Freitag, 31. Mai 2013

Kathrin Schrocke - Freak City

Einen herzlichen Dank an den Carlsen-Verlag, der mir das Buch zur Verfügung gestellt hat.

Mika kann es nicht fassen. Im Schwimmbad erzählt ihm seine Freundin Sandra, dass es aus ist. Es lief zwar alles gut mit ihnen, aber es könnte ja vielleicht irgendwann langweilig werden. Dabei ist Sandra Mikas große Liebe. Doch dann lernt er die hübsche Lea kennen. Aber Lea ist anders. Sie ist gehörlos. Weil er seiner Ex imponieren möchte meldet er sich zu einem Intensivkurs in Gebärdensprache an. Er erfährt viel über die Welt der Gehörlosen und ist oft verärgert, wenn seine Freunde dumme Witze machen. Aber was ist, wenn Sandra ihn plötzlich wieder zurück will? Für wen empfindet er mehr? Kann es zwischen einer Gehörlosen und einem Hörenden überhaupt funktionieren?

"Freak City" ist ein wunderbares Jugendbuch von Kathrin Schrocke, das versucht Vorurteile über Gehörlose aus der Welt zu schaffen. Und ich finde, das ist ihr hervorragend gelungen. Sehr einfühlsam erzählt sie die Geschichte von Mika und Lea. Sie erzählt von ihrem kennenlernen und lässt uns an den Ängsten der beiden Teil haben. Das Buch ist keine Sekunde lang kitschig und ich konnte mich oft sehr gut in die Protagonisten hineinversetzen.

Ich gehöre zwar nicht zur Zielgruppe des Buches, aber es hat mir trotzdem sehr gut gefallen. Der Schreibstil ist sehr schön flüssig und gut zu lesen. Man ist sofort in der Geschichte gefangen. Es wäre wirklich schön, wenn das Buch an vielen Schulen gelesen werden würde, denn ich denke, dass vielleicht manche ihr Verhalten gerade gegenüber Gehörlosen andern würden. Das Buch sagt ganz klar: Auch wenn sie vielleicht mit anderen Problemen zu kämpfen haben, sind es ganz normale Menschen wie du und ich. Also behandelt sie auch so. Schaut nicht verlegen weg, es gibt viele Möglichkeiten sich zu unterhalten.
Für mich bekommt dieses Buch 4 von 5 Punkten und eine absolute Leseempfehlung für alle Jugendliche und jung gebliebene, die sich dafür interessieren.

© Beate Senft



Donnerstag, 23. Mai 2013

Becky Masterman - Der stille Sammler

Die 59-Jährige Brigid Quinn hat ihr halbes Leben für das FBI gearbeitet. Durch ihre geringe Größe und die zarte Statur war sie eine hervorragende verdeckte Ermittlerin. Doch nach einem schweren Unfall muss sie aus dem aktiven Dienst aussteigen. Kurz darauf geht sie ganz in den Ruhestand. Sie lernt den Mann ihres Lebens kennen und heiratet ihn, ohne ihn über ihre Vergangenheit aufzuklären. Zu groß ist die Angst, er könne sie verlassen. Das wäre nicht das erste Mal, dass ihr so etwas passiert. Doch dann vermutet man, den Route-66-Killer gefangen zu haben. Das ist der einzige Fall, den Brigid nicht abschließen konnte. Doch sie ist sich sicher, dass hier etwas nicht stimmt und ermittelt auf eigene Faust.

Brigid und ihr Mann waren mir sofort sehr sympathisch. Die beiden genießen ihre Zweisamkeit, gehen zusammen Steine sammeln, führen ihre beiden Möpse spazieren und führen eine liebevolle Ehe. Aber man merkt Brigid an, dass eine sehr große Kraft in ihr steckt und die sollte sie auch bald brauchen.

Der Schreibstil ist einfach großartig und lässt Bilder im Kopf entstehen. Liebevoll beschriebene Charaktere runden das Bild ab. Im krassen Gegensatz dazu stehen die Morde des Route 66 Killers. Jedes Jahr hat er eine Frau gefangen, vergewaltigt, getötet und als Souvenir ein Ohr abgeschnitten. Sogar eine junge FBI-Agentin, eine Untergebene von Brigid geht auf das Konto des Killers. Das konnte die pensionierte Frau nie richtig verarbeiten.

Als sie eine Chance sieht, diesen Killer zu fassen, setzt sie sich wie ein Bluthund auf seine Fersen und riskiert auch ihr eigenes Leben. Sie ist so eine taffe Frau und das ganz ohne Modelmaße und weitaus älter als sonst in Büchern üblich. Das fand ich unglaublich toll. Und sie wurde sehr realistisch dargestellt. Man nimmt ihr ihre mentale und körperliche Kraft ab.

Die Seiten flogen nur so durch meine Hände und nach einer schlaflosen Nacht hatte ich das Buch beendet. Kaum zu glauben, dass das der Debütroman der Autorin Becky Masterman ist. Ich fühlte mich unglaublich gut unterhalten und vergebe volle 5 von 5 Punkten für einen eindrucksvollen Thriller. Bitte mehr davon.

© Beate Senft 


Montag, 20. Mai 2013

Hugh Howey - Silo

Die Erde und das Leben darauf wurden vernichtet. Die Menschheit hat sich unter die Erde zurückgezogen und lebt in einem Bunker, der Silo genannt wird, tief unter der Erde. Hier hat das Leben strenge Regeln und die Gesellschaft wird hier mehr oder weniger in 3 Typen eingeteilt. Ganz oben im Silo, in den Etagen mit den Fenstern zur Oberfläche leben der Sheriff, die Bürgermeisterin Mayor Jahns und es gibt eine große Kantine. Dann kommen die wohlhabenden Bürger und die IT und ganz unten leben die Mechaniker. Sie sorgen zwar dafür, dass alles rund läuft, finden aber keinerlei Anerkennung. Verbrecher werden schrecklich bestraft und an der toxischen Oberfläche ausgesetzt.  Als sich Sheriff Holstson entschließt seiner Frau zu folgen, die vor 3 Jahren an die Oberfläche ging, sind viele erleichtert. Denn er wird die Linsen der Kameras reinigen, die die Bilder der Außenwelt in der Kantine zeigen. Doch dann muss ein neuer Sheriff her. Mayor Jahns und Deputy Marnes haben sich für Juliette entschieden. Einer Mechanikerin von der untersten Etage des Silo. Aber ob ihre Wahl so gut war? Denn Juliette ist klug und neugierig. Sie hinterfragt und nimmt nichts als gegeben hin. Damit tritt sie einigen auf die Füße. Und die wollen sie los werden.

Optisch ist dieses Buch ein echter Hingucker. Das Cover mit dieser unendlichen Treppe, die sich in die Tiefen des Silos dreht und der gelbe Schnitt fallen sofort ins Auge. Darum war ich auch sehr froh, dass ich das Buch für Amazon und den Piper-Verlag rezensieren durfte. Doch meine Freude lies ganz schnell nach, denn der erste Teil, so ca. 120 Seiten des Buches waren wahnsinnig zäh und langweilig und ich war mehrmals versucht das Buch abzubrechen. Aber ich habe mich weiter gequält, und das war auch gut so. Denn dann legt das Buch an Spannung zu und man kann es kaum noch aus der Hand legen. Die Atmosphäre der Geschichte empfand ich als sehr bedrückend und düster. Immer eingesperrt unter der Erde. Keine Sonne, kein blauer Himmel, keine grünen Wiesen. Und dazu gibt es noch Intrigen und Gemeinheiten die sich sehen lassen können. Sehr betroffen machte mich auch, dass man erst in der Lotterie gewinnen musste, um die Möglichkeit zu bekommen ein Kind zur Welt zu bringen. Hat das nach einem Jahr noch nicht geklappt, geht das Los an die nächste Familie. So wird die Überbevölkerung vermieden was ja auch Sinn macht, aber die Vorstellung hat mich doch sehr betroffen gemacht.

Die wichtigsten Figuren sind wunderbar ausgearbeitet und der Schreibstil flüssig, wenn auch nicht immer so einfach zu lesen. Jedenfalls hat das Buch Bilder in meinem Kopf entstehen lassen, die mich bis in meine Träume verfolgten.
Alles in allem ist "Silo" eine gut durchdachte Dystopie, die betroffen und nachdenklich macht und für die ich 4 von 5 Punkten vergebe.

