Hier werden Bücher bewertet, Handarbeiten vorgeführt und PC-Spiele vorgestellt. Außerdem gibt es immer die neusten Fotos meiner Katzen und dem Mops. Ich hoffe, euch gefällt es hier und ihr findet etwas, das euch interessiert. Viel Spaß, liebe Besucher. Schaut euch um, fühlt euch wohl und hinterlasst uns gerne Kommentare. Autoren und Autorinnen, die gerne ihre Bücher von uns Besprechen lassen würden, können sehr gerne eine Anfrage senden.
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Dienstag, 25. November 2014
Isabell Schmitt-Egner / Oliver Susami - Nachtangst [Beate]
"Nachtangst" ist eine tolle Sammlung von Kurzgeschichten mit dem gewissen etwas. Ich habe schon einige Bücher der beiden Autoren gelesen, so dass ich sofort zu dem eBook griff, als davon erfuhr, denn bei Beiden kann man wirklich nichts verkehrt machen. Und ich wurde mit 8 ganz unterschiedlichen Geschichten belohnt, die für jeden Geschmack etwas zu bieten haben.
Der Hinker und wir:
2 Brüder, 8 und 9 Jahre alt, ziehen mit ihren Eltern aufs Land. Ihr Vater hat ein Häuschen am Rande des Dorfes gekauft und es gibt nur noch ein Haus, das noch weiter abseits steht. Dort wohnt eine ältere Frau mit ihrem behinderten Sohn, den die Kinder den "Hinker" nennen, weil er so komisch geht. Um dazu zu gehören lachen auch die beiden Brüder über den armen Jungen und dann geschieht etwas schreckliches.
Eine tolle Geschichte, die mir viel Spaß gemacht hat. Sie kommt sehr authentisch rüber und könnte so in wohl jedem Dorf zu dieser Zeit passiert sein.
Wasserkalb:
Die Tierärztin Nadja will in einem kleinen Dorf eine eigene Tierarztpraxis eröffnen. Als sie bei einem Bauern eine trächtige Kuh bemerkt, die sich seltsam verhält, bietet sie ihm an, die Kuh kostenlos zu betreuen und dem Kälbchen auf die Welt zu helfen. Doch der Bauer verbietet es ihr und im Dorf kommen Nadja Gerüchte über einen Fluch zu Ohren. Doch so eine moderne und junge Frau glaubt doch nicht an Flüche.
Klasse, klasse, klasse. Ich fühlte mich mitten im Dorf mit seinen skurrilen Bewohnern.
Suzukis große Liebe:
Oliver Susamis Nachbar ist ein immer schicker und sehr gepflegter Japaner. Eines Tages trifft er ihn auf der Straße und Herr Suzuki sieht einfach schrecklich aus. Als Oliver ihn nach dem Grund befragt, erzählt er ihm eine seltsame Geschichte. Kann Oliver ihm helfen.
Ein guter Trick den eigenen Namen in die Geschichte einzubauen, die so absolut echt wirkt. Es gibt da eine Person, die mich öfter mal lachen ließ. Sollte man unbedingt lesen.
Der Wanderzirkus:
Hannes und sein Bruder Michael haben, genau wie ihre Mutter, sehr unter dem gewalttätigen Vater zu leiden. Wie sollen sie sich nur vor ihm schützen? Doch dann kommt der Wanderzirkus in ihr Dorf und vielleicht hat er ihnen ja Hilfe mitgebracht.
Eine tolle Geschichte mit einer phantastischen Atmosphäre. Ich liebe sie.
Vater tut dir nichts mehr:
Vallie kommt zur Beerdigung ihres Vaters in ihre Geburtsstadt zurück. Gemeinsam mit ihrem Bruder wohnt sie in ihrem Elternhaus, bis alle Formalitäten erledigt sind. Doch da geschehen seltsame Dinge......
Ich hätte nicht mit Vallie tauschen mögen. Ich konnte den Reader erst aus der Hand legen, als die Geschichte zu Ende war.
Das Haus meiner Oma:
Hier erzählt Isabell was sie im Haus ihrer Oma für Empfindungen hatte. Ich fand das sehr gelungen weil ich auch schon immer der Meinung bin, dass jedes Haus seine eigene Atmosphäre hat.
Fleisch in der Wanne:
Die reiche Martha Silverstein kann sich mit dem älter werden nicht abfinden. Darum erpresst sie ihren Hautarzt etwas für sie zu tun. Der hat auch eine Idee und was dann folgt ist das wahre Grauen.
Eine leicht eklige Geschichte, die mir sehr viel Spaß gemacht hat. Ich könnte nicht behaupten, dass mir Martha auch nur ein klein wenig leid getan hätte.
Jonas:
Katja und Thomas werden Eltern, obwohl Katja immer gewissenhaft verhütet hat. Schon in der Schwangerschaft musste Katja alles aufgeben was ihr wichtig war. Und als Jonas dann da ist, kann Katja ihn einfach nicht lieben. Sie spürt eine starke Abneigung gegen ihr Kind. Leidet sie unter einer Schwangerschaftsdepression? Wird sich mit der Zeit alles finden?
Das war meine absolute Lieblingsgeschichte. Auch hier war ich so gefangen, dass ich nicht aufhören konnte zu lesen, bis ich die Geschichte beendet hatte. Ganz großes Kino.
Als ich mit dem Lesen dieses Buches begann, entdeckte ich zufällig bei Lovelybooks eine Leserunde dazu, die von Isabell begleitet wurde und schloss mich spontan an. Und das war auch gut so, denn da bekam ich interessante Hintergrundinformationen, die die Geschichten noch interessanter für mich machten. Vielen Dank liebe Isabell, dass ich an deinem Wissen und deinen Gedanken teilhaben durfte.
Ich kann euch die Sammlung nur ans Herz legen, denn da findet sich für jeden Geschmack etwas und die Geschichten sind allesamt sehr interessant und auch spannend. Darum vergebe ich auch 5 von 5 Byrons und freue mich auf mehr von den beiden Autoren. Das eBook war ein wahrer Glücksgriff für mich, mag ich doch solche eher leisen Geschichten mit dem hintergründigen und leisen Grauen.
