofort den 2. Band schnappen. Hoffentlich wird der mich genauso überzeugen.



Armageddon 1 - Gottes letzte Kinder
Armagoddon 2 - Die Vergessenen
Armageddon 3 - Verlorene Hoffnung
Armageddon 4 - Babylon
Armagoddon 5 - Herbst
Armageddon 6 - Kaltes Land
Armageddon 7 - Winter
Armageddon 8 - Terror

Falls ich euch etwas neugierig gemacht habe, könnt ihr die Reihe hier kaufen:
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© Beate Senft

Mittwoch, 5. Juni 2013

Michael Scott & Colette Freedman - Die 13 Heiligtümer

Während des 2. Weltkrieges wurden viele Kinder von der Stadt aufs Land geschafft. 13 davon in ein kleines Dorf. Dort lernten die Kinder einen seltsamen, alten Mann kennen, der ihnen schreckliche Geschichten über 13 Artefakte, Dämonen und Tore erzählt. Kurz bevor er verschwindet gibt er jedem der Kinder einen dieser seltsamen Gegenstände.

Judith war eine von den Kindern und mehr als nur besorgt verfolgt sie wie nach und nach immer mehr Hüter dieser Gegenstände getötet wird. Sie ist sich sicher, bald werden die Killer auch zu ihr kommen. Aber was soll sie, als mittlerweile alte Frau, dagegen tun? Als sie sich von der Bibliothek auf den Heimweg macht, wird sie plötzlich von 2 Männern angegriffen. Nur das beherzte Eingreifen einer jungen Frau namens Sarah verhindert das Schlimmste. Doch hätte Sarah auch nur geahnt wie sich das auf ihr übriges Leben auswirken wird, hätte sie genauso die Flucht ergriffen oder zur Seite geschaut wie der Rest der Menschen auf der Straße. Doch das Schicksal hat anderes mit ihr vor. Sie soll verhindern, dass die Dämonen die Tore zur Welt öffnen. Wenn ihr das misslingt ist die Menschheit verloren.

Schon der Prolog des Buch verspricht eine sehr spannende und unterhaltsame Geschichte. Selbst ich als Horrorfan wurde sehr gut bedient und es gab ausreichend blutige Szenen, wenn sie auch nicht detailliert beschrieben wurden, so dass auch etwas empfindsamere Gemüter das Buch ohne Ekel lesen können. Der Plot ist sehr gut ausgearbeitet und so manches mal stockte mir vor Spannung der Atem. Die Charaktere haben mir durchweg gut gefallen, auch wenn ich die "Bösen" gehasst habe. Trotzdem waren sie gut beschrieben. Langatmige Beschreibung sucht man in dem Buch vergebens. Ich hätte niemals für möglich gehalten, dass der Autor von Nicholas Flamel so ein tolles Buch für Erwachsene schreiben kann. Und da ich wirklich nichts zu meckern habe bekommt das Buch auch volle 5 von 5 Byrons von mir und eine absolute Leseempfehlung.

© Beate Senft




Dienstag, 4. Juni 2013

Simone Dalbert - Papiergeflüster

Aus dem Leben einer Buchhändlerin

So heißt dann auch schon der Titel des Buches, mit dem Zusatz "Papiergeflüster." Der Acabus-Verlag war so nett, mir das Büchlein als Rezensionsexemplar zu überlassen und als es heute ankam und ich sah wie dünn es war, habe ich mich gleich darauf gestürzt.

Und es hat Spaß gemacht etwas vom beruflichen Alltag der Simone Dalbert zu lesen. Ob es jetzt Kunden waren, die ein grünes Buch suchten, oder welche, die den Titel verschämt auf einen Zettel schrieben, Kollegen, die nachfragten ob man denn noch Syphilis da hätte oder andere peinliche oder lustige Anekdoten, das Lesen hat einfach nur Spaß gemacht. Auf sehr lockere und amüsante Weise hat die Autorin ihren Arbeitsalltag in einer Buchhandlung beschrieben. Ganz besonders lachen musste ich über eine ganz entsetzte Kundin die sich beschwerte, dass die Bücher draußen in der Sonne stünden.

Aber es ist nicht immer nur amüsant, was so eine Buchhändlerin erlebt. Es gibt leider auch Kunden die vergessen dass die netten Damen und Herren, die sie da beraten auch nur Menschen sind die weder hellsehen noch zaubern können. Aber zum Glück sind solche Exemplare eher selten. "Papiergeflüster" ist ein unterhaltsames Büchlein, das man mal schnell zwischendurch lesen kann und das einem immer wieder ein schmunzeln entlockt. Es hätte gerne etwas dicker sein können, darum vergebe ich 4 von 5 Punkten und hoffe auf eine Fortsetzung.