© Beate Senft


Inge Löhnig - Der Sünde Sold

Kurz nachdem Agnes in ihr neues Haus in dem Dorf Mariaseeon gezogen ist, verschwindet der 5-jährige Jakob spurlos. Das ganze Dorf sucht den kleinen Jungen und obwohl Agnes selbst einen furchtbaren Verlust verarbeiten muss, beteiligt sie sich eher widerwillig an der Suche. Sie hatte vor einem Jahr ihren Ehemann und ihre Tochter verloren. Beide verbrannten in der Dachwohnung, währen Agnes nur hilflos zuschauen konnte. Ihr Trauer versucht sie durch exzessiven Sport zu verdrängen. Auf einer ihrer Joggingrunden verläuft sie sich und findet den kleinen Jakob. Überglücklich schließen die Eltern den verstörten Jungen in die Arme. Doch kurz darauf verschwindet eine junge Frau aus dem Dorf und dann wird ihre Leiche gefunden. Wer ist dieser verrückte Killer, der denkt er müsse die Sünden der Menschen bestrafen?

Nachdem die Krimis unserer letzten Leserunden für mich kein sehr großer Lesegenuss waren, haben wir dieses Mal wieder einen Volltreffer gelandet. Von der ersten Seite an war das Buch spannend, der Schreibstil toll und flüssig und die Figuren sehr sympathisch und gut gestaltet. Ich verlor mich sofort im Geschehen, hatte so meine Vermutung wer der Verrückte sein könnte, war mir aber nie so wirklich sicher. Immer wieder wurden Zweifel geschürt, auch wenn es dann im Endeffekt doch die von mir gedachte Person war. Das nahm dem Buch aber keineswegs die Spannung.

Die Geschichte von Agnes hat mich sprachlos gemacht und ich habe sehr mit ihr gelitten. Waren die Polizisten in der letzten Krimireihe alle eher doofe Vollpfosten, waren sie hier sehr kompetent, sympathisch und sehr menschlich. Besonders gut hat mir Kommissar Dühnfort gefallen. Auch die Beschreibung des Dorfes und der Umgebung fand ich sehr gut und genau im richtigen Maße.

Ich vergebe 4 von 5 Punkten und freue mich schon wahnsinnig auf unsere nächste Runde, die am 18. Juni 2013 hier starten wird:

http://www.buchgesichter.de/gruppen/178-krimi_und_thriller_fans/foren/19444 
Vielleicht möchte sich ja noch jemand anschließend.


Herzlich bedanken möchte ich mich auch noch bei Frau Löhnig, die unsere Fragen beantwortete und immer mal wieder in der Runde vorbeischaute. Außerdem verriet sie und noch, dass man die Rezepte zu den Büchern hier findet:
http://inge-loehnig.de/Inge_Loehnig/D%C3%BChnforts_Rezepte.html

Lesen sollte man die Bücher in dieser Reihenfolge:
1. Der Sünde Sold
2. In weißer Stille
3. So unselig schön
4. Schuld währt ewig
5. Verflucht seist du

"Der Sünde Sold" ist ein toller Einstieg in die Reihe um Kommissar Dühnfort und hat uns wirklich großen Spaß gemacht. Danke Mädels. Das gemeinsame Lesen mit euch, war wie immer ein tolles Erlebnis und hat wieder sehr viel Spaß gemacht.

© Beate Senft



 

Dienstag, 14. Mai 2013

Dan Wells - Partials 1 Aufbruch



Die Menschheit hat künstliches Leben erschaffen. Die Partials. Sie sollten im Krieg statt der Menschen kämpfen. Doch diese Partials wenden sich gegen die Menschheit und setzen einen Virus in die Welt, der über 99% der Bevölkerung tötet. Elf Jahre später hat man zwar schon ewig keine Partials mehr gesehen, dafür steht die Menschheit kurz vor dem Aussterben, denn seit dem Ausbruch der Seuche hat kein neugeborenes Kind mehr überlebt. Dabei wurden sogar die Gesetze so weit geändert, dass sich jede junge Frau ab 18 Jahren für eine Schwangerschaft zur Verfügung stellen muss. Aber das ist nicht das einzige Problem der Überlebenden, die sich in Long Island angesiedelt haben. Denn es gibt auch noch die Stimme, eine Rebellentruppe, die immer wieder angreifen und Angst unter der Bevölkerung verbreiten.

Die 16-jährige Kira hat ihre Ausbildung zur Sanitäterin abgeschlossen und macht ein Praktikum in der Geburtsklinik. Sie ist verzweifelt, weil jeder Säugling spätestens nach 3 Tagen tot ist. Als sie erfährt, dass ihre Ziehschwester schwanger ist, versucht sie herauszufinden, wie man die Säuglingssterblichkeit verhindern kann. Ihr kommt der Gedanke, dass nur die Partials ihr helfen können. Zusammen mit ein paar Freunden macht sie sich auf die Suche....

Partials ist nicht mein erstes Buch von Dan Wells und bisher fand ich sie alle sehr gelungen. Aber mit Partials hatte ich so meine Probleme. Ich kam nur ganz schwer in die Geschichte hinein, quälte mich am Anfang regelrecht und überlegte ein paar mal das Buch abzubrechen. Aber da das Buch bisher fast ausschließlich gute Kritiken bekommen hatte, habe ich mich weiter gequält. Es wurde zwar wirklich besser, aber so ganz überzeugen konnte es mich nicht.

Ich kann nicht einmal wirklich sagen an was es lag, denn die Charaktere gefielen mir eigentlich sehr gut. Sie waren zwar alle sehr reif und wirkten richtig erwachsen, aber das lag auch an den Lebensumständen. Es gibt auch nichts wirklich neues in dem Buch. Es plätschert zeitweise vor sich hin, hat aber durchaus auch seine spannende Stellen. Ich denke, dass ich den 2. Teil nicht mehr lesen werde. Trotz allem vergebe ich 3 von 5 Punkten, da durchaus gute Ideen vorhanden waren und der Schreibstil gewohnt flüssig war. Wer Dystopien mag, soll es einfach ausprobieren. Eine Leseempfehlung kann ich nicht aussprechen.

© Beate Senft


Montag, 13. Mai 2013

Rona Walter - Gläsern

Frederick van Sade ist Savant von Lady Amaranth. Er liebt seine Herrin über alles auch wenn es böse Gerüchte über sie gibt. So soll sie ihre Tochter Eirwyn aus lauter Eifersucht über deren Schönheit aus dem Haus getrieben und ihren Mann krank gemacht haben, weil sie Angst hatte, er liebt seine Tochter mehr als sie. Auch soll sie sich mit vielen Mittelchen und Hexereien ihre Jugendlichkeit und Schönheit bewahren. Als es dem Grafen sehr schlecht geht, lässt Lady Amaranth ihren Valet zu sich kommen und verlangt von ihm, dass er in Begleitung seiner Servant und Freundin Ginivere und dem widerlichen Bluebeard Sanford zu ihrer Tochter reisen soll um sie nach Hause zurück zubringen. Vielleicht hilft das ja dem Grafen wieder gesund zu werden.

Unterwegs treffen sie auf den Jäger Kieran, der sehr gut mit Eirwyn befreundet ist. Er begleitet sie auf ihrer Reise von Schottland nach Deutschland. Doch unterwegs ereignen sich schrecklich Dinge und keiner wird so nach Schottland zurückkehren, wie er losgezogen ist. Manche verlieren ihr Herz, andere ihre Seele und manche sogar ihr Leben.

Was für eine düstere Geschichte. Ich bin total geflasht. "Gläsern" lehnt sich an dem Märchen von Schneewittchen und der Sage von Bluebeard an. Aber was die Autorin daraus gemacht hat, ist einfach unglaublich. Rona Walter erzählt in ihrer ganz eigenen Sprache eine düstere und beklemmende Geschichte.

Hauptfigur ist ganz klar der Valet Frederick van Sade. Teilweise ist er absolut unsymapathisch denn er ist eitel, egoistisch, eine Heulsuse und ein absolutes Weichei. Aber es gibt immer wieder Momente in denen er mir einfach nur leid getan hat und ich mit ihm Hoffen und Bangen durfte.

Eirwyn, die wunderschöne Lilie ist nicht nur das liebe Mädchen, wie wir es aus dem Märchen kennen, aber sie ist die schönste Frau, die man sich nur vorstellen kann. Überhaupt gibt es eigentlich keine Figur bei Rona die nur gut oder böse ist.

Am allermeisten mochte ich die liebe Giniver. Ein ruhiges, liebes und schüchternes Mädchen, in der oft mehr steckte, als man angenommen hat. Ich freute mich immer, wenn sie wieder einen Auftritt im Buch hatte.