© Beate Senft
Samstag, 22. November 2014
Steffen Jacobson - Trophäe [Beate]
Elisabeth Caspersen, die Erbin eines großen Industrie-Imperiums , findet nach dem Tod ihres Vaters, eine CD in seinem privaten Tresor. Als sie sich den Film darauf ansieht ist sie total geschockt. Er zeigt wie eine Horde von Jägern einen Mann zur Strecke bringen und töten. Bei einem der Männer ist sie sich sicher, ihren Vater zu erkennen. Sie heuert den exklusiven Privatdetektiv Michael Sander an, der sich auf schwierige Fälle spezialisiert hat und nur durch Mundpropaganda gefunden werden kann. Der Ex-Soldat und Ex-Polizist nimmt den Fall an und kommt einem gefährlichen Gegner auf die Spur.
Was für ein Buch. Von der ersten Seite war ich von der Handlung gefangen. Gleich zu Beginn muss der Leser sich mit einer Jagd auf Menschen auseinandersetzen. Und auch wenn sie nicht besonders lang ist, hat sie mich ganz schön mitgenommen. Wie muss es dann erst Elisabeth Casparsen gegangen sein, die sich völlig unvorbereitet diesen Film ansieht und darauf auch noch ihren Vater zu erkennen glaubt? Sie ist so geschockt, dass sie Michael Sander engagiert um herauszufinden ob ihr Vater wirklich daran beteiligt war, wer das Opfer ist und ob es Hinterbliebene gibt, denen sie unter die Arme greifen kann.
Michael Sander kam mir vor wie ein kleiner MacGyver. Er bastelte zwar keine Bomben aus Kaugummipapier und Büroklammern, aber er ist total taff und hat es echt drauf. Außerdem war er mir sehr sympathisch. Aber das Buch handelt auch von der Polizeikommissarin Lene, die in einem Fall von Selbstmord eines hochdekorierten Ex-Militärs ermittelt, der vielleicht doch ein Mord war.
Der Autor hat hier wirklich ein tolles Buch geschrieben. Einen intelligenten Thriller, der nicht nur brutal, sondern auch gefühlvoll und teilweise sogar humorvoll daher kommt. Diese Abwechslung hat mir sehr gut gefallen. Die Spannung blieb konstant hoch und sorgte dafür, dass ich das Buch kaum noch aus der Hand legen konnte. Die Ermittlungsarbeit von Sander war sehr abwechslungsreich und interessant. "Trophäe" ist ein rundum gelungenes Buch für das ich sehr gerne 5 von 5 Byrons und eine absolute Leseempfehlung vergebe. Ich wünsche allen interessierten Lesern ganz viel Spaß mit dieser knallharten Geschichte.
© Beate Senft
Mittwoch, 19. November 2014
Tom Perrotta - Die Verlassenen - The Leftovers [Beate]
Am 14. Oktober geschieht etwas unfassbares: 2% der Weltbevölkerung haben sich einfach in Luft aufgelöst. Sie sind von einem Moment auf den anderen verschwunden. Wo sind sie hin? Ist das die Erweckung von der die Bibel spricht? Aber warum wurden dann auch so viele schlechte Menschen entrückt und so viele Gute mussten hier bleiben? Wie gehen die Zurückgebliebenen damit um? Was passiert nach der Entrückung? Diesem Thema geht der Autor Tom Perrotta auf den Grund. Und ich finde, das hat er wirklich gut gemacht.
Der Fokus der Geschichte liegt auf der amerikanischen Kleinstadt Mapleton und dort hauptsächlichen auf den Familien Garvey und Durst. Nora Durst hat alles verloren was ihr wichtig war: Ihren Mann und ihre beiden süßen Kinder. Sie leidet schrecklich und weiß nicht, wie sie ihr Leben einfach so weiterleben soll. Sie sehnt sich so nach ihren Kindern, dass sie bald den Verstand verliert.
Kevin Garvey hatte eigentlich großen Glück, denn seine Familie blieb verschont. Zuerst einmal. Doch schon bald schloss sich seine Frau einer der obskuren Sekten an, die nach dem "plötzlichen Fortgang", wie die Erweckung genannt wird, wie Pilze aus dem Boden schießen. Die Sekte nennt sich "der schuldige Rest". Die Mitglieder tragen nur weiß, legen ein Schweigegelübde ab und müssen in der Öffentlichkeit immer rauchen. Ähhh ja.... Das Rauchen soll zeigen, dass sie jederzeit Gott ein Opfer bringen. Klar, für einen Kettenraucher ist das ein besonders schweres Opfer. Ich musste echt lachen.
Kevis Sohn Tom bricht das Studium ab und schließt sich dem Propheten Holy Wayne und dessen Bewegung der heilenden Umarmung an. Toms Schwester Jill schließlich, droht am Weggang der Mutter zu zerbrechen. Wie kann ihr eine Sekte wichtiger sein, als ihre Familie? Wie kann sie das große Glück, niemanden verloren zu haben, einfach so mit Füßen treten? Jill fängt an die Schule zu schwänzen, sucht sich neue Freunde und rutsch immer weiter ab. Kevin versucht verzweifelt für seine Tochter dazu sein, aber er scheitert kläglich.
Ich finde es schon ziemlich realistisch was der Autor hier aufgezeigt hat und bin mir sicher, dass nach so einem plötzlichen Fortgang wirklich sehr viele Sekten auftauchen würden. Es gibt auch noch die Barfüßler, deren Sinn es ist, Party zu feiern, Gras zu rauchen und Orgien zu veranstalten. Um erkannt zu werden, malen sich die Mitglieder eine Zielscheibe auf die Stirn und sie waschen sich nicht, weil ja bekanntlich wahre Schönheit aus dem Innern kommt. Wems gefällt.....
Oft habe ich darüber nachgedacht wie ich wohl reagieren würde, wenn plötzlich meine ganze Familie weg wäre und ich alleine noch übrig. Könnte ich das verkraften? Einfach so weiter machen wie bisher? Würde ich auch Trost in einer der Sekten suchen?
Der Schreibstil des Autors rundet das ganze ab und machte es zu einem sehr außergewöhnlichen Buch. Nur ein Punkt hat mich gestört: es blieben einfach zu viele Fragen offen. Ich vergebe daher 4 von 5 Byrons und bin wirklich froh, dieses Buch gelesen zu haben. Es wurde übrigens verfilmt und die Serie "The Leftovers" soll auf Sky laufen. Falls ich sie entdecke, werde ich bestimmt mal rein schauen.