© Beate Senft




Sonntag, 2. Juni 2013

Kristen Simmons - Artikel 5

Die Welt ist nicht mehr so wie wir sie kennen, denn nach dem Krieg hat sich alles verändert. Es gibt nur noch eine Religion in Amerika. Es darf kein Kontakt mehr mit dem Ausland aufgenommen werden. Es gibt sehr strenge Moralgesetze, die die Moralmiliz gnadenlos durchsetzt. Wer nach Einbruch der Dämmerung sein Haus verlässt, Bücher liest oder uneheliche Kinder zeugt, wird hart bestraft.
Embers Mutter hat gegen Artikel 5 verstoßen der besagt: Als vollwertiger Staatsbürger wird nur anerkannt, wer als Kind eines verheirateten Paares auf die Welt kommt. Sie war nie verheiratet und so wird sie verhaftet und Ember kommt in eine Resozialisierungsanstalt. Ausgerechnet ihre große Liebe Chase ist unter den Soldaten, die ihre Mutter gefangen nehmen. Ember soll noch 5 Monate, bis zu ihrem 18 Geburtstag, in der Anstalt bleiben, aber sie hat schreckliche Angst um ihre Mutter und versucht zu fliehen. Helfen soll ihr dabei ausgerechnet Chase. Aber schafft sie es überhaupt aus dieser Anstalt herauszukommen, in der die Mädchen schon wegen der geringsten Vergehen schwer bestraft werden? Und wird Chase ihr überhaupt helfen, oder ist er auch so ein seelenloses Monster geworden wie einige der anderen Soldaten?

"Artikel 5" hat mich schon direkt von der ersten Seite an gefangen genommen. Es gibt kein langes Vorgeplänkel sondern es geht gleich voll los. Die neuen Gesetze, die teilweise so absurd waren, ließen mich immer nur mit dem Kopf schütteln.

"Beth und Ryan hielten einander an den Händen, was durchaus reichte, um eine offizielle Vorladung wegen eines Sittlichkeitsvergehen zu riskieren." Seite 7

"Sie dürfen mich damit nicht schlagen, hörte ich mich sagen. Das ist illegal. Es gibt Gesetze gegen so etwas. Meine liebe Ms Miller, entgegnete Ms Brock im Tonfall gönnerhafter Wärme. Hier bin ich das Gesetz." Seite 69

Und dass sie das Gesetz ist, lässt Ms Brock die Mädchen in der Resozialisierungsanstalt auch jede Minute spüren. Diese Frau war in meinen Augen absolut wahnsinnig.
Was mir sehr gut gefiel war die Entwicklung die Amber im Laufe der Geschichte durchmachte. Am Anfang war sie noch schrecklich naiv aber mit der Zeit wurde sie sehr erwachsen und vor allen Dingen Clever. In der Lage jede Situation zu meistern. Auch Chase entwickelte sich ständig weiter. Der Schreibstil ist flüssig und leicht zu lesen. Die Geschichte fliegt geradezu vorbei. Einerseits bedeutet das Spannung auf jeder Seite, andererseits hätte ich mir ein paar Hintergrundinformationen gerade zu dem Krieg und wie diese ganzen Gesetze zu Stande kamen, gewünscht. Aber man kann das Buch auch ohne diese Infos genießen. "Artikel 5" von Kristen Simmons ist der erste Teil einer Trilogie und ich bin sehr gespannt, ob die Autorin die Spannung über alle Bände so hoch halten kann. Ich vergebe für dieses Jugendbuch 4 von 5 Sternen und bin gespannt auf die Fortsetzung.


© Beate Senft 
 

Freitag, 31. Mai 2013

Kathrin Schrocke - Freak City

Einen herzlichen Dank an den Carlsen-Verlag, der mir das Buch zur Verfügung gestellt hat.

Mika kann es nicht fassen. Im Schwimmbad erzählt ihm seine Freundin Sandra, dass es aus ist. Es lief zwar alles gut mit ihnen, aber es könnte ja vielleicht irgendwann langweilig werden. Dabei ist Sandra Mikas große Liebe. Doch dann lernt er die hübsche Lea kennen. Aber Lea ist anders. Sie ist gehörlos. Weil er seiner Ex imponieren möchte meldet er sich zu einem Intensivkurs in Gebärdensprache an. Er erfährt viel über die Welt der Gehörlosen und ist oft verärgert, wenn seine Freunde dumme Witze machen. Aber was ist, wenn Sandra ihn plötzlich wieder zurück will? Für wen empfindet er mehr? Kann es zwischen einer Gehörlosen und einem Hörenden überhaupt funktionieren?