Der Jäger Kieran, ein gut aussehender Mann, der in die schöne Lilie verliebt ist, aber sie eigentlich wegen des unterschiedlichen Standes nie bekommen kann, tut trotzdem alles für seine große Liebe und hofft auf ein glückliches Ende.

Lady Amaranth hat mir richtig Angst gemacht. Kalt und unnahbar, mit roten Augen und fast nicht alternd, ist sie die wahre Herrin. Man traut ihr durchaus zu, dass sie Mann und Tochter töten würde, wenn ihr etwas nicht passt. Andererseits hat sie Frederick aufgenommen, als er beinahe verhungert wäre. Hat ihm Arbeit und Obdach gegeben und dadurch vergöttert er seine Lady.

Die Figuren sind alle wundervoll gezeichnet und entwickeln sich während der Geschichte ständig weiter. Das dunkle und geheimnisvolle Schottland, die gruseligen Wälder und die düsteren Schlösser sind knapp aber trotzdem wundervoll beschrieben, so dass in meinem Kopf ein ganzer Film ablief. 

Ronas Sprache ist wundervoll. Altertümlich und vor Kraft strotzend erzählt sie uns dieses unglaubliche und tolle Märchen. Ich hätte noch tagelang weiter lesen können und war traurig, dass das Buch nach nur 328 Seiten zu Ende war. Ja, das Ende. Das war nun so ganz anders, als ich es erwartet hatte und lies mich in einer bedrückten Stimmung zurück.

Ich vergebe für dieses tolle und unglaublich gute Buch, das auch noch durch tolle Illustrationen eines Tatookünstlers besticht 5 von 5 Punkten. Ich würde auch mehr geben, wenn das möglich wäre. Außerdem den Favoritenstatus und eine Leseempfehlung für alle, die auf düstere Märchen stehen. Ganz großes Kino.

© Beate Senft

Kaufen könnt ihr das tolle Buch hier:

http://www.luzifer-verlag.de/glasern-rona-walter/


Samstag, 4. Mai 2013

Jeffery Deaver - Die Angebetete

Die Ermitterlin Kathryn Dance hat sich ein paar Tage frei genommen um ein Konzert ihrer Freundin Kayleigh Towne zu besuchen, das diese in Fresno gibt. Sie freut sich auf das Wiedersehen doch kaum ist sie angekommen bekommt sie mit, wie Kayleigh von dem Stalker Edwin Sharp bedrängt wird. Er macht ihr schon seit geraumer Zeit das Leben zur Hölle und kurz darauf wird auch noch Kayleighs Tourmanager Bobby Prescott getötet. Da Kathryn Expertin für Kinesik beim CBI ist, wird sie zu den Ermittlungen als Beraterin hinzugezogen. Doch es bleibt nicht bei diesem einen Mord und Kayleigh gerät immer mehr in Gefahr.

Ein ganz herzlichen Dankeschön an blanvalet, die mir das Buch zur Verfügung gestellt haben. "Die Angebetete" ist der 3.Thriller um die Kinesikexpertin Kathryn Dance. Obwohl ich die beiden ersten Bände nicht kenne, war das Lesen von "Die Angebetete" überhaupt kein Problem.

Ich fand es sehr interessant und faszinierend, Einblicke in die Denkweise eines Stalkers zu bekommen. Edwin Sharp lebt in einer vollkommen Traumwelt und biegt sich alles so zu recht, dass es in sein Weltbild passt. Ablehnung akzeptiert er nicht und findet immer Ausreden, warum seine Angebetete das gar nicht so meint, dass immer Andere hinter der Ablehnung stecken. Der Charakter von Sharp war sehr gut ausgearbeitet und man konnte trotz seiner Verrücktheit seine Gedankengänge irgendwie nachvollziehen.

Der Schreibstil war immer sehr flüssig und leicht zu lesen. Und so spannend, dass ich oft gar nicht schnell genug lesen konnte um zu erfahren wie es weiter geht. Verschiedene Handlungsstränge machten die Spannung stellenweise fast unerträglich. Leider gab es auch ein paar wenige Passagen, die mir zu Ausführlich waren, z.b. wenn es um die Geschichte der Musik oder verschiedener Countrysänger ging. Aber das ist natürlich wie immer, reine Geschmackssache.

Der Plot war sehr gut ausgearbeitet und etliche unerwartete Wendungen machten es wirklich schwer zu erraten wer hinter der ganzen Sache steckt. Was mich sehr gefreut hatte war, dass Lincoln Rhyme und Amelia Sachs sogar einen kleinen Auftritt bekamen.

Ich vergebe für diesen spannenden Thriller 4 von 5 Punkten und werde auf jeden Fall noch die ersten beiden Bücher über Kathryn Dance lesen. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung!!!

© Beate Senft








Mittwoch, 1. Mai 2013

Columbus & Vizzini - House of Secrets / Der Fluch des Denver Kristoff

Dr. Walker, ein berühmter Chirurg, wird nach einem "Vorfall" arbeitslos. Er muss mit seiner Frau und den 3 Kindern umziehen. Die Maklerin verspricht ihnen ein wundervolles Schnäppchen und präsentiert der Familie das Haus des Schriftstellers Denver Kristoff. Das Haus ist ein Traum und spottbillig. Gerade ist man dabei einzuziehen und die Zimmer aufzuteilen, als eine alte Nachbarin erscheint. Die verwandelt sich plötzlich in eine Windfurie, zertrümmert die ganze Einrichtung, lässt Mr. Und Mrs. Walker verschwinden und überlässt die 3 Kinder ihrem Schicksal. Doch damit nicht genug: als Cordelia, Brandan und das Nesthäkchen Eleanor aus dem Fenster schauen, befinden sie sich plötzlich in einer Art Urwald wieder. Wie kommen sie hier her? Und wie wieder nach Hause? Die 3 Geschwister müssen, ganz auf sich gestellt,  haarsträubende Abenteuer erleben, bis sie erst einmal erfahren, was eigentlich von ihnen verlangt wird. Und dann ist das Chaos immer noch nicht beendet sondern geht erst richtig los...

Mit "Der Fluch des Denver Kristoff" ist dem Autorenduo ein wahnsinnig spannender Jugendroman gelungen, der auch mich in seinen Bann gezogen hat. War ich zuerst nur vom Cover verzaubert, konnte ich nach ein paar Seiten, das Buch schon nicht mehr aus der Hand legen. Die Autoren führen den Leser durch eine verrückte, witzige und absolut originelle Fantasygeschichte, die einfach nur richtig Spaß macht. Ob zum Leben erwachte Skelette, Kolosse, Piraten, Ritter oder Piloten, das Buch kann mit allem aufwarten, was das Leserherz begehrt.

Der Plot ist toll ausgearbeitet, die Geschichte eigentlich in sich abgeschlossen, aber es gibt auch einen Hinweis auf die Fortsetzung. Die Sprache ist einem Jugendbuch angemessen aber nicht zu einfach, die Hauptcharaktere mit all ihren Stärken und Schwächen sehr sympathisch. Und wie das eben so ist bei Jugendbüchern, sind die Bösen auch wirklich nur böse. Besonders Cordelia und ihre Liebe zu Büchern hat es mir natürlich angetan. Auch spielen Bücher eine gewisse Handlung in der Geschichte.

"Der Fluch des Denver Kristoff" hat mir zwei phantastische und wundervolle Lesetage beschert und darum vergebe ich gerne 4 von 5 Punkten und eine Leseempfehlung für alle jungen und jung gebliebenen. Jeder der originelle Fantasy mag, wird dieses Buch lieben.

© Beate Senft




Samstag, 27. April 2013

Kealan Patrick Burke - Herr der Moore

Kate Mansfield lebt mit ihrem blinden Bruder Neil, den beiden Bediensteten Mrs. Flechter und Grady und ihrem Vater in einem kleinen Dorf mitten im Moor. Der Vater vegetiert seit einem schrecklichen Erlebnis im Moor nur noch vor sich hin. Ist mehr tot als lebendig. Immer wieder zieht undurchdringlicher Nebel im Moor auf und die Gerüchte über die Bestie von Brent Prior verstummen niemals, werden sogar immer lauter, als ein unbekannter mit schrecklichen Verbrennungen im Dorf auftaucht. Immer bedrohlicher wird das Moor und immer wieder verschwinden Menschen. Hat das etwas mit dem Fremden zu tun? Und was sind das für Wesen, die da durchs Moor huschen?


Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass das Buch und ich am Anfang einige Schwierigkeiten miteinander hatten und es einige Zeit dauerte, bis wir miteinander warm wurden. Aber dann konnte ich es kaum noch aus der Hand legen. "Herr der Moore" erzählt eine düstere Geschichte mit einer bedrückenden Atmosphäre, die einem in die Knochen kriecht wie der Nebel über das Moor. Der Autor hat es geschafft Bilder in meinem Kopf entstehen zu lassen, mich mitzunehmen nach Brent Prior und mit den Dorfbewohnern vor Angst zu schlottern.

Am Meisten beeindruckt hat mich die Wortgewalt von Kealan Patrick Burke.
"Dunkle Wolken waren hinter den Bergen her aufgezogen - wie Hände, die Wasser schöpften. Gleich Fingern, die sich spreizten, breiteten sie sich aus, während lautlos blauweiße Adern aufblitzen: Ein Sturm braute sich zusammen". (Seite 117)

Die düstere Stimmung zieht sich durchs gesamte Buch und die Spannung wird gegen Ende fast unerträglich. Dem Ende nach könnte es sogar vielleicht noch eine Fortsetzung geben, was ich sehr begrüßen würde. Die Charaktere blieben etwas blass, was mich aber bei diesem Buch nicht im mindesten gestört hat, denn dafür war die Geschichte sehr komplex und gut ausgearbeitet. Ich vergebe 4 von 5 Punkten für einen etwas schwierigen Anfang und die vielen Fremdwörter, die den Lesefluss doch etwas störten.

© Beate Senft



 

Anthony Piers- Schatten des Baumes

Als Joshua Pinsons Frau Mina stirbt und er kurz darauf ein Anwesen mit großem Gelände in den Wäldern Floridas von seinem Onkel Elijah erbt, beschließt er zusammen mit seinen Kindern Chris und Sue die Stadt zu verlassen und in die Natur zu ziehen. Vielleicht könnten sie so das Grauen um den Tod von Mina besser verarbeiten. Dort angekommen verlieben sie sich sofort in den riesigen Baum der in der Nähe des leider noch unfertigen Hauses steht. Selbst die beiden Hunde scheinen sich sofort hier wohl zu fühlen. Josh setzt alles daran, das Haus so schnell wie möglich bewohnbar zu machen und bewundert die Vorgehensweise seines Onkels, der sich ganz auf die Sonnenenergie verlassen hat. Doch schon kurz nach dem Einzug geschehen seltsame Dinge und die Haushälterin die Josh engagiert hatte,verlässt die Familie nach kurzer Zeit wieder. Da ist er doch froh, dass sich die Schwester eines Klassenkameraden von Chris sich bereit erklärt für die Kinder zu sorgen, wenn Josh beruflich nach New York muss. Doch die unheimlichen Vorkommnisse werden immer schlimmer und bald wird auch noch Sue krank.

Dieses Buch stand schon sehr lange auf meiner Wunschliste, aber der Erscheinungstermin wurde leider immer wieder verschoben. Als es dann endlich erschien hatte ich Buchkaufverbot und das Buch musste noch länger warten. Dann bekam ich einen Tipp, dass es eine Verlosung mit Leserunde bei LovelyBooks gibt und ich hatte mich natürlich sofort beworben und gewonnen. Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, wie sehr ich mich gefreut habe.

Dann endlich war das tolle Buch mit dem düsteren Cover aus der Feder von Timo Kümmel da und wir durften beginnen. Und ich wurde nicht enttäuscht und meine Erwartungen zu dem Buch wurden alle erfüllt. Es geschehen gruselige Dinge in dem Haus. Geister erscheinen, plötzlich sind überall Insekten im Bett, die sich in Luft auflösen. Ein plötzlicher Gestank kommt in der Nähe des Baumes auf, die Hunde spielen verrückt und es gibt Tote.

Der Autor kann mit originellen Ideen aufwarten und sehr gut mit dem Grauen spielen, dass ich sogar bei der Beschreibung einer Motorsäge Gänsehaut bekam. Die Beschreibungen der Natur sind einfach wunderschön und die ganze Sprache sehr Bildhaft. Ein Film hätte keine schöneren Bilder in meinem Kopf entstehen lassen können. Dazu liest sich das Buch einfach und flüssig und man mag es gar nicht mehr aus der Hand legen. Einzig die vielen Druckfehler in der ersten Hälfte des Buches trübten den Lesespaß ein wenig, aber da kann ja der Autor nichts für. Die Figur des Josh wurde sehr gut ausgearbeitet, die anderen Personen bleiben etwas blasser, was der Geschichte aber keinen Abbruch tut.

Ich war und bin jedenfalls so richtig begeistert, vor allem über das originelle Ende, das mich wirklich überraschte. Darum vergebe ich für dieses tolle und Gänsehaut bescherende Buch 10 von 10 Punkten, den Favoritenstatus und eine absolute Lesempfehlung für alle die sich gerne gruseln und nicht unbedingt durch Literweise Blut waten müssen.

© Beate Senft




Samstag, 20. April 2013

Elizabeth Miles - Im Herzen die Rache

Emily und Gabby sind die allerbesten Freundinnen. Umso schlimmer ist es, als sich Em in Zach, den Freund von Gabby verliebt. Und er scheint auch nicht nur Gefühle für seine Freundin zu haben. Als Gabby mit der Familie in Urlaub fährt, kommen sich die beiden näher.

Auch Chase hat jede Menge Probleme. Er lebt mit seiner Mutter in einer Wohnwagensiedlung, versucht aber mit seinen reichen Freunden Schritt zu halten. Er möchte einer von ihnen sein. Anerkannt werden. Er schämt sich schrecklich für seine Herkunft. Umso besser ist es, dass er der Star der Basketballmannschaft ist. Aber er hat ein schreckliches Geheimnis und niemand soll es je erfahren. Aber dazu ist es schon zu spät. Denn 3 Racheengel sind unterwegs in der kleinen Stadt. Sie wollen das Unrecht rächen, das manche begangen haben.

Schon so lange wollte ich dieses Buch lesen und als ich es in unserer Biblio entdeckte, war ich außer mir vor Freude. Und ich wurde nicht enttäuscht. "Im Herzen die Rache" handelt davon was passiert wenn man Fehler begeht, für die Reue zu wenig ist. Finden jedenfalls die 3 Furien, die in Ascension in Main unterwegs sind. Der Plot ist spannend und der Schreibstil einen Jugendbuch angemessen einfach. Die Charaktere fand ich gut beschrieben und auch facettenreich. Was mich etwas nervt ist, dass es sich mal wieder um eine Trilogie handelt. Aber das war wohl nicht zu vermeiden, da noch einiges an Handlung unerzählt blieb. Freundschaft wird in dem Buch gut thematisiert. Aber auch der Missbrauch der Freundschaft. Wie fühlt man sich, wenn man von der allerbesten Freundin hintergangen wird? Wie fühlt man sich, wenn man schrecklich verliebt ist, aber immer wieder total enttäuscht und bloßgestellt wird? Das erfährt man im ersten Teil der Geschichte von Elizabeth Miles.

Ich vergebe 8 von 10 Punkten und eine absolute Leseempfehlung nicht nur für Jugendliche.

© Beate Senft


Freitag, 19. April 2013

Cathi Unsworth - Opfer

Corrine und Debbie sind Freundinnen, doch dann taucht Samantha auf und versucht sich dazwischenzudrängen. Ständig imitiert sie Debbies Stil, Frisur und ihre Kleidung. aber immer so geschickt, dass es aussieht, als hätte Debbie Samantha kopiert. Als Corinne von Sam eingeladen wird, zu ihrer Oma nach Hause zu kommen , passierte dort etwas so schreckliches, das Sie es nicht mal ihrer Freundin Debbie erzählen kann. Von diesem Zeitpunkt an, hatt sie große Angst vor Sam. Doch dann geschieht ein Mord und Corrine wird am Tatort aufgegriffen. Was dann folgt, ist die reinste Hexenverfolgung. Corrine wird schuldig gesprochen und wandert in die Nervenheilanstalt.

20 Jahre später macht sich der frühere Polizist Sean Ward, der jetzt als Privatdetektiv arbeitet, auf nach Ernemouth um herauszufinden was damals wirklich geschah. Gehörte Corrine wirklich zu einem Satanskult? Hat sie überhaupt den Mord begangen? Und wenn nicht, wer war es dann? Warum sollte sie getötet haben? Alles Fragen die nie wirklich richtig geklärt wurden. Doch Sean stößt auf Misstrauen und Feindseligkeit, auf Lügen und Intrigen. Kann er wirklich Licht in die Sache bringen?