© Beate Senft
Samstag, 15. November 2014
Bravely Default [Nicolai]
„Technische“ Informationen
Bravely Default ist ein Spiel für den Nintendo 3DS. Es ist ein JRPG, vom Ton und Gameplay
basierend auf klassischen JRPGs wie z.B. den Final Fantasy Spielen für die
SNES.
Entwickelt wurde Bravely Default von Silicon Studio. Der
Herausgeber ist Square Enix, die Macher der zuvor erwähnten Final Fantasy
Reihe.
Das Erscheinungsdatum ist Dezember 2013.
Dieses Spiel ist ein spiritueller Nachfolger von „Final
Fantasy: The Four Heroes of Light“ für den Nintendo DS. Da ich das Spiel nicht
gespielt habe, kann ich leider nicht darauf eingehen, wie die beiden Spiele
sich zusammen vergleichen lassen. Dennoch bin ich überzeugt, dass Fans von The
Four Heroes of Light auch Bravely Default mögen werden.
Handlung
![]() |
|
Die vier Mutigen… Standards? (von links nach rechts):
Ringabel, Edea, Agnés und Tiz
|
Großes Unheil lauert über der Welt Luxendarc. Die vier
elementaren Kristalle verlieren ihren Schein und verfallen der Dunkelheit, was
die Elemente außer Kontrolle bringt. Die Winde stoppen. Flüsse und gar Meere
kippen. Vulkane speien Lava. Sogar ein gesamtes Dorf wird von der Erde
verschluckt, wobei nur ein riesiges, klaffendes Loch zurückbleibt.
Tiz, der einzige Überlebende des verschlungenen Dorfes
Norende, kehrt zu seiner ehemaligen Heimat zurück, um sich selbst zu
überzeugen, dass er die Katastrophe nicht nur erträumt hat. Doch muss er
feststellen, dass seine Erinnerung ihn nicht trügt.
Bei der Schlucht angekommen, trifft Tiz auf die Vestalin
des Windes, Agnes. Nun, da die Kristalle Chaos auf der gesamten Welt
verursachen, hat sie sich zur Aufgabe gemacht, die Kristalle wieder in ihren
Normalzustand zurückzuversetzen. Damit würde auch, so laut der Kristall-Fee
Airy, welche Agnes begleitet, der Abgrund, der Norende verschluckt hat, wieder verschwinden
und das Dorf zurückkehren.
Um seine Heimat zu retten, beschließt Tiz, Agnes bei
ihrer Aufgabe zu helfen.
Diese Entscheidung kommt keinen Augenblick zu früh, denn
noch bevor die beiden den Anblick von der Schlucht lösen, werden sie von
Eternischen Streitkräften attackiert, die es darauf abgesehen haben, Agnes vor
dem Wiederherstellen der Kristalle abzubringen – koste es, was es wolle.
Nach einer erfolgreichen Flucht treffen die Helden auf
(den mysteriösen) Ringabel. Neben der Tatsache, dass er ein unverbesserlicher
Frauenheld ist, kann er sich aufgrund von Amnesie an nichts mehr erinnern, was
vor dem Verfall der Kristalle liegt; nicht einmal an seinen richtigen Namen.
Jedoch, als ob das Schicksal seinen Gedächtnisverlust ausgleichen wollte, ist
Ringabel in Besitz von „D’s Tagebuch“ – einem Buch, das seine Zukunft, und auch
die von Tiz und Agnes, voraussagt.
Ringabel tritt der Gruppe bei, weil er sich erhofft, die
Liebe seines Lebens zu treffen, wenn er mit Tiz reist. So hieße es zumindest in
D’s Tagebuch.
Und diesen jemand treffen sie schon kurze Zeit später.
Edea, eine Kriegerin der Eternischen Armee, ist außer
Rand und Band wegen der Ruchlosigkeit ihres Vorgesetzten. Nicht nur setzt er
das Leben unschuldiger Menschen aufs Spiel, als er eine Stadt in Brand steckt,
um an die Vestalin zu kommen, sondern opfert er auch seine eigenen Männer aus
dem gleichen Grund. Kurzerhand beschließt Edea darauf, die Eternische Armee zu
hintergehen und tritt der Heldengruppe bei.
Zusammen machen die vier (plus die Kristall-Fee Airy) sich
auf den Weg, die Kristalle wiederherzustellen und die Welt vor dem Untergang zu
bewahren. Dabei treffen sie auf so manche üble Person, der sie Einhalt gebieten
müssen.
Das Szenario wurde von Naotaka Hayashi geschrieben, wen
manche Anime-Fans vielleicht als den Scheiber von Steins;Gate kennen. Genauso
wie dieser Anime enttäuscht das Spiel mit seiner Handlung nicht im Geringsten.
Zu Beginn des Spiels ist die Handlung noch sehr einfach
und erinnert an die alten Final Fantasy Spiele. Vier junge Helden ziehen in die
Welt, um die elementaren Kristalle zu beschützen oder wiederherzustellen. Doch
auch wenn diese Prämisse simpel ist, so ist die gesamte Handlung alles andere
als langweilig. Es gibt sehr viel Interaktion zwischen den vier
Hauptcharakteren, und jeder von den vier Charakteren hat eine einzigartige
Persönlichkeit. Auch von so ziemlich jedem Boss-Charakter lernt man etwas von
seiner Persönlichkeit und seiner Hintergrundgeschichte, womit die Gegner nicht
einfach nur so wirken, als seien sie da, um einen schweren Kampf zu bieten,
sondern dass sie tatsächlich ein wichtiger Teil der Geschichte und der Welt, in
der sie leben, sind.
Als ich das Spiel angefangen habe und von D’s Tagebuch
hörte, das die Zukunft voraussagen soll, hatte ich schon befürchtet, dass die
Geschichte des Spiels zu einer Prophezeiungs-geleiteten Handlung abdriften
würde, in welcher alles schon genau vorgeschrieben ist und die Charaktere nur
nach der Prophezeiung handeln würden.
Dies ist glücklicherweise nicht der Fall in Bravely
Default. Nur zu wenigen Situationen wird die Voraussage von D’s Tagebuch in die
Handlung miteinbezogen, und selbst dann ist es oftmals eine logische
Entscheidung, welche die Charaktere wahrscheinlich auch ohne das Tagebuch
getroffen hätten.