"Freak City" ist ein wunderbares Jugendbuch von Kathrin Schrocke, das versucht Vorurteile über Gehörlose aus der Welt zu schaffen. Und ich finde, das ist ihr hervorragend gelungen. Sehr einfühlsam erzählt sie die Geschichte von Mika und Lea. Sie erzählt von ihrem kennenlernen und lässt uns an den Ängsten der beiden Teil haben. Das Buch ist keine Sekunde lang kitschig und ich konnte mich oft sehr gut in die Protagonisten hineinversetzen.

Ich gehöre zwar nicht zur Zielgruppe des Buches, aber es hat mir trotzdem sehr gut gefallen. Der Schreibstil ist sehr schön flüssig und gut zu lesen. Man ist sofort in der Geschichte gefangen. Es wäre wirklich schön, wenn das Buch an vielen Schulen gelesen werden würde, denn ich denke, dass vielleicht manche ihr Verhalten gerade gegenüber Gehörlosen andern würden. Das Buch sagt ganz klar: Auch wenn sie vielleicht mit anderen Problemen zu kämpfen haben, sind es ganz normale Menschen wie du und ich. Also behandelt sie auch so. Schaut nicht verlegen weg, es gibt viele Möglichkeiten sich zu unterhalten.
Für mich bekommt dieses Buch 4 von 5 Punkten und eine absolute Leseempfehlung für alle Jugendliche und jung gebliebene, die sich dafür interessieren.

© Beate Senft



Donnerstag, 23. Mai 2013

Becky Masterman - Der stille Sammler

Die 59-Jährige Brigid Quinn hat ihr halbes Leben für das FBI gearbeitet. Durch ihre geringe Größe und die zarte Statur war sie eine hervorragende verdeckte Ermittlerin. Doch nach einem schweren Unfall muss sie aus dem aktiven Dienst aussteigen. Kurz darauf geht sie ganz in den Ruhestand. Sie lernt den Mann ihres Lebens kennen und heiratet ihn, ohne ihn über ihre Vergangenheit aufzuklären. Zu groß ist die Angst, er könne sie verlassen. Das wäre nicht das erste Mal, dass ihr so etwas passiert. Doch dann vermutet man, den Route-66-Killer gefangen zu haben. Das ist der einzige Fall, den Brigid nicht abschließen konnte. Doch sie ist sich sicher, dass hier etwas nicht stimmt und ermittelt auf eigene Faust.

Brigid und ihr Mann waren mir sofort sehr sympathisch. Die beiden genießen ihre Zweisamkeit, gehen zusammen Steine sammeln, führen ihre beiden Möpse spazieren und führen eine liebevolle Ehe. Aber man merkt Brigid an, dass eine sehr große Kraft in ihr steckt und die sollte sie auch bald brauchen.

Der Schreibstil ist einfach großartig und lässt Bilder im Kopf entstehen. Liebevoll beschriebene Charaktere runden das Bild ab. Im krassen Gegensatz dazu stehen die Morde des Route 66 Killers. Jedes Jahr hat er eine Frau gefangen, vergewaltigt, getötet und als Souvenir ein Ohr abgeschnitten. Sogar eine junge FBI-Agentin, eine Untergebene von Brigid geht auf das Konto des Killers. Das konnte die pensionierte Frau nie richtig verarbeiten.

Als sie eine Chance sieht, diesen Killer zu fassen, setzt sie sich wie ein Bluthund auf seine Fersen und riskiert auch ihr eigenes Leben. Sie ist so eine taffe Frau und das ganz ohne Modelmaße und weitaus älter als sonst in Büchern üblich. Das fand ich unglaublich toll. Und sie wurde sehr realistisch dargestellt. Man nimmt ihr ihre mentale und körperliche Kraft ab.

Die Seiten flogen nur so durch meine Hände und nach einer schlaflosen Nacht hatte ich das Buch beendet. Kaum zu glauben, dass das der Debütroman der Autorin Becky Masterman ist. Ich fühlte mich unglaublich gut unterhalten und vergebe volle 5 von 5 Punkten für einen eindrucksvollen Thriller. Bitte mehr davon.