Als das Buch "Opfer" bei Amazon Vine als Rezensionsexemplar angeboten wurde, hatte ich mich wahnsinnig gefreut, denn das Buch stand schon längere Zeit auf meiner Wunschliste. Aber meine Erwartungen waren wohl zu groß, denn sie konnten nicht erfüllt werden. Die Passagen der Vergangenheit aus den Jahren 1983/84 waren wirklich sehr interessant und ließen sich schnell weglesen. Dagegen fand ich die Kapitel von 2003, die immer im Wechsel folgten, teilweise ziemlich langatmig und oft mit unwichtigen Details vollgestopft, die nicht wirklich etwas mit der Geschichte zu tun hatten. Außerdem war ziemlich schnell klar, wie das Buch endet. So gut wie keine überraschenden Wendungen ließen die Geschichte auch nicht spannender werden.


Der Rückentext spricht von einer Hohepriesterin eines Satanskults, doch woraus sie das schlossen, war einfach nur lächerlich. Falls jeder Satanist ist der schwarze Klamotten und verrückte Frisuren trägt, tja, dann war ich das wohl auch jahrelang. Die Geschichte war ganz o.k. aber absolut nix besonderes.


Ich vergebe 7 von 10 Punkten für das Buch, weil der Schreibstil angenehm und gut zu lesen war. Dafür hielt sich die Spannung leider in Grenzen. Aber ich fand die Beschreibung des Ortes Ernemouth super, mit seinem Vergnügungspark, direkt auf dem Pier. Das strahlte schon eine tolle Atmosphäre aus.

© Beate Senft

Mittwoch, 17. April 2013

Thomas Feibel - LIKE ME Jeder Klick zählt

Jana, die Neue in der Klasse sieht einfach toll aus und wirkt sehr selbstbewusst. Immer und jederzeit ist sie mit ihrem teuren Smartphone beschäftigt, selbst während des Unterrichts in der Schule. Durch sie erfahren Karo und Eddie von "On Show", dem Internetportal bei dem es für Bilder und Postings Punkte gibt und deren Motto ist: Sammle Fans, sammle Punkte, poste viel, poste ALLES. Und wer am Ende die meisten Klicks hat, wird Moderator bei der neuen On Show werden. Karo und Eddi lassen sich von dem Postingfieber anstecken und veröffentlichen Bilder ohne Ende. Je peinlicher desto besser. Jana ist es vollkommen egal ob sie jemanden dabei verletzt. Sie lügt und betrügt ohne mit der Wimper zu zucken, um die meisten Klicks zu bekommen. Aber Karo und Eddie bekommen so langsam ein schlechtes Gefühl. Als sie schließlich bemerken auf was sie sich da eingelassen haben, ist es schon fast zu spät....

"Like Me" ist ein Jugendbuch das ich von "Hier schreiben wir" zum rezensieren bekam. Und ich bin sehr froh, dass ich das Buch lesen durfte. Es hat mich wirklich erschreckt, wie viel Wahrheit in dem Büchlein steckt und hoffe, dass es ganz oft als Schullektüre im Unterricht gelesen wird. Der Autor Thomas Feibel hat schon mehrere Bücher, darunter auch Sachbücher, zum Thema Internet und Jugendliche veröffentlicht und ich finde, er schreibt wirklich so, dass es auch die Kids im entsprechenden Alter lesen wollen. Ein interessantes Thema, saloppe Sprache und niemals den erhobenen Zeigefinger, so trifft er den Zeitgeist der heutigen Jugend.

Das Hauptthema des Buches dreht sich um ein soziales Netzwerk und wie schnell Kids doch vergessen, dass jeder der dort angemeldet ist, alles lesen kann, was man dort postet. Wir erinnern uns bestimmt alle an das Mädchen das unbeabsichtigt die ganze Facebookgemeinde zu ihrer Geburtstagsparty eingeladen hatte. Außerdem zeigt es auf wie einfach es doch ist Menschen über das doch anonyme Internet lächerlich zu machen, zu mobben, oder in Verlegenheit zu bringen. Und wenn das alles noch von den Machern des Netzwerkes unterstützt wird, wenn regelrecht gefordert wird, andere bloßzustellen, dann verlieren auch die nettesten Menschen ihr Gewissen. Es lockt ja auch ein hoher Preis.

Ich vergebe 10 von 10 Punkten für tolles Buch das auf eine spannende Art auf die Gefahren von sozialen Netzwerken hinweist. Obwohl ich nicht zur Zielgruppe gehöre, habe ich die Geschichte regelrecht verschlungen. Empfohlen wird das Buch ab 12 Jahren, aber ich finde, man kann es in jedem Alter lesen.


© Beate Senft

Dienstag, 16. April 2013

Klaus-Peter Wolf - Ostfriesensünde

Durch Zufall wird in einem alten Gebäude die Leiche einer Frau gefunden. Sie wurde eingemauert und der Mörder scheint schon seit Jahren nach diesem Muster zu arbeiten. In Ostfriesland wird die SOKO Maurer ins Leben gerufen an der sich auch Ann Katrin Klaasen und Weller beteiligen sollen. Aber AKK hat besseres zu tun. Als einer alten Frau ein Foto aus dem Geldbeutel fällt, glaubt AKK zu träumen, denn darauf sieht man ihren Vater mit einer anderen Frau. Sie verabredet sich mit Frau Klocke, die behauptet der Mann auf dem Foto wäre der Verlobte ihrer Tochter gewesen, denn sie hofft auf eine neue Spur zu stoßen und endlich dem Mörder ihres Vaters das Handwerk legen zu können. Doch als sie zum Vereinbarten Zeitpunkt ankommt ist Frau Klocke tot. Wurde sie ermordet? Oder war die Aufregung zu viel für sie?

Auch diesen 5. Band der Ostfriesenreihe las ich wieder mit den Mädels in einer Leserunde und ganz ehrlich? Ohne sie hätte ich das Buch gleich wieder abgebrochen. Für mich war das bisher das schlechteste Buch und dabei hatte ich mich beim 3. Band so gefreut, weil ich dachte, die Reihe wird endlich besser. Aber unsere liebe Freundin AKK, mit der ich, vorsichtig ausgedrückt,  noch nie richtig warm wurde, stochert lieber in der Vergangenheit ihres Vaters herum, als einen Serienmörder zu fassen, der seine Opfer einmauert. Ihr ist es vollkommen egal, ob weitere Opfer sterben, Hauptsache sie kann die Unschuld ihres gottgleichen Vaters beweisen.

So etwas habe ich wirklich noch nie erlebt. Sobald es um AKK's Vater geht, schaltet die Kommissarin komplett ihr Hirn aus, verstößt gegen sämtliche Gesetze und geht praktisch über Leichen. Das ging mir so dermaßen auf den Wecker. An ihren Sohn dachte sie natürlich wieder nicht ein einziges Mal. Ich war wirklich so genervt, dass ich mich schwer beherrschen musste, nicht meinen Reader an die Wand zu werfen. Die ganzen Ermittlungen waren so unrealistisch und AKK durfte sich Dinge erlauben, da wären richtige Polizisten schon lange gefeuert worden. Außerdem scheint die gute Frau die Gabe des Hellsehens zu beherrschen. Anders kann ich mir ihre "Geistesblitze" nicht erklären.

Der Fall um den Maurer, wie der Serienkiller genannt wurde, ging leider komplett unter. Dabei wäre gerade das interessant gewesen. Das ganze Buch handelt nur von AKK's Vater und seine möglichen Machenschaften als Frauenhändler. Ich vergebe 4 von 10 Punkten für den flüssigen Schreibstil, mehr ist leider nicht drin.

Danke Mädels, dass ihr mir das Lesen etwas erträglicher gemacht habt und ich bin sehr froh, dass wir jetzt erst mal eine Ostfriesenpause einlegen. Ob ich später nochmal mitlese, glaube ich aber eher nicht. Trotzdem haben die Diskussionen mit euch wieder sehr viel Spaß gemacht.

© Beate Senft


Montag, 15. April 2013

Dee Hunter - Böse Brut

Ein herzliches Dankeschön an Dee Hunter für das Rezensionsexemplar.

Das Buch "Böse Brut" enthält 3 Kurzgeschichten.
Die erste heißt "Ins Dunkle" und handelt von Jack und seiner 7-jährigen Tochter Sophie. Sie fahren gemeinsam zu Rachel, einer Studienkolligin von Jack, die in Red Hill in Pennsylvania lebt. Um zu ihrem Haus zu gelangen müssen sie durch einen dunklen Wald, der den Beiden Angst macht. Aber sie werden voll entschädigt, als sie das Paradies sehen, in dem Rachel lebt. Die anderen Studienkollegen sind schon da. Jedes Jahr treffen sie sich um die gleiche Zeit, da gibt es viel zu erzählen und plötzlich ist Sophie verschwunden. Als Jack im Wald sucht, erlebt er schreckliches....
Diese Geschichte fand ich richtig gut. Vieles wird nur angedeutet und man kann herrlich seine Fantasie spielen lassen. Man erfährt so einiges über Jack, das man ihm niemals zugetraut hätte.