Zudem kann der Spieler selbst zu jeder Zeit D’s Tagebuch
von Anfang bis Ende durchlesen. Die Einträge sind so vage, dass sie einem
nichts über die Zukunft verraten. Doch wenn man über schon vergangene
Ereignisse liest, werden einem so manche Einträge um einiges klarer. Ich würde
jedem, der das Spiel spielt, empfehlen, irgendwann einmal sich die Zeit zu
nehmen und D’s Tagebuch zu lesen, da es auch wirklich sehr interessant
geschrieben ist.
Gameplay
| Nehmt euch in Acht vor der Kraft der Zwerge! |
Bravely Default spielt sich wie ein klassisches JRPG: Es
gibt eine kleine Welt zu erkunden, einige Nebenmissionen und optionale
Dungeons, falls man extra Boni bekommen möchte (hauptsächlich neue Jobklassen,
also sehr empfehlenswert), Monster zu besiegen, ein Levelup System, und ein
traditionelles, rundenbasiertes Kampfsystem. Jedoch besitzt das Kampfsystem
eine besondere Mechanik: Das Brave-System.
Dieses erlaubt einem Charakter, bis zu vier Angriffe in
einer Runde durchzuführen, indem man Brave-Punkte ausgibt. Sind die
Brave-Punkte im negativen Bereich, setzt man die nächsten Runden aus, bis man
wieder bei null angelangt ist.
Im Gegensatz dazu kann man durch Verteidigen (oder
Default-en) Brave-Punkte bis zu einer Grenze aufbauen, um mehrere Angriffe
hintereinander auszuführen, ohne danach schutzlos dem Gegner überlassen zu
sein.
Dieses Brave/ Default System mag zunächst klein
erscheinen, doch wirkt sie sich stark auf das Spielprinzip und die möglichen
Taktiken in Kämpfen aus. Es ist definitiv Wert, sich mit dieser Mechanik
auseinanderzusetzen und zu experimentieren, wann man am besten Brave-Punkte
aufbaut oder sie auf den Gegner regnen lässt.
Zudem ist dieses System eines der wenigen, in der
Verteidigen tatsächlich einen Sinn hat. Es gibt zu viele RPGs, in denen der
Verteidigung Knopf nur zur Zierde da sitzt, weil es einfach effektiver ist,
anzugreifen als zu verteidigen. Nicht so in diesem Spiel.
Neben dem Brave/Default-System gibt es auch noch eine
Vielzahl an Jobklassen (wie die üblichen Ritter, Weißmagier, Schwarzmagier,
Mönch und viele andere), jede mit verschiedenen aktiven Fähigkeiten, die im
Kampf eingesetzt werden können, und passiven Fähigkeiten, die, sofern
zugelassen, ausgerüstet werden und dem Spieler verschiedene Boni bringen
können.
Diese Fähigkeiten können über Job-Levelups erlernt
werden, was es einem vereinfacht, sich mit dem Klassen und deren Fähigkeiten
vertraut zu machen.
Auch hier gilt es wieder: Experimentierfreudigkeit ist
gefragt. Und mit den richtigen Kombinationen an Jobklassen kann man richtig
furchteinflößende Gruppen gestalten, die so jeden Boss in die Flucht treiben
(im übertragenen Sinne).
Jedoch gibt es ein kleines Problem mit dem Jobsystem:
Durch die übergroße Anzahl an Jobklassen und die Tatsache, dass die Statuswerte
der Charaktere stark durch das Level der ausgewählten Jobklasse beeinflusst
werden, kann das Wechseln in eine nicht-aufgelevelte Jobklasse tödlich enden.
Glücklicherweise kann man in der zweiten Hälfte des Spiels recht schnell
Joblevel gewinnen, wodurch dieses Problem etwas abgemindert wird.
Bravely Default besitzt eine Vielzahl Möglichkeiten, das
Spiel einfacher oder schwerer zu machen, um eine große Menge von Spielern
anzusprechen.
Nicht nur gibt es drei Schwierigkeitsstufen, sondern kann
man auch die Random-Encounter-Rate (Zufällige-Kampf-Rate) erhöhen oder
verringern (falls man sich unter- bzw. überfordert fühlt), oder seine
Kampfgewinnboni (EXP (Erfahrung), JP (Jobklassenpunkte) und PG (Geld))
ausschalten, wenn man eine wirkliche Herausforderung sucht. All diese Optionen
können zu jeder Zeit während des Spiels umgeändert werden. Sollte man also am
Anfang des Spiels seine Fähigkeiten über- oder unterschätzt haben, muss man das
Spiel nicht neu starten, um das Spiel an seine Fähigkeiten anzupassen.
Neben den ganzen genannten Spielmechaniken gibt es noch
etliche Details, auf die ich hier nicht genauer eingehen werde. Irgendwann soll
die Rezension ja auch enden. ;)
Grafik
![]() |
| Ja, das ist ein betretbarer Ort im Spiel |
Die Grafik des Spiels ist eine Mischung aus simplem
Charme und hohem Detail.
Die Charaktere sind recht simpel gehalten und besitzen
Proportionen, die einen stark an die Grafik von Charakteren aus den alten
16-Bit wie z.B. Final Fantasy 4 - 6 erinnern.
Städte und besondere Orte jedoch besitzen einen hohen Grad
an Detail und sind (oder wirken zumindest wie) handgezeichnet und sehr schön
anzuschauen.
Dungeons jedoch sind recht monoton von der Grafik her,
besitzen aber zumindest ein gutes Level Design.
Wer Wert auf die 3D-Funktion des 3DS‘ legt, wird hier leider
enttäuscht werden. Zwar ist das 3D nicht schlecht und bringt keine
Kopfschmerzen hervor, jedoch verleiht das 3D dem Spiel kein besseres
Spielvergnügen.
Musik
![]() |
| Revo (von Sound Horizon) als Gastkostüm in Bravely Default |
Die Musik in Bravely Default wurde von Linked Horizon (einer
Untergruppe von Sound Horizon) komponiert und gespielt. Anime Fans kennen diese
Gruppe vielleicht durch die Openinglieder des Anime "Shingeki no Kyojin ~
Attack on Titan".