© Beate Senft 


Montag, 20. Mai 2013

Hugh Howey - Silo

Die Erde und das Leben darauf wurden vernichtet. Die Menschheit hat sich unter die Erde zurückgezogen und lebt in einem Bunker, der Silo genannt wird, tief unter der Erde. Hier hat das Leben strenge Regeln und die Gesellschaft wird hier mehr oder weniger in 3 Typen eingeteilt. Ganz oben im Silo, in den Etagen mit den Fenstern zur Oberfläche leben der Sheriff, die Bürgermeisterin Mayor Jahns und es gibt eine große Kantine. Dann kommen die wohlhabenden Bürger und die IT und ganz unten leben die Mechaniker. Sie sorgen zwar dafür, dass alles rund läuft, finden aber keinerlei Anerkennung. Verbrecher werden schrecklich bestraft und an der toxischen Oberfläche ausgesetzt.  Als sich Sheriff Holstson entschließt seiner Frau zu folgen, die vor 3 Jahren an die Oberfläche ging, sind viele erleichtert. Denn er wird die Linsen der Kameras reinigen, die die Bilder der Außenwelt in der Kantine zeigen. Doch dann muss ein neuer Sheriff her. Mayor Jahns und Deputy Marnes haben sich für Juliette entschieden. Einer Mechanikerin von der untersten Etage des Silo. Aber ob ihre Wahl so gut war? Denn Juliette ist klug und neugierig. Sie hinterfragt und nimmt nichts als gegeben hin. Damit tritt sie einigen auf die Füße. Und die wollen sie los werden.

Optisch ist dieses Buch ein echter Hingucker. Das Cover mit dieser unendlichen Treppe, die sich in die Tiefen des Silos dreht und der gelbe Schnitt fallen sofort ins Auge. Darum war ich auch sehr froh, dass ich das Buch für Amazon und den Piper-Verlag rezensieren durfte. Doch meine Freude lies ganz schnell nach, denn der erste Teil, so ca. 120 Seiten des Buches waren wahnsinnig zäh und langweilig und ich war mehrmals versucht das Buch abzubrechen. Aber ich habe mich weiter gequält, und das war auch gut so. Denn dann legt das Buch an Spannung zu und man kann es kaum noch aus der Hand legen. Die Atmosphäre der Geschichte empfand ich als sehr bedrückend und düster. Immer eingesperrt unter der Erde. Keine Sonne, kein blauer Himmel, keine grünen Wiesen. Und dazu gibt es noch Intrigen und Gemeinheiten die sich sehen lassen können. Sehr betroffen machte mich auch, dass man erst in der Lotterie gewinnen musste, um die Möglichkeit zu bekommen ein Kind zur Welt zu bringen. Hat das nach einem Jahr noch nicht geklappt, geht das Los an die nächste Familie. So wird die Überbevölkerung vermieden was ja auch Sinn macht, aber die Vorstellung hat mich doch sehr betroffen gemacht.

Die wichtigsten Figuren sind wunderbar ausgearbeitet und der Schreibstil flüssig, wenn auch nicht immer so einfach zu lesen. Jedenfalls hat das Buch Bilder in meinem Kopf entstehen lassen, die mich bis in meine Träume verfolgten.
Alles in allem ist "Silo" eine gut durchdachte Dystopie, die betroffen und nachdenklich macht und für die ich 4 von 5 Punkten vergebe.

© Beate Senft


Inge Löhnig - Der Sünde Sold

Kurz nachdem Agnes in ihr neues Haus in dem Dorf Mariaseeon gezogen ist, verschwindet der 5-jährige Jakob spurlos. Das ganze Dorf sucht den kleinen Jungen und obwohl Agnes selbst einen furchtbaren Verlust verarbeiten muss, beteiligt sie sich eher widerwillig an der Suche. Sie hatte vor einem Jahr ihren Ehemann und ihre Tochter verloren. Beide verbrannten in der Dachwohnung, währen Agnes nur hilflos zuschauen konnte. Ihr Trauer versucht sie durch exzessiven Sport zu verdrängen. Auf einer ihrer Joggingrunden verläuft sie sich und findet den kleinen Jakob. Überglücklich schließen die Eltern den verstörten Jungen in die Arme. Doch kurz darauf verschwindet eine junge Frau aus dem Dorf und dann wird ihre Leiche gefunden. Wer ist dieser verrückte Killer, der denkt er müsse die Sünden der Menschen bestrafen?

Nachdem die Krimis unserer letzten Leserunden für mich kein sehr großer Lesegenuss waren, haben wir dieses Mal wieder einen Volltreffer gelandet. Von der ersten Seite an war das Buch spannend, der Schreibstil toll und flüssig und die Figuren sehr sympathisch und gut gestaltet. Ich verlor mich sofort im Geschehen, hatte so meine Vermutung wer der Verrückte sein könnte, war mir aber nie so wirklich sicher. Immer wieder wurden Zweifel geschürt, auch wenn es dann im Endeffekt doch die von mir gedachte Person war. Das nahm dem Buch aber keineswegs die Spannung.