Danach kommt die Geschichte "Kreaturen". Ed führt mit seiner Tochter Linda eine Bar. Zusammen kümmern sie sich auch um Myra, Lindas Tochter. Doch Ed hat ein gefährliches Hobby: Er handelt mit seltsamen Wesen. Linda möchte, dass er damit aufhört, doch plötzlich ist es zu spät dazu...
Bei dieser Geschichte fieberte ich dem Ende entgegen und wollte unbedingt die Auflösung wissen. Doch leider gab es die nicht und so lies mich diese Story etwas unbefriedigt aber keineswegs enttäuscht zurück.


Den Abschluss bildet "Blutschock". Lynn muss spät abends noch einen Termin wahrnehmen und lässt sich mit dem Taxi zum  Industriegebiet fahren, in dem der Schlachthof Red Meat liegt. Dort hat sie eine Verabredung mit dem Geschäftsführer. Der Taxifahrer warnt sie eindringlich vor dieser Gegend, doch sie schlägt seine Warnungen in den Wind. Was sie dann erlebt, hätte sie sich in ihren schlimmsten Alpträumen nicht vorstellen können.
Das war eine sehr bedrückende? eklige? beängstigende? Story. Wahrscheinlich eher alles zusammen. Ich fand sie total klasse.


Ich fand alle 3 Geschichten sehr gut, wobei die 2. für mich die Schwächste war, auch wenn sie super begonnen hatte. Wie bei Kurzgeschichten üblich gibt es kein langes drumherum, sondern es geht gleich zur Sache. Ich fühlte mich sehr gut unterhalten und vergebe für "Böse Brut" 8 von 10 Punkten. Jedenfalls bin ich sehr neugierig auf die Autorin geworden und werde nach weiteren Büchern von ihr Ausschau halten.

© Beate Senft


Sonntag, 14. April 2013

Gabriele Metz - Wohnungskatzen Natürlich halten & beschäftigen

Dieses Buch gibt Tipps für ein glückliches Leben unserer Wohnungskatzen. Aufgegliedert ist das Buch in 5 große Kapitel, die weitere Unterteilungen haben. Die 5 Hauptthemen sind:

Katzen-Basics
Indoorparadies
Nicht rund und gesund
Probleme erkennen und lösen
Sicherheit für Wohnungstiger 


Hier erfährt man wirklich alles wissenswerte über die geliebten Stubentiger. Wie verhalten sie sich in bestimmten Situationen? Was ist wichtig für die Katze? Wie verwandle ich die Wohnung in ein Katzenparadies? Was spielt die Katze gerne? Wie kann ich die Beziehung zu meiner Katze festigen? Was braucht eine Katze wirklich? Wie füttere ich die Wohnungskatze richtig? Braucht eine Katze Rituale? Wie mache ich meine Wohnung katzensicher?

Das sind so die wichtigsten Themen des Buches die leicht und verständlich erklärt werden. Verschönert wird das Buch mit vielen, wunderschönen Katzenfotos. Am Ende jedes Kapitels befindet sich noch ein Infokasten in dem die wichtigsten Informationen zusammengefasst wurden.

Es stand jetzt zwar für mich nichts neues in dem Buch, aber es ist sehr schön aufgemacht und es war auch beruhigend zu lesen, dass ich bisher alles richtig gemacht hatte. Für Einsteiger ist es das perfekte Buch.

Ich vergebe 10 von 10 Punkte für ein liebevoll gestaltetes Buch mit tollen Informationen und Tipps die uns das Zusammenleben mit unseren Wohnungskatzen erleichtern sollen.


© Beate Senft

Boulet und Pènèlope Bagieu - Wie ein leeres Blatt

Eine junge Frau sitzt auf einer Parkbank. Vielmehr kommt sie zu sich, denn sie weiß nicht wie sie hierher kam. Sie weiß auch nicht ihren Namen, wo sie wohnt oder wer sie überhaupt ist. Zum Glück steht eine Handtasche neben ihr und dem Ausweis entnimmt sie, dass sie, dass Eloise heißt und wo sie wohnt. Verwirrt macht sie sich mittels Stadtplan auf um ihre Wohnung zu suchen. Was ist mit ihr geschehen? Warum kann sie sich an nichts erinnern, was mit ihr zu tun hat? Wurde sie überfallen? Ist sie krank. So macht sie sich auf die Suche nach sich selbst und lässt dabei auch kräftig ihre Phantasie fließen.

Vielen Dank an den Carlsen-Verlag, von dem ich dieses wundervolle Buch zum rezensieren bekam. Alleine schon optisch ist diese Grafic Novel ein echter hingucker. Es ist großformatig, Pink und wird von einem schwarzen Gummiband verschlossen und hat ein Softcover.


Aber auch der Inhalt hat es in sich. In eindringlichen und teilweise auch lustigen Bildern erzählen Boulet und Pènèlope Bagieu Eloises Geschichte von der Suche nach sich selbst. Immer wieder kommt die junge Frau in Situationen, in denen sie erst mal ihre Phantasie spielen lässt. Z.B. als sie ihre Wohnungstür das erste mal öffnet, stellt sie sich alle möglichen Szenarien vor, die sie erwarten könnten. Das war so witzig. Sie sah von einer Leiche über einen Ehemann mit Kind bis zu einer total durchwühlten Wohnung alles was die Phantasie so hergibt. Ich habe mich großartig amüsiert. Die schönen und teilweise sehr lustigen Bilder waren eine absolute Bereicherung für die Geschichte.


Aber die Geschichte hat auch eine Botschaft, denn Eloise hat Dinge über sich herausgefunden, die ihr gar nicht gefallen haben, denn sie versuchte in ihrem früheren Leben so zu sein wie alle anderen. Hauptsache nicht auffallen und lieber im Einheitsbrei untergehen. Oft kann sie sich mit der früheren Eloise überhaupt nicht mehr identifizieren. Nur einer Kollegin, die sie früher überhaupt nicht mochte, vertraut sie sich an und diese hilft ihr, ihren Arbeitstag in einer großen Buchhandlung zu überstehen und steht ihr von da an mit Rat und Tat zur Seite.


Ich vergebe für dieses Buch 8 von 10 Punkten und bin jetzt eindeutig infiziert von dieser Art von Geschichte. Mit Sicherheit wird das nicht meine letzte Grafic Novel gewesen sein. Ich kann das Buch wirklich jedem empfehlen der zu einem Text auch gerne schöne Bilder betrachtet.

Samstag, 13. April 2013

Micha Krämer - Über deine Höhen


Lena erbt sehr überraschend ein Haus im Westerwald und eine Menge Geld. Da trifft es sich sehr gut, dass ihr Adoptivvater Max und sie nochmal ganz von vorne beginnen möchten. Sie lösen ihren Haushalt in Frankfurt auf und ziehen in das Haus ihre Großvaters. Dort erfährt Lena dann auch zum ersten Mal etwas über ihre leibliche Mutter. Die Dorfbewohner benehmen sich seltsam ihr gegenüber. Nur Marc,sein Freund Basti und dessen Freundin Doris begegnen der neu hinzugezogenen ohne Vorurteile. Auch Max scheint wieder glücklich zu werden, als er die hüsche Anne kennen lernt. Aber was geschah damals vor 17 Jahren mit Lenas Mutter? Warum musste sie am Tag von Lenas Geburt sterben? Bald erfährt das junge Mädchen mehr als ihr Lieb ist.

Als ich eine Nachricht von Anna von den BuchGesichtern bekam, dass ich das Buch  "Über deine Höhen" gewonnen habe und an der Leserunde teilnehmen darf, habe ich mich wahnsinnig gefreut, da mir Doris, die Frau des Autors schon die ganze Zeit den Mund wässrig gemacht hatte. Und auch der Klappentext las sich sehr vielversprechend.

Ich wurde dann auch in keinster Weise enttäuscht. Das Buch war sehr spannend, die Charaktere gut ausgearbeitet und sympathisch, die Sprache eher jugendlich salopp, aber es ist ja auch ein Jugendbuch. Zwar war die Story für mich etwas vorhersehbar, aber das tat dem Lesevergnügen keinen Abbruch. Ich fühlte mich wirklich gut unterhalten. Ich vergebe 9 von 10 Punkten für dieses tolle Buch und hoffe, noch viel mehr von Micha Krämer lesen zu dürfen. Den Autor sollte man sich wirklich merken.