Vor Bravely Default habe ich noch nie etwas von dieser
Gruppe gehört, doch durch den Soundtrack in diesem Spiel kann ich zweifelsfrei
sagen, dass ich ein Fan dieser Gruppe geworden bin.
Der Soundtrack ist einfach nur spitze. Mehr kann ich dazu
nicht sagen; Musik sollte man lieber selbst hören, anstatt sie zu beschreiben.
http://youtu.be/sk-9ihcy2R8
(Passt auf, Spoiler in den Kommentaren)
http://youtu.be/sk-9ihcy2R8
(Passt auf, Spoiler in den Kommentaren)
Der Soundtrack hat nur ein Problem: er ist zu kurz. Er
besteht aus rund 2h:30min Liedern, bei einem 80h+ Spiel. Da können besonders
häufig vorkommende Lieder (wie das Standard-Höhlen-Erforschungs-Lied oder auch
zum Teil das Standard-Kampf-Lied) leicht monoton werden. Nichtsdestotrotz ist
der Soundtrack einer der besten Videospielsoundtracks, die ich bisher gehört
habe (und das, obwohl Bravely Default "nur" ein Handheld-Spiel ist).
Fazit
![]() |
| Ihr werdet anfangen, euch vor dieser Szene zu fürchten. Glaubt mir. |
Dieses Spiel ist ein Muss für jeden Fan von klassischen
JRPGs.
Mit einer guten Handlung, einem hervorragendem
Soundtrack, dem Charme der Klassiker und einem tollen Spielsystem, wer kann da
„Nein“ zu so einem Spiel sagen?
Leider ist die zweite Hälfte (oder zumindest das dritte
Viertel) etwas schwach und eintönig, jedoch kann man schnell dort durch, wenn
man alle Nebenmissionen ignoriert (und es gibt eine riesige Menge davon) und
die Kampfrate auf 0% stellt.
Für die Leute, die von Bravely Default nicht genug
bekommen können: es ist derzeit eine Fortsetzung in Produktion, genannt
„Bravely Second“. Jedoch ist bisher noch kein Erscheinungsdatum bekannt.
Auch existiert ein Bravely Default Browser Spiel. Da ich
kein Fan von Browser-Spielen bin, habe ich mir dieses nicht angeschaut, wollte
es aber trotzdem hier zur Vollständigkeit erwähnen.
Ich gebe Bravely Default 4.5/5 Kristalle… auch wenn es
nur 4 Elemente gibt.
Naja, nennen wir den letzten „Liebe“ und geben ihn an
Ma-Ti. :P
Donnerstag, 13. November 2014
Pierre Lemaitre - Wir sehen uns dort oben [Beate]
Wir schreiben das Jahr 1917 und befinden uns auf einem Schlachtfeld in Frankreich. In den Schützengräben geht das Gerücht um, dass der Krieg bald zu Ende ist. Klar wollen die Soldaten die es bis hier her geschafft haben nicht mehr ihr Leben riskieren. Doch Leutnant Pradelle sieht das ganz anders. Er will sich noch einmal hervortun und zettelt eine Intrige an. Als der immer melancholisch aussehende Albert dem Leutnant auf die Schliche kommt, kostet ihn das fast das Leben. Dass er überlebt, hat er nur dem jungen Édouard zu verdanken, der ihm in letzter Sekunde das Leben rettet. Aber zu welchem Preis? Aus Dankbarkeit verschafft Albert ihm eine neue Identität und die Beiden bleiben nach dem Krieg zusammen. Immer wieder kreuzen sie den Weg von Leutnant Pradelle und alle treiben sie unlautere Geschäfte....
Ich stehe wieder vor der sehr schwierigen Aufgabe, dieses Buch zu bewerten. Aber wie soll man ein Buch bewerten das vom Krieg erzählt, von der schweren Zeit danach, von den Verletzten oder nicht mehr lebensfähigen Menschen? Von den kaputten Seelen und dem ewigen Kampf ums Überleben? Es fällt mir wirklich sehr, sehr schwer, aber ich werde mein Bestes geben.
Der erste Teil des Buches handelt vom letzten Ansturm der Franzosen auf eine deutsche Stellung. Viele der Soldaten werden getötet oder verwundet, aber die Deutschen sind geschlagen. Viele Mütter werden um ihre Söhne weinen. Der Autor hat es wunderbar verstanden die Gefühle und die Ängste der Soldaten an den Leser zu transportieren. Ich litt sehr mit ihnen. Als Albert dann beinahe gestorben wäre, hoffte und bangte ich und war überglücklich, dass Édouard so aufmerksam war und sich trotz seiner schweren Verletzung daran machte seinen Kameraden zu retten. Was Édouard durchleiden muss ist schlimmer als die Hölle und am liebsten hätte ich die Seiten einfach übersprungen. Aber ich habe mich zusammengerissen und wirklich Wort für Wort gelesen.
Auch die Nachkriegszeit hat Pierre Lemaitre sehr gut eingefangen und durch seine Sprache und seinen Schreibstil war ich überall mit dabei. Was mir ziemlich verwirrte war, dass Ruhm und Ehre das Größte waren, das höchste Gut jedes Soldaten. Jeder sprach davon, jeder wollte die Ehre und den Ruhm für sich beanspruchen. Aber trotzdem waren so viele Menschen in unmoralische oder verbotene Geschichten verwickelt. Da wurde das große Geld gemacht, in dem man gefallene Soldaten umbetten ließ und dort wurde mit Kriegsdevotionalien gehandelt. Jeder musste sehen wo er bleibt und wie er für sich das Meiste und Beste herausholt.
Trotz allem hat mich die Geschichte gefangen, betroffen gemacht und mich hoffen lassen, niemals so eine schreckliche Zeit miterleben zu müssen. Ich habe gebangt, gehofft, gelitten und gehasst aber manchmal auch gelächelt. Lemaitre hat hier wirklich eine außergewöhnliche Geschichte erschaffen, die trotz ihrer Schrecken und ihrer Gemeinheiten richtig Spaß gemacht hat. Die kleinen Gaunereien, der Zusammenhalt, die Freundschaft, all das machte das Buch so lesenswert für mich.