Die Geschichte von Agnes hat mich sprachlos gemacht und ich habe sehr mit ihr gelitten. Waren die Polizisten in der letzten Krimireihe alle eher doofe Vollpfosten, waren sie hier sehr kompetent, sympathisch und sehr menschlich. Besonders gut hat mir Kommissar Dühnfort gefallen. Auch die Beschreibung des Dorfes und der Umgebung fand ich sehr gut und genau im richtigen Maße.

Ich vergebe 4 von 5 Punkten und freue mich schon wahnsinnig auf unsere nächste Runde, die am 18. Juni 2013 hier starten wird:

http://www.buchgesichter.de/gruppen/178-krimi_und_thriller_fans/foren/19444 
Vielleicht möchte sich ja noch jemand anschließend.


Herzlich bedanken möchte ich mich auch noch bei Frau Löhnig, die unsere Fragen beantwortete und immer mal wieder in der Runde vorbeischaute. Außerdem verriet sie und noch, dass man die Rezepte zu den Büchern hier findet:
http://inge-loehnig.de/Inge_Loehnig/D%C3%BChnforts_Rezepte.html

Lesen sollte man die Bücher in dieser Reihenfolge:
1. Der Sünde Sold
2. In weißer Stille
3. So unselig schön
4. Schuld währt ewig
5. Verflucht seist du

"Der Sünde Sold" ist ein toller Einstieg in die Reihe um Kommissar Dühnfort und hat uns wirklich großen Spaß gemacht. Danke Mädels. Das gemeinsame Lesen mit euch, war wie immer ein tolles Erlebnis und hat wieder sehr viel Spaß gemacht.

© Beate Senft



 

Dienstag, 14. Mai 2013

Dan Wells - Partials 1 Aufbruch



Die Menschheit hat künstliches Leben erschaffen. Die Partials. Sie sollten im Krieg statt der Menschen kämpfen. Doch diese Partials wenden sich gegen die Menschheit und setzen einen Virus in die Welt, der über 99% der Bevölkerung tötet. Elf Jahre später hat man zwar schon ewig keine Partials mehr gesehen, dafür steht die Menschheit kurz vor dem Aussterben, denn seit dem Ausbruch der Seuche hat kein neugeborenes Kind mehr überlebt. Dabei wurden sogar die Gesetze so weit geändert, dass sich jede junge Frau ab 18 Jahren für eine Schwangerschaft zur Verfügung stellen muss. Aber das ist nicht das einzige Problem der Überlebenden, die sich in Long Island angesiedelt haben. Denn es gibt auch noch die Stimme, eine Rebellentruppe, die immer wieder angreifen und Angst unter der Bevölkerung verbreiten.

Die 16-jährige Kira hat ihre Ausbildung zur Sanitäterin abgeschlossen und macht ein Praktikum in der Geburtsklinik. Sie ist verzweifelt, weil jeder Säugling spätestens nach 3 Tagen tot ist. Als sie erfährt, dass ihre Ziehschwester schwanger ist, versucht sie herauszufinden, wie man die Säuglingssterblichkeit verhindern kann. Ihr kommt der Gedanke, dass nur die Partials ihr helfen können. Zusammen mit ein paar Freunden macht sie sich auf die Suche....

Partials ist nicht mein erstes Buch von Dan Wells und bisher fand ich sie alle sehr gelungen. Aber mit Partials hatte ich so meine Probleme. Ich kam nur ganz schwer in die Geschichte hinein, quälte mich am Anfang regelrecht und überlegte ein paar mal das Buch abzubrechen. Aber da das Buch bisher fast ausschließlich gute Kritiken bekommen hatte, habe ich mich weiter gequält. Es wurde zwar wirklich besser, aber so ganz überzeugen konnte es mich nicht.

Ich kann nicht einmal wirklich sagen an was es lag, denn die Charaktere gefielen mir eigentlich sehr gut. Sie waren zwar alle sehr reif und wirkten richtig erwachsen, aber das lag auch an den Lebensumständen. Es gibt auch nichts wirklich neues in dem Buch. Es plätschert zeitweise vor sich hin, hat aber durchaus auch seine spannende Stellen. Ich denke, dass ich den 2. Teil nicht mehr lesen werde. Trotz allem vergebe ich 3 von 5 Punkten, da durchaus gute Ideen vorhanden waren und der Schreibstil gewohnt flüssig war. Wer Dystopien mag, soll es einfach ausprobieren. Eine Leseempfehlung kann ich nicht aussprechen.

© Beate Senft