© Beate Senft

Dienstag, 9. April 2013

Laura Moriarty - Das Schmetterlingsmädchen

Es ist die Zeit der Prohibition, die Zeit der Frauenrechtlerinnen und die Zeit des Stummfilms zu der Cora Carlisle in Kansas Wichita lebt. Sie ist verheiratet mit dem geachteten Anwalt Alan Carlisle und hat 2 Söhne, Zwillinge, die aufs College gehen werde und somit aus dem Haus sind. Ihr Leben erscheint ihr ein wenig leer als sie erfährt, dass ihre flüchtige Bekannte Myra eine Anstandsdame für ihre Tochter Louise sucht, die sie nach New York begleiten soll. Louise wurde an einer berühmten Tanzschule angenommen und Myra wittert eine Chance ihre Tochter groß rauszubringen. Aber auch Louise hat den Mief der Kleinstadt und das Getratsche satt und möchte in der pulsierende Metropole mit ihren Theatern und dem prallen Leben einfach sie selbst sein können. Doch Cora, die 20 Jahre älter ist als Louise, ist das komplette Gegenteil von ihr und so macht sich Louise oft über die verklemmte Art von Cora lustig und die Ältere ist oft geschockt vom Benehmen der Jüngeren. Das beginnt schon auf der Bahnfahrt. Aber nicht nur Louise hat eine Aufgabe in der großen Stadt, denn Cora möchte mehr über ihre Vergangenheit erfahren. Und so treffen beide Frauen auf eine ganz andere Lebensweise und beginnen beide sich langsam zu verändern.

"Das Schmetterlingsmädchen" ist ein ganz wundervolles Buch über 2 Frauen. Die Eine gefangen in den Konventionen der Zeit, die Andere möchte daraus ausbrechen, sich nichts vorschreiben lassen und einfach das Leben genießen. Geschrieben ist das Buch in einer sehr schönen Sprache, die mich oft träumen lies. Aber ich schüttelte auch oft den Kopf über Coras Ansichten.

"Cora hatte sich gefreut als die Rocksäume bis zu 20 Zentimeter nach oben wanderten. Zugegeben, ein bisschen Bein war zu sehen, aber die Veränderung schien vernünftig.Die Röcke schleiften nicht mehr durch den Dreck und schleppten Typhus oder Gott weiß was ins Haus. Aber jetzt trugen die Mädchen Röcke, die so kurz waren, dass man bei jedem Windstoß ihre Knie sehen konnte und dafür gab es keinen logischen Grund. Ein Mädchen das so einen kurzen Rock trug, wollte angestarrt werden und zwar auf eine ganz bestimmte Weise". (Seite 14)

Auf dem Cover sieht man ein Originalfoto von Louise. Mir war Louise Brooks, genannt Lulu, kein Begriff, aber sie war die Stummfilmikone schlechthin und die Frau, die den Bob als Kurzhaarfrisur für Frauen einführte. In dem Buch erfährt man wie aus Louise aus Wichita, die den Männern den Kopf verdrehte, die berühmte Stummfilmschönheit wurde, der die Männer zu Füßen lagen. Auch wenn Louise leider nur die 2. Rolle in der Geschichte spielt fand ich es sehr interessant. Die Hauptfigur ist eindeutig Cora, die in New York versucht ihre Wurzeln zu finden. Sie wuchs in einem Waisenhaus auf und wurde an eine Familie vermittelt, die sie groß zog. Aber nicht nur über Cora erfahren wir einige Geheimnisse sondern auch Louise erzählt uns Details aus ihrer Kindheit.

"Erst vor wenigen Monaten war Margaret Sanger verhaftet worden, weil sie in aller Öffentlichkeit die Frage gestellt hatte, ob Geburtenkontrolle moralisch war. Man bezeichnete sie als obszön" (Seite 53)

Manche Meinungen Coras haben mir glatt die Sprache verschlagen und mich immer wieder wieder den Kopf schütteln lassen. Für sie war z.B. jede Frau eine Prostituierte, die etwas Rouge auflegte oder Lippenstift trug.

"Er kam immer erst zu ihr wenn es dunkel war und brachte nie eine Lampe mit. Dafür war sie dankbar. Bei Licht hätte sie sich Gedanken gemacht, wie ihr Gesichtsausdruck sein sollte. Duldsam? Entschlossen? Sie wusste es nicht. Sie hatte auf der Farm Tiere bei der Paarung gesehen, deshalb war ihr der mechanische Ablauf von Sex klar, aber sie wusste nichts darüber wie sie sich als Mensch, als Frau verhalten sollte. Auch im Dunkeln wusste sie nicht, ob sie einfach still liegen sollte oder ob es in Ordnung wäre ihre Arme und Beine um ihn zu schlingen, wie sie es sich insgeheim wünschte. Sie wollte nicht sexsüchtig erscheinen". (Seite 203)

"Das Schmetterlingsmädchen" ist ein tolles Stück Geschichte aus einer Zeit des Umbruchs, die mich sehr gut unterhalten hat. Ich vergebe für das toll geschriebene Buch 10 von 10 Punkten, den Favoritenstatus und eine Leseempfehlung für alle, die sich gerne verzaubern und in eine andere Zeit entführen lassen.

© Beate Senft


Sonntag, 7. April 2013

Anthologie - Sommer, Sonne & Tod

Ich lese abends im Bett sehr gerne Kurzgeschichten vor allem aus dem Genre Horror. Und Amazon bietet da eine ganze Menge an. Teilweise kostenlos oder für ein paar Cent. Überraschender Weise war da wirklich noch nie etwas dabei, das ich schlecht gefunden hätte. So auch bei der Anthologie "Sommer, Sonne & Tod, die man sich vor einiger Zeit kostenlos herunterladen konnte. Jede einzelne der 4 Geschichten von 2 verschiedenen Autoren hat mich sehr gut unterhalten.
"Inselwesen" von Isabell Schmitt Eigner
Vater, Mutter und verzogene Tochter verbringen einen Traumurlaub. Der Vater hat etwas ganz besonderes gebucht: Einen Tag auf einer einsamen Insel. Doch schon als Ehefrau und Tochter das kleine Boot sehen, das sie zur Insel bringen soll fangen sie an zu meckern. Die Insel entpuppt sich als traumhaftes Eiland, wenn auch das Boot plötzlich verschwindet. Und dann geschieht etwas sehr seltsames.....

"Der perfekte Köder" von Xander Morus
Nick liebt zwei Dinge: Die Serie "Seaquest" und das Angeln. An diesem Samstag kann er beiden Hobbies frönen. Zuerst macht er sich auf zu seiner kleinen Insel in einem verborgenen See. Mit dem Boot fährt er hinüber ohne jemandem Bescheid zu sagen, wo er hingeht. Er ist sehr stolz auf seinen selbst entwickelten Köder mit dem er schon sehr viele Fische gefangen hat, aber was er dieses Mal aus dem See zieht, lässt ihm den Atem stocken...

"Das Baag" von Isabell Schmitt-Egner
Ganz tief in einer unzugänglichen Höhle war es verborgen. Eine kleine und seltsame Statue, die jeder der sie sieht, sofort für sich selbst haben möchte. Welche Auswirkungen hat das auf die kleine Reisegruppe?....

"Alle lieben Sandy" von Xander Morus
Sandy ist das schönste Mädchen im Dorf und wird wohl einen der reichen Söhne heiraten. Zumindest wenn es nach ihrem Vater, dem Bäcker des Ortes geht. Um so erstaunter ist Alfred, dass Sandy ausgerechnet mit ihm an den See zum Schwimmen gehen möchte. Erlaubt sie sich einen schlechten Scherz mit ihm, der sonst von allen übersehen wird? Doch dann passiert etwas schreckliches.....

Ich vergebe für diese Anthologie mit den 4 komplett unterschiedlichen Geschichten 8 von 10 Punkten. Hoffentlich habe ich mit dem nächsten Nachttischbuch genauso viel Glück wie bisher.

© Beate Senft 

Freitag, 5. April 2013

Michaela B. Wahl - Rashen - Einmal Hölle und zurück

Rashen ist ein Oishine, einer der niedrigsten Dämonen. Das war nicht immer so, denn einstmals war er mächtig und gefürchtet. Doch dann beging er einen Fehler, viel in Ungnade und wurde degradiert. Da ist es natürlich besonders ärgerlich wenn man auch noch gebannt wird. Der jungen Stripperin Claire ist es gelungen. Ihr muss der Oishine für 22 Tage und 22 Stunden zu Diensten sein und ihre Wünschen erfüllen. Dass er dabei im Körper von Claires verstorbenen Verlobten steckt, macht die Sache nicht einfacher. Und dann kommt Rashen auch noch einem ganz miesen Komplott auf die Spur...