Ich vergebe für "Wir sehen uns dort oben" 5 von 5 Byrons und bin dankbar, dass ich mich an dieses Buch heran getraut habe. Es ist wirklich gut ab und zu mal über den Tellerrand zu schauen und Bücher zu lesen, die eigentlich nicht dem Beuteschema entsprechen. Für mich war das jedes mal eine große Bereicherung. Vielen Dank Monsieur Lemaitre, für dieses Buch. Es ist keine Geschichte, die man mal eben so nebenbei liest, denn sie hat es verdient, dass man sich ihr voll und ganz widmet.
© Beate Senft
Dienstag, 11. November 2014
Claudia Rapp - Summer Symphony: Ein Tripp mit sex, Zeitreisen und Roch´n´Roll [Beate]
Als Luise durch die Straßen läuft, fährt ein Auto an ihr vorbei, in dem die Musik einer Rockband läuft. Ihr wird ganz seltsam zumute und als sie wieder zu sich kommt, befindet sie sich in einem Wikingerdorf und wird gerade mit einem Mann verheiratet. Was ist nur geschehen? Als Luise wieder in ihrer Zeit angekommen ist, versucht sie herauszufinden was passiert ist, denn dieser Zeitsprung bleibt nicht der Einzige. Es scheint etwas mit der finnischen Rockband Lumiukko zu tun zu haben, weshalb sie ihren langweiligen Job im Museum sausen lässt und sich der Band als Groupie anschließt. Sie ziehen von Festival zu Festival und Luise lässt nicht locker, denn sie will das Geheimnis des Zeitsprungs lüften.
Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich am Anfang ganz große Probleme mit dem Buch hatte. Nicht nur mit der verrückten Geschichte oder der abgebrühten Ich-Erzählerin Luise, sondern auch mit dem sehr speziellen Schreibstil. Zum Glück legte sich das so ungefähr ab dem 3. Kapitel und ab dann, war ich einfach nur noch komplett gefesselt. Was für ein verrücktes Buch.
Man läuft auf der Straße, hört einen Song und plötzlich findet man sich in den Armen eines Wikingers wieder um kurz darauf im Finnland des frühen Mittelalters zu landen. Und das war eins meiner Probleme, denn Luise benimmt sich, als wäre das alles vollkommen normal. Sie ist weder geschockt, noch hat sie Angst oder wird panisch, nein, sie benimmt sich, als wäre das etwas ganz alltägliches. Mit der Zeit findet man heraus, dass Luise einfach ein total pragmatischer Mensch ist, der alles so nimmt wie es kommt. Ist bei ihrem verrückten Leben vielleicht auch besser so.
Da ich ja auch gerne historische Romane lese, ist mir sehr wichtig, dass die Recherche stimmt. Und da gibt es hier einfach nix zu meckern. Die Autorin hat sich hier mächtig ins Zeug gelegt und konnte mit großem Wissen punkten. Und auch die Phasen auf den Musikfestivals waren total stimmig, als wäre sie selbst schon auf hunderten gewesen. Da passte wirklich alles.
Und auch die Band habe ich ihr vollkommen abgekauft, genauso wie die Groupies und die Fans. Ab einem gewissen Zeitpunkt machte das Buch wirklich nur noch Spaß und diese außergewöhnliche Mischung aus verschiedenen Genren, machte die Sache so einzigartig und spannend.
Ich vergebe für dieses einzigartige Buch 4 von 5 Byrons und kann es nur allen empfehlen, die auf außergewöhnliche Geschichten stehen. Ihr werdet eure Freude an dem Buch haben.
© Beate Senft
Sonntag, 9. November 2014
Neil Gaiman - Der Ozean am Ende der Straße [Beate]
Es war nur ein Ententeich, ein Stück weit unterhalb des Bauernhofs. Und er war nicht besonders groß. Lettie Hempstock behauptete, es sei ein Ozean, aber ich wusste, das war Quatsch. Sie behauptete, man könne durch ihn in eine andere Welt gelangen. Und was dann geschah, hätte sich eigentlich niemals ereignen dürfen. (Klappentext)
Ein Mann fährt in das Dorf seiner Kindheit, um an einer Beerdigung teilzunehmen. Da er nach der Beisetzung noch Zeit hat, bis er bei seiner Schwester sein muss, fährt er durch die Gegend. Seltsamerweise kann er sich an fast nichts aus seiner Kindheit erinnern. Und dann kommt er an den Hof am Ende der Straße. Er steigt aus seinem Auto, geht auf das Haus zu und klopft an. Er trifft auf eine alte Frau und plötzlich weiß er, dass das Mrs. Hempstock ist. Und nach und nach kommen sie zurück, die Erinnerungen an seine Erlebnisse als er sieben Jahre alt war und Lettie Hempstock kennen lernte.....
Für dieses Buch eine Zusammenfassung zu schreiben ist fast unmöglich. Man möchte ja nichts verraten und diese Geschichte ist so wundervoll poetisch, so herrlich phantastisch, dass jedes Wort zu viel sein kann. Es ist mir schon lange nicht mehr passiert, dass ich am Ende eines Buches so traurig war, dass es gelesen ist. Am Liebsten würde ich es mir gleich noch einmal schnappen und von vorne beginnen. Aber leider kann man ein Buch nur ein einziges mal zum Ersten mal lesen.
Von Neil Gaiman kannte ich bisher nur "Das Graveyard-Buch" und "Coraline" und die sind so komplett anders als "Ein Ozean am Ende der Straße". Das kommt einem eher vor wie ein phantastischer Traum. Ich kann es nicht besser erklären, man muss es wirklich selbst gelesen haben um das zu verstehen.
Der siebenjährige Junge, dessen Namen wir nie erfahren, erzählt uns die Geschichte aus seiner Sicht. So sind wir ganz nah bei ihm und erfahren seine Emotionen aus erster Hand. Das macht diesen kleinen, meistens in seinen Büchern lebenden Jungen so lebendig und auch authentisch. Er lernt das Mädchen Lettie kennen, die mit ihrer Mutter und deren Mutter in einem Hof am Ende der Straße wohnen. Das sind liebenswerte, aber auch sehr seltsame Menschen.
Und dann geschehen Dinge, die so unglaublich sind, dass sie weit aus der Realität fallen. Der kleine Junge hat oft Angst und am Liebsten hätte ich ihn in die Arme genommen und beschützt. Der Schreibstil ist genauso phantastisch wie die Geschichte selbst. Mehr möchte ich gar nicht verraten um niemandem den Zauber des ersten Mal lesen zu nehmen.
Ich vergebe für dieses traumhafte Buch 10 von 5 Byrons. O.k., das geht nicht. Dann eben 5 von 5 Byrons, den Favoritenstatus und eine Leseempfehlung für alle, die gerne träumen und vor fremdartigen und außergewöhnlichen Geschichten nicht zurückschrecken. Mich hat das Buch total verzaubert und ich bin mir absolut sicher, dass ich es noch mehr als einmal lesen werde. Das ist ein Buch, in dem man immer wieder neues entdecken kann, ein Buch, das uns zum Verweilen einlädt, das uns verzaubert.
© Beate Senft
Samstag, 8. November 2014
Anna Carey - Black Bird [Beate]
Ein Mädchen erwacht auf Bahngleisen, kurz bevor ein Zug über sie hinweg donnert.Obwohl sie leicht verletzt ist, läuft sie davon. Sie weiß nicht wer sie ist, woher sie kommt, was sie auf den Gleisen getan hat. In einem Notizbuch, das sie in ihrem Rucksack findet, entdeckt sie eine Telefonnummer, die sie anruft. Sie wird gebeten in ein bestimmtes Gebäude zu kommen und läuft direkt in eine Falle. Was wird hier gespielt? Warum wird sie verfolgt und warum kann sie sich an nichts erinnern?
Der Klappentext des Buch hatte mich direkt angesprochen, darum fing ich das Buch auch sehr neugierig an zu lesen. Doch schon die Perspektive des Buches und dass ich ständig mit du angesprochen werde, weil ich in der Rolle des Mädchens stecke, hat mich nicht so begeistert. Man müsste direkt mal zählen, wie oft das Wort "DU" im Buch vorkommt.
Ich erwartete eine spannende Geschichte in der ein Mädchen herauszufinden versucht wer sie ist und was mit ihr passiert ist. Bekommen habe ich eine Geschichte ohne richtigen roten Faden, bei der am Ende fast noch so viele Fragen offen sind, wie am Anfang. Ja, ich weiß. Es ist eine Reihe, aber es ist sehr unbefriedigend, wenn man ein Buch liest, das praktisch mitten drin endet und man immer noch nicht weiß, was eigentlich Sache ist.
Normalerweise ist es doch so, dass Bücher aus Reihen eigentlich in sich abgeschlossen sind. Das ist hier nicht der Fall. Und trotzdem habe ich eigentlich keine Lust die Fortsetzung zu lesen. Auch wenn ich dann nie erfahren werde, um was es eigentlich geht. Es hat mich einfach nicht gepackt.
Vielleicht liegt es ja an mir und ich bin einfach nicht die richtige Zielgruppe für diese Geschichte. Darum kann ich auch leider nur 2 von 5 Byrons vergeben. Ich bin mir sicher, das Buch wird seine Fans haben, aber ich gehöre nicht dazu.
© Beate Senft
Michael Dissieux - Die Legende von Arc's Hill 1 Die schwarze Stadt [Beate]
Mike Osmond hat das Liebste auf der Welt verloren. Seine Frau und seine Tochter. Er erträgt das Leben in London nicht mehr, wo ihn alles an die Beiden erinnert und betrinkt sich ständig. Deshalb beschließt er die Stadt zu verlassen und kauft sich ein Haus in dem Örtchen Arc's Hill, nicht weit von Durham entfernt. Doch unheimliche Legenden ranken sich um das Haus und seine Bewohner und dann findet er das Tagebuch von Charles Ward, seinem Vorgänger. Aber er kann nicht glauben was er da liest......
Eine Novelle von Michael Dissieux, da muss man ja sofort loslesen. Und sie ist so komplett anders, als alle Bücher des Autors, die er vorher geschrieben hat. Fans von Lovecraft wird es sofort aufgefallen sein: der Ort Durham und der Name Charles Ward, die auch in den Büchern des Meisters eine große Rolle spielen. Sie weißen schon darauf hin, was den Leser ungefähr erwartet.
"Sie schwarze Stadt" gehört zu den Schauergeschichten, die ich so sehr liebe. Hier spritzt kein Blut und es gibt keine irren Killer, nein, hier gibt es Gänsehaut, Dunkelheit, ein altes Haus und Nebel. Hier gibt es Angst statt Ekel und das ist genau das, was ich auch erwartet hatte.
Ich hatte am Anfang schon ziemlich Mitleid mit Mike, der fast an seiner Trauer und Verzweiflung zu Grunde ging. Und dann hätte ich ihn wieder schütteln können, weil er so absolut begriffsstutzig ist und alle Warnungen in den Wind schlägt. Eigentlich passiert auch gar nicht so viel, zumindest in...... Nein, das müsst ihr schon selbst herausfinden. Aber der tolle ergreifende und plastische Schreibstil, ließ mich doch zittern und die große Kälte fühlen, die Mike umgibt. Der Ort Arc's Hill wirkt wie ausgestorben, dunkel und abweisend. Hach, was für ein erzählerisches Talent hier doch am werk war.
Die altertümlich anmutende Sprache, das Wispern der Blätter, die ständig anwesende Kälte und der unheimliche Keller des Hauses, das lässt den Leser atemlos von Wort zu Wort und von Satz zu Satz hetzen, aufmerksam, um ja kein Wort zu verpassen.
Ja, ich bin mehr als begeistert und schrecklich froh, dass es noch ein paar Teile dieser Reihe geben wird. Darum kann ich gar nicht anders als 5 von 5 Byrons, den Favoritenstatus und eine Leseempfehlung für alle Fans von Schauergeschichten und von H.P. Lovecraft zu vergeben. Na los! Kauft euch das eBook. Ihr habt keinen Reader? Dann lest es auf PC, Laptop, Tablet oder Smartphone. Egal wie oder wo, aber lest es. Ihr würdet sonst echt etwas verpassen.