Was habe ich gelacht. Eigentlich dachte ich ja erst, das Buch wäre nichts für mich, aber der Klappentext hat mich dann doch sehr neugierig gemacht. Zum Glück... Denn das Buch der erst 21-jährigen Autorin ist so voller Witz und Humor, dass ich mit einem dämlichen Dauergrinsen im Gesicht da saß, sobald ich meinen Reader zur Hand nahm. Ich bin wirklich sehr angenehm überrascht, was für eine komplexe und bildhafte Story sich die junge Autorin ausgedacht hat und wie professionell sie von ihr umgesetzt wurde. Hut ab, Fräulein Wahl.

Dazu kommen noch liebevoll gestaltete Charaktere, prickelnde Erotik und ein gut durchdachter Plot. Mir hat die Geschichte wirklich sehr gut gefallen und man merkt mit wie viel Herzblut die Autorin diese Geschichte geschrieben hat. Da wurde an jedem Satz gefeilt und jede Wendung musste perfekt sein. Und wenn man dann noch bedenkt, dass es das Debüt der Autorin ist, fragt man sich wo sie die Erfahrung her nimmt, so eine Geschichte auf das Papier zu bringen. Eine tolle und unterhaltsame Geschichte, die mir viel Spaß gemacht hat. Den Namen Michaela B. Wahl sollte man sich gut merken. Sie hat das Zeug dazu eine der  Großen zu werden. Ich vergebe für diesen Erstling 9 von 10 Punkte und eine Leseempfehlung an alle, die auf prickelnde Erotik, spannende Geschichten und tollen Humor und Wortwitz stehen.

© Beate Senft

Dienstag, 2. April 2013

Bryan Smith - Rock-and-Roll-Zombies aus der Besserungsanstalt

Melissa steht total auf Rock and Roll. Ihre Eltern weniger. Und weil sie Angst haben, ihre Tochter könnte auf die schiefe Bahn geraten, bringen sie das Mädchen zur "Musikalischen Umerziehungsanstalt Southern Illinois" kurz MUSI. Wenn die Eltern gewusst hätten, was sie ihrer Tochter damit an tun, hätten sie sie wahrscheinlich lieber jeden Tag zu einem Havy-Metal-Konzert geschickt, als nur einen einzigen Tag an diese Schule. Die Erfolgsquote ist hoch, doch wird aus den Kindern, mit extremsten Mitteln, hirnlose Roboter gemacht.

"Sie würden diesen Ort grundsätzlich verändert verlassen. Dauerhaft. Keine Partys mehr. Kein Sex. Keine Saufgelage und keine Drogen. Und kein Rock and Roll. Die entlassenen Jungs würden allesamt als seelenlose kleine Arbeitsmaschinen auf mittlerer Managementebene ihr Dasein fristen, vielleicht auch als Funktionäre bei den Republikanern, während sich die Mädchen auf ihre Zukunft als kleine "Frauen von Stepford" in einem verschlafenen Vorort einstellen konnten" (Seite 16/17)

Doch wie gelingt das den Lehrern der Schule?  Durch Vergewaltigung, Folter, Gehirnwäsche, Dunkelhaft und eine lesbische Direktorin die auf S/M-Spielchen steht und auch schon mal etwas zu weit geht.

Melissa gelingt es ihren Freund  Wayne anzurufen und der macht sich sofort mit seinem besten Freund Steve auf den Weg und sein Mädchen zu retten. Ein ganz schlechter Zeitpunkt, denn in dieser Nacht stürzt ein Komet in der Nähe der MUSI ab und plötzlich kommen auch noch die Toten aus ihren Gräbern.

Dieses Buch gehört zu der Reihe "FESTA Extrem" wird nur in kleiner Auflage gedruckt, hat keine ISBN-Nummer und gibt es nur bei FESTA. Natürlich hat die blutrünstige Beate gleich ein Abo für die Reihe abgeschlossen, damit ihr auch keins dieser Bücher entgeht. ;o)
Und ich wurde nicht enttäuscht, denn ich fühlte mich durch das Buch sehr gut unterhalten. Bryan Smith wie wir ihn kennen und lieben. Kein unnötiges Vorgeplänkel, keine Umschreibungen sondern nur harte Tatsachen. Der Autor kommt sofort auf den Punkt, es fließt massenhaft Blut und Gedärm kommt auch genug im Buch vor. Da ist es nur logisch, dass die Charaktere ziemlich blass bleiben. Aber das gehört einfach zu einem guten und brutalen Horrorschmöker. Warum soll ich mich mit den Figuren identifizieren können, die sterben doch sowieso fast alle. ;o)

Ich vergebe 8 von 10 Punkten und eine Leseempfehlung für alle die so blutrünstig sind wie ich.

© Beate Senft

Montag, 1. April 2013

Dustin Fluff - Eine Wollmaus namens Harry


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Ich befürchte, die meisten Leser haben es sich schon gedacht. Diese Rezi ist nur ein Aprilscherz und das Buch von mir erfunden. 
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Die junge und hübsche Kathie ist an ihrer Uni sehr beliebt. Mit ihrer schlanken Figur, den langen blonden Haaren, den großen Brüsten und den langen Beinen könnte sie jeden  Mann haben, aber sie will nur den einen. Jack. Und der geht ihr leider immer aus dem Weg. Was soll sie denn noch tun um seine Aufmerksamkeit zu erregen? Er scheint auch keine Freunde zu haben und niemanden an sich ranzulassen. Langsam beginnt Kathie Jack regelrecht zu verfolgen. Immer muss sie in seiner Nähe sein. Sie ist regelrecht besessen von ihm. Eines Tages schafft sie es ihn bis zu seiner Wohnung zu verfolgen und als sie durch sein Wohnzimmerfenster sieht, kann sie so langsam erahnen warum Jack allen Menschen aus dem Weg geht, denn er hat ein schreckliches Geheimnis. Wird sich Jack Kathie offenbaren? Kann sie mit seinem Geheimnis leben? Lässt sein Geheimnis Kathie am Leben?



Tja, was soll ich sagen? Den Klappentext des Buches fand ich sehr interessant. Mal was ganz anderes, aber an der Umsetzung hat es dann doch ganz schön gehapert. Ich meine, wie kommt ein Autor auf die Idee Killerwollmäuse den Hauptpart in einem Horrorschmöker spielen zu lassen? Wer hat schon Angst vor den putzigen, kleinen Dingern, die jeder von uns unter der Couch oder hinter dem Schrank hat?



Das waren meine Gedanken beim Lesen. Doch je weiter die Geschichte fortschritt, desto unheimlicher wurde das Ganze. Und als die Wollmäuse dann loszogen um….. Nein, das kann ich nicht verraten, das müsst ihr schon selbst lesen.



Die Charaktere von Jack und Kathie wurden liebevoll und facettenreich vom Autor gestaltet. Am Anfang dachte ich noch, dass Kathie eine richtige Klischeefrau ist aber das stimmt nicht. Sie hat auch ihre Fehler und Schwächen und Jack ja sowieso. Bei Harry bin ich mir immer noch nicht so sicher, was ich davon halten soll. Gut auch seine Person hat positive wie auch negative Eigenschaften, aber besonders glaubwürdig fand ich ihn nicht. In Jack und Kathie konnte ich mich oft sehr gut hineinversetzen, mich mit ihnen identifizieren,  bei Harry gelang mir das nicht. Seine Gestalt blieb viel zu mysteriös, zu nebelhaft.



Dafür hat es der Autor geschafft, mich mit seiner bildhaften Sprache zu verzaubern. Das Kopfkino bekam Überstunden und manchmal hätte ich gerne die Augen geschlossen, um dem Schrecken und den brutalen und blutigen Szenen zu entgehen. Vor allen Dingen als Harry an der Uni die Sau rauslässt. Das war so krass und erinnerte mich etwas an „Bighead“ von Edward Lee.  Der Autor scheint eine Menge anatomische Kenntnisse zu haben, sonst hätte er wohl nicht so detailliert Beschreiben können, was Harry und Co. mit manchen Menschen macht.



Ich vergebe für dieses  Buch eines noch recht jungen Autors  8 von 10 Punkten und  eine eindringliche Warnung an alle Leser mit empfindlichem Magen: Lasst die Finger von diesem Buch. Für alle die auf Splatter stehen, wird diese Geschichte ein großer Spaß sein.