Die Legende von Arc's Hill
1. Die schwarze Stadt
2. Das Grab des Teufels (in ca. 4 - 6 Wochen)
to be continued
© Beate Senft
Donnerstag, 6. November 2014
Sophia Bennett - #rausmitderdicken#
Die 4 Freundinnen Sasha, Rose, Jodie und Nell haben viel Spaß miteinander. Am liebsten verkleiden sie sich, singen zusammen und hüpfen dabei im Zimmer umher. Na gut, Rose hüpft nicht, aber dafür spielt sie die Gitarre. Als Sasha von ihrem Vater ein iPhone geschenkt bekommt, filmen sie sich bei diesen "Auftritten" und komponieren ganz spontan einen neuen und lustigen Song. Doch kurze Zeit später ist Sashas Handy verschwunden und die Vier geraten in Panik. Was, wenn jemand diese peinlichen Videos ins Netz stellt? Und genau das passiert. Das Video ihres selbst geschriebenen Songs taucht im Internet auf und als wäre das nicht schon schlimm genug, meldet sie auch noch jemand damit bei Killer Act, dem größten Online-Contest im ganzen Land an. Seltsamerweise bleiben die gehässigen und gemeine Kommentare aus. Ganz im Gegenteil, sie bekommen Unmengen von Stimmen und schaffen es wirklich bis in die Shows, wo der Gewinner gewählt werden soll. Sie kommen auch dort gut an, doch dann müssen sie eine Entscheidung treffen: Sie können nur zu dritt weitermachen. Eine von ihnen muss gehen. Und was danach folgt ist nur noch die Hölle....
Als ich das Buch vom Verlag angeboten bekam, dachte ich: "Ach ein Jugendbuch. Ist mal was nettes für zwischendurch." Dass mich dieses Buch aber dermaßen fesseln wird, damit hätte ich niemals gerechnet. Ich konnte es kaum aus der Hand legen und ärgerte mich, wenn mir die Augen zufielen und ich deshalb nicht weiterlesen konnte.
Sophia Bennett hat hier ein unglaublich gutes Buch geschrieben. Es handelt von Freundschaft, schlimmen Fehlern die man manchmal begeht, den fiesen Methoden der Casting-Show-Veranstalter und von Vergebung. Eine kleine Liebesgeschichte ist auch dabei, aber die hält sich dezent in Grenzen und störte mich überhaupt nicht. Im Gegenteil, ich fand sie sogar schön.Und das aus meinem Munde. ;-)
Die Charaktere der Mädels sind sehr gut ausgearbeitet. Vor allem der von Sasha, die alles aus ihrer Sicht erzählt. Da erfährt man natürlich direkt alle ihre Gefühle und kann sich wunderbar in sie hineinversetzen. Dazu kommt noch dieser lebendige und bildhafte Schreibstil, der mich alles hautnah miterleben ließ. Ich war wirklich mittendrin statt nur dabei. ;-)
Die Story ist super ausgearbeitet und vor allen Dingen das Ende fand ich genial. Aber es ist ja klar, dass ich nichts weiter dazu schreiben werde. Ich will euch ja nicht die Spannung nehmen. Das Buch zeigt auf, wie schnell sich im Internet Nachrichten verbreiten, es warnt davor alles öffentlich zu posten und man sieht sehr deutlich, wie schnell Sympathie in Hass umschlagen kann. Was die Mädels da durchmachen müssen, wünsche ich wirklich keinem. Auch nicht meinem schlimmsten Feind.
Ich vergebe für dieses sehr authentische und gut geschriebene Jugendbuch 5 von 5 Byrons, den Favoritenstatus und eine Leseempfehlung an alle. Man muss kein Jugendlicher sein, um an dem Buch gefallen zu finden. Aus dem Alter bin ich nämlich schon seeeeeehr lange raus. Ich finde, es kann Menschen jeden Alters begeistern und bin gespannt auf eure Meinung.
© Beate Senft
Montag, 3. November 2014
Sarah Dunant - Der Palast der Borgia [Beate]
Habemus Papam! Wir haben einen Papst. So schallt es durch Rom. Gemeint ist Rodrigo Borgia, der unter dem Namen Alexander IV als Skandalpapst in die Geschichte eingeht. Er schmiedet Ränke, lässt Morde begehen und lügt und betrügt um seine Macht und die seiner Familie zu festigen. Auch seine geliebten Kinder werden Opfer seines Ehrgeizes. Er lebt mit seiner Mätresse zusammen, schustert seinen Bastarden öffentliche Ämter und Titel zu und es ist ihm vollkommen egal, was die Welt über ihn denkt. Rodrigo Borgia wird einer der mächtigsten Päpste der Geschichte und er geht dafür über Leichen.
Was für ein tolles Buch. Ich habe schon einiges über die Borgia gelesen, aber so ausführlich und interessant war vorher noch kein Buch. Die Autorin Sarah Dunant hatte mich von der ersten Seite an am Wickel. Es ist ihr gelungen die Familie Borgia lebendig zu machen und mir näher zu bringen. Durch ihre tolle Recherche bleiben für Geschichtsfreunde wirklich keine Wünsche offen.
Und nicht nur das Leben von Rodrigo wird offengelegt, sondern auch das seiner Kinder. Vor allem die tragische Liebe Cesares zu seiner Schwester Lucrezia. Sehr einfühlsam beschreibt die Autorin die Gefühlswelt der Mitglieder dieser mächtigen Familie, die sich von niemandem mehr die Butter vom Brot nehmen lassen will. Auch Alexander IV wird als Mensch, als Vater, als Familienoberhaupt gezeigt und nicht nur als Papst.
Der bildhafte Schreibstil tut sein übriges und ich konnte Rom in seinem Prunk und Dreck, mit seinen Reichen und Armen, mit seinen Festen und seinem Elend vor mir sehen. Das Buch ist mit seinen 646 Seiten nicht gerade dünn, doch ich flog geradezu durch die Geschichte. Einigen Lesern war das Buch wohl zu sehr Sachbuch, aber das kann ich nicht bestätigen. Geschickt ist es Frau Dunant gelungen Lücken in der Geschichtsschreibung durch ihre Phantasie zu füllen.
Ich vergebe für diesen wirklich tollen historischen Roman, der mich absolut begeistert hat, 5 von 5 Byrons und eine Leseempfehlung für alle, die sich für Geschichte interessieren. Wer mehr Interesse an Liebesgeschichten im historischen Gewandt hat, wir hier enttäuscht sein, aber alle die wissen möchten wie Rodrigo und seine Familie tatsächlich gelebt haben und die sich auch vor den ganzen Fakten nicht scheuen, werden hier voll auf ihre Kosten kommen.
© Beate Senft
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